Zerrung und FuB hochlegen

Hallihallo,

ich habe mir vor zwei Tagen den FuB gezerrt (Knoechel) und sitze jetzt mit einer Schiene, Ibuprofen gegen Schwellungen, Eispack und hochgelegtem Bein den ganzen Tag herum… WeiB jemand, warum man das Bein hochlegen muB?

Vielen Dank
Sylvia

Mit dem Fuß hochlegen ist das so: Durch Deine Verletzung wurde Gewebe geschädigt. Dadurch schwillt das Bein sehr schnell an, was Dir erstens weh tut, zweitens aber auch auf umliegende Strukturen wie Nerven oder Blutgefäße oder einfach anderes Gewebe drücken kann. Daher macht man sich die Schwerkraft zusammen mit den anderen Maßnahmen, die Du sonst noch ergreifst, zu Nutze und legt das Bein hoch, damit das Gewebswasser, was sonst in Deinem Knöchel sich ansammeln würde, wieder dem restlichen Körper zur Verfügung steht.

Gruß

Claudia

Wie sollte man das besser erklären? (o. T.)
Ich sagte: o. T. = ohne Text, Cherie!

Danke fuer Deine Antwort! Ist es richtig, daB ich das fuer zwei bis drei Tage machen soll? Schadet es mir, mit dem verletzten FuB aufzutreten, wenn ich nicht mein ganzes Gewicht darauf verlagere? Ich habe zwar Kruecken, aber manchmal tut es mir gut, den FuB mal aufzusetzen und ein biBchen zu strecken (durch die normale FuBhaltung beim Stehen)…

Sylvia

P.S. Noch ne Frage: habe ich, wenn das ganze erstmal verheilt ist, ein erhoehtes Risiko, daB mir so etwas wieder passiert?

Hallo Sylvia,

ich habe folgendes Problem: Deinen Fuß habe ich nicht mit eigenen Augen gesehen… Dein Arzt wird Dir doch gesagt haben, was Du machen sollst, oder? Er oder sie hat Deinen Fuß gesehen, sich eine Meinung dazu gebildet und einen Therapievorschlag gemacht…

Allgemein kann man sagen (und das läßt sich eben nur von Fall zu Fall konkreter entscheiden), daß es gut für eine Zerrung ist, wenn man die Schwellung nicht zu groß werden läßt. Ob das jetzt 2-3 Tage dauert oder länger, ist von Fuß zu Fuß einfach unterschiedlich. Gut tut es Dir sicherlich nicht, wenn Du den Fuß jetzt belasten würdest. Aber solange es Dir nicht weh tut, kannst Du ihn ruhig ein wenig bewegen, was auch sehr wichtig im Verlauf ist, damit die Muskeln nicht aus der Übung kommen.

Zerrungen haben die dumme Angewohnheit, auch noch länger weh zu tun. Manchmal ist es so, daß die volle Belastung über Wochen nicht wieder zu erreichen ist. Man braucht ein wenig Geduld und muß immer wieder ausprobieren, wie weit man mit der Belastung gehen kann.
Ich schlage daher vor, daß Du immer mal wieder ein wenig weiter gehst. Wenn Du dann Schmerzen hast, oder der Fuß anschwillt, weißt Du, es war zu viel.

Die Frage, ob Dir das dann in Zukunft leichter wieder passiert, Dir eine Zerrung zuzuziehen, kann ich Dir nicht beantworten. Ich weiß nicht, ob Deine Bänder und Sehnen durch die Zerrung so stark gedehnt wurden, daß sie dauerhaften Schaden im Sinne einer Verlängerung davongetragen haben. Das sind Sachen, die Dein Orthopäde Dir in ein paar Wochen beantworten kann.

