Hallo, hauptsächlichen den Frauen! 
Es gibt ja viele Auslöser für diese unangenehmen Pilze, meist merkt man ja gar nicht,ob es schon wieder ausgebrochen ist.
Ich habe von meinen Frauenarzt zwar einige 'Ur’auslöser erfahren, aber machte bei mir doch eine andere Erfahrung, von der ich noch nichts gelesen, oder gehört habe.Vielleicht habt ihr das auch schon so erlebt, wäre nett, wenn ihr eure Erfahrungen preis geben würdet…Aber erst mal zu den Problem: schläft man abends mit den Partner, und hat keine Lust mehr sich unter die Dusche zu schleppen, so scheint mir das eine freudige Begünstigung für diese Pilze zu sein.(was man bereits am Morgen danach feststellt) Aber eigentlich sollte doch in der Hinsicht nix schieflaufen?? (natürlicher Körpersaft, und kein Agar Agar Nährboden)
Wie gesagt, diesen Zusammenhang habe ich schon öfters festgestellt. Bin ich ‚annormal‘ in Hinsicht auf das Sperma?
Ich würd mich freuen, wenn ebenso Leidgeplagte ihre Erfahrungen posten würden!
Einen Gruss,
Nicole
schläft man abends mit den Partner,
Hallo, Nicole,
vor vielen Jahren hatten meine damalige Partnerin und ich mal das Problem. Der Arzt behandelte uns „partnerschaftlich“, d.h. wir mußten beide etwas dagegen tun. (Scheidenzäpfchen bzw. Salbe)
Danach war dann Ruhe. Allerdings sollte die Behandlung langfristig (3 Wochen) gewissenhaft durchgeführt werden.
Gruß Eckard.
Hi Eckard,
daran dachte ich auch, aber ‚mein‘ Arzt scheint nicht auf die Idee zu kommen, beide zu behandeln. Bis jetzt bekomme ich meine Mittel, dann ist es wieder weg, aber man kann drauf warten bis es wieder losgeht…na ja, wie bereits geschrieben.
Vielleicht mal in der Apotheke fragen, ob es auch was rezeptfreies für Männer gibt.
Das mit den drei Wochen konsequente Behandlung ist mir noch gar nicht unter die Ohren gekommen, auf den Packungsbeilagen mancher Mittel steht sogar, dass man generell nicht auf Verkehr verzichten muss, während der dreitägigen Behandlung…So ein Käse.
Danke fürs posten!
Nicole
Liebe Nicole,
das Problem besteht nicht etwa darin, daß Dich Dein Partner beim Verkehr jedesmal neu infiziert. Candida ist als normalerweise harmloser Organismus überall zu finden, auch in der Scheide gesunder Frauen. Eine Behandlung Deines Partners gegen Candida macht also von Haus aus keinen Sinn.
Aber warum nimmt bei Dir nun Candida überhand und verursacht eine manifeste Infektion? Nun, normalerweise existiert in der Scheide eine Normalflora aus Laktobazillen, welche die Schleimhaut auskleidet und keinen Platz mehr für Candida läßt. Außerdem wandelt diese Normalflora Zucker (Sperma ist zuckerhaltig, daher Ausbruch nach Geschlechtsverkehr) in Milchsäure um - sie „klaut“ also Candida einerseits den Nährstoff und schafft andererseits ein wachstumsfeindliches saures Scheidenmilieu.
Es ist also notwendig, die Normalflora wieder in Ordnung zu bringen. Hierzu gibt es in der Apotheke Zäpfchen, die Laktobazillen enthalten und die Flora wieder „auffüllen“. Einfach in der Apotheke nach Laktobazillus-Scheidenzäpfchen fragen, der Apotheker weiß dann schon was Du möchtest. Laktobazillen sind übrigens auch in Naturjoghurt enthalten. Man kann also alternativ einmal täglich einen präparierten Tampon für ein paar Minuten einführen. Aber bitte zuckerfreien Joghurt
.
