Konisation

Kennt sich jemand mit dem Gebärmutterhalskrebsverursachern aus?
Habe bereits eine Konistaion hinter mir und gerade den neuesten Befund (3d) präsentiert bekommen. Gibt es alternative Heilverfahren oder Unterstützung aus der altern. Medizin?
Möchte nicht schon wieder unters Messer…
Ich habe gehört, es soll demnächst sogar die Möglichkeit geben, gegen diesen Virus zu impfen!!
wer weiss was??

Hallo Pia,

Gebärmutterhalskrebs wird durch humane Papillomaviren (HPV) hervorgerufen und ist damit tatsächlich eine sexuell übertragbare Krebsform. Die Papillomaviren verändern die Schleimhautzellen am Muttermund. Zunächst entsteht eine unspezifische Entzündung, die auch bei anderen Erregern entstehen kann (Stadium I und II nach Papanicolau). Dann aber transformiert das Virus die Zellen in Krebszellen, es resultieren sogenannte „atypische Schleimhautzellen“ oder kurz „Atypien“. Es handelt sich hier bereits um Krebszellen (!), die aber (noch) nicht in die Tiefe gewandert sind und daher auch (noch) nicht metastasieren können. Bei leichten Atypien (Stadium III und IIID) können sich die Veränderungen noch zurückbilden. Stadium IV bildet ist jedoch irreversibel, d.h. früher oder später wird der Krebs nach innen wachsen.

Du bist im Stadium IIID. Viele Gynäkologen halten es für vertretbar, hier drei Monate zu warten und dann nochmal einen Abstrich zu machen, in der Hoffnung, daß sich die Veränderungen nochmal zurückbilden. Dies aber nur nach einer Kolposkopie, um ganz sicher zu sein, daß man das Stadium nicht unterschätzt. (Kolposkopie: Der Arzt schaut sich mit Spekulum und einer Vergrößerungsoptik den Muttermund ganz genau an).

Naturheilkundliche Mittel: Mag sein, daß ein immunstärkendes Mittel die HPV-Infektion verhindern kann. Bei Dir hat sie allerdings schon krebsartige Veränderungen hervorgerufen. Solche Mittel können also allenfalls unterstützend wirken. Gegenüber anderen Behauptungen wäre ich sehr, sehr kritisch, da Du womöglich eine 100%ige Heilungschance verpassen würdest.

Von der Impfung habe ich bisher nur am Rande gehört, ich glaube sie befindet sich gerade so am Übergang zu klinischen Versuchen. Es dürfte wohl noch ein paar Jahre dauern, bis sie als sichere Methode jedem zur Verfügung steht.

alles Gute,
Oliver

Hallo Oliver-

wie ist das mit der Übertragung? Würde da nicht (außer bei mir natürlich, da scheint es ja zu spät zu sein) normalerweise ein Kondom vor schützen?
Soweit ich weiß können diese Viren nur kurzfristig an der Luft leben. Voraussgesetzt es wurden bei der ersten Konisation alle „Herde“ entfernt, ist dann eine Re-infektion möglich? Kann man den Virus beim Mann nachweisen?

Was passiert, wenn ich brav alle Vierteljahr zu meiner Untersuchung gehe, und alle Jahre oder 2 dengleichen Befund habe und operiert werden muß?
Irgendwann geht das auch nicht mehr- Hier sprechen immer alle von heilen, aber das scheint ja wohl doch nicht so zu sein, oder?
Gruß Pia

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wie ist das mit der Übertragung? Würde da nicht (außer bei mir
natürlich, da scheint es ja zu spät zu sein) normalerweise ein
Kondom vor schützen?

Richtig :wink:

Soweit ich weiß können diese Viren nur kurzfristig an der Luft
leben. Voraussgesetzt es wurden bei der ersten Konisation alle
„Herde“ entfernt, ist dann eine Re-infektion möglich? Kann man
den Virus beim Mann nachweisen?

Das sind Fragen, die auch den Schulmediziner brennend interessieren würden :wink: HPV ist eben nicht so lange bekannt. Sicher ist, daß HPV auch die Haut (auch Scheide?) infizieren kann. Manchmal bilden sich Warzen, manchmal aber auch nicht. Es besteht jedenfalls keine Krebsgefahr. Es kann also rein theoretisch sein, daß Du Dich laufend selber infizierst, oder Dein Partner, trotz Kondom, z.B. mit den Händen.

Was passiert, wenn ich brav alle Vierteljahr zu meiner
Untersuchung gehe, und alle Jahre oder 2 dengleichen Befund
habe und operiert werden muß?
Irgendwann geht das auch nicht mehr- Hier sprechen immer alle
von heilen, aber das scheint ja wohl doch nicht so zu sein,
oder?

