Schweinegrippe oder Volksverhetzung ;)

Von: , Frage gestellt am Mo, 2. Nov 2009

Wir erfahren gegenwärtig aus den Medien viel über die Entwicklung der Schweinegrippe, wie gefährlich die werden könnte oder sei. Nichts dagegen erfahren wir über die „normale“ Grippe. Der neue Gesundheitsminister soll gesagt haben, daß die „normale“ Grippe gefährlicher sei, deshalb würde er sich zuerst gegen diese impfen lassen.

Aktuelle Daten über die Infektionsraten und Sterbefälle an der „normalen“ Grippe wären doch aufschlußreich, um vergleichen zu können, gegen was man sich vorrangig impfen lassen soll, wenn überhaupt.

So meldet Spiegel-online z.B. über die Entwicklung der Schweinegrippe:

„Auch in Deutschland breitet sich die Schweinegrippe nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums immer schneller aus: 30.000 Infektionsfälle seien bisher erfasst worden. Dem Robert-Koch-Institut (RKI) lagen zunächst keine neuen Überblicksdaten vor. Im zuletzt verfügbaren Berichtszeitraum vom 14. bis 20. Oktober waren 25.285 Fälle registriert. Die Zahl der Neuerkrankungen war binnen einer Woche von 1503 auf 1596 gestiegen.“

1596 minus 1503 macht 93 Fälle pro Woche in Deutschland. Und 2-3 neue Tote gibt es auch. Sicher werden die Fallzahlen steigen. Aber wir haben keinen Vergleich zur „normalen“ Grippe in diesem Zeitraum. Daher habe ich mal nach Vergleichen geschaut und im Internet die Informationen aus dem Jahr 2006/2007 gefunden (damals war die Schweinegrippe noch nicht bekannt):

Dieter Köhler ist wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin. Der Professor berichtet, daß durchschnittlich in jeder Grippesaison in Deutschland 7.000 bis 8.000 Menschen an den Folgen der Influenza stürben. Bei heftigen Grippe-Epidemien könne diese Zahl aber weitaus höher liegen: 2004/2005 beispielsweise habe es zwischen 15.000 und 20.000 zusätzliche Influenza-Todesfälle gegeben. Während der Grippesaison 2006/2007 mussten laut Robert-Koch-Institut (RKI) 2,7 Millionen Menschen wegen einer Influenza-Erkrankung zum Arzt und 14.000 zur Behandlung in eine Klinik eingewiesen werden.

Also: gegenwärtig sind die Fälle an Schweinegrippe um 93 in einer Woche gestiegen. Todesfälle gab es etwa 2-3.

Bis 20.000 Todesfälle gab es 2004/2005 bei der „normalen“ Grippe. Das heißt etwa 400 Todesfälle pro Woche. Und bei der durchschnittlichen Sterberate an der „normalen“ Grippe von 7.500 Menschen pro Jahr wären das 160 Todesfälle pro Woche.

Und warum finden wir keine Meldungen über die aktuelle Ausbreitung der „normalen“ Grippe in den Medien? Diskussion eröffnet ;)

27 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 47 Minuten 0 hilfreich
    Re: Schweinegrippe oder Volksverhetzung ;)

    Was ich mich immer frage und weswegen ich auch in Richtung "Panikmache" tendiere:

    Insgesamt knapp 30.000 Erkrankte. Aber da sind doch die aus dem Sommer, die inzwischen alle wieder gesund sind, auch mit enthalten. Das sind doch keine seriösen Zahlen!

    Seriös wäre, wenn sie tatsächlich verööfentlichen würden, wie oben erwähnt, wie viele NEUE Fälle in einer Woche aufgetreten sind. Der Rest - was im Sommer war - interessiert doch keinen mehr.

    Aber die Meldung "96 neue Erkrankte in einer Woche" (von über 80 Mio. Einwohnern) würde die Leute vermutlich (noch) weniger motivieren, sich impfen zu lassen.