Eine häufige Ursache für eine gestörte Flora ist übrigens zu *häufiges* Duschen - die Laktobazillen werden weggewaschen. Daher sollte man im Intimbereich gar kein Duschgel verwenden - Wasser reicht. Unangenehme Gerüche entstehen erst durch eine Fehlbesiedlung durch Fremdbakterien - in diesem Fall nicht Candida, sondern Gardnerellen, welche Eiweiße zu unangenehm riechenden biogenen Aminen verstoffwechseln. Zuviel Hygiene verhindert also keine Infektionen, sondern kann im Gegenteil deren Ursache sein!
Grüßle und viel Erfolg,
Oliver
P.S.: Als Schulmediziner sollte ich Dir noch raten, einen Blutzuckertest durchführen zu lassen - Candidinfektionen können *manchmal* das erste Symptom eines Diabetes sein.
Hallo, Nicole,
daran dachte ich auch, aber ‚mein‘ Arzt scheint nicht auf die
Idee zu kommen, beide zu behandeln.
Naja, ist ja eigentlich logisch:
Beim GV übertragen sich die lieben Pilzchen auf Deinen Partner. Selbst peinliche Sauberkeit wird sie bei ihm nicht ganz zum Verschwinden bringen können. Zwar kriegst Du durch Deine Behandlung die bei Dir „wohnhaften“ los, aber beim nächsten Verkehr kriegst Du das was Du zwischenzeitlich bei Deinem Partner „geparkt“ hast wieder zurück und das Spielchen geht von vorn los. (Reinfektion)
Pilzinfektionen sind generell eine recht langwierige Geschichte.
Wie gesagt, meine Erfahrungen sind schon einige Jahre her, vielleicht geht es ja heutzutage schneller. Soweit ich mich erinnere (Da war doch mal was
war Enthaltsamkeit nicht erforderlich.
Sprich mal mit Deinem Arzt bzw. dem Apotheker über Partnertherapie.
Unterstützend solltest Du zumindest übergangsweise auf kochfeste Slips umsteigen.
Gruß Eckard
Hallo Nicole,
zu dem bereits Gesagten möchte ich noch etwas ergänzen:
Zunächst einmal sehe ich es (auch aus eigener Erfahrung) als sehr sinnvoll an, den Partner mitzubehandeln, um dem sog. „Pingpong-Effekt“ vorzubeugen. Anschließend kann man sich weiterhin darum kümmern, die optimale Flora (Döderlein’sche Stäbchen = Lactobacillus, bringt optimalen pH-Wert), wie empfohlen, aufzubauen.
Da dies aber nicht immer so recht gelingt, bei Einnahme von:
Cortison, Antibiotika, Hormonen (Pille, aber auch während der Schwangerschaft), ebenfalls beim bereits erwähnten Diabetes und einer Immunsuppression, ist gerade die Partnermitbehandlung besonders zu empfehlen, denn sonst verlaufen die Infektionen so, wie von dir geschlildert.
Viele Grüße
Renate
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Hallo Renate,
zur Partnerbehandlung bei Candida gibts Studien aus den Staaten - bringt nix, im Gegenteil, der „outcome“ auf die Gesamtgesundheit ist sogar schlechter, da ja Nebenwirkungen auftreten 
Es können nur Frauen von genitaler Candidiasis betroffen werden, weil nur im weiblichen Genitale (Vagina) Glykogen (Nährstoff) produziert wird. Der Pongpong-Effekt tritt bei einer anderen Infektion (Trichomanas) auf, wo daher eine Paarbehandlung indiziert ist.
Aber, ganz wichtig - natürlich muß die Frau erstmal eine antimykotische Therapie gegen Candida durchführen, dann natürlich erst die Normalisierung der Scheidenflora 
Daß die Pille zu einer höheren Inzidenz an Candidainfektionen führen würde, wäre mir gänzlich neu!
Oliver
Was Oliver schreibt, kann ich bestätigen!
