Augenbeschwerden bei der Bildschirmarbeit
Bildschirmarbeit ist u.a. mit besonderen Belastungen unserer Augen verbunden. Zum besseren Ver-ständnis der Zusammenhänge wird in diesem Beitrag geklärt, warum es bei der Bildschirmarbeit rela-tiv häufig zu Augenbeschwerden kommt, welcher Art diese Beschwerden sind, welche physikalischen und physiologischen Auslöser in Betracht kommen und welche Maßnahmen zur Vermeidung und Minderung von Augenbeschwerden geeignet sind.
- Verursacht Bildschirmarbeit bleibende Augenschäden?
Beginnen wir mit dem Thema der bleibenden Augenschäden: Im Mittelpunkt der Diskussion stehen dabei der Graue und der Grüne Star sowie die erworbene Kurzsichtigkeit. In einer Reihe großange-legter Studien (mit z.T. bis zu 30.000 Testpersonen) konnte diese Frage eindeutig beantwortet wer-den. Zwar ließ sich bei vielen Personen nach Iänger dauerndem Blick auf den Bildschirm eine ver-stärkte Kurzsichtigkeit (funktionell), eine Verschlechterung des räumlichen Sehens und eine verlän-gerte Erholungszeit der Netzhaut (Retina) nach Blendung beobachten. Alle Veränderungen waren aber vorübergehender Natur und wurden damit eindeutig als Ermüdungserscheinungen identifiziert. Die in verschiedenen Langzeitstudien (z.T. mit Untersuchungszeiträumen bis zu acht Jahren) festge-stellten bleibenden Refraktionsveränderungen (Kurz- und Weitsichtigkeit) wichen statistisch gesehen nicht von den Refraktionsveränderungen unter der Allgemeinbevölkerung ab. Ebensowenig ließ sich eine Zunahme von Grauem und Grünem Star erkennen. Auch die Krankheiten des äußeren Auges und der Augenanhangsgebilde traten nicht vermehrt auf.
Wir können also weiterhin davon ausgehen, daß Bildschirmarbeit keine bleibenden krankhaf-ten Veränderungen verursacht und auch die Sehkraft nicht dauerhaft verschlechtert.
- Augenbeschwerden bei Bildschirmarbeit: Ursachen und Empfehlungen
Dennoch müssen Augenbeschwerden als ein Ausdruck spezifischer oder allgemeiner Überbelastung ernst genommen werden. Die Beschwerden lassen sich dabei grob in drei Gruppen einteilen:
Okulare Beschwerden: Bindehautreizung (Brennen, Jucken, Rötung),
„trockenes“ Auge, tränende Augen
Asthenopische Beschwerden: Augenermüdung, Augenschmerzen Kopfschmerzen
Visuelle Beschwerden: Verschwommensehen, Doppeisehen, Blendung
Die Ursachen dieser Beschwerden und Empfehlungen zur Abhilfe werden im folgenden näher be-schrieben.
„Trockenes Auge“, tränende Augen
Ursache für eine Bindehautreizung mit Rötung, tränenden oder juckenden Augen ist in den meisten Fällen die mangelnde Benetzung der Augenoberfläche. Normalerweise wird das Sekret der Tränen-drüse durch den Lidschlag gleichmänig über die Augenoberfläche verteilt und bildet einen dreischich-tigen Film. Dieser schützt, ernährt und glättet die Augenoberfläche. Darüber hinaus gewährt der Trä-nenfilm eine giatte optische Schicht von hoher Qualität über der verhältnismäßig rauhen Oberfläche der Hornhaut.
Bei geöffnetem Auge muß der Tränenfilm stabil bleiben, um die optische Funktion zu erhalten. Selte-ner Lidschlag Iäßt den Tränenfilm vermehrt austrocknen, verändert daher seine Schmierfähigkeit (mit den Folgen wie Brennen, Trockenheit und Fremdkörpergefühl) und verschlechtert auch die optische Qualität (Verschwommensehen).
Der starre Blick bei konzentrierter Bildschirmarbeit mit seltenem und dann oft nicht ganz ausreichen-dem Lidschlag Iäßt also die Augenoberfläche vermehrt austrocknen. Hinzu kommt, daß das Auge durch den relativ hochstehenden Monitor wesentlich weiter geöffnet ist als bei der normalen Lesear-beit. Raumklimatische Faktoren wie trockene Luft, höhere Temperatur und Luftbewegung beschleuni-gen die Austrocknung und verstärken ebenfalls die Bindehautreizung. Damit wird auch verständlich, wenn Beschwerden wie das „trockene Auge“ - ein häufiges Symptom nach dem 40. Lebensjahr, bei der Einnahme von Medikamenten (z.B. Betablocker, Ovulationshemmer) oder auch bei einigen rheu-matischen Erkrankungen durch Bildschirmarbeit verstärkt werden.
