Online - Medikamente bestellen

Darf man jetzt oder darf man nicht?
SchülerInnen ( alle unter 18) von mehr bestellen anscheinend ständig Medikamente im Netz ohne das es irgendwelche Probleme
mit Überprüfung ihrer (falschen) Kundenangaben gäbe.
Die Renner sind Vitaminpillen für Pickelfreiheit und Coolness
sowie natürlich Schlankheitsmittel. Muskelaufbaupräperate sind ebenfalls sehr beliebt.
…Ja, ich versuche natürlich sie davon zu überzeugen daß sie sich mit der unkontrollierten Einnahme irgendwelcher Substanzen gefährden aber oft bleibt es halt beim Versuch…

Was mich mal interessieren würde ist die rechtliche Seite.
Ich höre immer wieder total widersprüchliche Meinungen ob
es gegen deutsche Gesetze verstößt sich online aus dem Ausland Arzeimittel zuschicken zu lassen.
Macht es einen Unterschied ob man in der EU bestellt oder z. B. in Amerika?
Gibt es so etwas wie seriose Anbieter oder sind das alles Schmocks die mit gefälschten Arzneimitteln Geld verdienen?

Vielen Dank und noch einen schönen Pfingstsonntag!
SUE

Urteile

Darf man jetzt oder darf man nicht?

Liebe Sue!

Auch ich bestelle mir -ab und zu- Medis aus dem www. Allerdings bin ich mir sowohl über Risiken u. Nebenwirkungen bestimmter Medis als auch über die Risiken der Zahlungsmöglichkeiten und der Rechts"schwammigkeit" sehr bewußt. Ich möchte deutlich machen, daß ich weiß, was ich tue.

Kann ich dann eigentlich für andere „Entscheiden“, daß die NICHT wissen, was sie tun? …???

Jedenfalls habe ich meine (selbstrecherchierten) Adressen. Ich gebe selbstverständlich keine bekannt. Niemandem.

Aber für eine Diskussion habe ich Teile/Auszüge aus rechtlichen Urteilen zu dem von Dir vorgeschlagenen Thema hier hineinkopiert. Sie sind allesamt von einer Seite einer bestimmten Internetapotheke, die den Kunden damit Hemmungen oder (unberechtigte ???) Ängste nehmen möchten, daß sie sich zumindest von der rechtlichen Seite her etwas sicherer fühlen können.

Was mich mal interessieren würde ist die rechtliche Seite.
Ich höre immer wieder total widersprüchliche Meinungen ob
es gegen deutsche Gesetze verstößt sich online aus dem Ausland
Arzeimittel zuschicken zu lassen.

Selbst wenn die Urteile nicht „richtig“ sein sollten, so stehen sie hier damit zumindest zur Diskussion.

„Die Medien verbreiten derzeit die Information, dass das Oberlandesgericht Frankfurt/Main am 31. Mai 2001 in einer Berufungsverhandlung das Verbot des Landgerichts Frankfurt/Main vom 15. November 2000 bestätigt hätte.“

" Richtig ist, dass das Oberlandesgericht zwar das Verbot nicht vollständig aufgehoben, aber in entscheidenden Punkten eingeschränkt hat. Demnach ist der Versandhandel mit apothekenpflichtigen Arzneimitteln aus unserer niederländischen Apotheke auch in Deutschland ERLAUBT. Lediglich die Werbung für Arzneimittel und den Versandhandel bleibt verboten. Das betrifft lediglich unsere Internet-Homepage und eventuell unsere kostenlose Servicerufnummer 0800 / 362 … …(habe ich gelöscht B. W.) In den nächsten Tagen werden wir entsprechende Änderungen vornehmen, damit diese zeitgemäße Kommunikation über Internet und Telefon auch in den Augen deutscher Richter keine Werbung mehr darstellt."

Außerdem dieses Urteil dazu vom Oberlandesgericht in Frankfurt: (auch dem Link der Homepage dieser besagten Internet Apotheke entnommen):

"6 U 240/00

2/3 O 366/00

LG Frankfurt/Main

Oberlandesgericht Frankfurt am Main

Im Namen des Volkes

Urteil" (kopiert und nicht gekürzt)

Die Berufung der Antragsgegner zu 2) und 3) gegen das am 09.11.2000 verkündete Urteil der 3. Zivilkammer des Landgerichts Frankfurt am Main wird mit der Maßgabe zurückgewiesen, dass der Unterlassungstenor des angefochtenen Urteils – soweit er die Antragsgegner zu 2) und 3) betrifft – unter Aufrechterhaltung der Ordnungsmittelandrohung zur Klarstellung wie folgt neu gefasst wird:

Den Antragsgegnern zu 2) und 3) bleibt es untersagt,

a)

apothekenpflichtige Arzneimittel über das Internet mittels eines aufgrund deutscher Sprache, einer deutschen Servicenummer und/oder auf deutsche Abnehmer ausgerichteten Werbe- und Erläuterungstexte auf deutsche Endverbraucher ausgerichteten Internetangebots in der Bundesrepublik Deutschland feilzubieten;

b)

apothekenpflichtige Arzneimittel in der Bundesrepublik Deutschland im Wege des Versandhandels in den Verkehr zu bringen, insbesondere im Wege des Versandhandels an Endverbraucher in der Bundesrepublik Deutschland abzugeben, solange diese Arzneimittel gemäß Buchstabe a) feilgeboten werden.

Die Antragsgegner zu 2) und 3) haben die Kosten des Berufungsverfahrens zu tragen.

