Oberschenkelhalsfraktur

Hallo liebe Experten,

ich hatte vor ca. 12 Jahren (damals war ich 10) einen Skiunfall und brach mir prompt den Oberschenkelhals, was ja bei Kindern doch eher sehr selten vorkommt. Ich wurde operiert und ging längere Zeit an Krücken. Jetzt wurde mir gesagt, ich hätte eine beginnende Hüftkopfnekrose (hauptsächlich wohl deshalb weil ich damals nicht richtig operiert wurde und Schrauben bekam, statt eines „Drahtes“ oder so ähnlich, kenne mich ja auch nicht so aus). Jetzt aber zu meinem eigentlichen Problem: Keiner kann mir sagen, was ich jetzt am besten machen soll. Der eine sagt, ich soll viel Sport treiben und Krankengymnastik bekommen, der andere sagt mir, ich soll mich so wenig als möglich bewegen. Was ist denn nun richtig? Ich habe nämlich keinen Bock, schon mit 30 ein künstliches Hüftgelenk zu bekommen und wie eine Oma durch die Gegend zu eiern :frowning: Außerdem wollen die mich ständig röntgen, was ich auch nicht mehr möchte, da ich jetzt bestimmt schon ungefähr 30 Aufnahmen von meinem Oberschenkel habe + Kernspintomographie etc…
Vielleicht weiß ja jemand von Euch Bescheid oder weiß, wo ich wirklich kompetenten Rat bekommen kann…
Danke schon mal für Eure Hilfe…
M.

Hallo M.,

hier ist schwer zu raten, jeder Experte wird einen anderen Rat kennen. Richtig ist, den Zeitpunkt der Prothese weit hinauszuschieben. Falls es dann nicht mehr geht kann unter Umständen noch eine Umstellung des Hüftkopfes vorgenommen werden, das zögert die Prothese weiter hinaus.
Falls die Prothese nötig wird, gibt es für junge Leute Spezialprothesen, die den wichtigen Knochen nicht so stark angreifen. Bilder davon gibt es unter
http//:www.arthros.de
Die Patienten sind mit der Prothese extrem zufrieden, da nach dem Einbau und der Rehabilitation Schmerzfreiheit besteht, sie eiern auf keinen Fall wie eine „Oma“.
Übrigens ist die Verschraubung des Hüftkopfes die allgemein anerkannte Behandlung, nicht die Drahtspickung.
Insgesamt gilt für das weitere Verhalten: Das Leben muss auch Spass machen und man sollte sich nicht über Jahre einschränken, dann hat man auch nicht so viel von der Vermeidung der Prothese.

Dr. J. Sauer

Hallo Hr. Dr. J. Sauer,

da mich das Thema Hüftgelenksimplantate 3 Jahre lang als Techniker beschäftigte möchte ich eine Frage an Sie richten. Auf der von Ihnen empfohlenen Homepage wird unter anderem der Tausch der Prothese aufgrund Lockerung erwähnt. Wie gut die Prothese hält, bzw. mit dem Knochen verwächst (nicht zementierte Form) ist ja im Wesentlichen von der Paßform der Ausraspelung im Oberschenkelknochen abhängig. Um nun eine höhere Paßform zu erreichen wurden Versuche (ich weiß leider nicht wer) mit kleinen Computergesteuerten „Fräsmaschinen“ gemacht. Nun würde mich interessieren ob diese „Fräsroboter“ bereits eingesetzt werden oder ob das noch Zukunft ist?

Mit freundlichem Gruß

Franz

Hallo Franz,

die Fräsroboter gibt es bereits, insgesamt sind weltweit ca. 50 im Einsatz. Wie bereits vermutet, ist die Vorbereitung des Knochens sehr genau, so dass die Prothese sehr gut sitzt. Nun wäre zu erwarten, dass die Prothese auf diese Art besser eingebaut wurde und keine Lockerung mehr auftritt. Leider stimmt das nicht. Noch keine einzige Studie konnte beweisen, dass die Ergebnisse der mit dem Roboter eingesetzten Prothesen besser sind. Das ist auch nicht zu erwarten, da sich der Knochen ständig verändert (schließlich wäre sonst auch keine Heilung eines Knochenbruches möglich). Der Knochen um die Prothese verändert sich also auch bei absolut passgenau eingebauten Prothesen und das kann zur Lockerung führen. Die Robotermethode hat zusätzlich noch den Nachteil, dass der Hautschnitt und die Muskelablösung größer sein müssen als nach der herkömmlichen Methode, um dem Roboter genug Platz zu machen. Ausserdem ist die Planung des Eingriffes nur nach Computertomographie (teure Röntgenmethode mit vergleichsweise hoher Strahlenbelastung) möglich, während die unkomplizierte Coxarthrose mit 2 Röntgenbildern auskommt.
Alles in allem ist die Methode in den Langzeitergebnissen nicht schlechter als herkömmlich, kostet jedoch das Vielfache und belastet vor und während der Operation ein wenig mehr.
Viele Grüße

Dr. J. Sauer

Hallo Hr. Dr. J. Sauer,

schade, ich dachte das man mit einer genaueren Einpassung beim Implantieren das Problem des Lockerwerdens dauerhaft in den Griff bekommt. Ihre Darstellung vom sich verändernden Knochen hat mich jedoch zu einer neuen Geometrie-Form der Prothese angeregt. Der Teil des Schaftes der mit dem Oberschenkelknochen verwächst hat ja bei der zementfreien Ausführung einen rechteckigen ,sich verjüngenden Querschnitt. Wahrscheinlich ist eine bessere Verankerung gegeben wenn dieser Bereich des Implantats ähnlich dem Gewinde eines Korkenziehers ausgeführt ist (der Durchmesser muß natürlich entsprechend größer ausgeführt werden).
Ich habe zwar nun, bedingt durch Jobwechsel, bereits seit über einem Jahr mit Hüftimplantaten nichts mehr zu tun, es war jedoch ein interessantes Betätigungsfeld.

Viele Grüße

Franz

HAllo.
Also ich bekam mein Künstliches Hüftgelenk mit 27 und fühle mich keineswegs wie eine Oma.
Sicher wirst du keinen extremen Leistungssport mehr machen können
aber wenn dir die Ärzte zu einer HTEP raten würde ich nicht zu lange warten.
Dein Knochen wird von selbst nicht mehr besser, wenn er ohnehin schon hin ist.
Liebe grüße und baldige besserung
Sonja

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Hallo M.,

also unsere orthopäden, das sind die richtigen ansprechpartner sagen, das eine hüfttotalendprothese htep in deinem alter sicher nicht besonders ratsam ist, aber bei ständigen schmerzen ist es sicher besser, eine htep einzubauen als mit den bescherden weiterzuleben. such dir einen guten orthopäden und lass dich von ihm anständig aufklären. das ist sicher das wichtigste. zuerst ist sicher eine umstellungsop möglich aber später brauchst du sicher eine htep. also nicht auf sogenannte spezialisten hören, sondern auf die echten und nach dem eigenem gefühl und den schmerzen leiten lassen.
liebe grüße
hebsy