Fragen zur Homöopathie

Hallo Forum,

mich würden mal ganz besonders jetzt Statements von denen interessieren, die der Homöopathie vertrauen bzw. diese praktizieren. Und zwar habe ich den Eindruck, daß es auch in diesem Bereich große Unterschiede gibt, was die Auffassung von Homöopathie betrifft, wobei ich ehrlicherweise sagen muss, daß ich selber nicht sehr viel Ahnung davon habe.
Aufgefallen ist mir das insbesondere an den Statements von Carmen. Vielleicht ist ja mein Bild von Homöopathie bisher falsch positiv gewesen, aber ich habe meine Probleme mit dem, was sie an Tipps gibt (ich möchte Carmen keinesfalls hier angreifen, bitte nicht falsch verstehen). Und mich würde jetzt interessieren, wie die es sehen, die sich wirklich damit auskennen. Ich empfehle dazu eine Visite auf Carmens Homepage unter http://www.homoeopatie-web.via.t-online.de und eine Lektüre von Carmens Tipps.

Wie behandeln andere HomöopathInnen Verbrennungen?

Was ist generell mit dem Grundsatz „Ähnliches mit Ähnlichem zu heilen“? Denn darauf beruht ja der Tipp, die Verbrennung mit Hitze zu behandeln - heißt das dann in logischer Folge bei einer Fraktur nochmal draufzuhauen? Bei zu hohem Cholesterinspiegel massive Fettzufuhr?

Wie sieht es aus mit dem Beitrag von Carmen in „Sonstiges“ zum Thema Herzinfarkt: „Und dabei gibt es bereits seit dem Mittelalter (Hildegardmedizin) ein wunderbares Mittel gegen „Herzinfarkt“, Herzanfall, etc. das man schon wenn man streßbelastet ist und/oder bewußt Herzstörungen hat bei sich haben sollte. Es ist eine rein pflanzliches Medikament das man nur auf die Zunge geben / nehmen muss wenn ein Herzanfall „im Anmarsch“ oder gerade eingetreten ist.“ Was genau ist das, was ist daran - und wenn es sooo wirksam ist, wieso hat es keinen Einzug in die „Schulmedizin“ gehalten?

Was hat es mit Silicea auf sich? Ich habe zu dem Mittel nix finden können. Und wieso ist die Antwort bei den Schweißhänden so individuell auf den Frager zugeschnitten, obwohl er nur sein ALter und das Symptom nennt?

Ich bitte nochmals darum, dieses Posting nicht mißzuverstehen! Ich möchte weder Carmen noch die Homöopathie an sich diskreditieren, ich hatte nur bisher eine andere (seriösere?) Sicht der Homöopathie. Lag ich nun bisher falsch oder gibt es durchaus so viele verschiedene Sichtweisen der Homöopathie, verschiedene Strömungen?

Ich würde mich über eine lebhaftige Debatte und Statements besonders von Homöopathen sehr freuen, Claus

Hallo!

Ich gehör nicht zu den Gemeinten, d.h. lehne Homöopathie ab, obwohl sie vielen Menschen geholfen hat. Meine Ablehnung beruht auf der Auffassung, daß sie andere Ursachen ihrer Wirksamkeit behauptet, als eigentlich zutreffen.
Aber vorneweg halte ich für wichtig, sicherzugehen, was Homöopathie meint. Sie steht oft in der Nähe der Naturheilkunde und Kräutermedizin und wird evtl. sogar als Synonym betrachtet. Soviel ich weiß, gibt es da jedoch eine deutliche Trennung!
Die sollte evtl. ein Homöopath genauer darstellen, um Mißverständnisse zu vermeiden.

Die Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften GWUP e.V. hat sich mit Homöopathie auseinandergesetzt. Zwei Dinge sind bei der Betrachtung unumgänglich:

  1. Sind die Postulate Hahnemanns widerspruchsfrei zu anderen naturwissenschaftlichen Erkenntissen?
  2. Wenn Hahnemanns Aussagen unlogisch sind, kann man dann die Heilungserfolge auch anders erklären?

