1.) Warum gibt es keine Venenverkalkung? Warum verkalken nur die Arterien?
2.) Läßt sich eine bereits bestehende Arterienverkalkung durch Ernährungsumstellung und durch viel Sport (teilweise) rückgängigmachen? Können die Ablagerungen an den Arterienwänden irgendwie abgebaut werden?
1.) Warum gibt es keine Venenverkalkung? Warum verkalken nur
die Arterien?
Die Sache ist druckabhängig. Je höher der Druck, desto eher verkalkt das Gefäß.
Im gewissen Sinne „verkalken“ auch Venen, das heißt, sie werden starr und weniger elastisch, auch wenn es nicht zu eigentlichen Ablagerungen kommt.
2.) Läßt sich eine bereits bestehende Arterienverkalkung durch
Ernährungsumstellung und durch viel Sport (teilweise)
rückgängigmachen? Können die Ablagerungen an den
Arterienwänden irgendwie abgebaut werden?
Nein.
Es wurde von verschiedenen Mittelchen behauptet, aber in den Studien konnte noch nie ein Nachweis geführt werden.
Die Arteriosklerose ist das Schicksal des Menschen, warum wir damit geschlagen sind - ja, da müßte man den lieben Gott fragen.
Die Sache ist druckabhängig. Je höher der Druck, desto eher
verkalkt das Gefäß.
Das versteh ich nicht, kannst Du das bitte erläutern.
Es herrscht nicht überall im arteriellen Gefäßsystem der gleiche DRuck. Der höchste Druck findt sich in der Aorta, diese verkalkt auch zuerst, zumal der Druck dort ständig vorhanden ist (Windkesselfunktion der Aorta). Der wird von den anderen großen Arterien übernommen.
Um dem Einwand des Physikers zuvor zu kommen: Die Größe des Gefäßsystems in das sich das Blut der Aorta ergießt, ist variabel.
Aber: eine Rolle spielt, ob wir es weiterhin mit einer laminaren Strömung oder nicht zu tun haben. Stellen mit ständiger Verwirbelung (etwa bei der Carotidengabel oder im Aortenbogen) neigen da eher zur Verkalkung.
Ein wesentliches Element: Wir haben es hier mit einem biologischen System zu tun. So verkalken Mesenterialartrien spät, Coronararterien früh, Nierenarterien spät - obwohl sie im Grunde alle die gleiche Bedingungen aufweisen.
Man kann in der Summe des Abflusses von der Aorta natürlich das Bernoulli-Prinzip anwenden, aber nicht auf das einzelnen Gefäß: Hier ist der Widerstand variabel und wird vom Augenblick diktiert. Womit sich nach dem Bernoulli-Prinzip nergibt, daß… Aber das wissen Sie ja selbst.
Uff, ein Physiker, der mich in die Physiologie jagt!
Kurz zusammengefaßt: Arterienverkalkung bildet sich vorwiegend dort, wo die Gefäßinnenwand schon vorgeschädigt ist. Dies kann u.a. durch hohen Blutdruck oder eben durch die Wirbelbildung in einigen Arterien-Abschnitten verursacht sein, wie Priamos schon sagte.
Die Sache ist druckabhängig. Je höher der Druck, desto eher
verkalkt das Gefäß.
so richtig verstehe ich es noch nicht.
Dass Gase sich bei Druck in Flüssigkeit lösen, ok. Dass ein Stoff bei Druck praktisch ausfällt, da fällt mir kein Beispiel - vlt. blamier ich mich jetzt ja -.
Kann es sein, dass der Druck „nur“ ein Indiz für die Strömungsverhältnisse ist und diese letztlich für die Ablagerungen sorgen. Also nicht der Druck selbst ist die Ursache der Ablagerungen, dann passt das für mich wieder zusammen.
Dass Gase sich bei Druck in Flüssigkeit lösen, ok. Dass ein
Stoff bei Druck praktisch ausfällt, da fällt mir kein Beispiel
vlt. blamier ich mich jetzt ja -.
Äh, nein. Damit war nicht gemeint, daß wegen dem Druck die Stoffe (Cholesterin/Blutfette) ausfallen.
Der höhere Druck führt aber zu Gefäßschäden. Gefäßschäden bilden Narben - zunächst wenige, mit der Zeit aber mehr. Die Narben, bzw. die Gefäßschäden selbst schon, führen aber dazu, daß die Innenwand der Arterie „rauher“ wird. Durch diese „Rauhheit“ bilden sich kleinste Vorsprünge, an denen eben die Stoffe hängenbleiben können. So bilden sich die Verkalkungen.
Auch können die beschriebenen Wirbelbildungen zu Gefäßschäden führen (und damit zu Vorsprüngen und damit zur Ablagerungen bzw. Verkalkung).
Und da eben höherer Druck sowie Wirbelbildung vorwiegend in Arterien und nicht in Venen vorkommt, verkalken eben Arterien überwiegend.
Gefährlicher wird es, wenn diese Bedingungen noch verschärft werden, z.b. bei Vorliegen von erhöhten Blutfetten und insbesondere Bluthochdruck.
Das bedeutet doch aber, dass Arterienverkalkung letztlich gar nicht zu verhindern ist, auch wenn wir uns total gesund ernähren und regelmäßig Sport machen. Irgendwann ist jedes Gefäß verkalkt. Beim einen früher, beim andern später. Je nach Lebensweise und genetischem Bauplan.
Arterienverkalkung gehört dann zum normalen Verschleißprozess des Organismus. Das Leben ist endlich und endet durch den Tod. An was würden wir denn sterben, wenn wir unseren Körper immer in einem optimalen Zustand halten könnten? Dann würden wir ja ewig leben und das ist (noch) nicht möglich.
Das bedeutet doch aber, dass Arterienverkalkung letztlich gar
nicht zu verhindern ist, auch wenn wir uns total gesund
ernähren und regelmäßig Sport machen. Irgendwann ist jedes
Gefäß verkalkt. Beim einen früher, beim andern später. Je nach
Lebensweise und genetischem Bauplan.
Das ist leider richtig.
Arterienverkalkung gehört dann zum normalen Verschleißprozess
des Organismus. Das Leben ist endlich und endet durch den Tod.
An was würden wir denn sterben, wenn wir unseren Körper immer
in einem optimalen Zustand halten könnten? Dann würden wir ja
ewig leben und das ist (noch) nicht möglich.
Das „noch“ würde ich streichen.
Ansonsten ist das eine wirklich gute Frage, man kann sie übertragen: Woran sterben Hunde und Katzen? Die Tiere kennen keine Arteriosklerose, dennoch rafft es sie nach einer bestimmten Zeitspanne dahin, an Organversagen. Das ist übrigens häufig auch unser Schicksal.
Das „noch“ würde ich streichen.
Ansonsten ist das eine wirklich gute Frage, man kann sie
übertragen: Woran sterben Hunde und Katzen? Die Tiere kennen
keine Arteriosklerose, dennoch rafft es sie nach einer
bestimmten Zeitspanne dahin, an Organversagen. Das ist
übrigens häufig auch unser Schicksal.
Ja, wirklich sehr interessant. Vor allem deshalb, weil der Alterungsprozess und das Ableben von der Natur/der Evolution offenbar beabsichtigt ist. Theoretisch wäre es möglich, dass sich Zellen teilen, ohne dass die Kopien der Kopien immer schlechter werden, was schließlich zum Tod führt.