ventrikuläre Extrasystolie

Was kann ich darunter verstehen?

mfG
Daniel

Hallo Daniel,
ich meine mich zu erinnern, dass der Ventrikel die Herzkammer ist (nicht Vorhöfe). Eine Extrasystole ist ein zusätzlicher bzw. fehlender Herzschlag. Passiert das selten (1 mal pro min) ist es unkritisch, aber unangenehm. Meines Wissens nach ist es eine Störung des Reizleitungssystems. (Sinusknoten -> AV-Knoten -> His´sche Bündel)
Gruß
Joe (dersichnicht100prozentigsicherist)

Also, was du beschrieben hast, ist eine Extrasystole. Dabei muss noch ergänzt werden, dass es sich bei Extrasystolen nur um zusätzliche Herzschläge handelt, nicht um fehlende. Die beschriebene Reizleitung ist bei einer ventrikulären Extrasystole eher selten gestört, vielmehr die Reizausbreitung im Ventrikel: normalerweise breitet sich eine Erregung gleichmäßig über den gesamten Ventrikel aus. Ist aber jetzt zum Beispiel irgendwo vernarbtes Gewebe (z.B. nach einem Herzinfarkt) vorhanden, so kann die Erregung an dieser Stelle nicht einfach weiter, sondern muss sozusagen einen Umweg drumherum machen (ich hoffe man kann sich das vorstellen). Durch diesen Umweg braucht sie länger und es kann dann passieren, dass sie „auf der anderen Seite“ der Narbe auf Gewebe trifft, das schon wieder erregt werden kann -> Auslösung eines zusätzlichen Herzschlages, ohne dass der Sinusknoten (liegt im Vorhof) daran beteiligt war.

Eine Extrasystolie, wie in der Überschrift genannt, ist das vermehrte Auftreten von den beschriebenen Extrasystolen, was zu Herzrhythmusstörungen führen kann.

Falls das etwas unverständlich beschrieben war, einfach melden, ich versuche es dann nochmal besser :wink:

Viele Grüsse
Claudia

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Was kann ich darunter verstehen?

Ventrikuläre Extrasystolen
Als solche werden Anomalien des Herzkammerrhythmus bezeichnet, die in den meisten Fällen unerkannt bleiben und gutartig sind, auch bei jungen Leuten! Sie sind aber auch oft das Anzeichen einer schwereren Krankheit.

Was ist das?
Es handelt sich um verfrühte Kontraktionen in der Herzkammer, meist dann mit kompensatorischer (ausgleichender) Pause. Sie können sporadisch, häufig oder rhythmisch sein. Kommt es nach jeder Herzkammerkontraktion zu einer Extrasystole spricht man von Bigeminus. Treten sie nach zwei normalen Systolen ein, spricht man von Trigeminus. Sie können identisch (monomorph = von gleicher Stelle ausgehend) oder polymorph sein, mit schlechter Prognose, da sie in diesem Fall von der Präsenz mehrerer Herde, die die Extrasystolen auslösen, zeugen.

Was tun?
Die Extrasystolen sind asymptomatisch und in diesem Fall sind sie durch systematische Untersuchungen festgestellt, z.B. bei einem Elektrokardiogramm im Rahmen eines Gesundheitschecks. Mitunter sind sie für Herzklopfen verantwortlich. Die Behandlung beruht auf der Einnahme antiarythmischer Medikamente je nach Ursache dieser Herzrhythmusstörungen. Der Kardiologe erstellt eine vollständige Bilanz, um die Ursache der Störung herauszufinden.
Man unterscheidet drei große Arten von Herzrhythmusstörungen je nach Sitz der Anormalie im Herzen. Es gibt zunächst supraventrikuläre Herzrhythmusstörungen, die sich wie ihr Name besagt, über den Herzkammern, d.h. im Vorhof befinden. Die zweiten sind aurikulo-ventrikuläre Überleitungsstörungen zwischen den Herzkammern und –vorhöfen. Die schwierigsten sind die ventrikulären Störungen.

Supraventrikuläre Herzrhythmusstörungen: oft harmlos, zeigen sich häufig durch einfache Beschleunigung des Herzrhythmus. In den schlimmsten Fällen ist eine medikamentöse Behandlung unerläßlich (sogen. paroxysmale Tachycardien).
aurikulo-ventrikuläre Überleitungsstörungen: bei diesen Störungen schlagen die Vorhöfe und Herzkammern in verschiedenem unabhängigem Rhythmus, was das Herz schwerwiegend verlangsamen oder zu schnell machen kann. Die Behandlung dieser Krankheit wurde entscheidend durch den Einsatz von Herzmedikamente bzw. Schrittmachern verändert.
ventrikuläre Rhythmusstörungen: das sind die schwersten Herzrhythmusstörungen, da sie die Funktion des Herzens insgesamt, den Blutausstoß in die Aorta und das Kreislaufsystem gefährden. Sie bedürfen einer dringenden Behandlung(?).

Gründe:
Bei jungen Leuten und vereinzelt kommen sie ohne krankhafte Bedeutung vor und sollte unter Belastung verschwinden.

Später hervorgerufen durch:
Narben (Zustand nach Herzinfarkt, siehe Kollegin weiter oben)
Herzkranzgefäßdurchblutungstörungen (mit und ohne Angina pectoris)
Herzerkrankungen: z.B. Herzmuskelentzündung, Kardiomegalie(Vergrößerung)
passagere Begleiterscheinung bei fieberhaften (Virus)Infekten

Problem:
Die ventrik. Extrasystolen können, wenn sie die sogen. vulnerabe Phase(relative Refräktärzeit) der Muskelfasern treffen, zu Kammerflimmern führen, welches man i.a. nur durch Defibrillation (Elektroschock) behandelt kann (Faustschlag auf den Brustkorb kann versucht werden.)
Medikamente sind in ihrer Wirksamkeit umstritten wegen fehlender staistisch relevanter Letatilätsraten.
Sorry für die Länge!
Gruss R.

Hallo Claudia,
weißt Du denn, wie die „Aussetzer“ heißen? Ich meine nämlich den Ausdruck auch bei der Diagnose meines Arztes gehört zu haben. Bei mir ist das so, dass nicht der „fehlende“ Herzschlag unangenehm ist, sondern das wieder einsetzen nach der Pause. Dies passiert meistens in einer Ruhephase. Das 24h EKG hat natürlich nichts eingefangen, aber mein Arzt beruhigt mich.
Gruss
Joe 35undauchnochraucher