Ein paar Widersprüchlichkeiten schreibe ich hier schonmal hin:

"Die Simile-Regel führt zur Gleichbehandlung unterschiedlicher Erkrankungen mit ähnlicher Symptomatik, und zur Behandlung von Krankheitssymptomen ohne Ansehen ihrer Ursachen.

Was Homöopathen glauben müssen:

  • Das Massenwirkungsgesetz gilt in der gesamten Biochemie und Biologie, aber nicht in der Homöopathie
  • Wässrige Lösungen enthalten äußerst stabile Strukturen, die beim „Potenzieren“ verstärkt werden oder sich vermehren
  • Homöopathisches Verdünnen potenziert die gewünschten Heilwirkungen, nicht aber die unerwünschten Wirkungen desselben Mittels
  • Das Potenzieren betrifft nur die Arzneimittel, nicht aber die Begleitstoffe, die Verunreinigungen des Verdünnungsmittels
  • „Das Symptom ist die Krankheit“ (Hahnemann)
  • Doppelblindversuche sind kein geeignetes Kriterium für den Wirksamkeitsnachweis"

Als andere Erklärungsmöglichkeit gibt es

a) die Tatsache, daß Überdosierung (zu Zeiten Hahnemanns verbreitet) vermieden werden sollte. Da ist es besser, gar keine Wirksubstanzen zu verabreichen.

b) den Placeboeffekt, der nicht, wie oft empfunden, etwas Schlechtes ist, und der sich auch bei Tierversuchen nachweisen läßt.

Ausführlicher siehe Links, von denen die Zitate stammen:
http://www.gwup.org/themen/broschuere/homoeopathie/i…
http://www.handrick-net.de/homoeopathie/homoeopathie…

Tschuess, Sven.

mich würden mal ganz besonders jetzt Statements von denen
interessieren, die der Homöopathie vertrauen bzw. diese
praktizieren. Und zwar habe ich den Eindruck, daß es auch in
diesem Bereich große Unterschiede gibt, was die Auffassung von
Homöopathie betrifft, wobei ich ehrlicherweise sagen muss, daß
ich selber nicht sehr viel Ahnung davon habe.
Aufgefallen ist mir das insbesondere an den Statements von
Carmen. Vielleicht ist ja mein Bild von Homöopathie bisher
falsch positiv gewesen, aber ich habe meine Probleme mit dem,
was sie an Tipps gibt (ich möchte Carmen keinesfalls hier
angreifen, bitte nicht falsch verstehen). Und mich würde jetzt
interessieren, wie die es sehen, die sich wirklich damit
auskennen. Ich empfehle dazu eine Visite auf Carmens Homepage
unter http://www.homoeopatie-web.via.t-online.de und eine
Lektüre von Carmens Tipps.

Wie behandeln andere HomöopathInnen Verbrennungen?

Was ist generell mit dem Grundsatz „Ähnliches mit Ähnlichem zu
heilen“? Denn darauf beruht ja der Tipp, die Verbrennung mit
Hitze zu behandeln - heißt das dann in logischer Folge bei
einer Fraktur nochmal draufzuhauen? Bei zu hohem
Cholesterinspiegel massive Fettzufuhr?

Hallo Claus,
der Artikel zur Behandlung von Verbrennungen zeigt wieder einmal, dass die Homöopathie in weiter Teilen nicht nur fauler Zauber, sondern auch gefährlich sein kann.
Ein paar Fremdwörten, nett auf deutsch erklärt, und man denkt man hat einen Experten vor sich.
Da werden Lösungen so weit verdünnt, dass sich rechnerisch kein Molekül der Ursprungslösung darin befindet, und das soll dann helfen ? Na ja, wenigstens habe ich dann einen Schnaps.
Noch schlimmer finde ich es, wenn in aussichtslosen Fällen, Menschen Hoffnung gemacht wird, die einfach nicht mehr berechtigt ist. Leider habe ich so etwas schon erlebt.
Sicher, in jedem Berufzweig gibt es schwarzen Schafe, aber anscheinend bin ich bisher nur an solche geraten.
Gruß
Jörg

Hallöchen

Da ich in diesem Forum auch schon wegen meinen „Homöopathie-Tipps“ „angegriffen“ worden bin, möchte ich hier nochmals meinen Standpunkt erläutern:

