Infos zu stammzellentherapie bei querschnittslähmu

Guten Tag,
mein Bruder ist seit 1 1/2 Jahren querschnittsgelähmt. C 6/7. Wir suchen Menschen, die sich mit einer Stammzellentherapie haben behandeln lassen, z.B. in China (Beike), oder mit adulten Stammzellen oder sonstwie. Im Prinzip suchen wir Stellungnahmen zu dem Thema von Patienten, die in Behandlung waren. Echte. Das, was im Internet so alles bisher zu finden ist, ist nicht so recht überzeugend. Wir suchen seriöse Informationen und nicht so Geschreibsel wie z.B. von X-Cell. Wenn jemand was weiss, wären wir sehr dankbar! Sehr!! Danke!!!

Guten Tag,
mein Bruder ist seit 1 1/2 Jahren querschnittsgelähmt. C 6/7.

Das dürfte schon eine recht lange Dauer sein für einen Rekonstitutionsversuch. Soweit mir bekannt ist, sollte eine operative Versorgung von Nervenverletzungen möglichst rasch erfolgen.

Wir suchen Menschen, die sich mit einer Stammzellentherapie
haben behandeln lassen, z.B. in China (Beike), oder mit
adulten Stammzellen oder sonstwie. Im Prinzip suchen wir
Stellungnahmen zu dem Thema von Patienten, die in Behandlung
waren. Echte. Das, was im Internet so alles bisher zu finden
ist, ist nicht so recht überzeugend.

Das ist kein Wunder, denn die Erfolg versprechenden Therapieverfahren zur Nervenregeneration sind alle noch höchst experimentell. Die Sache ist so einfach nicht und es hilft aus meiner Sicht vergleichsweise wenig, einfach irgendwelche Stammzellen ins Rückenmark zu spritzen, da passiert vermutlich nichts (im besten Fall!).

Aktuelle, Erfolg versprechende Therapieansätze sehen so aus:

Es wird ein Neuralimplantat gesetzt, das ist ein kleines Röhrchen aus resorbierbarem Polymer, welches ggf. mit longitudinal orientierten Kollagenfasern oder Microfilamenten aus Caprolacton gefüllt ist und die beiden Nervenenden verbindet. Gegebenenfalls wird rhNGF/ TGF-ß eingebracht. Entlang der gerichteten Strukturen sollen zunächst Schwannzellen (die Zellen der Markscheide, welche die Neuronen umschließen und versorgen) einwachsen und gerichtete Stukturen (sog. ‚Band of Büngner‘) erzeugen, diese sind eine notwendige Voraussetzung für ein Einwachsen von Nervenzellen. Entlang der Bands of Büngner wandern dann Nervenzellen bzw. deren Vorläufer/ Stammzellen ein und es rekonstituieren sich neue Nervenfasern. Das Ganze ist hoch komplexer Vorgang und derzeit, wie gesagt, noch eher im Bereich der vorklinischen Forschung. Bereits klinisch etabliert sind Neuralimplantate ohne unterstützende Fasern/ Fibrillen, die aber nur Defekte mit einer sehr begrenzeten Länge regenberieren können. Diese könnte man theoretisch mit Stammzellen und/ oder Wachstumsfaktoren kombinieren, wobei ich nicht weiß, in wieweit es hier gesicherte Behandlungserfolge gibt.

Ich habe dazu vor ein paar Wochen einen Vortrag gehört von einer jungen Wissenschaftlerin aus Brasilien (V.T. Ribeiro-Resende, Instituto de Biofísica Carlos Chagas Filho, Rio de Janeiro).
Die Arbeitsgruppe ist eng vernetzt mit der Arbeitsgruppe Regenerative Medizin am NMI Tübingen (Prof. Dr. Burkhard Schlosshauer). Dort beschäftigt man sich intensiv mit Fragen zur Versorgung von Nervendefekten. Hier dürften in Deutschland ggf. auch die geeigneten Ansprechpartner zu finden sein:
NMI Naturwissenschaftliches und Medizinisches Institut an der Universität Tübingen, Markwiesenstr. 55, D-72770 Reutlingen, Germany.
Eine andere Arbeitsgruppe (Dr. Ahmet Bozkurt), die sich mit der Problemstellung der Nervenregeneration befasst, gibt es an der RHTW Aachen :
Department of Plastic Surgery, Hand and Burn Surgery, RWTH Aachen University Hospital, Aachen, Germany

MfG, Jesse