Vollständige Vorsorgeuntersuchung

Hallo zusammen,

mein Mann (45 Jahre) möchte einen möglichst vollständigen (vom Arbeitgeber bezahlten*) „Check-up“ machen lassen, d.h. alle sinnvollen Vorsorgeuntersuchungen hinter sich bringen. Da er ein sehr spärlicher Arztgänger ist, ist das bestimmt auch sinnvoll. Er hat keine bekannte Krankheiten oder relevante Vorerkrankungen.

Könnt Ihr mir bei folgenden Fragen weiterhelfen?

Welche Untersuchungen sind sinnvoll?

Wer nimmt die vor?

Gibt es eine Möglichkeit, das ganze an einem Tag und an einem Ort durchzuziehen und eine tage- oder wochenlange Spezialistenrundreise zu vermeiden?

Vielen Dank für Eure Hilfe!

Gruß
Ramona

*die Ergebnisse werden übrigens nicht an den AG weitergegeben, falls das jemand vermutet und mich auf datenschutzrechtliche Bedenken aufmerksam machen möchte…

hi

mein Mann (45 Jahre) möchte einen möglichst vollständigen (vom
Arbeitgeber bezahlten*) „Check-up“ machen lassen, d.h. alle
sinnvollen Vorsorgeuntersuchungen hinter sich bringen.

Netter Arbeitgebeer - das ist nämlich ein teurer Spass :wink:

Könnt Ihr mir bei folgenden Fragen weiterhelfen?

Welche Untersuchungen sind sinnvoll?
Wer nimmt die vor?

nachdem ich meinen Hausarzt um einen großen Checkup gebeten habe hat er vorgeschlagen :

Großes Blutbild + Blutdruck - Hausarzt
EKG - Hausarzt/Internist
Belastungs-EKG - Hausarzt/Internist
Ultraschall der inneren Organe - Hausarzt/Internist

Magen/Darm-Krebsvorsorge
evtl. Darmspiegelung - Gastroenterologe
Abchecken Bewegungsapparat - Orthopäde
Sehtest - Augenarzt
Hörtest - HNO

Gibt es eine Möglichkeit, das ganze an einem Tag und an einem
Ort durchzuziehen und eine tage- oder wochenlange
Spezialistenrundreise zu vermeiden?

ich hab die Hausarztsachen alle an einem Tag machen können - Gastro an einem Extratag und Orthopäde/Augenarzt/HNO bin ich eh regelmässig hab ich also weggelassen

Gruß H.

mein Mann (45 Jahre) möchte einen möglichst vollständigen (vom
Arbeitgeber bezahlten*) „Check-up“ machen lassen, d.h. alle
sinnvollen Vorsorgeuntersuchungen hinter sich bringen. Da er
ein sehr spärlicher Arztgänger ist, ist das bestimmt auch
sinnvoll. Er hat keine bekannte Krankheiten oder relevante
Vorerkrankungen.

Könnt Ihr mir bei folgenden Fragen weiterhelfen?

Welche Untersuchungen sind sinnvoll?

Keine.

Das ist nur politische Propaganda. Man bedenke: Ich kann zwar beweisen, daß jemand krank ist, aber nicht, daß er gesund ist.

Nehmen wir Beispiele:
Jemand hat eine zu 70% verschlossene Coronararterie. Das EKG ist und bleibt unter allen Umständen normal. Bis es eines Tages knallt.

Jemand hat Krebs im Mastdarm. in 11 cm Tiefe. Der Finger reicht aber nur bis 10cm. Pech.

Er könnte natürlich auch sonstwo im Dickdarm Krebs haben. Man muß nun über 900 Darmspiegelungen machen, um einen symptomenlosen Krebs zu finden. Die Krankheitswahrscheinlichkeit liegt also im Promille-Bereich.

Jemand baut sich in Ruhe eine Leberzirrhose zusammen. Die Leberwerte können völlig normal sein.

Bauchspeicheldrüsenkrebs sieht man erst ab etwa 1cm Größe. Dann ist es schon zu spät.

Man steckt dem Mann den Finger in den Hintern und tastet nach der Prostata - und findet nichts. Das Karzinom ist dennoch da.

Zu bedenken ist weiter: Je genauer man nachschaut, um so höher sind die Untersuchungsrisiken.

Etwa man bestimmt das PSA, ein Marker des Prostata-Carzinoms. Werte unter 8 sind o.k., Werte über 11 ein Zeichen des Karzinoms. Und wenn man nun einen Wert von 9 hat? Das gibt schlaflose Nächte.

Bevor hier jemand aufschreit: Es gibt eine sinnvolle Untersuchung: Die gynäkologische Vorsorgeuntersuchung. Aber wir haben es hier ja mit einem Mann zu tun.

Untersuchungen sind nur dann sinnvoll, wenn eine gezielte Fragestellung vorliegt. Man merke: Der Mensch ist kein Auto, das regelmäßig zur Inspektion oder zum TÜV muß.

hi

Welche Untersuchungen sind sinnvoll?