Das Urteil ist rechtskräftig.

Dembowski Dr. Ellenberger Vorbusch" (kopiert und nicht gekürzt übernommen).

schwierigesm heikles Thema. Aber auch mich interessieren Eure Meinungen dazu!

Liebe Grüße von Bettina

Hallo Sue

Darf man jetzt oder darf man nicht?

Der Versandhandel mit zugelassenen, apothekenpflichtigen Arzneimitteln ist in Deutschland verboten, das ist die Rechtslage.

DocMorris, den Bettina hier wohl meint, hat wieder eine Niederlage beim Gericht hinnehmen müssen.

Zitat Heise Newsticker 1.Juni 2001:

DocMorris deutet Urteils-Schlappe als Erfolg

Die Internet-Apotheke DocMorris will seine gestrige Schlappe vor dem OLG Frankfurt/Main nicht hinnehmen und deutet das Gerichtsurteil zum Erfolg um. Auf seiner Website erklärt die Versandapotheke, die derzeit durch die Medien verbreitete Information, das OLG Frankfurt/Main habe das vorangegangene Urteil des Landgerichts Frankfurt vom November 2000 bestätigt, sei falsch.

Vielmehr habe das OLG das Verbot in entscheidenden Punkten eingeschränkt. Demnach sei „der Versandhandel mit apothekenpflichtigen Arzneimitteln aus unserer niederländischen Apotheke auch in Deutschland erlaubt.“ Lediglich die Werbung für Arzneimittel und den Versandhandel bleibe verboten, was nur die DocMorris-Homepage und eventuell die kostenlose Service-Rufnummer betreffe. Man werde das Angebot in den nächsten Tagen so umstellen, dass der Auftritt nicht mehr als Werbung zu deuten sei.

Was der Anbieter hier geflissentlich verschweigt, ist der Umstand, daß sich die Werbeproblematik nur auf Präparate bezieht, denen in Deutschland die Zulassung fehlt. Diese machen einen Großteil des Angebots von DocMorris aus. Der unbedarfte Apothekenkunde dürfte hingegen von einer Diskussion um die typischen, in Deutschland zugelassenen Präparate ausgehen, so daß die verkürzende Darstellung durch DocMorris zumindest irreführend erscheint.

Auf Nachfrage durch heise online zeigte sich der zuständige Richter am OLG Frankfurt von der Interpretation des Urteils durch DocMorris überrascht. Als Kernaussage des Urteils sei die Klarstellung beabsichtigt gewesen, dass der Versandhandel mit zugelassenen, apothekenpflichtigen Arzneimitteln in Deutschland nach wie vor grundsätzlich verboten sei. Lediglich die Gruppe der Präparate, denen in Deutschland die formelle Zulassung fehle, dürfe auf Grund einer Nische im Arzneimittelgesetz aus dem Ausland importiert werden, sofern dies nicht vor dem Hintergrund werblicher Aktivitäten geschehe. Dies sei im Tenor des Urteils mit dem Passus des unerlaubten „Feilbietens“ ausgedrückt worden. Nach Ansicht des Gerichts stellt bereits ein Internetportal mit deutschen Erläuterungstexten zu den besagten Arzneimitteln eine werbliche Maßnahme dar.

Für die Gruppe der zugelassenen Präparate, auf die sich die siegessichere Aussage von DocMorris zu beziehen scheint, ist demnach das Werbeverbot ganz irrelevant, weil Medikamente dieser Art ohnehin nicht im Versandhandel vertrieben werden dürfen. Das Urteil unter dem Akzenzeichen 6 U 240/00 ist bereits rechtskräftig, aber durch das Gericht noch nicht veröffentlicht. Erstaunlicherweise zitiert DocMorris auf seiner Webseite allerdings den Tenor des Urteils selbst. (klp/c’t)
Zitat Ende.

Selbstverständlich ist es illegal, Kunden rezeptpflichtige Medikamente ohne Rezept auszuliefern, solche Anbieter gibt es aber genug, die auch ohne Altersnachweis an Kinder verkaufen.
DocMorris gehört zu den seriösen Firmen, das ist ein holländischer Apotheker, es gibt aber auch viele unseriöse Anbieter und gefälschte Medikamente.
Man sollte schon ein bißchen vorsichtig sein, vor allem bei Anbietern aus Übersee oder dem Ostblock.

Gruß
Rainer

Hi Bettina,

der mündige Bürger entscheidet selbst, was für ihn gut oder nicht gut ist. Von diesem Prinzip ausgehend sollte jeder für sich entscheiden, ob er in einem Versandhandel Medikamente bestellt oder nicht.
Meiner Meinung nach spielen hier überwiegend wirtschaftliche Interessen eine Rolle.
Die Politiker haben keine Bedenken, Medikamente nicht mehr vom Arzt verschreiben zu lassen, wenn es ihrer Politik dient. Ich spreche hier Schmerzmittel, Hustensäfte und viele andere, die in den Apotheken frei erhältlich sind. Da findet keine ärztliche Kontrolle statt, obwohl die Nebenwirkungen haarsträubend sein können. Diese Entscheidung viel den Politikern leicht, weil die Krankenkassen den Schritt zur Selbstbezahlung von Medikamenten wollte, um ihre marode Haushalte in Ordnung zu bringen.
Im Online-Geschäft wird aber wieder ein Riegel mit genau dieser sich widersprechenden Argumentation vorgeschoben, es sei unverantwortlich, ohne ärztlichen Rat Medikamente einzunehmen.