Ich glaube und weiss, dass die Homöopathie hilft. Ich habe das schon selber an mir erfahren. Durch einen Zufallsbefund wurde bei mir vor ca. 3 Jahren eine Unterfunktion der Schilddrüse entdeckt. Mein Frauenarzt wollte mir damals Chemie zur Behandlung dieser Unterfunktion geben, was ich aber dankend abgelehnt hatte und stattdessen zu meinem Homöopathen gegangen bin. Der hat mir nach einer genauen Untersuchung ein paar Tropfen zusammengestellt, die ich dann über einen Zeitraum von 4 Wochen einnehmen musste. Anschliessend meldete ich mich wieder bei meinem Frauenarzt, um die Schilddrüsenwerte erneut testen zu lassen - und siehe da: O-Ton Frauenarzt: „alles völlig normal!“.

Auch aus meinem Bekanntenkreis haben durchweg alle (!), die sich an einen Homöopathen gewandt haben, nur positive Erfahrungen gemacht. Darunter waren auch solche Fälle, bei denen der Hausarzt nicht mehr weiter wusste …

Dass Homöopathie aber nicht nur bei Menschen, sondern auch bei Tieren hilft, habe ich auch schon an meinem Hund erlebt. Zudem lernte ich einen Tierarzt kennen, der einerseits die Veterinär-Schulmedizin (natürlich) gelernt hat und andererseits sich dann weitergebildet hat mit Homöopathie. Dieser Tierarzt ist heute einer der begehrtesten Tierärzte überhaupt, denn zu ihm kommen die sog. „hoffnungslosen“ Fälle, also solche, die die Schulmedizin aufgegeben hat. Dieser Tierarzt schafft es aber in den allermeisten Fällen, dass die „aufgegebenen“ Tiere wieder gesund werden - durch die Homöopathie! Dauert zwar lange (man braucht endlos Geduld …), aber die Geduld zahlt sich am Ende aus!

Es geht nicht um den Placebo-Effekt bei der Homöopathie! In einem Placebo hat es gar keine Wirkstoffe (höchstens Farbstoffe …), wo hingegen bei der Homöopathie durchaus noch Wirkstoffe vorhanden sind (wenn auch z.T. in unglaublich kleinen Mengen durch die sog. Potenzierung).

Es ist mir klar, dass z.B. bei einer Lungenentzündung mit Antibiotika behandelt werden muss. Aber man kann die Homöopathie auch als Unterstützung zur Schulmedizin brauchen (und sie wird auch von den meisten Ärzten und Homöopathen so angewendet).

Liebe Grüsse
Moni

-)

Als Wissenschafftler hab ich so meine Probleme mit der H. (Wirkmechanismus, Wirkung hoher Potenzen etc.), aber meinen Kindern hats einige male sehr(!) gut geholfen. Beispiel Zahnen.
Eine halbe Nacht Gebrüll, trotz trösten, Fläschchen und weiterer Tricks; dann acht Globuli eines Hoöopathikums und innerhalb von Sekunden (war wirklich so) herschte Ruhe, die Kinder haben geschlafen. Wenn jetzt einer sagt Placebo, ist mir das völlig egal, die Wirkungs machts (und daß ich den Rest der nacht schlafen konnte). Das was bei beiden Kindern so und bei jedem ettliche Male.

Blutstillung:
Bei Rumturnen haben sich die Kinder schon ettliche male die Lippen das Zahnfleisch aufgeschlagen, was, andere Eltern können mir das sicher bestätigen, blutet wie eine abgestochene Sau. Da nutzt kein Kühlen. Einige Globuli (mit ich glaube Atropia) in einer Potenz die nach den Regeln der Chemie wirkstoffrei sein müßten, halfen wieder innerhalb von Sekunden. Wenn das Plazebo war, dann haben meine Kinder eine ziemliche Körperbeherschung!!!

Fazit:
Vom Kopf her ist das für mich nicht zu erklären und ich bin auch kein kritikoser Jünger Hannemanns, aber wenns wirkt…

Nachtrag:
Ein Großonkel meiner Frau war Hautarzt und völlig konventionell eingestellt. Sein Sohn (Kinderarzt), setzt H. neben klassischen Methoden mit guten Erfolg ein. Bei einem (Streit)Gespräch zwischen den beiden fiel folgender Satz des Vaters: „ich glaub nicht an die H. und werde sie nicht einsetzen, aber wer heilt hat recht“
Kein weiterer Kommentar.

