Gebärdensprache u neurolog. bedingte Sprachstörung

Hallo,

ich weiß nicht, ob meine Frage dem richtigen Themenbereich zugeordnet ist (könnte möglicherweise auch in die Psychologie passenb).

Angenommen ein bestimmtes Gehirnareal ist von Geburt an verletzt und ein Mensch hat deswegen eine Sprachverarbeitungsstörung, welcher Art auch immer (weil in dem verletzten Gehirngebiet ein wichtige Funktion der Sprachverarbeitung lokalisiert ist).
Was wäre, wenn derselbe Mensch stattdessen die Gebärdensprache lernen möchte. Ist die verbale Sprachverarbeitung an den gleichen/ähnlichen Stellen im Gehirn lokalisiert wie die Gebärdensprache? Wird dieser Mensch nach Verletzung der gleichen Hirnregion auch eine „Sprachverarbeitungsstörung“ haben, die sich aber nicht in der verbalen Artikulation äußert sondern in der Umsetzung der Gebärdensprache?

Leider konnte ich im Net nichts dazu finden. Hat jemand schon mal darüber gelesen? Gibt es da Zusammenhänge?

Grüße
Jenna

Angenommen ein bestimmtes Gehirnareal ist von Geburt an
verletzt und ein Mensch hat deswegen eine
Sprachverarbeitungsstörung, welcher Art auch immer (weil in
dem verletzten Gehirngebiet ein wichtige Funktion der
Sprachverarbeitung lokalisiert ist).
Was wäre, wenn derselbe Mensch stattdessen die Gebärdensprache
lernen möchte. Ist die verbale Sprachverarbeitung an den
gleichen/ähnlichen Stellen im Gehirn lokalisiert wie die
Gebärdensprache? Wird dieser Mensch nach Verletzung der
gleichen Hirnregion auch eine „Sprachverarbeitungsstörung“
haben, die sich aber nicht in der verbalen Artikulation äußert
sondern in der Umsetzung der Gebärdensprache?

Ich fürchte, das würde nicht funktionieren.

Allerdings glaube ich, daß es diesen Menschen nicht gibt. Verletzungen des Gehirns, die im Baby- oder Kleinkindesalter edntstehen, werden vom Gehirn gewöhnlich prachtvoll repariert.

Danke Priamos!

Nach langer Suche im Net bin ich endlich fündig geworden. Das Stichwort „Aphasie“ hätte ich eingeben sollen. Google: Aphasie und Gebärdensprache. Gleich der erste Link von oben. Dort gibt es Informationen dazu. Auch Gebärdensprachler haben Schwierigkeiten die Gebärdensprache zu verwenden:

http://209.85.129.132/search?q=cache:EzmCRUc3odgJ:ww…

Ich frage mich nur, ob die Information aktuell ist oder inzwischen widerlegt wurde oder neue Erkenntnisse gewonnen wurden.

Gruß
Jenna

Hallo bei dem Text geht es darum, dass Gehörlose die gebärden und einen Schaden in einem speziellen Hirnareal erleiden, eine ähnliche Sprachstörung in ihrer Sprache (DGS) entwickeln wie Aphasiker mit demselben Schaden und er befasst sich mit der Feststellung dass die DGS vom Aufbau durchaus eine Sprache ist.
Das hat also mit deiner Frage eher wenig zu tun.

Eine Störung in der Sprachverarbeitung ist eine Störung der Sprachverarbeitung, welche Sprache verwendet wird ist da egal.

Ein Kind das nicht sprechen lernt hat meist noch ganz andere Störungen, als nur in der Sprachverarbeitung. Denn die Störung muss so komplex sein, dass eben nicht anderer Strukturen die Aufgaben übernehmen.

Die Sprechfähigkeit ist in verschiedene Aufgabenbereiche aufgegliedert und an verschiedenen Stellen des Hirns untergebracht, so dass ein so isolierter Schaden in einem Kindlichen Hirn eigentlich nichts ausmachen sollte (es gibt in USA einen Jungen dem wurde in frühester Kindheit nach einer Schuß-Verletzung ein halbes Hirn veroren, der hat auch wieder sprechen gelernt)

Gruß Burli

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Hallo bei dem Text geht es darum, dass Gehörlose die gebärden
und einen Schaden in einem speziellen Hirnareal erleiden, eine
ähnliche Sprachstörung in ihrer Sprache (DGS) entwickeln wie
Aphasiker mit demselben Schaden und er befasst sich mit der
Feststellung dass die DGS vom Aufbau durchaus eine Sprache
ist.
Das hat also mit deiner Frage eher wenig zu tun.

Doch genau das meinte ich. Habe mich vielleicht falsch ausgedrückt in dem Text meines Ausgangspost. Ich wollte es etwas anschaulicher machen. Interessiert hat mich daran, ob ein und dasselbe Hirnareal, wenn es verletzt ist, sowohl bei Gebärdensprache als auch bei verbaler Sprache Probleme macht. Das Neulernen ist wieder eine andere Sache. Das hatte ich nicht bedacht.

Eine Störung in der Sprachverarbeitung ist eine Störung der
Sprachverarbeitung, welche Sprache verwendet wird ist da egal.

Ah, also Gebärdensprache oder verbal artikulierte Sprache: in beiden Fällen kann eine Verletzung desselben Hirnareals zur Problemen der Sprachverarbeitung führen.

Ein Kind das nicht sprechen lernt hat meist noch ganz andere
Störungen, als nur in der Sprachverarbeitung. Denn die Störung
muss so komplex sein, dass eben nicht anderer Strukturen die
Aufgaben übernehmen.

Die Sprechfähigkeit ist in verschiedene Aufgabenbereiche
aufgegliedert und an verschiedenen Stellen des Hirns
untergebracht, so dass ein so isolierter Schaden in einem
Kindlichen Hirn eigentlich nichts ausmachen sollte

ja, aber was ist z.B. mit dem Broca-Areal?

http://de.wikipedia.org/wiki/Broca-Zentrum

Dies scheint ja ein wichtiges Sprachzentrum eines jeden Menschen zu sein und offensichtlich deswegen speziell für die Sprache „ausgerichtet“ zu sein. Sonst hätte ja jeder Mensch ein beliebiges Hirnareal wo seine Sprache lokalisiert ist. Wenn dieses Brocaareal nun verletzt ist, dann würden sowohl verbale Sprache als auch Gebärdensprache betroffen sein.

(es gibt in

USA einen Jungen dem wurde in frühester Kindheit nach einer
Schuß-Verletzung ein halbes Hirn veroren, der hat auch wieder
sprechen gelernt)

Fragt sich vielleicht, ob sein Broca-Areal betroffen war oder nicht.

Schöne Grüße und vielen Dank für deine Antwort.