Hallo Hans,
Du hast vermutlich den Spiegel-Artikel falsch verstanden, wenn Du meinst, der Kalk wäre bei allen da.
Der Körper muß die Kalziumkonzentration stets knapp am Ausfällen halten, sonst wäre es ihm ja gar nicht möglich, neuen Knochen zu bilden. Kommt es nun zu einer minimalen Verschiebung dieser Balance, z.B. bei einer lokalen pH-Verschiebung im Rahmen einer Entzündungsreaktion, so fällt Kalzium (in Form von Kalk) auch dort aus, wo er es gar nich tun sollte.
Normal befindet sich allerdings kein Kalk in den Gefäßwänden. Wäre er sogar bei Gesunden da, so könnte man praktischerweise die Gefäße als „Kalkrohre“ in Röntgenbildern sehen, leider ist dies nicht der Fall, man muß erst Kontrastmittel spritzen.
Die ganze Cholesterindiskussion ist nun auch nach Schulmedizin
Quatsch.
Steht das auch so im Spiegel? Auf deren Website habe ich den Artikel (leider) nicht gefunden. Was ist denn nach deren Meinug der Auslöser von Ateriosklerose?
An und für sich sind folgende Daten gesichert: Patienten mit hohen Cholesterinwerten entwickeln Arteriosklersose, wobei zunächst mal nicht klar ist, ob das ein zufälliger nebeneinanderstehender Effekt z.B. eines unbekannten Gefäßgiftes ist oder ob das Cholesterin auch wirklich (durch Ablagerung) die Entzündung in der Gefäßwand verursacht. Für letzteres spricht allerdings, daß man unter Reduktion der Blutfette einen Rückgang der Arteriosklerose gefunden hat.
Aber die hat ja eh alle 5 - 10 Jahre eine andere, neu-absolute
Meinung.
Schon früher war klar, daß Fette nicht die einzige Ursache von Gefäßwandetzündungen ist. Sicher wußte man es damals schon von gewissen Autoimmunerkrankungen (SLE), bestimmten Speicherkrankheiten (Cystinose), auch Diabetes und hoher Blutdruck (mechanische Risse in der Gefäßwand führen zur Entzündung, siehe Schwellung bei Bänderstauchung) usw. usf. Neu ist die Erkenntnis, daß auch Bakterien (Chlamydien) solche Entzündungen verursachen können. Klinische Studien laufen, und eventuell werden bald Antibiotikakuren eingesetzt werden, um die Anzahl an Herzinfarkten und Hirnschlägen noch weiter zu senken. Dehalb ist die Sache mit den Blutfetten aber noch lange kein Quatsch, sie ist lediglich die halbe Wahrheit. Eines ist und bleibt klar: Senkung der Blutfette = Senkung des Arterioskleroserisikos.
Zur Zeit ist in Deutschland die Katheter Untersuchung
das nonplus Ultra. Ist aber nur leicht lästig, daß 500 Leute
dabei sinnlos sterben.
Langsam, zunächst reicht mal die Blutfettuntersuchung aus. Der Katheter kommt nur zum Einsatz, wenn die Kranzgefäße schon fast dicht sind und der Infarkt unmittelbar droht. Bei der Untersuchung wird nicht nur die definitive Diagnose gestellt, sondern das erkrankte Gefäß mittels Ballon gleich aufgedehnt.
Natürlich sterben dabei Leute. Aber die Untersuchung rettet zehnmal so vielen das Leben!
Merkwürdig auch, daß sich niemand für die Ursache der
Entzündung der Gefäßwände interessiert.
Eben nicht: Das ist doch der zentrale Punkt der ganzen Forschung. Wie kommst Du denn auf so eine Behauptung?
Oliver