Hallo zusammen,
Dass Kinder höher fiebern als Erwachsene und die meisten Erwachsenen kaum Fieber bekommen, ist bekannt.
Aber eine Arbeitskollegin bekommt zwar nicht leicht Fieber, wenn, dann geht es bei ihr sehr rasch über 38°, 40° bei einer Erkältung ist ganz normal bei ihr. Sonst ist sie gesund.
Ich selber fühl mich schon mit 37,5° klinisch tot, ich persönlich führe das auf meine niedrige Körpertemperatur (36°) zurück.
Von welchen Faktoren hängt es ab, ob jemand leicht hohes Fieber bekommt?
Danke im voraus und liebe Grüße#
Birgit
Hallo Birgit,
ich kenne beide Symptome von mir (obwohl ich jetzt schon lange kein Fieber mehr hatte) Fast immer direkt ganz hoch und schon bei 37,5 klinisch tot. Zu Punkt 1, so ist es denke ich einfach ein emfindliches Immunsystem, was ja eigentlich nicht Schlechtes ist, sonder Dich schützt. Zu Punkt 2 wundere ich mich eigentlich. Ich dachte es wäre ein Symptom, das nur bei Männern auftritt und darin erklärbar ist, das Männer einen größeren Anteil an Muskeln haben und der Schmerz bei Fieber sich in den Muskeln abspielt. Weitere erklärungen würden mich auch interessieren.
Gruß
Ivo
Von welchen Faktoren hängt es ab, ob jemand leicht hohes
Fieber bekommt?
Nun, was ich weiß zum Fieber ist, dass es entsteht durch die Einwirkung sogenannter Pyrogene. Das sind Stoffe, die zunächst von außen kommen (Bestandteile von Bakterien z.B.), dann weitere Pyrogene des Körpers aktivieren. Hierdurch werden Prostaglandine freigesetzt, das sind Stoffe, die dem Regulationszentrum für Temperatur im Gehirn sagen, dass der eigentliche Sollwert für die Temperatur (der individuell verschieden ist, aber zwischen 36 und 37 Grad liegt) nach oben verschoben wird. Das Gehirn regelt somit die Temperatur nach einem neuen „Befehl“, solange diese Pyrogene auf den Körper einwirken.
Jeder Körper reagiert anders mit der Ausschüttung körpereigener Pyrogene und Prostaglandine. Das zeigt sich auch bei vielen anderen Dingen, beispielsweise eben bei der Wirkung von Medikamenten. Man ist sich ja daher auch noch nicht 100% einig, grundsätzlich zur Fieberbekämpfung Medikamente einzusetzen, weil man ja vielfach auch eine positive Wirkung des Immunsystems darin sieht, besonders bei Virusinfektionen. Wenn es allerdings Komplikationen nach sich ziehen könnte (also das Fieber zu hoch ist, oder zu lange dauert), ist man sich dann doch einig, sog. Prostaglandinhemmer als fiebersenkende Mittel einzusetzen.
Ich fand es in meinem Studium anfangs ziemlich unbefriedigend, zu wissen, dass es eben individuelle Unterschiede sind, die die verschiedenen Bilder einer Krankheit hervorrufen. Schließlich konnte ich nicht voraussagen, wie es ausgeht und auch nicht entsprechend steuern (nur eben in einem Maß, was mir nicht genug war)… Aber mittlerweile nehme ich es halt als gegeben hin, dass nicht jeder den gleichen Schaltplan in sich trägt …
))
Herzlichst,
Claudia