Hi Nicole,
Ich hatte auch viele Pilzinfektionen, bis mir der Frauenarzt den entscheidenden (
Tipp gab. Nicht zuviel waschen, also wenn möglich nur einmal am Tag und dann nur mit reinem Wasser am inneren Genitalbereich. Bei mir hat das wirklich Wunder bewirkt, auch wenn ich vorher keine Waschfreak war! Und keinen Waschlappen oder so benützen!!
Mein Partner wurde auch nie behandelt, an ihm lag es wirklich nicht, ich hätte auch keinen zeitlichen oder sonstigen Zusammenhang feststellen können. Die Scheidenflora muss ok sein, das ist alles! Jetzt habe ich schon seit ca. 6 Jahren gar nix mehr gehabt, seit ich den Waschtipp beherzige, und die Scheidenfrora ist Topp, sagt zumindest mein Gyn!
Gruß
Jeanny
Hallo Oliver, hallo Nicole,
zur Partnerbehandlung bei Candida gibts Studien aus den
Staaten - bringt nix, im Gegenteil, der „outcome“ auf die
Gesamtgesundheit ist sogar schlechter, da ja Nebenwirkungen
auftreten
Diese (neuen) Studien sind nicht überall bekannt. Wo findet man mehr darüber?
Die Meinungen sind jedenfalls noch sehr geteilt 
Es können nur Frauen von genitaler Candidiasis betroffen
werden, weil nur im weiblichen Genitale (Vagina) Glykogen
(Nährstoff) produziert wird.
Der männliche Partner erkrankt üblicher Weise nicht, kann aber haftende Hefezellen, die nach dem Duschen selten vollständig verschwunden sind, an eine Partnerin weitergeben.
Der Pingpong-Effekt tritt bei
einer anderen Infektion (Trichomanas) auf, wo daher eine
Paarbehandlung indiziert ist.
Bei der Candida-Mykose spricht man eher von einer opportunistischen Erkrankung.
Aber, ganz wichtig - natürlich muß die Frau erstmal eine
antimykotische Therapie gegen Candida durchführen, dann
natürlich erst die Normalisierung der ScheidenfloraDaß die Pille zu einer höheren Inzidenz an Candidainfektionen
führen würde, wäre mir gänzlich neu!
… war vor Jahren noch ein häufiger Grund, die Pille abzusetzen. Bedingt durch den hohen Östrogenanteil (kam/kommt auf die Pille an), ähnlich einer Schwangerschaft, kommt es zu einer Abnahme der Döderlein’schen Stäbchen. Dadurch verändert sich das Scheidenmilieu dahingehend, dass durch den ansteigenden pH-Wert und den steigenden Zuckergehalt (Glykogen) das Wachstum der Hefen ermöglicht wird.
Der pH-Wert liegt normalerweise zwischen 4,0 oder 4,4.
Wenn man dann noch in viel besuchten Warmwasserpools badet, dann steigen die Chancen einer Infektion weiter…
Nicole, wenn eine 3-5 tägige Behandlung nicht ausreicht, könnte es sich um schwer therapierbare Candida-non-albicans-Spezies handeln, die u. U. zwei Wochen behandelt werden müssen.
Und um eine Re-Infektion zu vermeiden, muss die Wäsche mindestens bei 60°C gewaschen werden.
Gruß, Renate
Hallo Renate,
Diese (neuen) Studien sind nicht überall bekannt. Wo findet
man mehr darüber?