Gruß,
Francesco

Hallo Francesco

Die Politiker haben keine Bedenken, Medikamente nicht mehr vom
Arzt verschreiben zu lassen, wenn es ihrer Politik dient. Ich
spreche hier Schmerzmittel, Hustensäfte und viele andere, die
in den Apotheken frei erhältlich sind. Da findet keine
ärztliche Kontrolle statt, obwohl die Nebenwirkungen
haarsträubend sein können. Diese Entscheidung viel den
Politikern leicht, weil die Krankenkassen den Schritt zur
Selbstbezahlung von Medikamenten wollte, um ihre marode
Haushalte in Ordnung zu bringen.

Das ist falsch, Politiker haben damit nichts zu tun.
Jedes neue Medikamnent ist automatisch erst einmal rezeptpflichtig, danach entscheidet eine Expertenkommission, ob ein Medikament aus der Rezeptpflicht entlassen werden kann oder nicht.
Da muß ich die Krankenkassen mal in Schutz nehmen (autsch), die sind nicht immer schuld :wink:
Gruß
Rainer

Hallo Susanne,

gleich zur Klarstellung: Was ich an dieser Stelle jetzt sage, entspricht möglicherweise nicht der aktuellen Rechtslage. Es ist ausschließlich meine persönliche Sicht der Dinge.

Medikamentenmißbrauch gibt es nicht erst, seit es einschlägige Online-Shops im Internet gibt. Auch völlig unsachgemäße Selbstmedikation ist nichts Neues. In Millionen von Hausapotheken und Badezimmerschränken findet sich ein Sammelsurium an Pillen und Salben, übrig geblieben von diversen Verschreibungen. Schon deshalb finde ich das Geschrei um den ach so gefährlichen Versand überzogen und die Sorge um den armen Patienten verlogen. Es stand und steht doch jedem Bürger frei, zu schlucken, was er für verantwortbar hält.

Wir befinden uns in einer Phase der Umgewöhnung. Von jeher war alles reglementiert. Von jeder Art der Reglementierung gab und gibt es Nutznießer. Und es gab und gibt Wächter, die mit Argusaugen jede Verletzung der Reglementierung mit Abmahnungen überziehen. Die geschützten Futternäpfe sollen sich eben auch in Zukunft automatisch füllen. Rechtsanwälte und Steuerberater sind ein Beispiel dafür, Apotheken auch. Informationsaustausch im Internet läßt sich aber nicht deckeln und der freie Warenverkehr in einem Europa der offenen Grenzen auch nicht. Daran müssen sich verschiedene Gruppen erst noch gewöhnen. Die verschiedenen gerichtlichen Auseinandersetzungen werden ganz unabhängig von ihrem Ausgang an der grundsätzlichen Tendenz nichts ändern. Es sind nur unbedeutende Zuckungen der bisher unter ihrer Käseglocke in Windstille verwöhnten Interessenvertreter. Ich würde mich deshalb um entsprechende Verbote einen feuchten Kehricht scheren.

Gruß
Wolfgang

… und eine ganz persönliche Gegenmeinung

Ich würde mich deshalb um entsprechende
Verbote einen feuchten Kehricht scheren.

Das ist möglicherweise nicht völlig unverantwortlich, da ich davon ausgehe, daß Du weißt, was Du tust. (So jedenfalls der Eindruck, der mir hier aus Deinen Beiträgen ensteht.)

Dennoch: Muskelaufbau- und Schlankheitsmittel an pubertierende(?) Mädels(?) zu verkaufen, gepaart mit Versprechen nach ewiger Schönheit und der Folge ewiger Männlickeit (inklusive der dazugehörigen Gefäßerkrankungen) finde ich verantwortungslos.

Zugegeben: es ist heute allgemein in der Gesellschaft ein ganz „heisses“ Thema, wieviel überhaupt noch reguliert werden soll und ob nicht jeder seines eigenen Glückes Schmied (aber auch der Schmied der Hacke des eigenen Totengräbers…) sein sollte.

Trotzdem: Der geregelte Verkauf von Medikamenten und "Gesundheits"produkten ist ein brauchbarer Schutz - nicht nur der Apotheken sondern auch gerade des Verbrauchers. Nicht umsonst gibt es hier Zulassungsverfahren für Medikamente. (Auch wenn nicht alles Gold ist, was glänzt).

Nun noch eine ganz persönliche Meinung zu den Importapotheken (nein, ich arbeite in keiner Apotheke).

Was mich an denen so ärgert, ist die Rosininpickerei. Es ist banal, daß man nette Gewinne machen kann, wenn man den Aptheker „vor Ort“ bei dem Verkauf teurerer Medikamente (mit einem hohen absoluten Gerwinn) um ein paar Mark unterbieten kann.

Aber: Wer Rechte hat sollte auch seine Pflichten wahrnehmen: will heissen: die (holländischen, …) Versandapotheken sollen dann auch zusehen, wie sie des Nachts ein Notfallparacetamol per Kurier nach Klein Pökelsdorf bekommen.

Sebastian

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Hallo Sebastian,

auch Deine Argumente kann ich nachvollziehen. Andererseits braucht nur der unkritische oder naiv-gutgläubige Konsument einen so weitgehenden Schutz, man kann auch sagen, eine so weitgehende Bevormundung, wie es unsere Gesetze heute noch vorsehen, nicht nur auf dem Medikamentensektor.

