Behandlungsmethoden bei Grünem Star

Von: , Frage gestellt am Fr, 8. Jun 2001

Hallo Experten!

Meine Mutter (72 Jahre) hat seit einiger Zeit einen sich immer rascher entwickelnden Grünen Star.

Ihr Augenarzt (ein meiner Erfahrung nach sehr guter Mediziner) hat diverse Augentropfen verschrieben, die aber so gut wie keine Wirkung gezeigt haben.

Er versicherte meiner Mutter beim letzten Besuch, sie müsse sich keine Sorgen machen, es gebe noch "viele Möglichkeiten, die Sache in den Griff zu kriegen".

Die verunsicherte alte Dame hat nicht zu fragen gewagt, was denn damit gemeint sei.

Jetzt meine Frage an Euch: Welche Methoden zur Behandlung von Grünem Star gibt es denn noch?

Besten Dank!
Diana

5 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 59 Minuten 2 hilfreich
    Re: Behandlungsmethoden bei Grünem Star

    Hallo Diana,

    wenn Ihr davon überzeugt seid, dass es sich um einen guten Mediziner handelt, dann ist es üblich, dass er bei einer leichten Erhöhung des Augeninnendrucks monatlich bis dreimonatlich den Augeninnendruck kontrolliert und deine Mutter mit bis zu drei verschiedenen Tropfmedikamenten behandelt. Ohne diese Tropfen wäre der Innendruck wesentlich höher. Das entsteht dadurch, dass das Kammerwasser, das laufend neu gebildet wird, nicht mehr gut abfließen kann.
    Der Wert des Augeninnendrucks sollte < 22 mmHg sein.

    Als Tochter wird man dir über die zuletzt ermittelten Werte deiner Mutter Auskunft geben.
    Bei jeder Messung sollte der Patient seine Werte erfahren, dann bekommt er schnell selbst ein "Gefühl" für die augenblickliche Situation des Glaukoms (grüner Star).

    Steigt der Druck immer weiter an, was der Patient zunächst nicht bemerkt (weil schmerzlos), erzeugt der permanente Druck des Kammerwassers über den Glaskörper auf den Sehnerven in der Umgebung der Eintrittsstelle aus der Netzhaut eine irreversible Schädigung, was zu langsam und deshalb erst unbemerkt fortschreitenden Gesichtsfeldausfällen (Skotom) von den Sehfeldrändern her nach innen führt. Beim hohen Innendruck fühlt sich der Augapfel seinhart an!! Soweit soll es aber nicht erst kommen.

    Wird ein Messwert von 22 mmHg leicht überschritten, ist das noch nicht gefährlich, aber ein Warnzeichen, dass er öfter regelmäßig kontrolliert werden muss, um gefährlich hohe Werte zu erfassen, die dann "gesenkt" werden müssen.

    Reichen die Augentropfen irgendwann nicht mehr aus, dann ist heute das Lasern eine recht unkomplizierte, ambulante Möglichkeit, das Kammerwasser wieder zum besseren Abfließen zu bewegen.
    In schwierigen Fällen, wo das Lasern gar nichts bringt, wird operiert.

    Wer aber das Problem einmal hat (zunehmendes Alter, Vererbung), der wird sich auch nach dem Lasern vierteljährlich den Innendruck kontrollieren lassen bei gleichzeitiger Benutzung von Augentropfen. Wenn das zunächst auch alles etwas lästig ist, erhält man sich dadurch aber intakte Sehnerven.

    Dadurch, dass Durchblutungsstörungen hierbei auch eine wichtige Rolle spielen, hat sich der Nikotinabusus als situationsverschärfend herausgestellt, sodass beim Grünen Star keinesfalls geraucht werden sollte.

    Zur Info:
    http://www.dog.org/patient/glaukom99.html

    Viele Grüße

    Renate [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

  2. Antwort von nach 4 Stunden 0 hilfreich
    Re: Behandlungsmethoden bei Grünem Star

    Hallo Diana,
    Falls der Doc das Glaukom mit Tropfen nicht in Griff kriegt,
    dann gibt es noch die Möglichkeit einer speziellen Akupunkturbehandlung, die von einer Augenärztin entwickelt wurde und beim Glaukom recht gute Erfolge zeigen soll.
    Crotalus [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

  3. Antwort von nach 4 Stunden 0 hilfreich
    Re: Cannabis (Haschisch)

    Es ist kein Witz und auch keine Drogenberatung ;-)

    Cannabis ist eines der potentesten Mittel gegen zu hohen Augeninnendruck. In Kalifornien hat ein Mann es durchgeklagt (und recht bekommen), daß er legal zum persönlichen Gebrauch Cannabis anbauen und benutzen darf. Er konnte nachweisen, daß er ohne Cannabiskonsum längst erblindet wäre.
    Aber Deine Großmutter muß nicht kiffen um in den Genuss der Wirkung zu kommen. Es gibt eine große Studie (Uni Saarbrücken glaube ich) über die Wirkung von Cannabis beim grünen Star. Es werden standartisierte Präperate verwendet. Vielleiecht sollte der Augenarzt sich mit den Projektleitern in Verbindung setzen.

    Gandalf

  4. Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
    Antwort an alle

    Vielen Dank für Eure Antworten!

    Bei meiner Mutter (sie ist tatsächlich meine Mutter, auch wenn sie 40 Jahre älter ist als ich *gg*) ist der Grüne Star wohl schon recht weit fortgeschritten.

    Einer Laserbehandlung bzw. Operation wird sie sich wohl nicht mehr unterziehen. Sie ist mit diversen schweren Krankheiten geschlagen, hat mehrere große Operationen hinter sich, und möchte, da ihre Lebenszeit begrenzt ist, keine Krankenhausaufenthalte, Operationen und damit verbundene Komplikationen mehr auf sich nehmen.

    Sie ist außerdem seit 50 Jahren starke Raucherin - ein Laster, das ihr zur Lebensfreude geworden ist und das sie trotz Asthma und - wie ich durch Renates ausführliche Antwort jetzt erfahren habe - Grünem Star nicht aufzugeben bereit ist.

    Wer weiß - ich werde mich über die beiden alternativen Behandlungsmethoden schlau machen; und vielleicht kann ich sie ja dazu bewegen, Hasch zu rauchen *schieflächel*

    Vielen Dank nochmals!

    Diana

    • Antwort von nach einem Tag 1 hilfreich
      Re: Antwort an alle

      Hallo Diana,

      veratändlich, die Reaktion Deiner Mutter. Sie scheint ja schon so einiges mitgemacht zu haben.
      Aber: Ältere Leute mit schweren Grunderkrankungen leben oft noch erstaunlich lange. Sie ist ja "erst" 71.
      Daher die dringende Bitte: Sprecht mal mit Eurem Augenarzt über das Laserverfahren. Es handelt sich, soweit ich weiß, *nicht* um einen operativen Eingriff da kein Tropfen Blut fließt und keine Narkose notwendig ist.

      Etwas allgemeiner, aber wichtig: Fehlender Lebensmut sollte nicht zum Entzug von Behandlung bzw. Beendigung des Lebens führen. Besser ist eine Behandlungsstrategie, die konsequent auf eine Verbesserung der Lebensqualität abzielt. Ein einfacher Eingriff, welcher vor Blindheit rettet, gehört sicher dazu. Dann kommt der Lebensmut schon wieder ;-)

      Off topic: Diese Strategie bildet gleichzeitig einen wichtigen Gegenpol zur aktuellen Sterbehilfedebatte.

      Oliver

Keine passende Antwort gefunden? Jetzt eigene Frage stellen!