FSME-Immunisierung durch homöopathische Mittel? Immunisieren kann man definitiv so nicht!! Das Immunsystem braucht Teile des Erregers, um Antikörper zu entwickeln und im Falle einer tatsächlichen Infektion schneller und heftiger reagieren zu können. So funktioniert es - oder eben gar nicht.
Bevor man zur FSME-Impfung schreitet, sollte man erst mal überprüfen, ob man überhaupt in einem Endemie-Gebiet lebt, da FSME regional gebunden ist. Erstklassig hierfür:
1.) Stimmt es, dass es in Deutschland für Kinder bis 12 Jahre
heuer keinen zugelassenen FSME-Impfstoff gibt?
Das stimmt: „TicoVac“ war bisher zugelassen, wurde aber zurückgezogen. „Encepur“ kann erst über 12 Jahre geimpft werden.
2.) Angeblich ist es möglich, Kinder mittels homöopatischer
Mittel gegen FSME zu immunisieren. Ist das richtig und nur
eine Vermutung?
Das stimmt nicht. Homöopathie kann keine Impfung ersetzen.
Allerdings ist die FSME - Impfung auch nicht unbedingt nötig, wenn man nicht gerade in einem massiv gefährdeten Gebiet lebt.
Normale Schutzmaßnahmen, wie entsprechende Kleidung reichen in der Regel aus.
eteas offtopic, aber: wie oft haben denn Deine Kinder Zeckenbisse? Und lebt ihr in einem Gebiet, in welchem das FSME-Virus heimisch ist? (nicht: Borrelliose, dagegen hilft die Impfung nicht)
Hintergrund der Frage: Zwar ist das Impfrisiko minimal, aber wenn das Infektionsrisiko noch minimaler ist, so sollte man nicht impfen.
den Impfstoff Ticovac, der vor allem für Kinder verwandt wurde, hat man wegen relativ häufig und stark auftretenden Impfreaktionen in der letzten Impfsaison, vom Markt genommen.
Einen Ersatz gibt es nicht - trotzdem muss man sich keine allzugroßen Sorgen machen, falls man den Urlaub in Endemiegebieten verbringen möchte oder gar dort wohnt.
In Endemiegebieten gilt etwa 1 von 500 Zecken als FSME-Virus-infiziert. 90% der Infektionen verlaufen symptomlos, ca. 10% führen zu klinisch manifester Erkrankung unterschiedlicher Ausprägung.
„Insgesamt verläuft die FSME- Erkrankung im Kindesalter im Vergleich zum
Erkrankungsverlauf bei Erwachsenen leichter und heilt fast immer ohne Folgeschäden
aus. Bleibende neurologische Schäden sind eine Rarität.“
Trotzdem - ein mulmiges Gefühl bleibt, wenn man die Kinder nicht schützen kann.