Hier würde ich die Heilung als Rettung vor dem Krebstod sehen. Immerhin, das ist doch was :wink: Reinfektionen bzw. „Rezidive“ können im Augenblick mit den obigen Unsicherheitsfaktoren nur durch Kondome verhindert werden.

Ich will Dich nicht schocken, aber sofern es laufend wiederkommt, wird Dein Gyn Dir irgendwann vorschlagen, die Gebärmutter zu entfernen, sofern Deine Familienplanug abgeschlossen ist. Aber wie gesagt, hier geht es um Krebs oder nicht Krebs, da ist man halt lieber ein bißchen vorsichtiger.

Oliver

Kennt sich jemand mit dem Gebärmutterhalskrebsverursachern
aus?
Habe bereits eine Konistaion hinter mir und gerade den
neuesten Befund (3d) präsentiert bekommen. Gibt es alternative
Heilverfahren oder Unterstützung aus der altern. Medizin?

Hallo Pia.

Du fragst nach alternativen Heilverfahren. Das weiß ich nicht. Aber in der Homoeopathie wird bzw. wurde dieser „Zottenkrebs“, wie er auch genannt wird, schon häufig mit gutem Erfolg behandelt. Er kann nicht nur am Gebärmutterhals sondern z. B. auch an der Blase auftreten. Wenn Du näheres darüber wissen möchtest, dann schicke mir ein e-mail.
Danke
Carmen

Möchte nicht s c h o n w i e d e r ??? unters Messer…

Was war denn da??

Ich habe gehört, es soll demnächst sogar die Möglichkeit
geben, gegen diesen Virus zu impfen!!

Hattest Du schon einmal Impfungen?

Hallo Carmen,

bitte entschuldige, daß ich schon wieder meckere :wink:) , aber Du verwechselt gerade das Zervixkarzinom mit Papillomen bzw. Kondylomen: Letztere werden zwar auch durch HPV hervorgerufen, jedoch von Typen, die keinen Krebs induzieren. Es handelt sich um „zottelige“ gutartige Wucherungen an den Schleimhäuten (nicht: Muttermund). Papillome der Harnblase werden nicht durch HPV hervorgerufen und können bösartig werden, mit denen muß man dann also (gerade naturheilkundlich) vorsichtiger sein.

Grüßle,
Oliver

Danke für Deinen Hinweis. Allerdings habe ich eine Bemerkung zur Behandlungsmöglichkeit durch Homöopathie geben wollen. Im übrigen kann in dem Zusammenhang auch (nochmals) auf die gute alte Hildegard (v. Bingen) verwiesen werden die ja, (nun sag ich es nochmal scheinbar sind Wiederholungen immer mal wieder nötig…) bereits in vergangenen Jahrhunderten feststellte, daß einer „richtigen“ Krebskrankheit immer eine Vorkrebserkrankung vorausgeht…

Grüßchen zurück
Carmen

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Hallo Oliver u. Carmen

Ja, das hatte ich jetzt eigentlich schon vorausgesetzt.- Das wäre auch nicht so schlimm, Familienplanung ist beendet. Ich meine danach??
Die Diskussion zwischen euch beiden (Carmen und dir)ist auch interessant. Ihr kennt euch schon länger was?
Habe ich es hier mit dem spannenden Meinungsaustausch von Schulmedizin und Homöopathie zu tun?
Als Laie für mich in dem Zusammenhang noch unklar: Wie ist das jetzt mit der Blase?

Grüße
Pia

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Hallo Pia,

ist die Gebärmutter (und damit auch der Gebärmutterhals) entfernt, so bist Du das Problem los. Andere HPV-induzierte Tumoren sind derzeit nicht bekannt - wobei die Forschung auf diesem Gebiet besonders rasant ist.
HPV hat mit der Blase nichts zu tun, ich hatte bloß erwähnt, daß dort eben auch (nicht-HPV-)„Zottentumoren“ vorkommen können.

Oliver

Hallo Pia,

ist die Gebärmutter (und damit auch der Gebärmutterhals)
entfernt, so bist Du das Problem los.