Gruß

Claudia
http://www.minioffice.de/

Hallo Claudia,

ich war leider nur in der voellig ueberfuellten Notaufnahme und hatte daher nicht so richtig Gelegenheit, alle meine Fragen zu stellen. Ich weiB schon, daB es aus der Ferne schwer zu beurteilen ist… Trotzdem danke fuer Deine Muehe! Bin halt immer zu neugierig ;o)

Ich sitze oder liege schoen brav den ganzen Tag rum, wollte halt nur wissen, wieso… und dann hat mich interessiert, ob ich das auch richtig mache. Mir geht es nicht darum, moeglichst schnell wieder rumhuepfen zu koennen. Nach der „FuBhochlegedauer“ hab ich eigentlich nur gefragt, um sicherzugehen, daB ich nicht zu schnell wieder rumlaufe! Ich bleib lieber einen Tag zu lange sitzen als dann Probleme zu haben.

Nochmal danke
Sylvia

Hello,
zunächst einmal geht man heute davon aus, dass bei einer „Zerrung“, die mit Anschwellung verbunden ist, auch entsprechende Strukturen kaputt gegangen sind. Diese Verletzung führt zu Gewebeflüssigkeitseinlagerungen = Schwellung, im sichtbaren Fall von Einblutungen = Blutergüssen.
Hochlagerung ist sinnvoll, so lange diese Gewebsflüssigkeit sich einlagern kann, d.h. akut 6 - 8 Stunden.
Bei einer Zerrung werden i. allgemeinen Bänderstrukturen gedehnt, die sich bei Schonung allein (!) wieder verkürzen. Dies wird unterstützt durch Ruhigstellung = (u.a. Hochlagerung) oder feste Bandagierung und festes, hohes Schuhwerk. Heute werden z.T. sogar Bänderrisse „nur“ fixiert und die Patienten nicht hochgelagert oder operiert.
Die Tabletten ist zur Entzündungshemmung: Schwellmindderung.
Desgleichen die Eispacks.
aber… wie gesagt, der Effekt ist eigentlich nach ca. 6 - 8 Std. vorbei. Danach Ruhigstellung und eher Wärme und Durchblutungsförderung.
Überanstrengungen (Miniüberdehnungen) können natürlich auch wieder zu Schwellungen führen…(, wenn die Ruhigstellung nicht gelingt).
Gute Besserung RF
PS: Hat man denn den Fuss geröngt mit Festhalten des Fußes und Kontraollaufnahme des anderen Fußes zur Frage des Bänderrisses?

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Rudi,

vielen Dank fuer Deine Antwort!

Der FuB ist geroentgt worden, allerdings ohne Festhalten, dafuer in mehreren verschiedenen Positionen. Der andere FuB ist auch nicht geroentgt worden. Was bedeutet das fuer mich?

Sylvia

PS: Hat man denn den Fuss geröngt mit Festhalten des Fußes und
Kontrollaufnahme des anderen Fußes zur Frage des
Bänderrisses?

Der FuB ist geroentgt worden, allerdings ohne Festhalten,
dafuer in mehreren verschiedenen Positionen. Der andere FuB
ist auch nicht geroentgt worden. Was bedeutet das fuer mich?

Zur Diagnose einer Bänderdehnung oder auch eines (An)Risses, bedarf es der Beantwortung der sogen. Aufklappbarkeit des Gelenkes, welches betroffen ist. Deshalb diese sogen. „gehaltene Aufnahme“, die wenigstens einseitig (meist mit mechanischem Haltewerkzeug, recht schmerzhaft) durchgeführt werden muss. Auf die gegenseitige Aufnahme kann nur dann verzichtet werden, wenn das betroffene Gelenk keine oder geringe Aufklappbarkeit zeigt, weil dann natürlich auch die Gegenseite nicht kleiner aufklappbar sein kann.
Bedeutung: Wenn diese Aufnahme nicht durchgeführt wurde, ist die Diagnose nicht 100%.
Behandlung: wahrscheinlich kein Unterschied, weil beides „fixiert“ (siehe erste Antwort) werden muss, operiert wird ehe nur selten bei zukünftiger „besonderer Beanspruchung“. Wichtig ist dieser Diagnoseunterschied nur bei Arbeitsunfällen oder ähnlichem mit späterem Schadensersatzanspruch.
Gruss R.