Gründe für plötzliche Ohnmachtsanfälle?

Meine Mutter hat folgende Symptome, die von jetzt auf gleich auftraten:

Abends wurde ihr schwindelig und sie legte sich ins Bett. Nachts wollte sie zur Toilette und fiel nach kurzer Zeit einfach um, wobei sie sich eine Platzwunde zuzog. Nach dem Sturz zitterte sie wohl am ganzen Körper und hatte das Gefühl, das sie ihr Sprachzentrum nicht 100% unter Kontrolle hatte.
Sie lag eine Woche in der Klinik und wurde von Kopf bis Fuss komplett durchgecheckt.

  • MRT - negativ
  • CT - negativ
  • Ultraschall im gesamten Bauchraum - negativ
  • HNO - negativ (außer einer leicht schiefen Nase, welche zu Engpässen bei der Atmung führen könnten)

Jetzt ist sie wieder entlassen mit der Diagnose: Lagerungsschwindel.

Sie kann nicht mehr auf der rechten Seite schlafen, da wird ihr direkt wieder schwindelig. Sie kann auch den Kopf nicht mehr so stark nach rechts drehen wie nach links, da tritt auch direkt das starke Schwindelgefühl auf.
Bei der kleinsten Anstrengung das gleiche.
Treppensteigen geht nicht mehr, nur noch auf dem Allerwertesten.
Mit dem Kopf vorn runter geht auch nicht.

Meine Mutter ist 55Jahre alt. Sie hatte mal ein paar Jahre zuvor Probleme mit dem 5+6 Halswirbel, wobei die Bandscheibe auf die Nerven drückte und sie teilweise beide Arme nicht heben konnte.
Freunde, die die gleichen Symptome habe, sagten zu ihr, dass sie damit leben müsse, das geht nicht mehr weg.
Ursache wäre wohl Stress.

Kann das wirklich sein? Ich meine, wenn sie da nicht viel bessert, wäre meine Mutter bald arbeitsunfähig.

Was könnte es denn noch sein? Ich hatte ursprünglich auf einen leichten Schlaganfall getippt, aber die Ärzte haben nichts gefunden.

Liebe Grüße Ina

Moin

Nach dem
Sturz zitterte sie wohl am ganzen Körper und hatte das Gefühl,
das sie ihr Sprachzentrum nicht 100% unter Kontrolle hatte.

Ich hätte auch zunächst an einen Schlaganfall gedacht bei dieser Schilderung.

Jetzt ist sie wieder entlassen mit der Diagnose:
Lagerungsschwindel.

Merkwürdig. Beim sogenannten gutartigen Lagerungsschwindel gibt es normalerweise keine Ohnmachten, also keinen Bewusstseinsverlust, wie es ihn bei den sogenannten Synkopen gibt.

Sie kann nicht mehr auf der rechten Seite schlafen, da wird
ihr direkt wieder schwindelig. Sie kann auch den Kopf nicht
mehr so stark nach rechts drehen wie nach links, da tritt auch
direkt das starke Schwindelgefühl auf.

Das wiederum passt sowohl zum Lagerungsschwindel als auch zur HWS-Einschränkung.

Bei der kleinsten Anstrengung das gleiche.
Treppensteigen geht nicht mehr, nur noch auf dem
Allerwertesten.

Das scheint mir sekundär (Angst o.ä.) draufgeschafft zu sein.

Mit dem Kopf vorn runter geht auch nicht.

Meine Mutter ist 55Jahre alt. Sie hatte mal ein paar Jahre
zuvor Probleme mit dem 5+6 Halswirbel, wobei die Bandscheibe
auf die Nerven drückte und sie teilweise beide Arme nicht
heben konnte.

Hier haben wir also wieder eher die HWS-Problematik.

Freunde, die die gleichen Symptome habe, sagten zu ihr, dass
sie damit leben müsse, das geht nicht mehr weg.

