Generika, werden wir, und die KK, ausgenommen?

Hallo,

ich habe am Montag Abend im WDR die Sendung „Markt“ gesehen.
Hier ging es unter anderem um Generikahersteller und wie diese
anscheinend sehr gute Gewinne einfahren und die KK anscheinend
mehr als notwendig ausgeben müssen.

Link: http://www.wdr.de/tv/markt/20010924/b_1.phtml

Der Preisunterschied in dem beschriebenen Beispiel ist doch recht heftig.

Meine Frage an diejenigen die sich eventuell in der Materie
auskennen, ist das bei allen Generikas so???

Tschau

Robert

Der Preisunterschied in dem beschriebenen Beispiel ist doch
recht heftig.
Meine Frage an diejenigen die sich eventuell in der Materie
auskennen, ist das bei allen Generikas so???

Hallo Robert,
bei vielen Medikamenten gibt es heute mehr als 30 Hersteller. Falls der Arzt nur den Wirkstoff verschreibt, sind die Apotheker gezwungen, ein Praeparat aus dem unteren Drittel preislich gesehen abzugeben.
Außerdem gibt es regelmaessig Updates (fuer Apotheken alle 14 Tage), in denen die neuen Preise verzeichnet sind. Die Medikamente sind dann nicht alphabetisch nach Hersteller geordnet, sondern das preiswerteste steht an 1. Stelle. Viele Aerzte, die halt nicht nur den Inhaltsstoff angeben, sondern auch die Firma dazu, verschreiben also alle 2 Wochen etwas anderes, nur weil es an 1. Stelle in ihrer Liste steht. Der Preis zwischen dem 1. und dem letzten Medikament (meistens das Original, dessen Patent gerade abgelaufen ist)ist in der Regel hoch; hingegen bewegen die Nachmacherpreise sich in engerem Rahmen.
Nur immer das billigste zu verschreiben, hat 'ne ganze Menge Nachteile:

  1. Das schlimmste, was bisher passierte, war vor 2 oder 3 Jahren als eine neue Firma ein Erkaeltungspraeparat unschlagbar guenstig auf den Markt brachte. Dieses Mittel wurde zu dem damaligen Zeitpunkt wohl von jedem Arzt verschrieben; darum gab es das dann auch nach 3 Tagen nicht mehr. Ich habe danals den Hersteller angerufen und gefragt, was denn nun genau los sei , und wann man mit neuer Lieferung rechnen koenne. Mir wurde geantwortet, dass die Firma (Sitz der Firma war in den neuen Bundeslaendern)den Rohstoff guenstig eingekauft habe und schnellstmoeglich sehen muesste, neue Rohstoffe moeglichst billig zu erhalten. Man stelle sich mal vor, wo man auf die schnelle moeglichst viel und moeglichst billig Rohstoffe herbekommt. Ich habe zu solchen Medikamenten keinerlei Vertrauen.
  2. Manche Firmen suchen sich mit ihrem Spektrum nur die Schnelldreher raus. Die Mittel, die sicher auch wichtig aber nicht so lukrativ sind, fallen aus der Palette raus. Dafuer sind dann andere Hersteller wieder gut, die eben im Sinne der Bevoelkerungsgesundheit ihre Palette ein wenig breiter gestalten.
    Zu diesen Firmen gehoeren u.a. ratiopharm, Stada, aliud, Hexal, Wolff, ct (nicht vollstaendig!). Die Preise dieser Firmen liegen immer ungefaehr im selben Bereich. Hier kann ich mir aber auch sicher sein, dass gewisse (ausreichende) Mengen von den gaengigsten Medikamenten hergestellt werden.
    Die im Bericht genannte Herstellerfirma stellt nur 1 Praeparat her!?
  3. Generika egal von welchem Hersteller sind deutlich billiger als die aus dem Ausland reimportierten Originale. Trotzdem gibt es ein neues Gesetz, das die Apotheker zwingt, ab 1.1.2002 5% vom Gesamtumsatz als reimportierte Arzneimittel abzugeben. Ich sehe da ein grosses Problem, da die Aerzte, die z.B. um meine Apotheke herum sind, fast auschschliesslich Generika verordnen, was ja auch preislich vorteilhafter ist. Nur koennen die Generika nicht reimportiert werden! Trotzdem muss ich von meinem Gesamtumsatz diese 5% erreichen. Der Betrag, der unter diesen 5% liegt, wird von der Bezahlung der anderen Medikamente eingehalten. Es soll keine Pruefung erfolgen, was genau haette reimportiert werden koennen. Hier sieht man wieder, dass nicht der Preis ausschlaggebend ist, sondern irgendwelche undurchsichtigen (oder doch eher durchsichtige) politischen Verflechtungen.
  4. Die Vorratshaltung in den Apotheken ist wichtig. Bei Grippewellen oder anderen Erkrankungen, die gehaeuft auftreten, wenn sie denn kommen, brauchen die Apotheken innerhalb kuerzester Zeit grosse Mengen Antibiotika, Fieber oder Durchfallmittel. Wie soll die Vorratshaltung denn aussehen, wenn heute Fa. X liefern kann und natuerlich verordnet wird und morgen die Firma y? Eine gewisse Kontinuitaet ist doch erforderlich.
    Ich glaub, ich mach jetzt mal Schluss. Der Artikel hat mich gerade so geaergert, da er offenbar mal wieder von Leuten geschrieben wurde, die mit dem „taeglichen Geschaft“ nichts zu tun haben.
    Schoene Gruesse
    Sabine