Die Meinungen sind jedenfalls noch sehr geteilt
laß mich kurz ausholen: Die Krankenversicherungen in USA üben ziemlichen Druck auf die Ärzte dort aus und zahlen nur noch Therapien, deren Effektivität wissenschaftlich bewiesen ist. Nun gibts aber (und Candida ist ein gutes Beispiel) zu jeder Therapie viele Veröffentlichungen mit widersprüchlichen Ergebnissen - soll heißen, die Krankenversicherung kann einem immer einen Gegenbeweis vorlegen. Daher braucht man Studien, die die bestehende Literatur kritisch beurteilt, zusammenfaßt und soo versucht einen Gesamtbeweis oder Gegenbeweis zu formulieren („best evidence“). Die Egebnisse sind dann in der Cochrane Library (http://www.cochrane.org) zusammengefaßt, ohne die in den USA, und bald auch wohl bei uns, nichts mehr geht („evidence based medicine“). Die Datenbank entspricht der Medline, nur daß die Artikel nach „best evidence“ ausgewählt wurden und besagte Reviews vorhanden sind.
Dort findest Du, um nun zum Punkt zu kommen, auch die Candidaliteratur 
Der Zugang ist leider kostenpflichtig und auf Ärzte beschränkt, aber Netdoktor (http://www.netdoktor.de, dort auf „Netdoktor Pro“ klicken) gewährt ihren Mitgliedern normalerweise kostenlosen Zugang - im Moment aber (vorübergehend) nicht, deren Vertrag ist wohl abgelaufen oder so … 
Oliver
Postings aufmerksam gelesen!
Ich danke Euch allen für Eure Ausführungen!
Die Sache mit den Lactobazillus habe ich auch schon gehört, und dass es nicht schlecht sei, mal ab und an einen Fingerschlag (unbehandelten) Joghurt einzuführen. Das habe ich mich allerdings noch nicht so richtig ‚getraut‘, obwohl die Reststoffe ja auf natürlichem Weg wieder ausgeschieden werden.
Die Sache mit den Waschen hat mich überrascht (schon beim Frauenarzt gehört), dass die Scheidenflora so empfindlich ist…
Dazu gehört bestimmt auch heisses Baden(ich könnte stundenlang in 38°C heissen Schaumwasser liegen), Parfumzusätze im Badewasser etc. Darauf achtet man gar nicht so!
Mich ärgert der Hefepilz schon ziemlich lang, nicht zuletzt, weil ich als Mädchen schon an einer Blaseninfektion erkrankt war, und, soweit ich mich erinnere, wurde da auch schon mit Salbe gegen die Pilze behandelt. Seither ist es ein auf und ab, und ziemlich nervig! Danke für den Tipp mit den Abkochen der Unterwäsche, darauf hab ich noch nicht geachtet!
Ich habe mich z.Z. mit meinen Partner geeinigt, erst nur ‚mit‘ ins Vergnügen zu tauchen. Ein Apothekenbesuch kann nicht schaden.
Danke nochmals!
Eine kurze Arbeitswoche wünscht,
Nicole
zur Diabetes
Hallo Oliver,
P.S.: Als Schulmediziner sollte ich Dir noch raten, einen
Blutzuckertest durchführen zu lassen - Candidinfektionen
können *manchmal* das erste Symptom eines Diabetes sein.
Kurze Frage nochmal dazu: ich war erst kürzlich beim Betriebsarzt, da wurde mir gesagt, dass alle Blutwerte normal liegen. Kann ich mich darauf verlassen, oder ist das nicht so ‚genau‘? (Blöde Frage ich weiss, es ist ja ein richtiger Arzt und der wird ja wissen, was er macht.) In meiner Familie gab es bis jetzt noch keine Zuckerfälle…Hoffentlich bleibts auch so.
einen Gruss,
Nicole *etwasnachdenklich*
Kurze Frage nochmal dazu: ich war erst kürzlich beim
Betriebsarzt, da wurde mir gesagt, dass alle Blutwerte normal
liegen.