Damit kein Mißverständnis aufkommt: Das ist kein Statement gegen Medikamenten-Zulassungsverfahren und auch nicht gegen verschiedene qualifizierte Berufsgruppen. Aber alle werden sich daran gewöhnen und darauf einrichten müssen, daß ihre Existenz nicht mehr durch Monopolstellungen oder durch Deckelung von Informationen zu sichern ist. Dabei ist es im Endeffekt ziemlich gleichgültig, ob wir in der Bundesrepublik diese Liberalisierung mitmachen (wollen) oder nicht. Sie kommt einfach. Sie kommt durch’s Internet und durch offene Grenzen. Gesetzgeber und Interessenvertreter können sich nur noch aussuchen, ob sie bestimmender Teil dieser Entwicklung oder überrollt werden wollen.

Gleichzeitig müssen sich auch Konsumenten (von was auch immer) an eine verstärkte Eigenverantwortung gewöhnen. Das Wort „müssen“ gebrauche ich absichtlich, denn eine Wahlfreiheit gibt es nicht. Ganz gleichgültig, was irgend ein Landgericht entscheidet, die Entwicklung läuft seit Jahren, sie ist nicht aufzuhalten.

Bei einzelnen hierzulande Panik auslösenden Liberalisierungen hilft ein Blick über die Grenzen. Man kann sich z. B. in Dänemark oder Holland vergewissern, daß die dortige Bevölkerung keineswegs geschlossen mit Medikamentenvergiftungen darnieder liegt. Portugiesische Stühle sind nicht wackeliger als die hiesigen Exemplare, obwohl man dort den Meisterzwang nicht kennt und die von einer „Kontiererin“ erstellte Buchhaltung ist nicht weniger stimmig wie die im Büro des Steuerberaters entstandene.

Die Unsinnigkeit etlicher vermeintlich dem Verbraucherschutz dienender Regelungen wird überdeutlich, wenn man sich vor Augen führt, daß diese Bestimmungen für das gesamte herstellende Gewerbe und für die Industrie nicht gelten. Es ist niemandem verwehrt, ganz unabhängig von seiner Qualifikation auf dem Papier, beliebige Produkte industriell zu produzieren und in Verkehr zu bringen. Jeder könnte, ohne je das Handwerk gelernt zu haben, die Bundesbürger mit Hemden, Hosen und Röcken aus eigener Produktion beglücken. Aber wehe dem, der es wagt, eine einzelne Hose anzufertigen, ohne einen Meisterbrief zu besitzen.

Was hat das alles mit Medikamentenhandel, Rechts- und Steuerberatung zu tun? Nun, es ist der gleiche Geist, der Verbraucherschutz sagt, Bevormundung zelebriert und Pfründesicherung meint.

Gruß
Wolfgang

Mündige Bürger!!!

Hallo Francesco,

ich bin absolut Deiner Meinung!!

Allerdings ging es mir hier nur darum, einfach mal die z.Zt. rechtliche Lage dieser Art Versandhandel darzustellen (wenn auch nur ansatzweise).

Wie gesagt, ich bestelle mir schon seit längerem Medis aus dem Net. Dazu gehören auch solche, die unter das BTM fallen oder/und rezeptflichtige Medis. Aber das ist absolut meine Sache. Ich weiß eben genau ob der Nebenwirkungen und Folgen des Mißbrauchs und fühle mich diesbezüglich mündig, mir ein eigenes Urteil zu bilden.

Auch ich finde es lächerlich, daß in den EU-Staaten immer noch solche Unterschiede herrschen. Natürlich alles eine Frage der Lobby, der Politik…des Geldes.

Ich muß aber auch zugeben, daß ich mit Krankheiten gewiß anders umgehe, als vielleicht viele andere Menschen. Wenn ich krank bin, studiere ich (ehrlich!) in Medizinbüchern, in Fachzeitschriften (und jetzt auch im Net) die Krankheit so lange (und vor allem, individuell auf meinen Zustand bezogen), daß ich inzwischen relativ gut „bescheid“ weiß. Es interessiert mich einfach, was mit mir passiert.

Und es geht hier explizit nicht nur um „Schnupfen“ oder dgl.

Aber selbst bei dem, was Ärzte mir verschrieben hatten, war ich skeptisch und habe mit ihnen diskutiert und mir erklären lassen, was ich wissen wollte. Hat der Arzt abgewimmelt, ging ich zu einem anderem. Sofort. Und es hat sich gezeigt, daß ich in vielen Fällen entweder stärkere (!) Medis verschrieben bekommen habe oder gar keine (!) Medis brauchte.

Mir ist in meiner „Odysee“ von Krankheiten eh aufgefallen, wie unterschiedlich die Diagnosen bei Ärzten der gleichen Fachrichtung bezgl. eines Symptoms ausfallen können. Peinlich!

Da informiere ich mich (wo es möglich ist) lieber selber und lasse mich dann nur noch beraten. *lach* (Motto: gebranntes Kind scheut das Feuer…).

Was glaubst Du, wie selbständig man wird, wenn man sich um alles selber kümmert, um die allerbeste Behandlung auf allen Ebenen zu erhalten? Das wird uns ja vom deutschen Staat in vielen Dingen genommen. Die Mündigkeit. Und deshalb freue ich mich - für mich -immer, wenn sich ein Loch auftut. Und wenn es auch nur ein Schlupfloch ist.

