Ich (m/42) hatte als Kind Rachitis gehabt.
Nachdem mich mein Zahnarzt darauf angesprochen hat,
daß meine Zähne ziemlich „weich“ sind, bat er, doch mal
meinen Mineralhaushalt beim Allgemein-Mediziner abklären zu
lassen.
Ich war bei drei Verschiedenen. Allgemeine Aussage: „wer in
der westlichen Welt normale Nahrung zu sich nimmt, der hat
nichts zu befürchten“.
Das stellt mich aber nicht zufrieden.
Hallo Wolfram,
Hier nun meine Fragen:
Was ist Rachitis?
Es handelt sich um eine Vitamin-D-Mangel-Erkrankung. Das Vitamin bildet sich durch Sonnenlicht unter der Haut. Deshalb sind in unseren Breiten die Wintermonate wegen der Babies etwas gefürchtet.
Phosphat und Kalzium können erst mit Hilfe des Vitamins in die Knochen eingebaut werden.
die Allgemeinmediziner werden hier nicht viel ausrichten können, denn wenn der Vitaminmangel nicht mehr besteht, erübrigt sich z. B. eine Blutuntersuchung. Ein erfahrener Orthopäde wird jetzt im Nachhinein durch „Inaugenscheinnahme“ der diagnostischen Kriterien und Röntgen die Diagnose sichern können.
Welche Spätfolgen existieren?
unzureichende Mineralisation von Knochen und Zähnen;
Rachitis heißt beim Erwachsenen auch Osteomalazie = Weichheit und Verbiegungstendenz der Knochen;
Gefahr einer Osteoporose;
O-Beine, rachitischer Rosenkranz (Auftreibungen an en Knorpelknochengrenzen der Rippen); Glockenthorax (-Brustkorb), schlaffe Bauchdecke, weitere Verformungen und Verkrümmungen (Schädel, Hand- und Fußgelenke); Schmelzhypoplasien der Zähne(fehlender oder zu wenig Zahnschmelz)
Welche Untersuchungsmethoden gibt es?
Beim rachitischen Kind:
Untersuchungen des Phosphatspiegels (vermindert), Kalziumspiegels (unterer Normbereich) AP = alkalische Phosphatase (stark erhöht) u. a.
Beim Erwachsenen ohne bestehenden Vit-D-Mangel auch noch möglich:
Auf dem Röntgenbild: Verdünnung der Wirbelgrund- und Deckplatten, Aufblätterung der Kompaktaschichten der Röhrenknochen der oberen Extremitäten (Arme); unregelmäßige, bandförmige Aufhellungs- und Verdichtungszonen im Epiphysen-Bereich der Röhrenknochen (= Looser Umbauzonen); Zahnschmelzhypoplasie
Frühfälle sind nicht erkennbar!
Was ist zur Prävention zu tun???
Da der Körper Vitamin-D unter Einwirkung von Sonnenlicht selber bildet, heißt das: raus ans Licht, sooft es geht! Zwei mal 10 Minuten Sonne an Gesicht und Händen, pro Woche, sollen ausreichend sein.
Auch Butter und Eier sind reich an Vitamin-D.
Aber heute wirst du möglicherweise auch gar keinen Mangel mehr haben?!
Rachitis heißt übrigens auch „Englische Krankheit“, weil sie zur Zeit der Industrialisierung, die englischen Kinder (und nicht nur die) heimsuchte. Zum einen zeigte man zu der Zeit keine Haut und ließ weder Licht noch Luft an die Babies ran. Dass sie ans Licht müssen, wusste man nicht, und darüberhinaus sorgte der Smog der Fabrikschlote dafür, dass die Sonne ohnehin nicht durchkam. Folglich litten die stillenden Mütter selber an Vitamin-Mangel und wenn die Babies älter wurden, war die damalige Proletariergesellschaft zu arm, um Butter und Eier zu kaufen.
interessante Seiten:
http://www.karl-may-stiftung.de/rickets2.html
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Gruß, Renate