Strenggenommen müßte die Blutentnahme morgends auf nüchternem Magen erfolgen. Nach dem Essen sind die Zuckerwerte ohnehin erhöht, und ein *latenter* Diabetes wird verschleiert. Wenn die Krankheit dann aber *richtig* loslegt, hat man auch in „normalen“ Blutentnahmen erhöhte Werte. Du könntest also höchstens einen latenten Diabetes haben, welcher aber kaum zu Infektionen führt. Damit hätte Deine Candidiasis also eine andere Ursache (Flora). Also: alles okay 
Nochmal zum Thema Kondom: Candida ist allgegenwärtig und befindet sich nicht nur am Genitale Deines Partners, sondern auch auf Deinen Händen, auf dem Klopapier, auf Unterwäsche sobald Du sie nur nach dem Kochwaschgang aus der Maschine nimmst (außer Du sterilisierst den Wäschekorb) und auch auf Tampons und Binden, nachdem Du die Packung geöffnet hast (Schließlich wirst Du keinen Mikropartikelfilter für die Raumluft haben *g*). Es ist damit nicht verhinderbar, daß Candida in die Vagina gelangt. Das Problem ist vielmehr, wie gesagt, daß sich Candida aufgrund der gestörten Scheidenflora dort ausbreitet.
Daraus folgt: Kondome sind sinnlos. Laß lieber die Bäder weg.
Oliver
Danke,Oliver!
Das erschreckt ja einen doch irgendwo, wenn man weiss, dass überall diese Pilze hocken. Aber das ist wahrscheinlich wie mit Krankheitskeimen: wir sind ihnen täglich ausgeliefert, merken es aber gar nicht, wenn das Immunsystem in Ordnung ist.
Ich freund’ mich mal lieber mit den Joghurt-Gedanken an…
einen schönen Tag noch,
Nicole
hallo leute,
von candida kann ich auch ein (leid)liedchen singen. meine erfahrung: eine 3-tage-behandlung hat kaum jemals gereicht. normalerweise soll man ja alle pilze eine gute weile nach abklingen der sicht- & spürbaren symptome weiterbehandeln- also wieso gibt es da überhaupt noch diese 3-er packungen?
also: generell 2-3 wochen beide partner behandeln. nystatin salbe oder fungizid gibt es in der apotheke rezeptfrei, was nicht heissen soll, dass ich dafür werbe, das man sich ohne ärztl. rat selbst behandeln sollte. trotzdem, gut zu wissen, für den akutfall.
also: litt jahrelang unter immer wiederkehrende candida-infektionen im genitalbereich: immer wieder sälbchen, zäpfchen, pillchen, sogar vereisung. das glück war nur von kurzer dauer. dann brachte mich meine frauenärztin auf die idee mal einen generellen pilz-check zu machen, denn sie vermutete dass der pilz auch woanders im körper fuss gefasst hat und von inner reaktiviert wird. ergebnis: ganzer verdauungstrakt verpilzt. behandlung mit: daktar mundgel, enzianblau, nystatin-suspenison um erstmal den mund pilzfrei zu kriegen, parallell dazu: nystatin tabletten 3x2/tag über 30 tage um den verdauungstrakt zu bereinigen (dazu strenge diät: nix süsses, nix mit weissmehl, möglichst viel fasrige nahrung (gemüse) zum ausräumen der pilznester, zum ende der behandlung nystatin zäpfchen, dananch vagiflor zum herstellen einer normalen scheidenflora, dann omniflora kapseln zum aufbau der darmflora, begleitend noch zn zum aufkurbeln des immunsystems … grrr. irgendwann dann besser.
wichtig: das ganze unter ständiger ärztl. kontrolle und wiederh. pilztests.
meine erfahrung: viele ärzte nehmen das thema pilze nicht ernst genug, sagen, dass sei eine modeerscheinung und lassen sich nicht dazu bewegen irgendwelche abstriche zu machen oder stuhlproben ans labor zu schicken.
bitterer nachgeschmack: nach etwa 1 jahr behandlung alles ok, jetzt wieder häufig pilze im vaginalbereich. nach meiner beobachtung bin ich bei dauerstress und müdigkeit anfälliger, wobei es auch umgekehrt sein könnte dass müdigkeit und geringere belastbarkeit die folge des pilzbefalls sind.