Keine.

genau - weswegen sogar die gesetzlichen Krankenkassen eine Menge der Vorsorgeuntersuchungen problemlos bezahlen, weil sie wissen das sie wesentlich höhere Kosten damit evtl. vermieden werden können

Man bedenke: Ich kann zwar
beweisen, daß jemand krank ist, aber nicht, daß er gesund ist.

und manche Krankheiten kommen so heimlich und schleichend, dass sie keiner bemerkt - wenn man sie bemerkt ist es zu spät. Mit einer Vorsorgeuntersuchung hätte man den Menschen evtl. retten können

Jemand hat eine zu 70% verschlossene Coronararterie. Das EKG
ist und bleibt unter allen Umständen normal. Bis es eines
Tages knallt.

das Ultraschall aber nicht

Jemand hat Krebs im Mastdarm. in 11 cm Tiefe. Der Finger
reicht aber nur bis 10cm. Pech.

weswegen man auch nicht mit dem Finger untersucht sondern endoskopisch und dann auch gleich die möglicherweise vorhandenen Polypen entfernt - das hat schon vielen (auch jüngeren) Menschen das Leben gerettet. eine der häufigsten auftretenden Krebsarten ist der dickdarmkrebs udn er ist gleichzeitig einer derer die am allereinfachsten zu behandeln sind wenn man ihn rechtzeitig entdeckt

Er könnte natürlich auch sonstwo im Dickdarm Krebs haben. Man
muß nun über 900 Darmspiegelungen machen, um einen
symptomenlosen Krebs zu finden.

falsch - die Quote ist wesentlich (!) höher - meine Gastrodoc macht zwischen 5 und 12 Endoskopien /Arbeitstag Tag und hatte allein in den 6 Wochen vor meiner Spiegelung 4 bösartige dabei … einer davon war bei einem jungen Mann von 22 der eigentlich wegen einer anderen Sache gespiegelt wurde

Krankheitswahrscheinlichkeit liegt also im Promille-Bereich.

nicht wirklich

Zu bedenken ist weiter: Je genauer man nachschaut, um so höher
sind die Untersuchungsrisiken.

Endoskopien und ultraschall sind nicht wirklich gefährlich

Etwa man bestimmt das PSA, ein Marker des Prostata-Carzinoms.
Werte unter 8 sind o.k., Werte über 11 ein Zeichen des
Karzinoms. Und wenn man nun einen Wert von 9 hat? Das gibt
schlaflose Nächte.

es ist also besser nicht drüber nachzudenken sich auch lieber nicht untersuchen zu lassen und abzuwarten bis der Krebs unheilbar geworden ist

Untersuchung: Die gynäkologische Vorsorgeuntersuchung.

und warum nun ausgerechnet die ?

Untersuchungen sind nur dann sinnvoll, wenn eine gezielte
Fragestellung vorliegt.

genau - z.B. Ausschluss von Magen- und Dickdarmkrebs - feststellen der

Man merke: Der Mensch ist kein Auto,

das regelmäßig zur Inspektion oder zum TÜV muß.

weswegen auch so viele Menschen wegen nicht oder zu spät erkanntem Krebs / hohem Blutdruck / Diabetes / etc. sterben müssen

Nichts für ungut, aber deine Ansichten wirken auf mich wie die aus dem vorvorigen Jahrhundert (Akupunktur hilft nur wenn man daran glaubt, etc. ) - die Medizin hat mittlerweile (zum glück) Fortschritte gemacht

Gruß h.

3 „Gefällt mir“

Hier gehe ich immer hin
Hi,

bei http://www.prevent.de/ bekommst Du alles was Du brauchst. Die sind spezialisiert auf genau diesen Typ der Untersuchung. Dein Mann hat sicherlich eine Liste von seinem Unternehmen was alles gezahlt wird. Damit kann er dann dort einen Termin ausmachen und hin marschieren. Es dauert ca. von 9:00 bis 15:00 und beinhaltet verschiedenste Untersuchungen + ausführliches Abschlussgespräch.

Gruß
C.

Welche Untersuchungen sind sinnvoll?

Keine.

genau - weswegen sogar die gesetzlichen Krankenkassen eine
Menge der Vorsorgeuntersuchungen problemlos bezahlen, weil
sie wissen das sie wesentlich höhere Kosten damit evtl.
vermieden werden können

Ich habe doch gesagt, daß hierfür politische Gründe vorliegen.

Man bedenke: Ich kann zwar
beweisen, daß jemand krank ist, aber nicht, daß er gesund ist.

und manche Krankheiten kommen so heimlich und schleichend,
dass sie keiner bemerkt - wenn man sie bemerkt ist es zu spät.

Richtig. Und? Welche speziellen Krankheiten meinen Sie?

Mit einer Vorsorgeuntersuchung hätte man den Menschen evtl.
retten können

Möglich. Zunächst ist das aber eine unbewiesene Behauptung. Man wünscht es sich natürlich, daß es so wäre.