    • Antwort von nach einer Stunde 0 hilfreich
      Re^2: Schweinegrippe oder Volksverhetzung ;)

      Aber die Meldung "96 neue Erkrankte in einer Woche" (von über
      80 Mio. Einwohnern) würde die Leute vermutlich (noch) weniger
      motivieren, sich impfen zu lassen.
      Ja, schon, das würde noch mehr Impfmüdigkeit erzeugen. Doch warum wird so ein großer Wert darauf gelegt, sich gerade gegen die Schweinegrippe impfen zu lassen, während die andere Grippe vielleicht schon gefährlicher geworden ist, da die auch mutiert. Da bekommt man keine Daten. Die Medien berichten darüber nicht.

      • Antwort von nach einer Stunde 0 hilfreich
        Re^3: Schweinegrippe oder Volksverhetzung ;)

        ... und das zum Thema "gefährlicher, weil die 1. ohne Vorerkrankung ist gestorben".

        http://www.bild.de/BILD/news/telegramm/news-ticker,r...

        Sicher ist es immer bitter, wenn jemand stirbt - egal woran. Aber das zur weiteren Panikmache nutzen zu wollen, damit mehr zum impfen kommen, ist ein Unding!

        • Antwort von nach 2 Stunden 0 hilfreich
          Re^4: Schweinegrippe oder Volksverhetzung ;)

          Diese aktuelle Meldung von bild.de ist: Demnach litt die ... Frau an Asthma und hatte eine Lebererkrankung.
          Bislang hatte das Krankenhaus erklärt, dass sie keine
          Vorerkrankungen gehabt habe."
          Die Objektivität der Berichterstattung ist wirklich zutiefst und stets anzuzweifeln.

          Mit großer Wahrscheinlichkeit hat die Klinik nicht gesagt, daß keine Vorerkrankungen vorhanden waren, sondern sicher hat sie gesagt, daß keine Vorerkrankungen bekannt gewesen seien. Das ist ein großer, großer Unterschied.

          • Antwort von nach 4 Stunden 0 hilfreich
            Re^5: Schweinegrippe oder Volksverhetzung ;)

            Diese aktuelle Meldung von bild.de ist: Demnach litt die ... Frau an Asthma und hatte eine Lebererkrankung.
            Bislang hatte das Krankenhaus erklärt, dass sie keine
            Vorerkrankungen gehabt habe."
            Na super und wie viele menschen sind heute in Panik zum Arzt gerannt um sich impfen zu lassen weil es ja jetzt losgeht mit dem sterben ohne vorerkrankungen.

            Da fühlt man sich doch einfach nur beschissen und verarscht UND jetzt wird es noch mehr leute geben, die kein vertrauen mehr in ärzte, krankenhäuser, medien und politiker haben.
            Einfach Toll!!!!!!!!!!!!!!!!!!

            • Antwort von nach 4 Stunden 0 hilfreich
              Re^6: Schweinegrippe oder Volksverhetzung ;)

              Da fühlt man sich doch einfach nur beschissen und verarscht
              UND jetzt wird es noch mehr leute geben, die kein vertrauen
              mehr in ärzte, krankenhäuser, medien und politiker haben.
              Einfach Toll!!!!!!!!!!!!!!!!!!
              Mal langsam. Nicht so überschießend reagieren: Das ist nicht die Absicht meines da eröffneten Threats gewesen. Wir sollten überlegen und Informationen zusammentragen, ob man sich impfen lassen soll oder nicht.

            • Antwort von nach 4 Stunden 0 hilfreich
              Re^7: Schweinegrippe oder Volksverhetzung ;)