Mir ist es - einmal mehr wieder - wichtig, klar zu machen, daß ich das alles nur für mich herausgefunden habe und danach leben möchte und tue. Ich plädiere hier nicht für eine bestimmte Richtung im Umgang mit Medikamenten. Nur für eine Freiheit im Umgang mit sich selber. Wenn Mensch das denn auch will - und nicht aus Bequemlichkeit oder bestimmten Mangel an Mögichkeiten nicht will oder nicht kann.

Es grüßt herzlich

Bettina

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Man kann sich z. B. in
Dänemark oder Holland vergewissern, daß die dortige
Bevölkerung keineswegs geschlossen mit
Medikamentenvergiftungen darnieder liegt. Portugiesische
Stühle sind nicht wackeliger als die hiesigen Exemplare,

… und das Spielzeug an amerikanischen Schulen ist auch nicht gefährlicher als an deutschen Kindergärten.

SCNR

Se „Nicht alles was hinkt, ist ein Vergleich“ bastian

:wink:

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Hallo Bettina,

ich möchte mich deiner Meinung anschließen, wenn ich auch sehe, dass es schon eine Gefahr werden könnte…für sehr junge, unerfahrene Menschen.

Etwas off topic, aber erzählen möchte ich es doch :

Am Samstag bekam ich praktisch von jetzt auf gleich wahnsinnige Zahnschmerzen. Nachdem ich dann erfuhr, dass in Celle der zahnärztliche Notdienst nur in der zeit von 10-11 Uhr praktiziert, fiel mir zwar die Kinnlade runter, aber was blieb mir anderes übrig, als auf den nächsten Tag zu warten…nachts wurden die Schmerzen derart unerträglich, dass ich die Wände hätte hochgehen können.
Ich fand in meiner „Hausapotheke“ Tramadol, verschrieben vor einigen Jahren von meinem Zahnarzt. Ich weiß sehr wohl, wie stark dieses Medikament ist und weiß auch um die Gefahr einer Abhängigkeit.
Nun war das Fläschlchen fast leer, so daß ich aber doch für einige Stunden meine Schmerzen etwas erträglicher machen konnte.

Um 10 Uhr stand ich dann bei dem Zahnarzt vor der Tür…der Herr frühstückte aber noch, obwohl neben mir noch drei weitere Notfälle dort waren…um 11:30 Uhr kam ich dann dran. Wie ich bereits wußte, handelte es sich um eine Entzündung der Wurzel, ich hatte diesen Zahn schon länger im Auge…aber egal.
Nun behandelte der Zahnarzt mich, zog eine Betäubungsspritze auf, dass mir fast schlecht wurde. Ich sagte ihm noch, dass er doch bitte nicht soviel Mittel nehmen möchte, da es eh nichts mehr bringt bei dieser starken Entzündung…tja, nach 20 Minuten war der komplette rechte Unterkiefer betäubt, nur dieser eine Zahn nicht. Warum pumpte er mir diese hohe Dosis örtlichen Betäubungsmittel in den Körper ?

Nach der Wurzelbehandlung waren die Schmerzen natürlich stärker als je zuvor, ganz klar bei der Reizung…ich bat ihn um ein starkes Schmerzmittel, mit dem ich wenigstens diesen einen Tag und die Nacht auskam, bis ich dann wieder zum Notdienst wollte, um die Behandlung fortzusetzen (spülen).
Er wollte mir Paracetamol geben…ich sagte ihm, ich hätte eine Allergie gegen dieses Mittel…da erwiderte er doch tatsächlich, mit dieser geringen Dosierung könne nichts passieren.
Nun gut, nach langen Hin und Her war er dann bereit, mir Novalgin zu geben…was soll das bringen wenn schon Tramadol kaum wirkte ?
Er meinte, er könne mir keine stärkeren Mittel verschreiben, dies würden die Kassen nicht mitmachen, da bat ich ihn um ein Privatrezept…auch das wollte er nicht, mit der Begründung, er könne nicht jedem Patienten eine riesen Packung Schmerzmittel verschreiben.
Ich wollte ja keine riesen Packung, sondern lediglich etwas hochwirksames gegen die Schmerzen bis zum nächsten Tag.
Er weigerte sich und ich weiß nicht, warum.
Nachdem ich ziemlich sauer wurde und ihm erklärte, ich könne Tramal und ähnliche Dinge ohne Rezept über das Internet beziehen, nur eben nicht über Pfingsten, meinte er doch tatsächlich, das würde nicht gehen…armer Mann, wie naiv geht er eigentlich durchs Leben ?

Was ich damit sagen will, ist, dass er auf der einen Seite mir eine Betäubungsspritze in einer derart hohen Dosierung gibt, dass ich schon Kreislaufprobleme und Herzrasen bekam, dann trotz bekannter Allergie mir Paracetamol verschreiben wollte und sich aber weigert, mir ein Schmerzmittel zu geben, von dem ich weiß, dass es wirkt, dass ich übers Internet bestellen kann.

Also von wegen mündige Bürger.
Da ist man hilflos den unwissenden und teilweise wirklich naiven Ärzten ausgesetzt und kann nichts tun, außer seine Schmerzen zu ertragen.

Ich bin dann überigens am Abend zu dem ärztliche Notdienst gefahren und habe dort ohne großes Sprechen Tramadol bekommen…dieses „Fläschchen“, um nicht zu sagen, diese „Pulle“, reicht, glaube ich, für die nächsten 10 Jahre, wenn es denn solange haltbar wäre.
Warum werden diese Unterschiede gemacht ?

