Hallo,
vielleicht kann hier jemand Tips geben, wie man mit einem Menschen umgeht, der an einem Gehirntumor leidet.
Mein Vater ist vor 1 1/2 Jahren an Darmkrebs erkrankt und auch erfolgreich operiert worden.
Nachdem wir dachten, die Sache wäre ausgestanden, bildeten sich vor ca. einem halben Jahr in der Leber, Lunge und im Gehirn Metastasen.
Der Tumor im Gehirn ist mittlerweile so gross (inoperabel), dass mein Vater zunehmend agressiv und gleichzeitig apathisch wirkt. Wenn ich mich mit ihm unterhalte, habe ich manchmal das Gefühl, mit einer Maschine zu reden, so monoton kommen die mehr oder wenigen gehaltvollen Antworten zurück - falls er überhaupt antwortet.
Er selbst weiss, glaube ich, seit dem Auftreten des Gehirntumors nichts mehr über seinen momentanen Zustand. Vorher war ihm seine Diagnose sehr wohl bewusst.
Diese sich steigernde Agressivität belastet meine Mutter natürlich sehr, da mein Vater früher auch schon sehr schnell gereizt reagierte und spontan aufbrausend war. Damals war das kein Problem, wir konnten damit umgehen und ihm auch mal die Meinung sagen.
Heute jedoch hat meine Mutter Angst, ihm auch nur den Rücken zuzukehren. Sie schläft schon nicht mehr im gemeinsamen Bett, sondern muss sich im Kinderzimmer einschliessen.
Ist auch wirklich ein komisches Gefühl für meine Mutter, wenn mein Vater morgens um drei (er geht schon um 19:00 schlafen) durch die Wohnung schleicht. Sie wird dadurch natürlich wach und macht sich die schlimmsten Fantasien.
Meine Frage also:
Gibt es irgendeine Stelle, an die man sich wegen dieser Agressivität und dem zunehmenden geistigen Verfall wenden kann, oder muss meine Mutter weiterhin diese Angst aushalten.
Anmerken muss ich noch, dass meine Mutter ihren Mann immernoch liebt und alles für ihn tut, aber diese Anspannung (nicht die Angst vor dem Tod meines Vaters, schlimm genug - eher aber die Beleitumstände) wird wohl nicht ohne Folgen für sie bleiben, nehme ich an …
gruss moritzbock