Hallo,

ich habe am Montag Abend im WDR die Sendung „Markt“ gesehen.
Hier ging es unter anderem um Generikahersteller und wie diese
anscheinend sehr gute Gewinne einfahren und die KK anscheinend
mehr als notwendig ausgeben müssen.

Link: http://www.wdr.de/tv/markt/20010924/b_1.phtml

Der Preisunterschied in dem beschriebenen Beispiel ist doch
recht heftig.

Meine Frage an diejenigen die sich eventuell in der Materie
auskennen, ist das bei allen Generikas so???

Hallo Robert
Ein Medikament kann, wenn der Patentschutz ausgelaufen ist, von jeden Hersteller nachgemacht werden, der hat natürlich keine Kosten für Forschung und Entwicklung und kann wesentlich günstiger anbieten.
Die Krankenkassen bezahlen solche Originalmedikamente nicht mehr, nur noch die Generika, so nennt man die Nachfolgepräparate.
Es gibt Festbeträge für Medikamente, die die Krankenkassen festgelegt haben, mehr zahlen sie nicht, die Differenz muß der Patient zahlen.
Für Schwerkranke Multiple-Sklerose Patienten gibt es danach nichts mehr, weil angeblich die Therapie wissenschaftlich nicht untermauert ist.
Wir bekommen das zwei Klassen System, Privatversicherte kriegen Alles, Kasse zahlt nur noch das Notwendigste, alles Andere muß man sich selber kaufen.
Gruß
Rainer

Hallo Rainer,

Ein Medikament kann, wenn der Patentschutz ausgelaufen ist,
von jeden Hersteller nachgemacht werden, der hat natürlich
keine Kosten für Forschung und Entwicklung und kann wesentlich
günstiger anbieten.

Daher gibt es ja den Patentschutz. Das sind für den Hersteller rund acht Jahre Zeit, seine Kosten wieder einzufahren. Wenn er ein klinisch wirksames und konkurrrenzloses Produkt auf den Markt gebracht hat, dann ist dies sogar eine Lizenz zum Gelddrucken. Nur bei Scheininnovationen wäre demnach der Hersteller darauf angewiesen, daß auch nach Ablauf des Patentes weiter verordnet wird.

Für Schwerkranke Multiple-Sklerose Patienten gibt es danach
nichts mehr, weil angeblich die Therapie wissenschaftlich
nicht untermauert ist.