Ich kenne eine Frau, die Apotheken beliefert…sie scheint die Lager der Pharmafirmen um etliches zu erleichtern. Von ihr bekommt man alles, wirklich alles zu Spottpreisen.
Ich weiß, das was sie tut ist illegal, auch wenn man bei ihr kauft, macht man sich strafbar.
Ich will damit nur sagen, dass man viele Möglichkeiten hat, um an Medikamente zu gelangen.
Der Apotheker um die Ecke drückt auch schon mal beide Augen zu…der Medizinschrank meiner Mutter in der Klinik ist für mich auch gut erreichbar, wenn ich es denn wollte.
Ich habe mit 16 mal ein Praktikum in der Apotheke gemacht…damals waren mir diese Dinge völlig egal, weil ich war kerngesund…eine Kollegin hat schon mal das eine oder andere Teil mitgehen lassen.
Klar ist das Diebstahl…aber wo kein Kläger…
Und deshalb finde ich es auch geradezu lächerlich, wie mit DocMorris verfahren wird…ich meine, wie kann sich eine 16 jährige denn überhaupt eines dieser teuren Medikamente leisten ??? Und ist es nicht auch die Aufgabe der Eltern, ihre Kids auf die Gefahren solcher oder ähnlicher Medikamente hinzuweisen ?
Klar sind sie letztendlich machtlos, das ist genau wie mit den Drogen…wenn ein Mensch meint, er bräuchte und will das unbedingt, bekommt er es auch, ganz egal wo !

Da finde ich es dann auch geradezu lächerlich, dass ein Zahnarzt meint, sich als Gott aufspielen zu müssen.

Ich muß aber auch zugeben, daß ich mit Krankheiten gewiß
anders umgehe, als vielleicht viele andere Menschen. Wenn ich
krank bin, studiere ich (ehrlich!) in Medizinbüchern, in
Fachzeitschriften (und jetzt auch im Net) die Krankheit so
lange (und vor allem, individuell auf meinen Zustand bezogen),
daß ich inzwischen relativ gut „bescheid“ weiß. Es
interessiert mich einfach, was mit mir passiert.

Ich glaube, wenn man schlau ist, sollte man das auch genauso machen, wie du es schreibst.

So, nun habe ich doch viel mehr geschrieben, als ich ursprünglich wollte…mußte das mal loswerden.

Dir einen schönen Pfingstmontag und ganz liebe Grüße,
Vanessa

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Se „Nicht alles was hinkt, ist ein Vergleich“ bastian

Das gefällt mir :wink:

Hallo Wolfgang

Nichts gegen den Handel im Internet, dafür fühle ich mich als Apotheker fit genug, aber Hosen und Stühle sind schon was Anderes als Medikamente.
Ich werde täglich von Kunden angesprochen, ob ich nicht mal „ausnahmsweise“ was ohne Rezept abgeben könnte.
Das ist genau das Problem, das FBI hat in Amerika einen 16 jährigen Schüler Bestellungen machen lassen, der bekam, was er wollte, ohne Rezept, darunter auch Medikamente, die sehr gefährlich sein können.
Gruß
Rainer

Wie gesagt, ich bestelle mir schon seit längerem Medis aus dem
Net. Dazu gehören auch solche, die unter das BTM fallen
oder/und rezeptflichtige Medis. Aber das ist absolut meine
Sache. Ich weiß eben genau ob der Nebenwirkungen und Folgen
des Mißbrauchs und fühle mich diesbezüglich mündig, mir ein
eigenes Urteil zu bilden.

Klar, warum kommt mir das so bekannt vor?
Ach ja, das sagen die Süchtigen auch immer, ich kenn mich damit aus, mir kann nichts passieren.

Betäubungsmittel für Alle übers Internet!

Schließlich wollen wir ja mündige Bürger sein, nicht wahr?
Das mußte ich jetzt mal loswerden :wink:
Gruß
Rainer

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Hallo liebe w-w-w’ler,

es gibt einen wesentlichen Unterschied zwischen einem Apotheker und einem Internetversandhändler: Ersterer bekommt zumindest ein schlechtes Gewissen, wenn er einem jungen Mädchen eine Menge Geld für Präparate aus der Tasche zieht, die in Wirklichkeit nichts nutzen. Sind diese Präparate zudem gefährlich, so wird er sie erst gar nicht verkaufen (dürfen).
Internetanbieter scheinen da keine Hemmungen zu haben.

Wollen wir wirklich gnadenlosen Kommerz auf der ganzen Linie? Gibt es nicht Bereiche, wo Geschäftemacherei aus ethischen Gründen in den Hintergrund treten sollte?

Die „Mündigen“ hier in diesem Brett möchte ich dringend darauf hinweisen, daß für ihre hochgeschätzte Einkaufsfreiheit die weniger Mündigen mit gesundheitlichen Schäden bezahlen werden. Es ist nun mal nicht jedem die Intelligenz und kritische Urteilsfähigkeit in die Wiege gelegt, selbst voll und ganz eintscheiden zu können, welches Medikament gut und welches Medikament gefährlich ist.

Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter und behaupte mal, das selbst die „Mündigen“ hierzu nicht in der Lage sind. Eine jede Krankheit betrifft den gesamten Körper, man kann mit einem angelesenen „Inselwissen“ kaum wirklich je verstehen, was im Körper vor sich geht. Dies wird aus untenstehenden Beiträgen ganz gut ersichtlich („Allergie“ auf Paracetamol ist in der Tat dosisabhängig, außerdem hat der Zahnarzt wohl keine Lokal-, sondern eine Leitungsanästhesie gemacht usw.)