fazit: nicht auf die leichte schulter nehmen. im normalfall muss das immunsystem mit den pilzen ferig werden. rechtzeitig erkannt, ausreichend behandeln, damit sie endgültig weg sind.
viel erfolg und kopf hoch!
falls jmd. noch was sinnvolles/hilfreiches zu diesem thema einfällt, bitte um nachricht!
gruss,
ama
ps: dr. thomas weiss aus mannheim hat ein gut verständliches buch über pilze im organismus geschrieben (weiss den titel nicht mehr genau, ist aber sicherlich noch auf amazon mit hilfe der autorensuche zu finden.)
Hallo Ama,
ich muß ein wenig vor der „Körperverpilzungshysterie“ warnen: Ein *jeder* hat Candida im Verdauungstrakt. Ein positive Pilzkultur aus Stuhl beweist also lediglich das, was man ohnehin schon weiß.
Antimykotika haben eine ganze Menge Nebenwirkungen und sollten nur bei klarer Indikation eingesetzt werden.
Falls jemand trotz guter Vaginalflora laufend Infektionen hat, so liegt das (sofern keine erworbene Immundefizienz vorliegt) an einer angeborenen „Blindheit“ des Immunsystems für Candidaantigene. Auf molekularer Ebene sind gewisse MHC-Rezeptoren auf den Leukozyten nicht vorhanden, die nötig wären um Candida zu binden.
Dann nutzt (wie bei Dir) eine antimykotische Therapie nur vorübergehend. Da die Gentecknik noch nicht weit genug ist, um solch einen Defekt zu reparieren, kann man leider nur versuchen, mit dem Pilz zu leben 
Oliver
Noch einmal Candida / Keine Hoffnung ?
Hallo Oliver
ich muß ein wenig vor der „Körperverpilzungshysterie“ warnen:
Hysterie ist die richtige Wortwahl. Ich glaube schon, dass man zur Hysterie neigt, wenn man jahrelang wie gegen Windmühlen mit diesen Pilzen kämpft und sie doch nie richtig los wird. Diese ständigen Niederlagen, mal abgesehen von den komischen Zuständen - von Brennen, Juckreiz, Ausfluss etc… je nachdem wo der Pilz gerade wuchert sind über die Jahre nicht einfach zu ertragen. Ebenso wie das anscheindend Nicht-Ernstgenommen-Werden von Schulmedizinern, die Dich nach 5’ nach Hause schicken und sagen - ‚alle Leute haben Pilze im Darm, im Mund etc., also keep cool‘ bis hin zum anderen Extrem, den Heilpraktikern und sonst. Gurus, die das vielleicht zu sehr dramatisieren aber auch keine Dauerlösung anbieten können.
Ein *jeder* hat Candida im Verdauungstrakt. Ein positive
Pilzkultur aus Stuhl beweist also lediglich das, was man
ohnehin schon weiß.
Und wie sieht es mit der Menge der Pilze aus? Ich dachte, anhand solcher Kulturen kann man feststellen, ob die Pilze in ‚normaler‘ Konzentration vorhanden sind oder ob sie gerade Überhand ergreifen. Warum sollte es bei Pilzen anders sein? Oder gibt es da nur ‚normal‘ und kein ‚zu viel‘? Versteh ich jetzt nicht so gut …
Falls jemand trotz guter Vaginalflora laufend Infektionen hat,
so liegt das (sofern keine erworbene Immundefizienz vorliegt)
Was ist ‚gute Vaginalflora‘? Wie oft sollte man diese testen? I.d. Regel geht man doch eher was testen lassen, wenn was nicht ok ist, sprich, in meinem Fall, wenn ich Pilzsymptome habe und dann ist die Flora wohl auch nicht so toll.
Und wie kann ich feststellen ob eine ‚erworbene Immundefizienz‘ vorliegt? Kann damit nicht viel anfangen.
an einer angeborenen „Blindheit“ des Immunsystems für
Candidaantigene. Auf molekularer Ebene sind gewisse
MHC-Rezeptoren auf den Leukozyten nicht vorhanden, die nötig
wären um Candida zu binden.
