Hallo Priamos,
Da Homöopathie deiner Meinung nach sowieso keine Wirkung
entfaltet, was spricht dann dagegen dieses Mittel mal
auszuprobieren, zumal es bei deiner Voraussetzung auch keine
Nebenwirkungen haben kann? Deinem Gedankengang folgend: es
wirkt oder es wirkt nicht und schaden kann es folglich auch
nicht.
Würde ich so handeln, dann müßte ich zwecks „ausprobieren“ dem
Patienten das wirksame Medikament vorenthalten.
Das wäre
a) gesetzwidrig
b) unethisch
und mit Pech
c) fahrlässige Tötung
Bei einer Erkältung träfe das alles nicht zu (Antibiotika haben bekanntlich starke Nebenwirkungen), gesetzwidrig ist es nicht weil das Mittel die ordentlichen Zulassungsverfahren durchlaufen und -bestimmungen erfüllt hat, also ganz offiziell als Erkältungs- und Grippemittel anerkannt wurde, außerdem hilft es auch bei einer VIRALEN Grippe (Antibiotika bekanntlich nicht), unethisch ist es auch nicht, weil du dem Patienten die Antibiotika-Nebenwirkungen und evtl. Resistenzentwicklungen ersparst, und von einer Erkältung stirbt man nicht.
Wenn du es bei einer sehr schweren bakteriellen Grippe nicht ausprobieren willst, kann ich das evtl. gelten lassen, bei einer viralen aber nicht mehr. Bei einer Erkältung oder auch bei dir selbst wäre die Anwendung in jeder Beziehung unbedenklich.
Zudem: Ein Heilpraktiker muß für seine (Un)taten nicht
einstehen. Juristische Begründung: Der Patient weiß ja, daß er
keinen ausgebildeten Arzt vor sich hat ( sondern einen Bäcker,
Klempner, Juristen, Straßenfeger usw.). Also kann er auch aus
dem eigenen Risiko keine Haftungsansprüche ableiten.
Hier bist du leider sehr schlecht informiert. Auch
Heilpraktiker haften, denn sie treten NICHT als Klempner,
Bäcker usw. auf, sondern als ausgebildete Heilpraktiker, und
haben eben aus diesem Grunde ebensolche
Haftpflichtversicherungen wie Ärzte.
Ja, dieses Argument habe ich schon öfters gehört. Nur gibt es
bisher keine verurteilten Heilpraktiker, denn die Gerichte
urteilen eben so, wie ich es oben beschrieben habe.
Wenn keine verurteilt wurden, dann deswegen, weil sie sich nichts zuschulden kommen ließen. Wenn ein Patient zu Schaden gekommen wäre, dann wäre der HP auch verurteilt worden. Ich denke eher, daß du dir dieses Argument aus den Fingern gesaugt hast, oder kannst du Prozeßdaten vorlegen, die deine Behauptung belegen - aber bitte nicht aus der Regenbogenpresse?
Und was heißt hier „Ausbildung“. Bei der Heilpraktikerprüfung
wird lediglich nachgeschaut, ob der Typ nicht eine Gefahr für
die Allgemeinheit darstellt. Über die Gefahr für den Einzelnen
ist nichts gesagt.
Hier verkennst du, daß der Einzelne Teil der Allgemeinheit ist, die geschützt werden soll. Ebenso verkennst du, daß die Ausbildung der Heilpraktiker in einem medizinischen Umfang erfolgt, der sicher stellt, daß er/sie erkennt, wann ein Patient an einen Arzt zu verweisen ist. D.h. der Heilpraktiker lernt seine Grenzen erkennen, wozu einiges an medizinischem Wissen erforderlich ist.
Bei Ärzten ist das anders. Der Patient kann erwarten, daß er
mit aller Sorgfalt nach den gängigen medizinischen
Erkenntnissen behandelt wrd. Daraus nresultiert gegebenfalls
ein Regreßanspruch.
Genau das Gleiche gilt auch beim Heilpraktiker, dessen
Ausbildung und Prüfung auf medizinischen Kriterien beruht. Die
Komplementärmethoden sind alles Zusatzausbildungen, die nur
bei Spezialisierung auf eine Methode bei der Prüfung eher am
Rande überprüft werden. Dennoch haften Heilpraktiker auch bei
diesen Methoden für Fehler.
Wie will man bei einer unsinnigen Methode Fehler nachweisen??
Da muß erst einmal eine wissenschaftliche Basis geschaffen
werden, und eben diese fehlt.
Unsinnige Methode ist wieder eine private Ansicht deinerseits. Die sog. unsinnigen Methoden haben schon vielen Menschen geholfen, die von den Medizinern aufgegeben worden waren, gelegentlich sogar, wenn man sie nur noch zum sterben nach Hause schickte!
Daß solche Heilerfolge oder Besserungserfolge von der Medizin dann generell ignoriert, abgelehnt, kleingeredet oder verunglimpft werden, statt wirklich mal zu hinterfragen, wie der Patient gesunden konnte, ist ebenfalls Standard. Warum haben eigentlich so viele Mediziner solche Angst davor, etwas dazuzulernen?
Und dann das Totschlagargument wissenschaftlich! Hand auf’s Herz Priamos, als erfahrener Arzt, weißt du doch gewiß, dass gerade die Medizin zu einem großen Teil aus ERFAHRUNGS-Wissenschaft besteht. Wie oft magst du in deiner Laufbahn eine Therapie abgewogen haben, dich mehr Intuitiv als nach wissenschaftlichen Kriterien für die eine oder andere entschieden haben? Einfach, weil du das Gefühl hattest, diese sei für diesen Patienten besser als eine Andere?
NB: Ich schlage vor, wir beenden die Diskussion, einigen
werden wir uns ohnehin nicht.
Es wäre ja auch zu schön, wenn du an der Naturheilkunde auch nur ein gutes Haar dran lassen würdest… Oder der Homöopathie oder, oder…
Außerdem geraten wir „off topic“, was unserer MOD mit Recht nicht :gefallen wird.
Hmmm, das überlasse ich gerne unseren Moderatoren… 
Oder willst du so sicherstellen das letzte Wort gehabt zu haben? 
Herzlicher Gruß,
Cantate