Gandalf

Es gibt in allen Gebieten verschiedene Ansätze und verschiedene Strömungen.Also auch in der Homöopathie.

Zwei verschiedene Arten von Leuten machen hier immer wieder Aussagen wieder bzw. für die Homöopathie,die es mir schwer machen einfach darüber hinwegzugehen und es abzuhaken unter „die verstehen im Grunde nicht wirklich,was Homöopathie ist“.
Erstens die vom naturwissenschaftlichen/schulmedizinischen Weltbild völlig blockierten Geister,die die Homöopathie regelmäßig abwerten müssen,ohne auch nur ansatzweise sich je auf den sich dem naturwissenschaftlichen Weltbild entziehenden Ansatz oder besser gesagt,mit den Methoden dieses Weltbildes noch nicht erfassbaren Ergebnissen der Homöopathie auseinandergesetzt zu haben,
und zweitens die verantwortungslosen Fanatiker,die den Boden verloren haben und von Homöopathie darum auch keine Ahnung haben.
Letztere schaden der Homöopathie fast noch ein bisschen mehr,weil sie erstere in ihrer Auffassung bestätigen und auch ernsthaft interessierte Menschen wie Dich verunsichern.
Das ist meine Antwort auf Dein Posting und ich hoffe es ist rübergekommen,daß meiner Meinung nach gerade der die bisherigen Grenzen sprengender,erwiterter Weg wie die Homöopathie sehr vorsichtig und vor allem sorgfältig und bodenständig beschritten werden sollte.
Im Übrigen fand ich Gandalfs Antwort sehr gut,Wer heilt hat Recht…

Einzelfallberichte sind sinnlos.
Wer heilt hat recht - da möchte ich mich gerne Gandalf anschließen. Jedoch müssen auch Homöopathen den Beweis hierfür antreten. Einzelfallbetrachtungen und subjektive Erfahrungsberichte helfen nicht weiter - man weiß nie, ob die körperlichen Heilungskräfte genau in dem Moment die Krankheit überwanden, in dem das Homöopathikum eingenommen wurde. Ganz zu schweigen von psychischen Faktoren, die oft abwertend als „Plazebo-Effekt“ bezeichnet werden. Zu den Beiträgen unten: Zahnschmerzen sind nun einmal variabel, und Blutungen sistieren an und für sich immer spontan!

Um eine Wirksamkeit festzustellen, kommt man also nicht umhin, eine größere Anzahl von homöopathisch behandelten Patienten zu Vergleichen mit Patienten die ein Plazebo erhalten haben. Aus Gründen, über die man nur spekulieren kann, werden solche Studien von Homöopathen kaum durchgeführt. Studien, die von Schulmedizinern durchgeführt und (ganz wichtig!) von Statistikern korrekt ausgewertet wurden, konnten (leider) keine Wirksamkeit - also keine objektivierbare Heilung - aufzeigen.

Falls jemandem andere Ergebnisse bekannt sein sollten - ich lassen mich gern vom Gegenteil überzeugen :wink:

Oliver

Zahnschmerzen sind nun einmal variabel, und Blutungen
sistieren an und für sich immer spontan!

Wo Du scheinbar so gut in Statistik bist. Wie hoch schätzt Du die Wahrscheinlichkeit, daß wenn innerhalb weniger Minuten nach Gabe der Homöopatikums bei (grob geschätzt) 20 Fällen die Wirkung innerhalb von z.T Sekunden einsetzt, wenns ein zufälliges Ereigniss ist?

Falls jemandem andere Ergebnisse bekannt sein sollten - ich
lassen mich gern vom Gegenteil überzeugen :wink:

Solche Studien sind mir leider auch nicht bekannt, ich hatte allerdings das Vergnügen, Statistiken von Feldversuchen eines im Nachhinein wirksamen Medikaments mit auszuwerten. Nun gut ich hab keine sehr große Ahnung von Statistik, aber was ich an Rohdaten gesehen habe (meiner Meinung eine (wenn überhaupt vorhanden) schwach ausgeprägte Signifikanz) und dann als fertiger Bericht (ein hoch wirksames Mittel) - Da steigt wenns denn keine Ausnahme war doch der Zweifel in mir hoch.