Dann nutzt (wie bei Dir) eine antimykotische Therapie nur
vorübergehend. Da die Gentecknik noch nicht weit genug ist, um
solch einen Defekt zu reparieren, kann man leider nur
versuchen, mit dem Pilz zu leben
Das ist ein interessanter, wenn auch sehr entmutigender Aspekt, den mir gegenüber noch kein Arzt zu diesem Thema erwähnt hat.
Frage: Wie gefährlich kann das Ganze mit der Zeit werden? z.B. bei noch stärkerer Immunschwäche, Krankheit etc…
Was hältst Du von der Theorie, dass so häufig auftretende ‚Verpilzungen‘ einen versteckten Infektionsherd als Ursache haben können? Den zu lokalisieren und zu beseitigen wäre die erste Voraussetzung um erfolgreich die ständigen Pilzbefalle loszuwerden.
Vielen Dank im Voraus für Deine Antworten und Anregungen. (Selbstverständlich auch von anderen Forumteilnehmern sehr willkommen.)
Viele Grüsse,
Ama
Hi Ama,
Bakterien- und Pilzkulturen erlauben in der Tat keine Aussage darüber, ob im Untersuchungsmaterial sehr viele oder sehr wenige Keime enthalten waren. Bei schnellem Wachstum (wie bei Candida) können es ursprünglich nur sehr wenige gewesen sein.
Eine andere Möglichkeit ist, den Stuhl direkt zu mikroskopieren. Da kann man dann die Zahl der Pilzsporen pro ml Stuhl bestimmen.
Diese wird bei Dir sicher erhöht sein. Dies ist aber Ausdruck Deiner Candidaneigung - man kriegt damit nur bestätigt, was man ohnehin schon weiß.
Solch angeborene „Blindheit“ des Immunsystems für ganz bestimmte Erreger ist schulmedizinisch nicht sicher etabliert, aber es ist andererseits klar, daß so etwas existieren muß, wenn man sich in der Immunologie auskennt. Vermutlich ist der Defekt sehr lokalisiert und betrifft nur das Immunsystem der Schleimhaut. Sonst hätte sich der Pilz schon längst auf das Körperinnere ausgebreitet (und das hättest Du mit Sicherheit gemerkt).
Candida ist also für Dich eher lästig als gefährlich. Dafür aber *ziemlich* lästig. Du hast aber folgende Möglichkeiten:
* Am wichtigsten: regelmäßige Pflege der Vaginalflora (kein Duschgel, Zäpfchen/Joghurt, s.o.)
* „halbpräventive“ Anwendung von anti-Candida-Zäpfchen: D.h. wenn Du alle 4 Wochen eine Infektion hast, so könntest Du alle 3 Wochen die Zäpfchen für ein paar Tage verwenden. Wahrscheilich wäre sogar eine Daueranwendung möglich, allzu schädlich sind sie eigentlich nicht.
* nimmst Du die Pille? vielleicht mal auf einen anderen Präparattyp wechseln (z.B. normale -> Minipille), oder überhaupt erstmal die Pille verschreiben lassen, um den Hormonhaushalt neu zu mischen. Vielleicht ist das einen Versuch wert.
* Naturheilkunde: Wäre vielleicht auch einen Versuch wert, aber bitte nur zusätzlich. Da müßtest Du einfach ein wenig herumprobieren.
* Ernährungsumstellung: Nur wenn sie Deine Lebensqualität nicht beeinträchtigt. Nutzen unbewiesen. Wenn Du zwar Candidafrei bist, aber fast nichts mehr essen darfst, so macht das auch keinen Sinn.
Du siehst, aufgeben mußt Du nach lange nicht 
viel Erfolg
Oliver
Danke
Hi Oliver,
Bakterien- und Pilzkulturen erlauben in der Tat keine Aussage
darüber, ob im Untersuchungsmaterial sehr viele oder sehr
wenige Keime enthalten waren.