Angeblich ist gut: Die Mittel scheinen nicht wirksam zu sein. also kein Grund, dafür Geld auszugeben. Jedenfalls kein Geld aus meinen Beiträgen.

Wir bekommen das zwei Klassen System, Privatversicherte
kriegen Alles, Kasse zahlt nur noch das Notwendigste, alles
Andere muß man sich selber kaufen.

Nein: Die Kassen zahlen das, was auch tatsächlich wirkt, und nichts anderes. Wer noch irgendwelchen zweifelhaften Firlefanz drumherum braucht, der muß sich halt privatversichern. Wenn man das dann als eine zweite Klasse bezeichnen will, so gehöre ich lieber der ersteren an. Das ist dann wenigstens eine rationale und zielgenaue Medizin, in der keiner mit mir irgendwelche zweifelhaften Sachen anstellt, nur um seinen Geldbeutel zu füllen.

Oliver

Hallo Sabine,

Das schlimmste, was bisher passierte, war vor 2 oder 3
Jahren als eine neue Firma ein Erkaeltungspraeparat
unschlagbar guenstig auf den Markt brachte. Dieses Mittel
wurde zu dem damaligen Zeitpunkt wohl von jedem Arzt
verschrieben; darum gab es das dann auch nach 3 Tagen nicht
mehr.

Ich begreife absolut nicht, was daran „schlimm“ ist: Wenn der Hersteller nicht liefern kann, so ist das sein Problem. Man nimmt dann halt das zweitgünstigste Präparat - oder?

Man stelle sich mal vor, wo man auf die schnelle moeglichst
viel und moeglichst billig Rohstoffe herbekommt. Ich habe zu
solchen Medikamenten keinerlei Vertrauen.

Na, das ist jetzt ein wenig populistisch. Ein Molelül ist ein Molekül, egal wie teuer oder billig es hergestellt wurde. Stelle einen Behälter mit billiger und teurer Salicylsäure nebeneinander: Man wird mit einer Analyse keinen Unterschied feststellen können. Als Ausgangsstoff für Aspirin sind also beide gleich gut geeignet.

Manche Firmen suchen sich mit ihrem Spektrum nur die
Schnelldreher raus. Die Mittel, die sicher auch wichtig aber
nicht so lukrativ sind, fallen aus der Palette raus. Dafuer
sind dann andere Hersteller wieder gut, die eben im Sinne der
Bevoelkerungsgesundheit ihre Palette ein wenig breiter
gestalten.

So quasi aus Nächstenliebe? Wenn eine Nachfrage da ist, so wird es auch immer einen Hersteller geben, so einfach sehe ich das.

Wie soll die Vorratshaltung denn aussehen, wenn heute Fa. X
liefern kann und natuerlich verordnet wird und morgen die Firma
y? Eine gewisse Kontinuitaet ist doch erforderlich.

Dann mußt Du Dich eben nach einer Firma y umsehen. Das mußt Du aber ohnehin jeden Tag aufs neue, denn selbst wenn Firma x den Wirkstoff noch hat, könnte Firma y noch billiger sein.

Der Punkt:

Ich denke die Aufgaben der Apotheken ändern sich: Ging es früher nur darum, daß die Apotheke die Bevölkerung frei von wirtschaftlichen Zwängen die Bevökerung mit Arzneimitteln versorgen mußte, so wird heute die Forderung gestellt, dies möglichst kostengünstig zu tun. Dies halte ich aber für durchaus legitim bzw. sogar unbedingt notwendig, zumal damit ja keine Qualitätsverschlechterung verbunden ist. Daß dies den Arbeitsalltag in den Apotheken verändern wird und auch Einkommenseinbußen bedeuten kann, ist mir natürlich klar.

Oliver

Bedauerlich
Hallo Oliver,

ich finde es bedauerlich, daß Du als Medizinstudent, der bald seinen Abschluß hat, nicht ein wenig differenzierter urteilst. Ich kann einfach nicht verstehen, warum es nötig ist, immer wieder diese überhebliche Haltung einzunehmen.