Außerdem, ich habs schon gesagt, wenn irgendetwas mit wenigen/keinen Nebenwirkungen wirkt, ist es mir egal, ob es ein Voodo-Tanz, Homöopathie, Pendeln oder was auch immer ist. Lieber das als Medikamente nehmen, die Nebenwirkungen haben umd häufig nicht wirken, jefenfalls nicht so wie sie sollen.

Das soll allerdings kein Credo gegen die Schulmedizin sein. Ich bin froh, zumindestens meistens, daß es sie gibt.

Gandalf

Wo Du scheinbar so gut in Statistik bist. Wie hoch schätzt Du
die Wahrscheinlichkeit, daß wenn innerhalb weniger Minuten
nach Gabe der Homöopatikums bei (grob geschätzt) 20 Fällen die
Wirkung innerhalb von z.T Sekunden einsetzt, wenns ein
zufälliges Ereigniss ist?

Bin leider auch kein guter Statistiker :wink: Die mittlere Blutungszeit könnte allerdings zufällig genauso lange sein, wie man braucht, um das Homöopathikum aus dem Schränkchen zu holen. Die Kontraktion der Lippenmuskeln bei der Einnahme könnte dann den Rest zur Blutstillung beitragen. Nimmt man die Globuli mit Wasser ein? Kalte Flüssigkeiten dürften zur Gefäßkontraktion und damit auch zur Blutstillung führen.
Du siehst - auf dem Weg zur objektiven Beurteilung von Therapien gibt es viele Fallstricke :wink:

Oliver

Lieber Ganfalf,
ich bin momentan in der „schulmedizinischen Forschung“ tätig und sehe jeden Tag, wie das mit der Datenauswertung funktioniert. Da gibt es verschiedene Typen von „Forschern“: Die einen wollen etwas beweißen, egal ob es stimmt oder nicht. Die drehen sich die Statistiken so wie sie sie brauchen. Das ist in hohem Maße unseriös und wird auch in den allermeisten Fällen nicht praktiziert. Das hängt aber auch vom Geldgeber der Studie ab! Natürlich werden in Studien von Pharmakonzernen die Ergebnisse entsprechend gedeutet.
Statistik ist eine mathematische Kunst. Nicht umsonst gibt es dafür einen eigenen Studiengang. Mediziner sind aber wenn überhaupt „nur“ Naturwissenschaftler und keine Statistiker. In der zweiten Gruppe sitzen also die, die ihre Ergebnisse aus Unkenntnis fehlinterpretieren.
In der 3. Gruppe sind die seriösen Forscher, die sich ggf. die Hilfe eines Statistikers holen und selbst davon viel verstehen. Das ist nach meinen Erfahrungen mit den Veröffentlichungen der absolut überwiegende Teil !
Trotz allem: Statistik ist und bleibt bis zu einem bestimmten Grad subjektiv ! Wie die Forschung ganz allgemein…

In der Medizin gilt seit ein paar Jahren ein neues Credo: das der Evidence based Medicine (EBM). D.h. bis ein Medikament für eine bestimmte Indikation empfohlen wird, muss es in grossangelegten, internationalen Studien (geographische und ethnische Unterschiede !) seine Wirkung unter Beweiß stellen. Es geht da um 10.000-60.000 Patienten ! Seit der Einführung der EBM werden Therapie-Schemata nicht mehr so schnell umgeworfen, da die Wirksamkeit wirklich untersucht wurde und ihre Gültigkeit behält (Bsp. beta-Blocker in der Herzinsuffizienztherapie waren lange obsolet, heute sind sie ein erfolgreiches Standardmedikament in dieser Indikationsgruppe). Auch über einen längeren Zeitraum muss eine Studie laufen(siehe Nebenwirkungen).
Die Homöopathie lehnt solche Studien ab. Auch Doppel-Blind-Studien (Placebo- und Therapeuteneffekt soll ausgeschaltet werden) werden nicht toleriert. Dabei geht es dabei nicht um die Untersuchung des Wirkmechanismus, sondern rein um die Wirksamkeit und das Nebenwirkungspotentials ! Eigentlich eine Chance für die Homöopathie ihre Wirksamkeit unter Beweis zu stellen.
Auch die Behauptung der Heilpraktiker, homöopathische Mittel hätten keine Nebenwirkungen ist schlicht weg falsch ! Ich kann da von Fällen berichten… Sie sind vielleicht NW-arm, aber nicht -frei! Selbst reine Placebos verursachen NW ! In den 60ern wurde in NYC eine Studie durchgeführt. Junge schwangere Frauen mit Übelkeit bekamen als Medikament einen Sirup, der eigentlich zum Auslösen von Erbrechen verwendet wird, mit dem Hinweis, es sei ein Antiemetikum. Und siehe da: ca 60% gaben an, die Überlekit sei weg. So viel zum Thema Therapeuten-Effekt…