Begünstigt durch das trockene Auge können Keime auf der Bindehaut und den Augenanhangsgebil-den ebenfalls Ursachen okularer Beschwerden sein. Es handelt sich dabei um Pseudomonas-Keime (besonders Pseudomonas aeroginosa) sowie Enterobakterien (Escherichia coli, Klebsiellen, Staphy-lococcus aureus). Selbst Pilze wie Candida, Asper gillus, Penicillium und Mucor wurden festgestellt. Dieselben Keime lieaen sich auch auf der Oberfläche von häufig benutzten Keyboards, Telefonen und Arbeitsflächen nachweisen, so daß eine regelmäßige Reinigung der häufig genutzten Geräte und Oberflächen zur Vermeidung der Keimbildung empfehlenswert ist.
Augenermüdung, Augenschmerzen, Kopfschmerzen
Häufigste Ursache asthenopischer Beschwerden ist die unzureichende Korrektion der Fehlsichtigkeit. Zunächst muß also die Fehlsichtigkeit festgestellt werden, um durch eine optimale Korrektion die Augenbelastung zu minimieren.
Unerläßlich ist hierbei die sorgfältige Erfragung von Augenproblemen wie schnelle Ermüdung beim Lesen und Fernsehen, beim Autofahren (speziell in der Dämmerung und Dunkelheit), regelmäßiges Auftreten von Kopfschmerzen, Augendruck, Lichtempfindlichkeit usw. Anschließend sollten durch den Sehtest - z.B. nach dem Grundsatz 37 - mindestens folgende Funktionen geprüft werden: Sehschärfe in die Ferne und Nähe (Sehabstand 33 und 55 cm), räumliches Sehen, Augenstellung, Farbensinn und zentrales Gesichtsfeld.
Zwei Funktionen des visuellen Systems werden bei der Bildschirmarbeit besonders belastet: die Scharfeinstellung (Akkommodation) und die Ausrichtung der Blicklinien (Vergenz). Da die Abbil-dungsqualität am Bildschirm meist nicht die Qualität eines gedruckten Textes erreicht, werden die Augen ständig, aber erfolglos zu einer besseren Scharfeinstellung angeregt. Dieser Effekt wird natür-lich bei unkorrigierter Fehlsichtigkeit verstärkt und führt vermehrt zu Ermüdungserscheinungen und Belastungsbeschwerden.
Eine geringgradige Kurzsichtigkeit ist im allgemeinen problemlos, da der Bildschirm im Schärfenbe-reich liegt. Eher führt eine geringgradige Weitsichtigkeit zu Schwierigkeiten, weil durch ständige Akkommodationsbemühungen eine Scharfeinstellung der Augen angestrebt wird.
Die Alterssichtigkeit zeichnet sich durch eine Abnahme der Akkommodationsfähigkeit aus. Gleich-zeitig sind die Einstellzeiten für die Akkommodation in höherem Alter deutlich verlängert, was bei häufigem Blickwechsel und auch Bildwechsel zusätzliche Belastungen ergibt.
Hinweise auf eine Stabsichtigkeit (Astigmatismus) durch Hornhautverkrümmung erhält man indirekt über die Feststellung der Fehlsichtigkeit. Personen mit unkorrigiertem oder falsch korrigiertem Astig-matismus klagen vermehrt über Blendungserscheinungen, Kopfschmerzen und Augendruck.
Liegt eine Anisometropie vor (beide Augen sind nicht gleich kurz- oder weitsichtig), kann immer nur ein Auge scharf sehen und das Partnerauge empfängt ein unscharfes Bild. Die cerebrale Verarbei-tung des schlechteren Bildes wird dabei entweder unterdrückt oder es kommt zu binokularem Wett-streit.
Die Ausrichtung der Blicklinien (Vergenz) kann sowohl in statischer als auch in dynamischer Hinsicht überlastet sein: Der ständige Blick auf den Bildschirm erfordert nur kleine Augenbewegungen, dabei werden die äußeren Augenmuskeln statisch beansprucht. Häufige grol3e Blickwechsel vom Bild-schirm zum Beleg usw. bedeuten eine dynamische Anforderung für die äuneren Augenmuskeln.