Nun ja, ganz so pessimistisch wollen wir doch da mal noch nicht sein. Mir scheint, deine Frau Mutter sollte nochmal einen zweiten Check woanders machen, z. B. bei einem guten Neurologen. Und wenn ich Neurologe sage, dann meine ich auch Neurologe und nicht etwa Psychiater, weil der Neurologe die versch. Krankheitsbilder ganz gut differenzieren können sollte.

Ursache wäre wohl Stress.

Naja, lassen wir den erstmal außen vor.

Kann das wirklich sein? Ich meine, wenn sie da nicht viel
bessert, wäre meine Mutter bald arbeitsunfähig.

Vor der Arbeitsunfähigkjeit steht erstmal die Diagnose und dann die Therapie. Wir wollen Mutter doch lieber gesund bekommen als vorzeitig in den Ruhestand schicken, oder?
Gruß,
Branden

Jetzt ist sie wieder entlassen mit der Diagnose:
Lagerungsschwindel.

Hi
Das kann durchaus sein und auch mitunter sehr unangenehm. Sowas ist aber behandelbar. Ich verstehe nicht, warum die Ärzte das nicht gemacht haben? Bzw. sie weitergeleitet an jemanden, der das behandelt?

Es gibt spezielle Übungen, wo man z.B. ruckartig aufstehen muss. Dann lösen sich die Ablagerungen im Labyrinthorgan.

Sie kann nicht mehr auf der rechten Seite schlafen, da wird
ihr direkt wieder schwindelig. Sie kann auch den Kopf nicht
mehr so stark nach rechts drehen wie nach links, da tritt auch
direkt das starke Schwindelgefühl auf.

Das deutet eher auf ein Halswirbelproblem hin, aber mich wundert, dass CT und MRT ohne Befund waren?!

Bei der kleinsten Anstrengung das gleiche.

Wurden zufällig ihre Halsschlagadern geschallt?

Meine Mutter ist 55Jahre alt. Sie hatte mal ein paar Jahre
zuvor Probleme mit dem 5+6 Halswirbel, wobei die Bandscheibe
auf die Nerven drückte und sie teilweise beide Arme nicht
heben konnte.

Wussten die Ärzte davon?

Freunde, die die gleichen Symptome habe, sagten zu ihr, dass
sie damit leben müsse, das geht nicht mehr weg.
Ursache wäre wohl Stress.

Das kann immer nur durch Ausschlussdiagnose sagen, wenn wirklich alles andere nicht in Frage kommt.

Was könnte es denn noch sein? Ich hatte ursprünglich auf einen
leichten Schlaganfall getippt, aber die Ärzte haben nichts
gefunden.

Das ist eher unwahrscheinlich. Wenn es ein schwerer Schlaganfall gewesen wäre, hätte sich das noch anderweitig äußern müssen, wenn es ein leichter war, kann sie nicht dauerhaft genau diese Symptome haben (dann ist eher etwas dauerhaft taub/kribbelig bzw. der Schwindel tritt nicht exakt in den Situationen auf)

Wichtig ist, die Ärzte mit Symptomen zu bombardieren (alle Vorerkrankungen, alles, und wenns n quersitzender Furz ist übertrieben gesagt…) und NICHT auf die Psychoschiene abzudriften. Viele Patienten sind wirklich erschöpft und sagen „… und wenn das nur vom Stress kommt“.

Die Ärzte gehen leider viel zu häufig darauf ein, und schubladisieren ihre Patienten dann. Ärzte sind auch nur Menschen und deswegen: bewusst auftreten, dass man selbst noch glaubt, es habe eine körperliche Ursache.

