Prophylaxe bei Calciumoxolatsteinen

Hallo
was sagt die Forschung zu diesem Thema?

  • ist Mangnesium als Calciumantagonist zu empfehlen und wenn ja, in welchee Dosis?
  • sollten primär calciumhaltige Produkte oder primär oxolatsäurehaltige Produkte gemieden werden?
  • wo bekomme ich eine Liste her, die solche Produkte aufführt?
  • sind harntreibende Mittel als Dauermedikation zu empfehlen?
    danke für die Bemühungen
    steffen

Hallo Stefan,

Das Problem läßt sich von drei Seiten in die Zange nehmen:

  1. Reduktion der Oxalat-Ausscheidung im Urin,
  2. Reduktion der Ca-Ausscheidung im Urin,
  3. Senkung der Urinkonzentration von Ca und Oxalat durch Erhöhung des Harnvolumens (sprich: Harnverdünnung).

im Detail:

Die Urinausscheidung sowohl von Ca als auch von Oxalat wird durch Meidung tierischer Proteine verringert (Assimos DG; Holmes RP: Role of diet in the therapy of urolithiasis. Urol Clin North Am, 2000 05, 27: 2, 255-68)

Die Oxalataufnahme im speziellen läßt sich am besten durch Blockade der Aufnahme aus dem Darm erreichen. Mangelerscheinungen sind hierbei nicht zu erwarten, da Oxalat zur Not auch vom Körper selbst hergestellt werden kann.
Am besten läßt sich das Oxalat durch Ca-Hydroxid binden, mit dem ungewollten Nachteil, daß man dabei wiederum die Ca-Zufuhr erhöht. Eine „Ca-neutrale“ Alternative, die anscheinend genauso wirksam ist, ist die Gabe von Magnesiumoxid (Liebman M; Costa G: Effects of calcium and magnesium on urinary oxalate excretion after oxalate loads. J Urol, 2000 05, 163: 5, 1565-9). Außerdem empfiehlt es sich natürlich, Lebensmittel mit hohem Oxalatgehalt (einige Früchte und Gemüse) zu meiden.

Die Ca-Ausscheidung im Urin läßt sich zum einen durch Senkung der Ca-Zufuhr erreichen, also durch Ca-arme Ernährung bzw. im Extremfall durch spezielle Medikamente, die Ca noch im Darm Binden (Ionenaustauscher). Nachteil: Gefahr von Ca-Mangelzuständen mit entsprechenden negativen Auswirkungen auf das Skelett. Eine bessere Alternative ist daher die Senkung der Ca-Ausscheidung durch die Niere. Dies können bestimmte harntreibende Medikamente leisten, welche (eigentlich als Nebenwirkung) die Ca-Abgabe in den Urin hemmen (Thiazidddiuretika, z.B. Chlorothiazid). Dies aber nur, wenn alle anderen Methoden scheitern.

Der Königsweg der Harnsteinvermeidung ist die dritte und letzte Schiene: Verdünnung des Harns. Dies läßt sich am einfachsten, billigsten und nebenwirkungsärmsten durch viel trinken erreichen. Harntreibende Mittel sind, wie oben gesagt, nur zur Senkung der Ca-Ausscheidung sinnvoll, und dies nur dann, wenn es anders nicht geht.

Oliver

Der Königsweg der Harnsteinvermeidung ist die dritte und
letzte Schiene: Verdünnung des Harns. Dies läßt sich am
einfachsten, billigsten und nebenwirkungsärmsten durch viel
trinken erreichen. Harntreibende Mittel sind, wie oben gesagt,
nur zur Senkung der Ca-Ausscheidung sinnvoll, und dies nur
dann, wenn es anders nicht geht.

Hier sind wir uns mal einig :wink:

Ein befreundeter Urologe ist felsenfest davon überzeugt, daß 60 - 80 % aller Harnsteine durch mehr trinken vermieden werden könnten. Er hat mir von vielen Menschen (erstaunlicherweise überwiegend Frauen) erzählt, die jahrelang nur einen halben Liter und weniger pro Tag getrunken haben. Speziell im Alter läßt der Durst nach.
Ein Trick wie er dann die „Medizin“ Wasser einflößen läßt ist, das er ein Placebo einige male am Tag mit viel Wasser einnehmen läßt, mit oftmals erstaunlichen Resultaten.

Gandalf

1 „Gefällt mir“