Wer noch irgendwelchen zweifelhaften Firlefanz drumherum braucht…

Es gibt wahrlich Therapien, die den Menschen gut bekommen würden und nicht so ohne weiteres oder garnicht von den Kassen bezahlt werden, ich will hier nur mal die traditionelle chinesische Medizin nennen.
Aber es ist leider immer wieder zu beobachten, daß die Menschen, sich von dem bedroht fühlen, was sie nicht kennen, und es dann verurteilen. Ausserdem kann es ja nicht angehen, daß man seine eigene Gruppe etwas kritisch betrachtet, da würde das Selbstverständnis in Frage gestellt.

Kann man nur von Glück reden, daß immer noch der Patient entscheiden darf, zu welchem Therapeuten er gehen möchte.

„Ich weiß alles, und ihr habt keine Ahnung“. Das ist genau die Haltung, die die Kulturen gegeneinander treibt. Das Ergebnis sehen wir in diesen Tagen nur zu deutlich.

Sehr bedauerlich.

Christian

etwas off topic
Hi Oliver!

Angeblich ist gut: Die Mittel scheinen nicht wirksam zu sein.
also kein Grund, dafür Geld auszugeben. Jedenfalls kein Geld
aus meinen Beiträgen.

Ich erinner mich noch daran, wie lange es dauerte, bis Akupunktur anerkannt wurde. Anfangs hieß es auch immer: Das ist keine gute alte Schulmedizin (im westlichen Sinne), also kann es auch nichts bringen.
Ich habe von dieser MS-Therapie keine Ahnung, kann mich deshalb auch nicht dazu äußern! Aber im Nichtanerkennen waren unsere GKV eigentlich schon immer klasse!

Nein: Die Kassen zahlen das, was auch tatsächlich wirkt, und
nichts anderes. Wer noch irgendwelchen zweifelhaften Firlefanz
drumherum braucht, der muß sich halt privatversichern. Wenn
man das dann als eine zweite Klasse bezeichnen will, so gehöre
ich lieber der ersteren an. Das ist dann wenigstens eine
rationale und zielgenaue Medizin, in der keiner mit mir
irgendwelche zweifelhaften Sachen anstellt, nur um seinen
Geldbeutel zu füllen.

Bist Du Dir wirklich so sicher, dass die Kassen alles zahlen, was nötig ist? Und nicht mehr??
Ich bringe Dir jetzt nur mal eine Gegenüberstellung.

Eine LASIK - OP würde mich ca. 6300 DM für beide Augen kosten. Keine GKV übernimmt die Kosten auch nur anteilsweise (außer in ganz wenigen Außnahmefällen). Jedes Jahr würde mir ein Zuschuss zu meinen Kontaktlinsen incl. Anpassung gewährt. Das sind so etwa 500 DM im Jahr. Eine OP wäre also kostenmäßig auf die nächsten Jahre auch nicht erheblich teurer.

Wenn Eltern der Meinung sind, ihre Kids haben einen schiefen Kopf (welcher ist schon symetrisch?), dann zahlt die Kasse allerdings diesen Korrekturhelm (habe ich mal Schädelpresse im Brett Eltern-Kinder genannt), der in 95% überhaupt nichts bringt und zu 95% auch eigentlich gar nicht notwendig ist! Dieser Helm kostet incl. Anpassung ca. 3500 DM. Da er ca. ein mal erneuert wird, sind es dann schon 7000 DM!

Vielleicht magst Du jetzt von einem Einzelfall reden - aber schau Dir doch mal an, welche Zahnprothesen noch von den Kassen gezahlt werden! Damit möchte ich nicht rumlaufen müssen!
Oder die durchaus notwendige Brille! EIne völlig billige Sehhilfe bei meiner Stärke (wenn ich diese mal auf beide Augen gleich verteile - dann würde auch der Linsenzuschuss wegfallen) kostet mich ganz locker 200 DM. Ich glaube, 40 DM bekäme ich von der Kasse! Also ganz so weit her ist es mit der Grundkostenübernahme nun wirklich nicht!