Grüße

Laralinda

Hallo Ina,

vielleicht liege ich ganz daneben, aber … ist kontrolliert worden, ob das Herz keine „Aussetzer“ hat? Unter vielem anderem könnte das, was Du schilderst, auch als „Synkope“ bezeichnet werden, und eine der allerhäufigsten Ursachen einer solchen sind „Herzpausen“ (Leitungsstörungen im Herzen, so daß es vorübergehend nicht mehr pumpt). Wenn sowas nicht ganz oft/ leicht/ häufig stattfindet, ist es schwer zu finden, man ist auf den Zufall angewiesen, daß gerade dann ein (u.U. Langzeit-)EKG abgeleitet wird, wenn solche Ohnmacht auftritt. Ggfls. sollte man so einen Aussetzer durch die bekannten Auslöser dann provozieren, wenn ein EKG abgeleitet wird. - Bewußtlosigkeit kann natürlich auch unmittelbar eine Sache des Gehirns sein - EEG-Untersuchung? Oder es gibt eine Anomalie der Blutgefäße an Arm/ Hals (wenn der betr. Arm Blut braucht, fehlt es dem Gehirn, weils von dort abgezogen wird).
Eigentlich gehört so etwas zur Untersuchung in eine Herz-Kreislauf-klinik und, wenn man dort nichts findet, in die Neurologie. Deine Mutter ist mit 55 Jahren VIEL zu jung, als daß man sagen dürfte, wird nix gefunden, bleibt nur Berentung. Außerdem ist sie durch derartige Ohnmachten (MIT Verletzungen!!!) an Leib und Leben gefährdet, schon im Alltag. Treppe? Straße überqueren? Aufenthalt in gekachelten /gefliesten Räumen?

Viele Grüße, S.

Hallo,
Da ich auf einer Kardiologie arbeite würde ich erst mal an das Herz denken.
Wurde ein Ultraschall der Hirnversorgenden Gefäße gemacht?
Ein LAngzeit EKG?
Ein Ultraschall vom Herz?
Oder sogar ein Kipptisch versuch?
Den diese Schilderung hört sich für mich nach einer Synkope an. Vielleicht liegt es auch an meinem Fachgebiet das ich alles aufs Herz schiebe. Aber cih würde mal danach schauen lassen.
Wenn da nichts gefunden wird, würde ich evtl. einen Neurologen aufsuchen.

wenn sie nichts finden, könnte sie auch noch einmal zum heilpraktiker gehen - die sehen sich , entgegen von allg. ärzten, das GESAMTE menschliche wesen an, als gesamtheit… das könnte helfen, blockaden aufzuspüren. habe einen 4 jährigen leidensweg hinter mir und der heilprakiter konnte mir endlich helfen. kostet 30 Euro - und mehr als „kein ergebnis“ kann ja auch nich rauskommen… nur so als kleiner „am-rande-tipp“

Vielen Dank für die vielen Infos.
Das mit der Synkope werde ich meiner Mutter mal erzählen.

Leider ist es ja oft bei Leuten so, daß sie dem Arzt nicht die gesamte Vorgeschichte erzählen. So auch meine Mutter. Die verläßt sich jetzt lieber drauf, daß die Frau ihres Bruders das angeblich genauso hat wie sie und das wars.

Ich persönlich hätte lieber ein Interesse daran, der Ursache auf den Grund zu gehen. Denn nur mit der Ursache läßt es sich behandeln, auch wenns nur medikamentös besser gehen würde.

Ob ich da bei meiner Mutter Erfolg habe, mal schauen.
Ich werde ihr den Rat geben, mal einen Facharzt für Herz-/Kreislauf aufzusuchen.
In der Klinik sind es auch oft keine Fachärzte, man ist ja nicht allwissend.
Zum Neurologen soll sie sowieso zwecks Kontrolle in den nächsten 3 Monaten noch mal gehen.
Ich muss ihr nur dringend zureden, daß sie auch die HWS-Problematik von damals anspricht. Alles, auch daß ihr die Hände manchmal weh tun uns sie einfach immer sagte, es wäre Gicht. So ein Quatsch.

Manchmal könnte ich sie aber auch in den A… treten. Das manche so stur sein können.

Gruß Ina