Als adjuvante Therapie halte ich viel von der Homöopathie. Sei es in der Onkologie (da hat man wirklich gute Erolge mit adjuvanter (unterstützender) Therapie zur Chemo, Bestrahlung und Op gemacht) oder gar in der Traumatologie. Bei Schwellungen nach Sportunfällen wirken Arnica-Kügelchen nach meiner Erfahrung besser als Heparin-Salbe!

Fazit: die Homöopathen machen mit ihrer Studienfeindlichkeit und ihrem häufig viel zu ausgeprägtem Tunnelblick sich und den Patienten unnötig das Leben schwer.

Liebe Grüße
Sönke

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Bin froh das es diese Alternative gibt!!!
Hallo

Sicher sind der Naturheilkunde, wie auch der Schulmedizin, Grenzen gesetzt. Nebenwirkungen wird es auch geben, jedoch glaube ich nicht so gravierende wie bei der Schulmedizin.
Ich plädiere für eine gute Mischung aus beidem.

Uns und unseren Kindern hat die Verabreichung von homöopathischen Mitteln schon oft geholfen und vorgebeugt, das wir zu „härteren“ Mitteln" greifen mußten. Ich bin froh, das es diese Alternative gibt. Und auch froh, das wir einen Arzt gefunden haben, der auch auf dem Gebiet der Naturheilkunde fit ist. Gerade für meine Kinder, die leider durch die ständige Gabe von Antibiotika sehr anfällig geworden waren, war dieser Arztwechsel ein absolutes Plus!!!

Ein Brustwickel mit nur „klarem kalten Wasser“ hat bei meinen Kids das Fieber zwar nicht so schnell wie ein Zäpfchen aber konstant heruntergebracht. Zäpfchen mußte ich früher mehrmals geben. Mit „Retterspitz“ getränkt das beste gegen bellenden, nicht aufhören wollenden Bronitishusten.

Auch basieren viele „richtige“ Arzneimittel" auf Wirkstoffen aus der Natur und helfen. Da fragt auch keiner nach Beweisen.

Auch denke ich ist es an der Zeit sich ein wenig zu besinnen, statt " sofort draufloszubehandeln" !!! Gerade bei Penicillin ist das ja nicht ohne Folgen geblieben - viele Bakterien sind inzwischen resistent.
Eine gute Mischung aus Beidem - diese Möglichkeit besteht doch.
Warum also kein Entgegenkommen beiderseits. Doch da streiken wohl eher die Schulmediziner - oder die Pharmaindustrie - an den lieben Krankheiten hängt ja auch ne Menge Gewinn. Mit Homöopathie wären die Kranken länger und vor allem billiger gesund -oder??

mfG Claudia

Auch basieren viele „richtige“ Arzneimittel" auf Wirkstoffen
aus der Natur und helfen. Da fragt auch keiner nach Beweisen.

*Doch*, Croeti, und genau das ist der Unterschied: Naturheilmittel wie Penicillin, Digitalis oder Chemotherapeutika (!) werden in der Schulmedizin auf klinische Wirksamkeit und vor allem Nebenwirkungen geprüft, während dies die Naturheilkunde unterläßt. Es werden Substanzen gegeben, von denen man keine Ahnung hat, was sie im Körper anrichten. Beispiele: Johanneskraut macht die Pille und Antibiotika unwirksam, und Misteln scheint letztendlich ein Chemotherapeutikum zu sein.