Da bin ich recht froh, dass meine Privatversicherung diese Kosten übernimmt!

Liebe Grüße
Guido

Hallo Christian,

daß Du ein Heilpraktiker sein mußtest, war mir schon klar, bevor ich Deine ViKa aufgerufen habe *g*

Immer die gleiche Diskussion. Beispiel Allergie: Beweise einfach mal mit einer Stichprobe aus meinetwegen 100 Patienten, daß unter alternativer Therapie eine Besserung im Vergleich zu Plazebo eintritt. Dann muß die gesetzliche die Therapie zahlen, und ich wäre der letzte, der mit solch einer Therapie Probleme hätte.

Aber: Öffentliches Geld auszugeben für eine Therapie, die keinen nachweisbaren Effekt hat, ist ethisch unverantwortlich, weil dieses Geld dann womöglich an entscheidender Stelle fehlt.

Im übrigen ging Dein Posting nicht nur am Generika-Thema ein wenig vorbei, findest Du nicht auch?

liebe Grüße,

Oliver

Hallo Guido,

Genau das sind ja die Kritikpunkte, die seitens der Politik an die Kassen herangetragen werden. Dieselbigen sind ja genau deswegen auf dem Wege zu dem, was Du forderst: Keine unbewiesenen Therapien, da das Geld sonst an anderer Stelle fehlt. Unter anderem mag das Geld für Akupunktur fehlen, die, sofern der Wirksamkeitsbeweis angetreten worden ist, genauso als Heilverfahren akzeptiert werden wird wie schulmedizinische Mittel(bzw., es ist i.A. dann so daß diese Verfahren dann von Schulmedizinern übernommen werden).

liebe Grüße,

Oliver

Oops
Hallo Oliver!

OK - da hatte ich Dich dann wohl ein wenig „überinterpretiert“ :wink:

Akupunktur WIRD ja mittlerweile von einigen Kassen zumindest bezuschusst! Ob es daran liegt, dass alle (naja - sind nur drei) guten Akupunkteure, die ich kenne auch Dr. med. sind???

Naja - und zum Thema „Nichtschulmedizin“: Ich persönlich behandle meinen Heuschnupfen seit Jahren, indem ich im Februar anfange, jeden Morgen eine Tasse Brennesseltee mit einem Teelöffel Schwedenbitter zu trinken. Es gibt nichts, was vergleichbar gut bei mir gewirkt hat - ist natürlich furchtbar subjektiv, aber bei meinem Bruder ist es identisch.
Ich würde allerdings jetzt nicht von meiner Kasse fordern, dass sie mir die drei Mark für den Fusel und die ca. 30 DM für Schwedenkräuter und Brennesseltee zahlt. Die drei Mark im Monat verkrafte ich so eben… (wenngleich: Eine Packung Zyrtec kostet 30 DM im Monat!)

Liebe Grüße
Guido

Immer die gleiche Diskussion. Beispiel Allergie: Beweise
einfach mal mit einer Stichprobe aus meinetwegen 100
Patienten, daß unter alternativer Therapie eine Besserung im
Vergleich zu Plazebo eintritt. Dann muß die gesetzliche
die Therapie zahlen, und ich wäre der letzte, der mit solch
einer Therapie Probleme hätte.

Hallo Oliver,
Beispiel Allergie / alternative Therapie
Die Allergiebehandlung ist mein Praxisschwerpunkt.
Allergien sind heilbar, wenn man es richtig macht. Es gibt allerdings keine Standardbehandlung, sondern immer eine individuelle Therapieplanung und darin liegt das Geheimnis.
Die in der Schulmedizin üblichen Hyposensibilisierungen sind hingegen nur selten erfolgreich, da viele andere Faktoren nicht berücksichtigt werden. Dafür kosten die (oft vergeblichen) Allergiebehandlungen die Kassen Millionen, unter anderem auch deshalb, weil heute jeder Feld und Wiesen-Arzt fleissig Allergietests macht und sich auch ohne Sachkenntnis zur Allergiebehandlung berufen fühlt.