Jemand hat eine zu 70% verschlossene Coronararterie. Das EKG
ist und bleibt unter allen Umständen normal. Bis es eines
Tages knallt.

das Ultraschall aber nicht

Erstaunlich. Ich weiß zwar, daß daran gearbeitet wird, rechne aber persönlich noch mit einer Entwicklungszeit von 5 bis, wenn man Pech hat, 10 Jahren.
Oder meinen Sie das Echokardioogramm? Das kann leider einen solchen Vershluß nicht erkennen, tut mir leid, da widersprechen zu müssen.

Jemand hat Krebs im Mastdarm. in 11 cm Tiefe. Der Finger
reicht aber nur bis 10cm. Pech.

weswegen man auch nicht mit dem Finger untersucht

Diese Untersuchung ist obligat

sondern
endoskopisch und dann auch gleich die möglicherweise
vorhandenen Polypen entfernt - das hat schon vielen (auch
jüngeren) Menschen das Leben gerettet. eine der häufigsten
auftretenden Krebsarten ist der dickdarmkrebs udn er ist
gleichzeitig einer derer die am allereinfachsten zu behandeln
sind wenn man ihn rechtzeitig entdeckt

Ich habe die Prozentzahlen genannt.
Man vergleiche: Ich rette von 900 Patienten einen - aber muß 900 untersuchen. Wieviele Schäden setze ich dabei bei den 899 überflüssigen Untersuchungen? Eine Coloskopie ist schließlich nicht gefahrlos. Deshalb gibt es auch vorher eine Besprechung und ein Zettelchen, das man unterschreiben muß.

Er könnte natürlich auch sonstwo im Dickdarm Krebs haben. Man
muß nun über 900 Darmspiegelungen machen, um einen
symptomenlosen Krebs zu finden.

falsch - die Quote ist wesentlich (!) höher - meine Gastrodoc
macht zwischen 5 und 12 Endoskopien /Arbeitstag Tag und hatte
allein in den 6 Wochen vor meiner Spiegelung 4 bösartige dabei
… einer davon war bei einem jungen Mann von 22 der eigentlich
wegen einer anderen Sache gespiegelt wurde

Ich bin hier vom symptomenlosen Krebs ausgegangen. Aber wenn sie der einschlägigen Studie im NEJM widersprechen wollen - bitte. Sollte Ihr Gastroenterologe bei symptomenlosen Carzinomen eine solche Rate haben, würde ich ihm empfehlen, das zu veröffentlichen.

Krankheitswahrscheinlichkeit liegt also im Promille-Bereich.

nicht wirklich

Zu bedenken ist weiter: Je genauer man nachschaut, um so höher
sind die Untersuchungsrisiken.

Endoskopien und ultraschall sind nicht wirklich gefährlich

Ultraschall nicht, die Endoskopie aber hat ihre Risiken, so sorry.

Etwa man bestimmt das PSA, ein Marker des Prostata-Carzinoms.
Werte unter 8 sind o.k., Werte über 11 ein Zeichen des
Karzinoms. Und wenn man nun einen Wert von 9 hat? Das gibt
schlaflose Nächte.

es ist also besser nicht drüber nachzudenken sich auch lieber
nicht untersuchen zu lassen und abzuwarten bis der Krebs
unheilbar geworden ist

Das ist eine derzeit weit geführte Diskussion, die auch im deutschen Ärzteblatt ihren Niederschlag gefunden hat. Gestatten Sie mir, daß ich die dort vertretenen Ansichten als wichtiger erachte als die einer Hobbymedizinerin.

Zudem im letzteren Fall: Nur Unwissenheit hält Sie davon ab Sich vorzustellen, wie die weiteren Untersuchungen aussehen würden.

Untersuchung: Die gynäkologische Vorsorgeuntersuchung.

und warum nun ausgerechnet die ?

Untersuchungen sind nur dann sinnvoll, wenn eine gezielte
Fragestellung vorliegt.

genau - z.B. Ausschluss von Magen- und Dickdarmkrebs -
feststellen der

Das tut weh!!!

Man merke: Der Mensch ist kein Auto,

das regelmäßig zur Inspektion oder zum TÜV muß.

weswegen auch so viele Menschen wegen nicht oder zu spät
erkanntem Krebs / hohem Blutdruck / Diabetes / etc. sterben
müssen

Nichts für ungut, aber deine Ansichten wirken auf mich wie die
aus dem vorvorigen Jahrhundert (Akupunktur hilft nur wenn man
daran glaubt, etc. ) - die Medizin hat mittlerweile (zum
glück) Fortschritte gemacht

Aber in eine andere Richtung als Sie glauben! Lassen Sie Sich mal von Herrn Dr. Fussler aufklären. Oder vertreten Sie hier bereits seine Ansichten?

Vielen Dank Euch Allen!
Danke, das gibt mir schon mal eine Richtung - und auch Stoff zum Nachdenken.

Gruß
Ramona