Gallensteine-Operation notwendig?

Ich habe laut Diagnose des Arztes in meiner Gallenblase „wie an einer Kette aufgereiht“ mehrere erbsengroße Gallensteine.
Da ich erst demnächst Sprechstunde habe, möchte ich jetzt gerne wissen, wie wohl die Therapie aussehen wird. Auflösen mit Medikamenten, Galle herausoperieren oder gibt es sonst noch Möglichkeiten?
Danke
Joachim

heute werden die kleinen eigentlich zertrümmert und werden dann durch den gallengang ausgeschieden.

ich habe auch gallensteine, schon seit 10 jahren. die teile sind aber mittlerweile riesig und man kann sie dann nicht mehr zertrümmern weil sie dann den gang verstopfen können sondern man muss sie dann rausoperieren. operationen sind heute so man das mit der mikrochirurgie macht. 2 minischnitte .

bleiben die teile drin, dann kannst du koliken bekommen. das ist sehr schmerzhaft.

wenn ich nicht so eine panik vor kranknehäusern hätte würde ich ja, aber *feigebin* ich warte noch immer :wink:

sonja

Moin.
Also, Du bist nicht allein, knapp 13% der dt. Bevölkerung >20 Jahre haben Gallensteine.
Ursachen sind Anlage, Ernährung (Cholesterin!), hohes Gewicht;
Symptome: bei 75% Gar keine , d.h. idR auch keine Therapie; bei 25% Oberbauchbeschwerden, Gallenkoliken.
Therapie: bei 1-3 Steinen

Hi Chris,

der Herold ist schon ein schlaues Buch, nur nicht so sehr ausführlich.
Die Gallensteine nehmen mit dem Alter zu, d.h. in einem Alter von 75 Jahren haben 80% der Menschen Gallensteine (Autopsiestudie).
Die Behandlung der Wahl ist die Operation (laparoskopisch, 4 kleine Schnitte am Bauch). Nur durch die Operation wird der Entstehungsort der Gallensteine beseitigt, alle anderen Behandlungen haben deshalb eine hohe Gefahr, dass die Steine erneut entstehen. Bei den beiden anderen Methoden besteht zusätzlich noch die Gefahr, dass die dann kleinen Steine in den Gallengang (Dct. choledochus) rutschen und die enge Öffnung in den Darm (Papille) verstopfen und zu einer Pankreatitis führen.
Eine Komplikation der Gallensteine kann auch bei schmerzlosen Steinsträgern entstehen: Gallenblasenkrebs. Er entstht nach 15 Jahren immerhim in 1%.
Also: Bei Beschwerden sollte die Gallenblase mit den Steinen raus. Falls keine Beschwerden - dann jährliche Ultraschallkontrolle.
Kanns nicht lassen - bin halt Chirurg
Was wollen Sie eigentlich mal werden ?

Dr. J. Sauer

Hallo,
sofern die Gallensteingröße noch den Gallengang passieren können, ist eine medikamentöse Therapie sicherlich sinnvoll. Eine Operation sollte erst dann in Erwägung gezogen werden, wenn andere Techniken wie die Zertrümmerung mittels Ultraschall u.a. keinen Erfolg bringen. Wichtig ist aber auf jedem Fall die Ernährung so umzustellen, daß die Steinbildungstendenz vermindert wird.
Grüße
H. Links

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Is was, Doc?
Zum Glück gibts immer noch Oberärzte, die das letzte definitive Wort haben - da braucht man sich nicht zu sorgen, etwas Falsches zu schreiben. Aber im Grunde hatte ich ja schon alles gesagt (nur nicht so ausführlich).

der Herold ist schon ein schlaues Buch, nur nicht so sehr
ausführlich.

Mir reichts, ehrlich gesagt und wenn mancher Hausarzt bzw. niedergelassener Internist den Herold draufhätte, würde z.B. die Parmakotherapie der Zivilisationsleiden weit rationaler sein (warum nur wird das metabolische Syndrom in manchen Praxen immer noch pauschal u.a. mit Ca-Antagonisten behandelt?).

Die Gallensteine nehmen mit dem Alter zu, d.h. in einem Alter
von 75 Jahren haben 80% der Menschen Gallensteine
(Autopsiestudie).
Die Behandlung der Wahl ist die Operation (laparoskopisch, 4
kleine Schnitte am Bauch). Nur durch die Operation wird der
Entstehungsort der Gallensteine beseitigt, alle anderen
Behandlungen haben deshalb eine hohe Gefahr, dass die Steine
erneut entstehen.
Bei den beiden anderen Methoden besteht
zusätzlich noch die Gefahr, dass die dann kleinen Steine in
den Gallengang (Dct. choledochus) rutschen und die enge
Öffnung in den Darm (Papille) verstopfen und zu einer
Pankreatitis führen.

Über welche Komplikationen klären Sie eigentlich vor der Lap-Gallen-OP auf? Haben Sie ganz vergessen… außerdem hat Joachim ja geschrieben, daß er Krankenhäuser am liebsten von außen sieht. Da muß man imho ja nicht gleich mit allen Eventualitäten ins Haus fallen, wenn man gezwungen ist, Ferndiagnosen stellen zu müssen.

Eine Komplikation der Gallensteine kann auch bei schmerzlosen
Steinträgern entstehen: Gallenblasenkrebs. Er entstht nach 15
Jahren immerhim in 1%.

…für den (seltenen) Fall, daß der Patient an einer Porzellangallenblase leidet.

Also: Bei Beschwerden sollte die Gallenblase mit den Steinen
raus. Falls keine Beschwerden - dann jährliche
Ultraschallkontrolle.
Kanns nicht lassen - bin halt Chirurg
Was wollen Sie eigentlich mal werden ?

Zuarbeiter ( - oder soll ich besser sagen „Nacharbeiter“ ;o) )

Chris