Gruß
Crotalus

Weißt Du, Oliver

mit den Beweisen, ob ein Mittel ein Symtom ausschaltet, ist es so eine Sache. Das wäre hier wirklich OT.

OT ist es für mich jedoch nicht, wenn man so mal eben im Nebensatz Vorurteile bekräftigt. Guido hat es ja sehr schön beschrieben, was ich meinte mit der TCM. Millionen von Menschen wird damit auf der ganzen Welt geholfen, aber die KK stellen sich hin und lehnen es ab, weil es am „wissenschaftlichen“ (daß ich nicht lache) Wirksamkeitsnachweis fehlt.

Das wird ja gerne so gedreht, wie man es braucht. Beweis aus unverdächtiger Quelle:
Deutsche Zeitschrift für Onkologie 2/2001, Prof. Dr. med Josef Beuth, Uni Köln: „… gibt es derzeit bedrohliche Tendenzen, wirtschaftliche bzw. selbstsüchtigen Begehrlichkeiten Priorität einzuräumen. Im Gefolge des Human Genome Project bzw des molekularbiologischen/genetischen Fortschrittes sind auch in Deutschland vermehrt biotechnologisch-/molekularbiologisch-orientierte Laboratorien etabliert worden, die eine Vielzahl derzeit klinisch nicht verwertbarer bzw. nicht evaluierter Untersuchungen anbieten und deren Relevanz suggerieren! Dabei nutzen die Protagonisten Ängste und Hoffnungen chronisch kranker (Krebs-)Patienten/innen bzw deren Therapeut/innen aus, indem wissenschaftlich hochrangige Diagnostik- und Behandlungskonzepte unverantwortlicherweise bereits angeboten werden, die sich international noch in der Evaluation befinden, um sie für die Klinik verfügbar zu machen.“

Die Krux bei dieser Sache ist genauso wie bei den neuen Arzeneimitteln, daß es eigentlich einzig um die ethische Verantwortung geht. Wenn ein Mittel verantwortungsbewußt erprobt wird, ist es genauso ok, wie die Notwendigkeit eines Pharmaherstellers, seine höchsten Forschungskosten wieder herein zu bekommen. Deswegen sind das also für mich noch keine Abzocker. Eine Abzocke wird es immer dann, wenn man die Schwächen des Gesundheitssystems oder der Menschen für sich ausnutzt.

Und da sollten wir wohl besser nicht in eine Diskussion darüber eintreten, wer sich im deutschen Gesundheitssystem am meisten in die eigene Tasche schiebt.

Für mich kommt es sehr darauf an, daß man auch in Nebensätzen fair und differenziert bleibt. Egal von welcher Provenienz. Denn meist geht es nicht allein um die Sache, sondern um die Ehrbarkeit des Menschen, der seine Meinung vertritt.

Gruß
Christian

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Hallo Crotalus,

auch ich kann Allergien heilen. Und zwar allein mit der Kraft meiner Gedanken und einem Wässerchen, in dem kein Wirkstoff drin ist.

Du glaubst mir nicht? Wohl, weil mein Ansatz allem Bekannten widerspricht? Also wirst Du Beweise von mir fordern, und zwar zurecht. Schließlich würde ja auch Dein Geld für meine Heilkünste ausgegeben.

Oliver

1 „Gefällt mir“

Hallo Christian,

Für mich kommt es sehr darauf an, daß man auch in Nebensätzen
fair und differenziert bleibt. Egal von welcher Provenienz.

Ich weiß nicht, auf welches Posting Du geantwortet hast, ich habe aber immer mehr Zweifel, daß es das meinige war.

OT ist es für mich jedoch nicht, wenn man so mal eben im
Nebensatz Vorurteile bekräftigt. Guido hat es ja sehr schön
beschrieben, was ich meinte mit der TCM.

