Hallo Bettina,
ich möchte mich deiner Meinung anschließen, wenn ich auch sehe, dass es schon eine Gefahr werden könnte…für sehr junge, unerfahrene Menschen.
Etwas off topic, aber erzählen möchte ich es doch :
Am Samstag bekam ich praktisch von jetzt auf gleich wahnsinnige Zahnschmerzen. Nachdem ich dann erfuhr, dass in Celle der zahnärztliche Notdienst nur in der zeit von 10-11 Uhr praktiziert, fiel mir zwar die Kinnlade runter, aber was blieb mir anderes übrig, als auf den nächsten Tag zu warten…nachts wurden die Schmerzen derart unerträglich, dass ich die Wände hätte hochgehen können.
Ich fand in meiner „Hausapotheke“ Tramadol, verschrieben vor einigen Jahren von meinem Zahnarzt. Ich weiß sehr wohl, wie stark dieses Medikament ist und weiß auch um die Gefahr einer Abhängigkeit.
Nun war das Fläschlchen fast leer, so daß ich aber doch für einige Stunden meine Schmerzen etwas erträglicher machen konnte.
Um 10 Uhr stand ich dann bei dem Zahnarzt vor der Tür…der Herr frühstückte aber noch, obwohl neben mir noch drei weitere Notfälle dort waren…um 11:30 Uhr kam ich dann dran. Wie ich bereits wußte, handelte es sich um eine Entzündung der Wurzel, ich hatte diesen Zahn schon länger im Auge…aber egal.
Nun behandelte der Zahnarzt mich, zog eine Betäubungsspritze auf, dass mir fast schlecht wurde. Ich sagte ihm noch, dass er doch bitte nicht soviel Mittel nehmen möchte, da es eh nichts mehr bringt bei dieser starken Entzündung…tja, nach 20 Minuten war der komplette rechte Unterkiefer betäubt, nur dieser eine Zahn nicht. Warum pumpte er mir diese hohe Dosis örtlichen Betäubungsmittel in den Körper ?
Nach der Wurzelbehandlung waren die Schmerzen natürlich stärker als je zuvor, ganz klar bei der Reizung…ich bat ihn um ein starkes Schmerzmittel, mit dem ich wenigstens diesen einen Tag und die Nacht auskam, bis ich dann wieder zum Notdienst wollte, um die Behandlung fortzusetzen (spülen).
Er wollte mir Paracetamol geben…ich sagte ihm, ich hätte eine Allergie gegen dieses Mittel…da erwiderte er doch tatsächlich, mit dieser geringen Dosierung könne nichts passieren.
Nun gut, nach langen Hin und Her war er dann bereit, mir Novalgin zu geben…was soll das bringen wenn schon Tramadol kaum wirkte ?
Er meinte, er könne mir keine stärkeren Mittel verschreiben, dies würden die Kassen nicht mitmachen, da bat ich ihn um ein Privatrezept…auch das wollte er nicht, mit der Begründung, er könne nicht jedem Patienten eine riesen Packung Schmerzmittel verschreiben.
Ich wollte ja keine riesen Packung, sondern lediglich etwas hochwirksames gegen die Schmerzen bis zum nächsten Tag.
Er weigerte sich und ich weiß nicht, warum.
Nachdem ich ziemlich sauer wurde und ihm erklärte, ich könne Tramal und ähnliche Dinge ohne Rezept über das Internet beziehen, nur eben nicht über Pfingsten, meinte er doch tatsächlich, das würde nicht gehen…armer Mann, wie naiv geht er eigentlich durchs Leben ?
Was ich damit sagen will, ist, dass er auf der einen Seite mir eine Betäubungsspritze in einer derart hohen Dosierung gibt, dass ich schon Kreislaufprobleme und Herzrasen bekam, dann trotz bekannter Allergie mir Paracetamol verschreiben wollte und sich aber weigert, mir ein Schmerzmittel zu geben, von dem ich weiß, dass es wirkt, dass ich übers Internet bestellen kann.
Also von wegen mündige Bürger.
Da ist man hilflos den unwissenden und teilweise wirklich naiven Ärzten ausgesetzt und kann nichts tun, außer seine Schmerzen zu ertragen.
Ich bin dann überigens am Abend zu dem ärztliche Notdienst gefahren und habe dort ohne großes Sprechen Tramadol bekommen…dieses „Fläschchen“, um nicht zu sagen, diese „Pulle“, reicht, glaube ich, für die nächsten 10 Jahre, wenn es denn solange haltbar wäre.
Warum werden diese Unterschiede gemacht ?
Ich kenne eine Frau, die Apotheken beliefert…sie scheint die Lager der Pharmafirmen um etliches zu erleichtern. Von ihr bekommt man alles, wirklich alles zu Spottpreisen.
Ich weiß, das was sie tut ist illegal, auch wenn man bei ihr kauft, macht man sich strafbar.
Ich will damit nur sagen, dass man viele Möglichkeiten hat, um an Medikamente zu gelangen.
Der Apotheker um die Ecke drückt auch schon mal beide Augen zu…der Medizinschrank meiner Mutter in der Klinik ist für mich auch gut erreichbar, wenn ich es denn wollte.
Ich habe mit 16 mal ein Praktikum in der Apotheke gemacht…damals waren mir diese Dinge völlig egal, weil ich war kerngesund…eine Kollegin hat schon mal das eine oder andere Teil mitgehen lassen.
Klar ist das Diebstahl…aber wo kein Kläger…
Und deshalb finde ich es auch geradezu lächerlich, wie mit DocMorris verfahren wird…ich meine, wie kann sich eine 16 jährige denn überhaupt eines dieser teuren Medikamente leisten ??? Und ist es nicht auch die Aufgabe der Eltern, ihre Kids auf die Gefahren solcher oder ähnlicher Medikamente hinzuweisen ?
Klar sind sie letztendlich machtlos, das ist genau wie mit den Drogen…wenn ein Mensch meint, er bräuchte und will das unbedingt, bekommt er es auch, ganz egal wo !
Da finde ich es dann auch geradezu lächerlich, dass ein Zahnarzt meint, sich als Gott aufspielen zu müssen.
Ich muß aber auch zugeben, daß ich mit Krankheiten gewiß
anders umgehe, als vielleicht viele andere Menschen. Wenn ich
krank bin, studiere ich (ehrlich!) in Medizinbüchern, in
Fachzeitschriften (und jetzt auch im Net) die Krankheit so
lange (und vor allem, individuell auf meinen Zustand bezogen),
daß ich inzwischen relativ gut „bescheid“ weiß. Es
interessiert mich einfach, was mit mir passiert.
Ich glaube, wenn man schlau ist, sollte man das auch genauso machen, wie du es schreibst.
So, nun habe ich doch viel mehr geschrieben, als ich ursprünglich wollte…mußte das mal loswerden.
Dir einen schönen Pfingstmontag und ganz liebe Grüße,
Vanessa