Hallo Oliver,
willst du mich nicht schocken, oder meinst du das ernst?
Wenn ich mir den Aorta Krebs Artikel anschaue, wird es mir ganz anders…
Gruß
Pia

Hallo Pia,

versteh ich jetzt nicht: Was genau schockt Dich? Daß erst die Gebarmutterentfernung die entgültige Lösung bedeuten würde? Genau dann würde ja diese Aorta- Gechichte nicht auftreten. Du hattest doch geschrieben, daß Du das bereits mit Deinem Gyn besprochen hattest.
Aber wie gesagt: Du kannst genauso fut wiederholte Konisationen durchführen lassen. Ist genauso sicher, aber eben nicht entgültig, da es immer wieder kommen kann.

Oder bist Du geschockt, weil Du „schon“ im Stadium IIID bist? Da kann ich Dich, wie weiter oben ausgeführt, beruhigen, weil die Krebszellen in dem Stadium noch nicht in die Tiefe wachsen.

(?!)

Oliver

(?!)

Oliver

Hi Oliver,
hab mich wohl ziemlich unklar ausgedrückt…
Du sagst, alternativ zu wiederholten Konisationen könnte ich auch gleich die Gebärmutter herausnehmen lassen, dann sei ich das Problem los, oder? Das heißt dieser Krebs, wenn es denn einer werden sollte!? kann sich nur dort ansiedeln?
Gruß
Pia

ganz genau :wink:
Vergiß also den Zottentumor der Blase, das ist etwas völlig anderes.
Vielleicht gehts ja noch eine zeitlang mit wiederholten Konisationen. Dann aber bitte unbedingt *ganz* regelmäßig zum Gyn gehen!

Oliver

Okay, Oliver, got the message. Meine Mutter ist auch an Krebs gestorben, ich hatte immer irgendwie das Gefühl sie hätte das, weil sie immer „für alle sorgen mußte“ und sich nie getraut hat das zu tun, was sie wollte, Wie sieht es mit einem ganzheitlichen Ansatz aus, sozusagen ein Mix von dir und Carmen… Habt ihr euch damit mal befaßt?
Gruß
Pia

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Hi Pia,

in der Medizin dachte man tatsächlich lange Zeit, es gebe so etwas wie Magengeschwür-, Herzinfarkt- und eben auch Krebspatienten. Das haben groß angelegte Untersuchungen zwischenzeitlich widerlegt. Krebs spielt sich in erster Linie auf molekularbiologischer Ebene ab, wo die Psyche kaum noch hinreicht. Ebenso ist die Regel widerlegt, Streßpersönlichkeiten hätten häufiger Herzinfarkte und Magengeschwüre. Ist aber dem Volksmund kaum noch auszureden :wink:)

Die Alternativheilkunde hat auch ihren Platz, nämlich dort, wo die Medizin am Ende ihrer Fahnenstange ist. Wie zum Beispiel beim zu weit fortgeschrittenem Gebärmutterhalskrebs. In den Früstadien verspricht allerdings die Schulmedizin vollständige Heilung. So sind also die Grenzen. Die meisten Schulmediziner und Alternativheilkundler halten sich dran.

Aus obigem folgt, daß zunächst einmal die Schulmedizin Vorrang haben sollte, bis sie am Ende ihrer Möglichkeiten ist. Das liegt letztendlich daran, daß letztere schwarz auf weiß belegen kann, was sie heilen kann und was nicht. In der Naturheilkunde beruhen Heilungsberichte auf subjektiven Erfahrungen, die manchmal sehr trügerisch sein können. Wenn man also im Frühstadium eines Krebses zwichen einer bewiesenen und einer unbewiesenen Heilmethode wählen kann, für welche sollte man sich eintscheiden?

Man mag nun sagen, daß man es ja trotzdem (parallel) naturheilkundlich versuchen könne. Da taucht jedoch das Problem auf, daß die dort verabreichten Substanzen niemals wie ein Arzneimittel auf Sicherheit überprüft wurden. Bedenke, auch Digitalis und Chemotherapeutika sind aus Pflanzen gewonnen und damit "Natur"heilkunde. Von Johanneskraut weiß man zwischenzeitlich, daß es Antibiotika und die Pille unwirksam macht. Contergan konnte man nur durch schulmedizinische Studien als Ursache von Mißbildungen identifizieren. Wäre es ein naturheilkundliches Mittel, so würde es heute noch gegeben werden, da eben der einzelne Naturtherapeut mit „Erfahrung“ niemals auf die Idee kommen *kann*, daß Contergan gefährlich ist - man braucht eine statistische Auswertung mit mehreren tausend Patienten, um eine entsprechende Tendenz zu erkennen.

Stell Dir mal vor, es käme ein neues schulmedizinisches Medikament auf den Markt, das niemals auf Sicherheit überprüft wurde, außer durch eine diffuse „Erfahrung“. Würdest Du es nehmen?

Oliver