Menthol/Koffein und Homöopathie

Hallo liebe Experten,

ich hab zwei ganz einfache Fragen:

  1. Ist die Zahncreme MERIDOL in Ordnung, wenn man homöopathisch behandelt wird? Bei den Inhaltsangaben steht nichts als mentholhaltig Erkennbares.

  2. Ist es beim Kaffee das Koffein, das die hom. Wirkung verzögert, bzw. darf man koffeinfreien Kaffee trinken, aber kein Cola?

Über Antwort freut sich
Trilli

Hallo Trilli,

da gibt es viele unterschiedliche Meinungen. Ein Therapeut, der gern Kaffee trinkt, wird Dir sagen, daß Kaffee völlig in Ordnung ist, während ein Teetrinker Dir wahrscheinlich den Kaffee verbieten möchte.

Ich persönlich bin der Auffassung, daß es überhaupt keinen Unterschied macht, ob man während der Behandlung auf z.B. Koffein oder Nikotin verzichtet oder nicht. Auch wenn diese Stoffe durchaus in der Homöopathie verwendet werden (allerdings sehr selten, wie ich weiß), so nimmt man sie ja nicht in Form einer potenzierten Arznei ein. So ist ihre homöopathische Wirksamkeit so gering bis gar nicht vorhanden, daß es nun wirklich kein Problem darstellen sollte.

Viele Therapeuten verbieten gern ihren Patienten etwas, um damit eine psychologische Wirkung hervorzurufen. Also nach meiner Erfahrung kannst Du ruhig Kaffee trinken und Dir weiterhin die Zähne putzen , es wird bei der richtigen Arzneimittelwahl den Erfolg weder beschleunigen noch verzögern.

Gruß,
Meteor.

Hallo!!!

Mit dem Menthol und dem Coffein verhält es sich so, daß es auf das homöopathische Mittel ankommt, ob man diese Stoffe zu sich nehmen kann. Bei manchen zerstören sie die Wirkung, bei anderen spielt es keine Rolle. Welche Mittel das genau sind, kann Dir eigentlich nur ein guter Homöopath sagen. Oder man schaut in einem schlauen Buch nach. Nennt sich Kent (ist glaube ich der Autor).:

Christine

Das Buch, welches Christine hier meint, ist die Arzneimittellehre von James T. Kent (nicht zu verwechseln mit James T. Kirk) *g* erschienen im Karl F. Haug Verlag. Es gibt jedoch noch andere Autoren, aber Kent ist sozusagen der Standart und Umfangreichste. Nach diesem Buch hat Christine völlig recht. Dennoch kann ich aus meiner Erfahrung sagen, daß ich einen nennenswerten Einfluß von Koffein oder Menthol nicht bestätigen kann.

Angebot meinerseits: falls Du auf Nummer sicher gehen möchtest, so sende mir doch den Namen Deines Mittels (am besten via Email) zu. Ich werde es dann nachschlagen. Die Anschaffung des Buches (ca. 120,- DM) lohnt nur für Therapeuten. Um einmal hineinzuschauen, wäre ein Bibliothek eine gute Alternative

Gruß,
Meteor.

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Hallo Meteor,
Danke für die Info (auch wenn es nicht meine Frage war);
auch ich war lange Zeit recht verunsichert, weil ich dies auch von Ärzten gehört habe, meine Freundinnen (Eigenstudium) mir aber versichert haben, dem sei nicht so, auch aus Selbsterfahrung.
Tatsache ist, dass ich gerne (nicht übermäßig aber doch) Kaffee oder Coke trinke und auch ein bißchen Menthol/Pfefferminzsüchtig bin (Mundspray).
Andererseits habe ich aber nicht den Eindruck, dass mir homöopathische Mittel nicht wirklich helfen (außer einigen Ausnahmen wie z.B. bei Reizblase), nichts desto trotz versuche ich es immer wieder.
Wo kann da der Knackpunkt liegen, wenn nicht bei Kaffee und Pfefferminz?
Danke für Deine Antwort im voraus
Liebe Grüße#
Birgit
PS: Ein Tippfehler auf Deiner ViKa „Heipraktiker“ *gg*

Allgemeines zum Verständnis
Hallo B10A,

??Was war nicht Deine Frage?? Habe ich Dir schon einmal geantwortet?

Also, etwas Grundsätzliches zur Homöopathie, auch auf die Gefahr hin, daß ich mich in Bezug auf andere Postings wiederhole. Die Klassische Homöopathie nach Samuel Hahnemann (entdeckt 1796 und eingeführt 1810) beruht auf dem Prinzip des Simile. Dr. James Tyler Kent hat sie weitergeführt und verfeinert. Ich will es mit den Worten von Edward Heits ausdrücken.