Einfach den „Waschzettel“ zu lesen hilft nicht. Die Angaben dort dienen eher dazu, sich juristisch abzusichern. Sie haben mit medizinischer Wissenschaft oft wenig zu tun. Welcher der „Mündigen“ hat schon jemals eine Medline-Recherche gemacht?

Sebst ich, wo ich doch nun jahrelang intensiv dieses Fach studiert habe, muß bei gewissen Dingen einfach Kollegen konsultieren, die sich noch intensiver mit der zur Diskussion stehenden Krankheit befaßt haben.

Um es klarzustellen: Ich stelle mich nicht gegen den Internethandel par se, sondern gegen die Art und Weise, wie die Händler einem die Fähigkeit zur „mündigen“ Entscheidung vorgaukeln. Ich halte es für rücksichtslose Geldmacherei.

Oliver

:wink:) (owT.)

Hallo Wolfgang,

Medikamentenmißbrauch gibt es nicht erst, seit es einschlägige
Online-Shops im Internet gibt. Auch völlig unsachgemäße
Selbstmedikation ist nichts Neues.

Diese Sorte von Medikamenten muß man i.A. kiloweise einnehmen, um Schäden hervorzurufen (Beispiel: Nierenschäden durch Schmerzmittel). Bei anderen, daher verschreibungspflichtigen Medikamenten kann manchmal schon eine einzige Pille reichen. Da muß man also schon trennen!

Es stand und steht doch jedem
Bürger frei, zu schlucken, was er für verantwortbar hält.

Sollte es wirklich einem *jeden* freistehen? Es gibt in unserem Lande Millionen von psychisch kranken, Psychotikern und Hirmleistungsgestörten, die aufgrund ihrer Erkrankung eine eingeschränkte Urteilsfähigkeit haben (z.B. die manische Phase einer bipolaren Depression…) Diese Menschen tun sich selbst oft unsinnnige Dinge an. Unsere Aufgabe ist unter anderem, sie vor sich selbst zu schützen. Und dazu gehört ein beschränkter Zugang zu bestimmten Medikamenten.

Es macht fast jeder mal in seinem Leben (sub-)manische Phasen und Depressionen durch. Da bin ich dann ganz froh, sofern es mich mal selbst treffen sollte, daß ich von unsinniger Selbstmedikation einigermaßen geschützt bin :wink:

Oliver

Hallo Rainer,

scheint so, als hätte ich mich mißverständlich ausgedrückt.
Keineswegs rede ich dem freien Handel aller Medikamente das Wort. Psychopharmaka nach Gewicht neben den Goldbärchen, nein, das kann niemand wollen.

Tatsache ist aber, daß die Kontrolle über jedes verschreibungspflichtige Medikament ab dem Moment der Abgabe an den Patienten nicht da ist, noch nie da war. Der Patient kann die Pillen essen, er kann sie wegwerfen oder zu Hause verwahren, bis zu einer geeignet erscheinenden Anwendung. Letzteres geschieht regelmäßig mit Restmengen völlig unbekannter Größenordnung. Damit sind schon einmal Medikamente aller Art in unbekannter Menge in ebenso unbekannten Händen.

Tatsache ist ferner, daß im benachbarten Ausland teilweise anders mit Medikamenten verfahren wird, als hierzulande. Ich sage nicht besser oder schlechter, einfach nur anders. Wenn es ein Medikament bei uns nur per Verschreibung gibt, in Holland oder sonstwo bekommt man es aber gegen Bares ohne weiteres, muß man das zur Kenntnis nehmen. Man muß dabei auch zur Kenntnis nehmen, daß sich hiesige Gerichte dann auf den Kopf stellen und mit den Talaren wedeln können, es ändert rein nichts, das Zeug ist plötzlich frei verfügbar.

Bis hierher ist alles keine Frage mehr, ob wir das so wollen oder nicht, es ist längst Fakt und praktikabel nicht zu ändern. So schwer es auch immer fällt, hilft nur Anpassung an die Situation. Das gilt in ähnlicher Weise für andere Branchen, denen mit unterschiedlichen Begründungen eine gesetzlich geschützte Monopolstellung gesichert wurde. Man kann diese vermeintlich schützende Käseglocke mit der juristischen Keule künstlich am Leben erhalten und wird dann erleben, daß die Entwicklung aus den Händen gleitet. Es erinnert mich an meine Schulzeit. Der Mensch hörte an der Gürtellinie auf und Lehrer erzählten schamhaft von der Befruchtung durch Bienen, während in der Klasse mehrere schwangere Mädchen saßen. Die alten Herrschaften hatten einfach die Entwicklung nicht wahrnehmen wollen und wurden überrollt.

Man muß die Dinge zur Kenntnis nehmen, wie sie zunächst sind und die eigenen Methoden danach ausrichten. Die alten Schutzmechanismen helfen über kurz oder lang weder den Apothekern, noch den Rechtsanwälten, Steuerberatern, auch nicht anderen Berufsgruppen oder dem Verbraucher.