… Das leuchtet mir endlich ein …
* „halbpräventive“ Anwendung von anti-Candida-Zäpfchen: D.h.
wenn Du alle 4 Wochen eine Infektion hast, so könntest Du alle
3 Wochen die Zäpfchen für ein paar Tage verwenden.
Du meintest, dass pilzbekämpfende Mittel nicht so ohne weiteres ohne ärztl. Aufsicht verwendet werden sollen. Was ist, wenn ich z.B. alle 3 Wochen Nystatin-Zäpfchen (das sind die am wenigsten ‚breitspektrum…‘-Antipilzzäpfchen, die mir bekannt sind, und zielen auf Candida) verwende? Bilden sich dann keine Resistenzen? Ich meine, dass der Pilz dann Nystatin-widerstandsfähig wird. So ähnl. verhält es sich doch mit Bakterien und Antibiotika.
Wahrscheilich wäre sogar eine Daueranwendung möglich, allzu
schädlich sind sie eigentlich nicht.
* nimmst Du die Pille?
Ne! Keine Hormone! Schon lange nicht mehr: eben wg. dem Pilz.
* Naturheilkunde: Wäre vielleicht auch einen Versuch wert,
aber bitte nur zusätzlich. Da müßtest Du einfach ein wenig
herumprobieren.
Homöopathie versucht. Immer nach Pilzbehandlungen, sozus. zur FEstigung des Erfolges. Hat aber nie lange geholfen. Oder ich habe noch nicht das richtige Mittelchen gefunden.
* Ernährungsumstellung: Nur wenn sie Deine Lebensqualität
nicht beeinträchtigt. Nutzen unbewiesen. Wenn Du zwar
Candidafrei bist, aber fast nichts mehr essen darfst, so macht
das auch keinen Sinn.
Grrr. Ich kenne das, aber auf Dauer war ich damit auch nicht glücklich. Versuche jetzt eine moderate Art: nicht ganz ohne Suessigkeiten, aber so wenig wie möglich.
Du siehst, aufgeben mußt Du nach lange nicht
viel Erfolg
Tja, danke. Deine Informationen haben mir sehr geholfen, einiges doch noch anders zu betrachten …
Liebe Grüße
Ama
Du meintest, dass pilzbekämpfende Mittel nicht so ohne
weiteres ohne ärztl. Aufsicht verwendet werden sollen.
Das gilt in erster Linie für die orale Einnahme. Lokale Anwendug ist wesentlich harmloser. Es macht ja auch z.B. einen großen Unterschied, ob Du mit Alkohol schmerzende Gelenke einreibst oder ihn trinkst *g*
(…) keine Resistenzen? Ich meine, dass der Pilz dann
Nystatin-widerstandsfähig wird. So ähnl. verhält es sich doch
mit Bakterien und Antibiotika.
Guter Punkt, aber bei Pilzen bilden sich komischerwiese keine Resistenzen aus. Ich würds aber trotzdem zunächst nicht dauernd, sondern intervallartig anwenden, und sofort im Anschluß die Flora pflegen (Yoghurt). Damit solltest Du dann eine Zeitlang gerüstet sein.
Zunächst kannst Du es ja auch mal einige Zeit mit Florapflege nonstop (ohne Antimykotika) versuchen, vielleicht reicht das ja schon.
Ne! Keine Hormone! Schon lange nicht mehr: eben wg. dem Pilz.
Probiers mal mit der Minipille. Die enthält kein Östrogen, sondern Gestagen. Das wirkt theoretisch auf das Scheidenepithel „atrophisierend“, damit weniger Zuckerproduktion durch die Scheidenzellen, damit weniger Nährstoff für Candida. Wäre doch einen Versuch wert! Gibts auch als Injektionspräparat im Dreimonatsrhythmus.
Oliver