„…, wenn unter homöopathische Behandlung die körperlichen Symptome sich zwar bessern, die psychischen aber schlechter wurden, der Kranke niemals geheilt werden könne…“

James T. Kent warnte sogar ausdrücklich vor der Behandlung mit Arzneimitteln, die zwar oberflächlich dem Symptombild der Krankheit ähneln, aber gegenüber der „inneren Natur“ (des Kranken) verschieden ist. Diese wären höchstens in der Lage, die Krankheit zu unterdrücken , niemals aber sie zu heilen.

Genau hier liegt die Problematik der heutigen angewendeten Homöopathie. Es gibt Unternehmen (z. B. DHU), die aus der Homöopathie Kapital schlagen möchte. Im Angebot solcher Unternehmen befinden dann sich die sogenannten Komplexmittel (ein Mix aus sich teilweise widersprechenden Arzneimittel). Dazu wird dann noch ein „Nachschlagewerk“ vertrieben, in dem man nur unter Grippe nachschlagen muß und die entsprechende „Mixtur“ verschreiben. Das geht schnell und kostengünstig. Nun, was passiert hier? Es wird genau das praktiziert, wovor Kent ausdrücklich warnte -> oberflächliche Symptombehandlung!
Die Klassische Homöopathie behandelt nicht Symptome, sondern den Kranken. Was heißt das für die Praxis? Es muß recht aufwendig und zeitintensiv nach dem Simile des Kranken gesucht werden. Dieses Simile bzw. dieses Arzneimittel ist für ihn ganz persönlich.

In der Regel muß dieses Mittel nur einmal im Leben bestimmt werden. Keine Regel ohne Ausnahme! Es gibt Arzneimittel, die derart in enger Beziehung zueinander liegen, daß es sich tatsächlich mal ändern kann. Sehr selten!

Da diese Arzneimittel nun der „inneren Natur“ des Kranken entspricht, wirkt sie gegen eine Reizblase genauso wie gegen Hühneraugen und psychischen Belangen. Hier muß ich jedoch warnen. Bei schwerwiegenden psychischen Problemen sollte Homöopathie begleitend zu einer geschulten psychologischen Therapie angewendet werden.

Aus dem Prinzip der Klassischen Homöopathie kann das Arzneimittel, das Herrn Müller gegen sein Rheuma einnimmt, Herrn Schulz nicht helfen. Jeder Kranke bedarf das auf ihn passende Simile!!

Zum Heilungsprozess: Ich möchte hier ein Beispiel zur Hilfe nehmen. Ein Patient kommt zur Behandlung wegen seines Asthmas. Als Kind hatte er Neurodermitis, von der aber nichts mehr zu spüren ist. Nach der Lehre von Hahnemann und Kent hat sich die Krankheit von außen nach innen verlagert (ein schlechtes Zeichen). Bei der Behandlung mit dem korrekten Simile wird zwangsläufig die Neurodermitis wieder auftreten, da die Krankheit „ausgeheilt" werden muß. Die Krankheit darf hier nicht mit Symptomen verwechselt werden! Als Faustregel gilt für die Dauer der Heilung: Soviel Jahre die Krankheit besteht, braucht es Monate zur Heilung. Linderung tritt (nach einer Erstverschlimmerung) recht zügig ein.

Warum es bei Dir nicht funktioniert kann ich nur mutmaßen. Entweder Du nimmst ein „Symptomunterdrücker" oder ein falsches Arzneimittel ein. Meine Frage wäre nun, ob Du Dich nach der Klassischen Homöopathie behandeln läßt und ob eine gute Anamnese vorausging.

Gruß
Meteor.

PS. Danke für den Hinweis auf den Tippfehler in der ViKa.

Hi Meteor,

??Was war nicht Deine Frage?? Habe ich Dir schon einmal
geantwortet?

Damit hab ich nur gemeint, dass Du mir sehr viel geholfen hast, obwohl es nicht ich war, die diese Frage gestellt hat *Verwirrungstift*

Danke auch für Deine weiteren Ausführungen, ich werde mal den Zugang zur Homöopathie gründlich überdenken müssen. Denn - richtig geraten - ich verwendete bis dato hauptsächlich über Komplexmittel, einmal gab mir mein Frauenarzt ein Potenzmittel, das ihm passend erschien (er ist aber nicht homöopathisch ausgebildet). Nun - kein Wunder, dass es nicht funktioniert.
Vielen Danke nochmal und liebe Grüße#
Birgit