              Hallo, Mal langsam. Nicht so überschießend reagieren:
              Danke, dass täte allen gut.
              Leider schreiben nur meistens die, die extrem von einer Sache überzeugt sind.
              Ich habe mich vor einigen Wochen als Nicht-Impfer hier geoutet.
              Inzwischen habe ich es mir eigentlich anders überlegt.
              NICHT, weil ich Angst habe, an der Schweinegrippe zu sterben, sondern weil diese Variante, nach allem, was ich höre, ansteckender ist als andere Grippen. Ich arbeite an einer Schule, habe täglich mit vielen jungen Menschen zu tun, denen ich in punkto Hygiene nicht so 100%ig über den Weg traue (trotz Poster über Händewaschen etc.). Zudem arbeitet mein Mann in Krankenhäusern und der ist immer ganz schnell dabei, wenn irgendwas "rumgeht".
              Warum ich dann "eigentlich" schreibe?
              Ich war heute wegen einer anderen Sache bei meiner Hausärztin und durfte erfahren, dass sie noch keinen Impfstoff hat und außerdem erstmal in Urlaub ist, also frühestens kann ich mich gegen Ende November impfen lassen (sofern ich das bei meiner Hausärztin machen lassen will). Nun ja, vielleicht ist das die Entscheidung, die mir aus der Hand genommen wird. In drei Wochen weiß ich mehr - eventuell hab ich dann schon die Grippe hinter mir. Zumindest bis dahin mehr Informationen.

              Gruß
              Elke

            • Antwort von nach 5 Stunden 0 hilfreich
              Re^8: Schweinegrippe oder Volksverhetzung ;)

              ... sondern weil diese Variante, nach allem, was ich höre,
              ansteckender ist als andere Grippen.
              Das mag sein, daß die Schweinegrippe ansteckender als andere Influenza-Infektionen ist. Ausschlaggebend ist aber, welchen Schaden sie anrichtet. Und ausschlaggebend ist, welchen Schaden die Impfung dagegen anrichtet. Bisher konnte ich noch keine Informationen erhalten, wie viel Personen und welchen Alters damit probegeimpft wurden. Wie haben sie es vertragen? Wie lange war die Beobachtungszeit nach der Impfung? 3 Tage oder was? Diese Informationen fehlen in der Öffentlichkeit.

              Normalerweise, wie zu erfahren ist, stehen Medikamente in bestimmten ärztlichen Nachschlagewerken wie der "Roten Liste" oder der "Gelben Liste", und es existieren für Ärzte einsehbare sog. Fachinformationen, die ausführliche Testungen und Eigenschaften von Mendikamenten beschreiben. Im Fall der Schweinegrippe ist das anscheinend nicht so. Man bekommt den Impfstoff ja auch nicht auf Rezept wie die anderen Grippeimpfstoffe. Dieser Impfstoff ist halt schon etwas besonderes ;)

            • Antwort von nach 6 Stunden 3 hilfreich
              Re^9: Schweinegrippe oder Volksverhetzung ;)

              Hallo, Das mag sein, daß die Schweinegrippe ansteckender als andere
              Influenza-Infektionen ist. Ausschlaggebend ist aber, welchen
              Schaden sie anrichtet. Und ausschlaggebend ist, welchen
              Schaden die Impfung dagegen anrichtet. Bisher konnte ich noch
              keine Informationen erhalten, wie viel Personen und welchen
              Alters damit probegeimpft wurden. Wie haben sie es vertragen?
              Wie lange war die Beobachtungszeit nach der Impfung? 3 Tage
              oder was? Diese Informationen fehlen in der Öffentlichkeit.
              Dann musst du dich ein wenig durch die Seiten des RKI und PEI klicken.
              Dort habe ich die Aussagen gefunden, dass der Musterimpfstoff seit 2007 getestet wurde also 2-3 Jahre und inzwischen etwa 5000 Menschen in kontrollierten Studien mit dem verdächtigten Adjuvanz geimpft wurden. Das ist übrigens für die meisten Arzneimittel ein unglaublicher Wert. Die Mehrzahl der Arzneimittel wurde bei Markteinführung vielleicht einem Zehntel dieser Zahl verabreicht.
              Ein Großteil der Studien ist sicher nicht über den ganzen Zeitraum gelaufen. Wenn aber Spätfolgen aufgetaucht wären, wäre dies auch nach Studienende erfasst worden.

              Außerdem sprechen wir hier ohnehin von vermuteten Spätfolgen, die so selten sind, dass sie in der normalen Taxonomie gar nicht mehr sinnvoll erscheinen würden.

              Gruß
              Werner



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