Re: Behandlungsmethoden bei Grünem Star
Hallo Diana,
wenn Ihr davon überzeugt seid, dass es sich um einen guten Mediziner handelt, dann ist es üblich, dass er bei einer leichten Erhöhung des Augeninnendrucks monatlich bis dreimonatlich den Augeninnendruck kontrolliert und deine Mutter mit bis zu drei verschiedenen Tropfmedikamenten behandelt. Ohne diese Tropfen wäre der Innendruck wesentlich höher. Das entsteht dadurch, dass das Kammerwasser, das laufend neu gebildet wird, nicht mehr gut abfließen kann.
Der Wert des Augeninnendrucks sollte < 22 mmHg sein.
Als Tochter wird man dir über die zuletzt ermittelten Werte deiner Mutter Auskunft geben.
Bei jeder Messung sollte der Patient seine Werte erfahren, dann bekommt er schnell selbst ein "Gefühl" für die augenblickliche Situation des Glaukoms (grüner Star).
Steigt der Druck immer weiter an, was der Patient zunächst nicht bemerkt (weil schmerzlos), erzeugt der permanente Druck des Kammerwassers über den Glaskörper auf den Sehnerven in der Umgebung der Eintrittsstelle aus der Netzhaut eine irreversible Schädigung, was zu langsam und deshalb erst unbemerkt fortschreitenden Gesichtsfeldausfällen (Skotom) von den Sehfeldrändern her nach innen führt. Beim hohen Innendruck fühlt sich der Augapfel seinhart an!! Soweit soll es aber nicht erst kommen.
Wird ein Messwert von 22 mmHg leicht überschritten, ist das noch nicht gefährlich, aber ein Warnzeichen, dass er öfter regelmäßig kontrolliert werden muss, um gefährlich hohe Werte zu erfassen, die dann "gesenkt" werden müssen.
Reichen die Augentropfen irgendwann nicht mehr aus, dann ist heute das Lasern eine recht unkomplizierte, ambulante Möglichkeit, das Kammerwasser wieder zum besseren Abfließen zu bewegen.
In schwierigen Fällen, wo das Lasern gar nichts bringt, wird operiert.
Wer aber das Problem einmal hat (zunehmendes Alter, Vererbung), der wird sich auch nach dem Lasern vierteljährlich den Innendruck kontrollieren lassen bei gleichzeitiger Benutzung von Augentropfen. Wenn das zunächst auch alles etwas lästig ist, erhält man sich dadurch aber intakte Sehnerven.
Dadurch, dass Durchblutungsstörungen hierbei auch eine wichtige Rolle spielen, hat sich der Nikotinabusus als situationsverschärfend herausgestellt, sodass beim Grünen Star keinesfalls geraucht werden sollte.
Zur Info:
http://www.dog.org/patient/glaukom99.html
Viele Grüße
Renate
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]