Hat denn schonmal jemand untersucht, was die Mittel machen, die Du Deinen Kindern gibst? Was ist wenn zytotoxische Substanzen drin sind? Gab es schonmal Langzeitbeobachtungen? „Erfahrung“ des einzelnen Therapeuten helfen hier nicht weiter, da ein einzelner Therapeut nie so viele Patienten beobachten kann, um z.B. einen krebserzeugenden Effekt zu entdecken.

Warum also kein Entgegenkommen beiderseits. Doch da streiken
wohl eher die Schulmediziner - oder die Pharmaindustrie - an
den lieben Krankheiten hängt ja auch ne Menge Gewinn. Mit
Homöopathie wären die Kranken länger und vor allem billiger
gesund -oder??

Auch den Schulmediziern ist es egal, *wie* geheilt wird. Aber es muß eben schon ein Heilerfolg nachweisbar sein. Und die Medikamente müssen Sicher sein. Das sind aus meiner Sicht absolute Minimalforderungen. Ineffektive und gefährliche Verfahren werden in der Schulmedizin ausgemistet, aber in der Naturheilkunde können sie mangels Studien Jahrhundertelang bestehen bleiben.

Zum Punkt Pharmaindustrie: Ihr ist es letztendlich egal, ob sie Penicillin oder Johanneskrautpräparate verkauft. Beides macht Geld. Nur werden die Krankenversicherungen in Zukunft wie in den USA nur noch nachweislich wirksame Therapien zahlen, und solange die Wirksamkeit nicht bewiesen ist…

Oliver

Auch basieren viele „richtige“ Arzneimittel" auf Wirkstoffen
aus der Natur und helfen. Da fragt auch keiner nach Beweisen.

*Doch*, Croeti, und genau das ist der Unterschied:
Naturheilmittel wie Penicillin, Digitalis oder
Chemotherapeutika (!) werden in der Schulmedizin auf klinische
Wirksamkeit und vor allem Nebenwirkungen geprüft, während dies
die Naturheilkunde unterläßt. Es werden Substanzen gegeben,
von denen man keine Ahnung hat, was sie im Körper anrichten.
Beispiele: Johanneskraut macht die Pille und Antibiotika
unwirksam, und Misteln scheint letztendlich ein
Chemotherapeutikum zu sein.

Ich meinte „Beweise“ ob derer Wirkung - die wird nicht in Frage gestellt.
Alles hat Nebenwirkungen aber es kommt ja wohl immer auf Wahl der Mittel und ihre Dosierung an. Bei den Mitteln der Homöopatie handelt es sich um Einmalgaben in geringer Potenz. (In Mineralwässern o.ä. kommt oft eine größere Menge dieser Substanz vor)
Die Nebenwirkungen sind oft bekannt und auch benannt. Kritiker sorgen schon dafür, das auch der geringste Anteil schädigender Wirkung berücksichtigt wird. - Sollen sie ja auch - nur behaupten sie andererseits das das ganze nur Placebo Effekt sein kann und bestreiten eine Wirkung.

(Mistel ist im Übrigen kein Chemotherapeutikim sondern ein Mittel das die Abwehrzellen gegen Krebs anregt.)„Handbuch andere Medizin“ Stiftung Warentest)

Ich doktere nicht selber mit den Mitteln herum sondern das überlasse ich meinem Arzt, der diese Zusätzausbildung für Homöopathie schließlich gemacht hat sehr verantwortungsvoll damit umgeht. Ich werde durchaus darauf hingewiesen, wo die Grenzen dieser Möglichkeiten sind!!! Und nötigenfalls wendet er immer klassische Schulmedizin an!