Beim latenten Schielen (Heterophorie) haben die Augen die Tendenz, in eine Schielstellung ab-zugleiten. Dem mulJ der Betroffene durch aktive Fusionsbewegungen entgegenarbeiten. Bei Ermü-dung oder unter Alkohol wird dieses System überfordert und es kommt zum Doppelsehen. Durch He-terophorie verursachte Beschwerden bessern sich, wenn ein Auge versuchsweise über einen Iänge-ren Zeitraum abgedeckt wird. Manifest Schielende, gleich ob mit oder ohne Schwachsichtigkeit, ha-ben nur selten dadurch verursachte Beschwerden.
Blendung, Doppelsehen, Verschwommensehen
Nach mehrstündiger Bildschirmarbeit Iäßt sich als Ausdruck der Ermüdung äußerer Augenmuskeln eine Zunahme des Doppel- und Verschwommensehens feststellen. Meist liegen Stellungsfehler der Augen vor. Gehäuft treten visuelle Beschwerden bei ungenügender Brillenkorrektur und latenter Schielstellung, Stabsichtigkeit und Weitsichtigkeit auf.
Je näher Lichtquellen an die Gesichtslinien heranrücken, desto häufiger wird über Beschwerden geklagt. Daher müssen Blendquellen in der Blickrichtung, d.h. innerhalb von 450 Abweichung von der Blicklinie, entfernt werden. Selbst Brillengläser können durch Spiegelungen Blendungsbeschwerden auslösen oder verstärken und sollten deshalb entspiegelt sein.
Korrektion von Fehlsichtigkeit: Brillen und Kontaktlinsen
Zur exakten Korrektion von Fehlsichtigkeiten sollte man bei der Bildschirmarbeit Einstärkengläser bevorzugen, um unphysiologische Kopfbewegungen im Bemühen um Scharfsehen zu vermeiden. Bei Blickwechsel zwischen Beleg und Bildschirm erfolgen relativ große Blicksprünge mit nachfolgenden Suchbewegungen der Augen zur Scharfeinstellung. Diese bedeuten schon für Normalsichtige und verstärkt für Brillenträger eine erhebliche Belastung.
Damit die Scharfeinstellung auch im Randbereich möglich ist und Kopf- und Suchbewegungen der Augen reduziert werden, gilt der Grundsatz: Je einfacher die optische Korrektion desto besser.
Alterssichtige haben wegen ihres geringen Akkommodationsvermögens mit Einstärkengläsern dann Schwierigkeiten, wenn es sich um Mischarbeitsplätze mit gleichen Anforderungen an das Sehen in unterschiedliche Entfernungen handelt. Hier kann man es mit Zweistärkengläsern versuchen, bei denen die Trennlinie den konkreten Arbeitsbedingungen angeparJt ist (z.B. ein auf die Bildschirment-fernung abgestimmtes oberes Fernteil, dessen Unterkante mit dem unteren Rand des Monitors über-einstimmt und ein Nahteil zum Lesen der Belege). Gleitsichtbrillen sind grundsätzlich ebenfalls mög-lich, können aber sehr leicht zu Problemen führen.
Eine Kontraindikation für das Tragen von Kontaktlinsen bei Bildschirmarbeit gibt es nicht. Insgesamt klagen sogar weniger Kontaktlinsenträger über Beschwerden als Brillenträger. Individuelle Voraus-setzungen zum Tragen von Kontaktlinsen sind allerdings zu beachten. Während der Brillenträger mit 1 ml Tränenfiüssigkeit pro Tag auskommt, benötigt der Kontaktlinsenträger ein Mehrfaches davon. Junge Leute mit einem guten Tränenfilm vertragen Kontaktlinsen entsprechend besser. Weiche Lin-sen (mit erhöhtem FIüssigkeitsbedarf), mangelnde Linsenpflege, hohe Raumtemperaturen und trok-kene Luft führen häufiger zu Beschwerden (Herabsetzung der Sehschärfe, Schleiersehen, erhöhte Blendempfindlichkeit, Fremdkörpergefühl).
„Flimmerfreier“ Bildschirm
Das Auge kann abhängig von der Helligkeit Flimmern nur bis zu einer Ftequenz von etwa max. 70 Hz auflösen. Im seitlichen Gesichtsfeld tritt der Verschmelzungseffekt erst bei höheren Frequenzen auf. 2% der Menschen erkennen sogar Lichtfolgen bis 100 Hz als Flimmern. Die Wahrnehmung des Flimmerns hängt also von physiologischen Faktoren (Pupillenweite, individuelle Unterschiede, Be-trachtungswinkel) sowie von technischen Faktoren (Bildaufbaufrequenz, Abklingzeit des Leuchtstof-fes, Helligkeitskontrast, GröTJe der Symbole, Umgebungshelligkeit) ab.