Im übrigen ist das alles nichts Neues. Seit vielen Jahren läuft der Zug gegen gesetzlich verankerte Monopolstellungen und ebenso lange hört man stets die gleichen Argumente für deren Aufrechterhaltung. Früher galt der Verkauf einer Briefmarke als hoheitlicher Akt und das Austragen von Briefen geschah durch Beamte. Auch die Argumente der Rosinenpickerei und Versorgungslücken in der Fläche angesichts drohender Konkurrenz gab es schon immer. Sie erwiesen sich ohne jede Ausnahme als falsch. Im Gegenteil, alle Segmente wurden bunter und laufen zuverlässiger denn je bis in den letzten Winkel der Republik. Und für die qualifizierten, teureren Spezialisten ist immer noch Platz.

Das alles auf dem Medikamentensektor zu vergleichen, mag hinken. Aber Drogen vom Haschisch bis zum Heroin sind auch nicht frei käuflich, werden dafür aber sogar auf vielen Schulhöfen feilgeboten. Weshalb sind nicht alle Schüler heroinabhängig? Es ist die Eigenverantwortung und Aufklärung. Ebenso verhält es sich mit allen anderen Dingen. Trotz aller Deckelung wird man den Mißbrauch nicht unterbinden können und mit fehlender Deckelung fördert man den Mißbrauch aber auch nicht. Aufklärung und Information helfen wirklich, Gerichtsurteile sind dabei nur schlechte und wenig hilfreiche Witze.

Gruß
Wolfgang

Ja sicher
Ach Rainer… :wink:

Klar, warum kommt mir das so bekannt vor?
Ach ja, das sagen die Süchtigen auch immer, ich kenn mich
damit aus, mir kann nichts passieren.

Genau! Und wenn man mit einem Mann ungeschützt GV hat, *wegwerfendehandbewegung* bekommt man auch nicht gleich ein Kind oder AIDS…Nene, DAS passiert immer nur den anderen…!

Betäubungsmittel für Alle übers Internet!

Deine Parole, mein Lieber. Hast Du denn tatsächlich nicht verstanden, was ich meine??? Vanessa hat. Sehr gut sogar. Aber vielleicht bist Du ja auch ein gebranntes Kind…nur in eine andere Richtung hin gehend. Wie sieht es denn für Dich persönlich aus mit dem mündigen Umgang mit „gefährlichen“ (…) Dingen? *smile*. Wenn durch Krankheit eine Notwendigkeit diesbezüglich entsteht? Ich schrieb nichts von „Spaßpillen“ oder Mißbrauch. (((Natürlich sehe ich auch die Gefahren *stöhn*. Aber ich wollte auch keinen Roman schreiben))).

Traust Du Dir selber nicht über den Weg? Ich mir schon. Und ich habe ja explizit deutlich gemacht, daß ich nur für mich dargelegt habe, wie ein mündiger Umgang sich entwickeln kann.

Schließlich wollen wir ja mündige Bürger sein, nicht wahr?

Womit Du vollkommen Recht hast!

Liebe Grüße an Dich :o)

Bettina

Ja!

So, nun habe ich doch viel mehr geschrieben, als ich
ursprünglich wollte…mußte das mal loswerden.

*lach*…liebe Vanessa, ich fühle mich zutiefst verstanden. Von Herzen auch ganz liebe Grüße

Bettina :wink:

Hi Oliver!

Wollen wir wirklich gnadenlosen Kommerz auf der ganzen Linie?
Gibt es nicht Bereiche, wo Geschäftemacherei aus ethischen
Gründen in den Hintergrund treten sollte?

Du hast Recht. Absolut! Aber es gibt eben Länder, in denen ein etwas „gelöster“ Umgang mit dem Inhalt unserer Thematik hier auch nicht kollektiven Mißbrauch ausgelöst hat

Die „Mündigen“ hier in diesem Brett möchte ich dringend darauf
hinweisen, daß für ihre hochgeschätzte Einkaufsfreiheit die
weniger Mündigen mit gesundheitlichen Schäden bezahlen werden.

Diesen Aspekt habe ich wirklich nicht berücksichtigt. Und der ist wichtig! Stimmt.

Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter und behaupte mal, das
selbst die „Mündigen“ hierzu nicht in der Lage sind. Eine jede
Krankheit betrifft den gesamten Körper, man kann mit einem
angelesenen „Inselwissen“ kaum wirklich je verstehen, was im
Körper vor sich geht.

Für mich und meine Geschichte trifft das nicht zu. (Ich will aber keine Details von mir berichten!). Jedenfalls stimmt mein Posting unten bzgl. meiner Erfahrungen, die ich machen durfte. Ich weiß selber, da ich statistisch gesehen ein „Ausreißer“ bin. Denke aber auch, das deutlich gemacht zu haben :smile: !

Einfach den „Waschzettel“ zu lesen hilft nicht. Die Angaben
dort dienen eher dazu, sich juristisch abzusichern. Sie haben
mit medizinischer Wissenschaft oft wenig zu tun.

Genau. Mit Recherche meinte ich auch nicht, pro-forma Beipackzettel überfliegen.

Welcher der „Mündigen“ hat schon jemals eine Medline-Recherche gemacht?

Ich Oliver. (mündig in Klammern sieht etwas nach „Zwangsjacke“ aus, findest Du nicht *gg*).

Um es klarzustellen: Ich stelle mich nicht gegen den
Internethandel par se, sondern gegen die Art und Weise, wie
die Händler einem die Fähigkeit zur „mündigen“ Entscheidung
vorgaukeln. Ich halte es für rücksichtslose Geldmacherei.

…wie „einige Händler“, nicht alle…!!! Ansonsten: Du hast da Recht, finde ich!

Herzliche Grüße von

Bettina