Auch habe ich mich durchaus mit mögl. Risiken auseinandergesetzt. U.a. benanntes Buch, das sich sehr umfangreich und kritisch mit der Thematik auseinandersetzt.
Und in diesem Buch heißt es :„Homöopatische Behandlung ist in den Händen eines Arztes bei den unter Anwendungsbereiche genannten Beschwerden empfehlenswert, und auch das nur solange keine notwendigen Therapien versäumt werden (Bsp. Allergien, Abwehrschwäche…)“ „Die Behandlung anderer Erkrankungen kann die Hömöopatie begleiten.“
Deshalb habe ich BEWUßT einen ARZT mit dieser zusätzlichen Ausbildung gewählt.
Und bin über diesen Wechsel froh.
Und in vielen Fällen, in denen ich früher voll die Hammer für meine Kinder verschrieben bekommen habe, hat „nur“ die Homöopatie geholfen!!!

Hat denn schonmal jemand untersucht, was die Mittel machen,
die Du Deinen Kindern gibst? Was ist wenn zytotoxische
Substanzen drin sind? Gab es schonmal Langzeitbeobachtungen?
„Erfahrung“ des einzelnen Therapeuten helfen hier nicht
weiter, da ein einzelner Therapeut nie so viele Patienten
beobachten kann, um z.B. einen krebserzeugenden Effekt zu
entdecken.

Das gilt m.M. nach auch noch für klassische Mittel. Sie enthalten oft nicht zu knapp Stoffe, bei denen die krebsgefahr gleich mitenthalten ist.

Bei meinem Rheumamittel werde ich darüber informiert, das ich Leberkrebs kriegen kann. Das schlucke ich jeden Tag.(Gibt leider keine Alternative - nur Unterstützung durch die Naturmittel.)

Der Wirkstoff für die HIB Impfung z.B. ist aus dem Hirn von Rindern gewonnen.Jetzt weiß man welche Auswirkungen es zur Folge haben „könnte“. Gibt aber kein Ersatzmittel, wird verabreicht.
Ich denke nach wie vor das, - von mir aus unter den ausgewieftesten Testverfahren über Nutzen und Gefahren, eine Berücksichtigung beider medizinischen Möglichkeiten für uns von Nutzen wäre.
Eines schließt das andere nicht aus - so halte ich es.

mfG claudia

P.S. Ich hoffe das unser Gesundheitssystem keine amerikanischen Zustände annimmt.

Hi Croeti,

Zur objektiven Wirksamkeit von Naturheilkunde: Die Studien, die ich kenne, haben keine Wirksamkeit gezeigt. Im einem Posting weiter oben habe ich die Homöopathen um gegenteilige Studien gebeten, bisher noch ohne Antwort. Es „sei prinzipiell nicht beweisbar“. Da bin ich anderer Meinung (Gründe: siehe dort).

Stell Dir mal vor, es käme ein neues schulmedizinisches Rheumamittel auf den Markt. Es wird behauptet, es wirke. Die Studien zeigen kein aber Effekt. Du fragst nach Nebenwirkungen: „nie überprüft“.

Würdest Du dieses Mittel nehmen?

Wenn nein: Warum nimmst Du dann alternativmedizinische Mittel?
Dein Argument war: Du habest einen verantwortungsvollen Arzt. Das Problem ist nur jenes, daß Dein Arzt genauso „blind“ ist wie Du, falls keine Studien gemacht wurden.

Nochmal ein Vergleich, um es klarer zu machen: Bei Deiner Rheumamedikation wurde dank wissenschaftlicher Überprüfung festgestellt, daß es Leberkrebs induziert. Nun ist man drauf gewappnet, und Du kannst später regelmäßig Kontrolluntersuchungen vornehmen lassen. Induziert ein naturheilkuundliches Mittel Krebs, so ist der Tumor plötzlich da, weit fortgeschritten, und man schiebt die Erkrankung (noch schlimmer) auf Umweltgifte und ähnliches. Man wird ohne Studien immer im dunklen tappen und seine Patienten umbringen.

Andere Frage: Verlängert Dein Rheumamittel Deine Lebenszeit überhaupt? Schließlich könnte der positive Effekt (Rheumabekämpfung) durch den negativen (Tumor) komplett aufgehoben sein, oder noch mehr, die Lebenszeit ist kürzer! Auch diese Fragen kann man nur mit Studien (Vergleich Patienten mit und ohne Medikation bezüglich Sterberate) beantworten.

Alles Dinge, welche die Naturheikundler versäumen. Finde ich unethisch!

Oliver