Doch selbst wenn ein Bild durch eine höhere Aufbaufrequenz als völlig flimrne~rei empfunden wird, scheinen die Frequenzen von 70 bis 150 Hz unbewußt noch wahrgenommen und verarbeitet zu wer-den. Dies zeigt sich u.a. im EEG, im Elektroretinogramm, in unterschiedlicher PupillengröTJe, in der Scharfeinstellung des Auges und in der Länge unbewußter Blicksprünge (Sakkaden). Die eindeutige KIärung, ob Bildschirme mit höherer Bildaufbaufrequenz nicht doch vermehrt Augenermüdungen her-vorrufen, steht noch aus. Die Vermutung liegt nahe, daß Bildaufbaufrequenzen zwischen 70 und 150 Hz mental sogar stärker belasten als Frequenzen um 50 Hz. Dieser Effekt ist erst bei einer Frequenz von 300 Hz aufgehoben. Eine Empfehlung für Bildschirme mit einer Bildaufbaufrequenz von 70 bis 150 Hz kann aus medizinischer Sicht vorläufig nicht ausgesprochen werden.
Beleuchtung
Tageslichtbüroarbeitsplätze haben zwei große Vorteile: Die Verbesserung des Wohlbefindens und die Reduzierung von Wärmequellen durch elektrisches Licht. Tageslicht und der Blick aus dem Fens-ter werden als angenehm und entspannend empfunden. Gleichzeitig müssen die Fenster zu beschat-ten sein, um Sonnenlicht und -wärme zu reduzieren. Tages- und Kunstlicht sollten sorgfältig aufein-ander abgestimmt werden. Obwohl es vermehrte Adaptation verlangt, scheinen höhere Luxzahlen als in der EGNorm empfohien - sogar bis 1.700 Lux - von Bildschirmbenutzern gut angenommen zu wer-den. Voraussetzung ist allerdings ein entsprechend heller, kontrastreicher und deshalb gut lesbarer Bildschirm.
Die bei hellerer Beleuchtung engere Pupille bewirkt durch ihren Blendeneffekt, dalJ optische UnzuI-änglichkeiten des Auges weniger ins Gewicht fallen und vermindert zudem den Akkommodationsbe-darf. Helligkeit stimuliert und motiviert und scheint der Ermüdung bei Bildschirmarbeit entgegenzuwir-ken.
Blickrichtung und Bildschirmposition
Im Gegensatz zur früheren Auffassung (Augen in Höhe der Bildschirmoberkante) empfiehlt man heute eine niedrige Bildschirmposition. Tätigkeiten mit kurzem Sehabstand wie Handarbeit, Lesen und Schreiben werden normalerweise mit einem nach unten gerichteten Blick verrichtet. Dies entspricht auch der Ruheposition von Akkomodation und Konvergenz.
Es laTJt sich feststellen, daß Ermüdungserscheinungen abnehmen, wenn der Blick 450 abwärts ge-richtet ist. Dabei sind die Augenlider mehr geschlossen, die Augen trocknen weniger aus, sind dem Licht durch Lampen oder Oberfenster weniger ausgesetzt und ebenso dem Flimmern des elektri-schen Lichtes, welches im peripheren Gesichtsfeld eher wahrgenommen wird. Da Spiegelungen durch einen nach oben gerichteten Bildschirm zunehmen, muß der Monitor sehr variabel dreh- und neigbar sein.
Durch indirektes, mit einem Dimmer steuerbares Deckenlicht sind Spiegelungen weiter zu vermin-dern. Zusätzlich empfiehIt sich eine Arbeitsplatzleuchte . Grundsätzlich solte der BiIdschirm so nied-rig wie möglich stehen, eine Position unterhalb der Tischoberfläche ist durchaus denkbar. Bedingung ist jeweils eine nicht spiegelnde Bildschirmoberfläche. Die niedrige Bildschirmposition kann allerdings zu einer vermehrten Neigung des Kopfes verleiten und damit die Nackenmuskulatur zusätzlich be-lasten.
Dem kann man durch eine bewußt aufrechte Kopfhaltung und Übungen zur Lockerung der Schulter-Nacken-Muskulatur begegnen.
Farbe oder schwarz-weiß?
Die Darstellung farbiger Zeichen hat gegenüber der Schwarz-weiß-DarsteIlung mehrere Nachteile:
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Da Farben heller als schwarz sind, ist der Kontrast zum Hintergrund geringer und die Zeichen sind schlechter zu erkennen. Der Farbkontrast wiegt diese geringere Leuchtkraft nicht auf.
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Die Farben werden im Auge unterschiedlich gebrochen und daher unterschiedlich auf der Netz-haut abgebildet (chromatische Aberration). Jeder Blickwechsel von Farbe zu Farbe ist deshalb u.U. mit Akkommodationsleistung verbunden, um das Bild auf der Netzhaut scharf einzustellen.
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Die farbigen Zeichen sind weniger scharf abgebildet, da sie sich aus drei Leuchtstrahlen zusam-mensetzen, die nicht immer ganz genau aufeinander treffen. Das kann, insbesondere am Bild-rand, eine unscharfe Zeichendarstellung bedingen.
Diese Nachteile führen zu erhöhter Augenbelastung, verstärkt bei Refraktionsfehlern. Darnit nehmen auch Beschwerden zu. Farbmonitore sollten also auf die Tätigkeiten beschränkt blei-ben, die Farbdarsteilung unumgänglich machen (z.B. Graphiker- oder Designerarbeiten). Für die reine Textverarbeitung ist eine Schwarz-auf-Weiß-Darstellung vorzuziehen.
Die Rolle der zentralnervösen Ermüdung
Ausgehend von Augenbeschwerden haben wir verschiedene ihrer Auslösefaktoren behandelt. Viele Beschwerden bei der Bildschirmarbeit sind jedoch erst als Wechselwirkung der Sehleistung mit ande-ren Belastungen zu erklären. Die enge Verbindung des Auges zum zentralen und zum vegetativen Nervensystem Iäßt einerseits die Augenbeanspruchung in eine Ermüdung des Zentralnervensystems ausmünden, andererseits fließen in diesen Pool zentralnervöser Ermüdung natürlich noch eine Reihe anderer Faktoren mit ein.
So verlangen z.B. vermehrte Suchbewegungen und Akkommodationsbemühungen des Auges eine erhöhte Aufmerksamkeit. Gleichzeitig mögen Software-Probleme, Zeitdruck und Umgebungslärm die zentralnervöse Erschöpfung beschleunigen. Diese wiederum nimmt Einfluß auf das Vegetativum mit der Folge von Sehstörungen, Kopfschmerzen, Magen-Darm-Störungen, muskuloskelettale Beschwer-den bis hin zu Schlafstörungen, die wiederum die Leistungsfähigkeit herabsetzen können. Individuel-le Eigenschaften und Fähigkeiten modellieren die Belastung entscheidend.
Nicht nur die physikaiischen Umgebungsfaktoren mit ihren negativen Auswirkungen auf das Sehor-gan gilt es also zu minimieren, sondern auch andere zentralnervöse Belastungsfaktoren. Dazu gehört die Beanspruchung durch Arbeitsaufgaben und durch die zwischenmenschlichen Beziehungen. Im Rahmen der Arbeitsorganisation sind Mischarbeit oder das Einhalten regelmäßiger kurzer Pausen unerläßlich, denn schon nach einer Stunde ununterbrochener Dateneingabe tritt eine deutlich meß-bare Ermüdung ein (ablesbar z.B. an der erhöhten Fehlerrate).
Fazit
Beschwerden am Bildschirmarbeitsplatz sind kein unabdingbarer Tribut, den wir an die Computerar-beit zu entrichten haben, sondern in vielen Fällen vermeidbare zentralnervöse Ermüdungserschei-nungen.
Arbeitsmediziner, Techniker und Arbeitspsychologen müssen dabei gemeinsam nach den Ursachen forschen. Die besten Experten aber sind die Betroffenen selbst. Sie sollten bei der Suche immer so früh wie möglich mit einbezogen werden, nicht nur mit dem Ziel, das Wissen und die Erfahrung aller Beteiligten miteinzubeziehen, sondern auch, um rechtzeitig die Akzeptanz aller Betroffenen für Ver-änderungen zu gewinnen.
Literatur
Das diesem Beitrag zugrundeliegende Literaturverzeichnis können Sie kostenlos in der Hauptge-schäftstelle der BAD GmbH, Abteilung Öffentlichkeitsarbeit, Herbert-Rabius-Str. 1, 53225 Bonn, an-fordern.
österliche Grüsse R
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