Eben: Wo bitteschön erwähnte ich in einem Nebensatz die Naturheilkunde? Du selbst hast, soweit ich sehe, den von mir verwandten Begriff der „wirkungslosen Therapien“ mit der chinesischen Medizin assoziiert. Ich meinte aber unbewiesene Therapien jedweder Form. Die gibt es auch in der Schulmedizin. Dort wird aber, spätestens seitdem PCs und Statistikprogramme zur Verfügung stehen, kräftig aufgeräumt. Beispiele: Betablocker statt Digitalis bei Herzinsuffizienz, Ibuprofensalbe bei Rheuma ersatzlos gestrichen da wirkungslos u.v.a.m… Die Fähigkeit zur Selbstkritik in der Schulmedizin siehst Du ja an den von Dir zitierten Äußerungen. Bei den Naturheilkundlern vermisse ich diese Fähigkeit komplett.

Millionen von Menschen wird damit auf der ganzen Welt geholfen,
aber die KK stellen sich hin und lehnen es ab, weil es am
„wissenschaftlichen“ (daß ich nicht lache) Wirksamkeitsnachweis
fehlt.

Definiere doch bitte mal „Helfen“. Meiner Meinung nach wäre die allgemeingültigste Definition, daß es dem Patienten nach der Anwendung besser geht als einem, der bloß eine Scheinbehandlung erhalten hat. Dieses „besser gehen“ ist wie auch immer erfaßbar, im einfachsten Fall durch Befragung des Patienten. Soweit einverstanden? Wenn ja, so ließe sich die Besserung von tatsächlich und scheinbehandleten Patienten vergleichen. Alle mir bekannten deartigen Vergleiche bezüglich der Homöopathie endeten aber mit negativem Ergebnis. Die Kassen sehen das wohl nicht viel anders und zahlen demzufolge nicht.

Eine Abzocke wird es immer dann, wenn man die
Schwächen des Gesundheitssystems oder der Menschen für sich
ausnutzt.

Wenn ich Dich richtig verstanden habe, bezieht sich das auf Dein Zitat, also auf Schulmediziner, die Patienten mit teuren und nebenwirkungsreichen Therapien traktieren, deren Wirksamkeit fraglich ist. Ich stimme Dir (wie jetzt hoffentlich entgültig klar ist) zu. Ich fasse das aber noch weiter und beziehe das auf eine jede Therapie, deren Wirkeffekt nicht belegt wurde.

Oliver

Hallo Sabine,

Das schlimmste, was bisher passierte, war vor 2 oder 3
Jahren als eine neue Firma ein Erkaeltungspraeparat
unschlagbar guenstig auf den Markt brachte. Dieses Mittel
wurde zu dem damaligen Zeitpunkt wohl von jedem Arzt
verschrieben; darum gab es das dann auch nach 3 Tagen nicht
mehr.

Ich begreife absolut nicht, was daran „schlimm“ ist: Wenn der
Hersteller nicht liefern kann, so ist das sein Problem. Man
nimmt dann halt das zweitgünstigste Präparat - oder?

Der Patient muss warten, bis feststeht, dass das Praeparat nicht erhaeltlich ist. Dann muss der Arzt angerufen werden und gefragt werden, von welchem Importeur er das Medikament gerne haette. Dieses wiederum muss beim Grosshandel bestellt werden, wenn es nicht eins der ueblichen ist. Wie ich schon schrieb gibt es teilweise 30 verschiedene Hersteller pro Wirkstoff, und das noch zusaetzlich in verschiedenen Groessen und Staerken.
Zum Glueck ersparen uns die meisten Aerzte dieses Vorgehen, und es reicht, wenn sie zwischendurch mal angerufen werden, dass wir gleichwertiges einer anderen Firma vorraetig haben.

Man stelle sich mal vor, wo man auf die schnelle moeglichst
viel und moeglichst billig Rohstoffe herbekommt. Ich habe zu
solchen Medikamenten keinerlei Vertrauen.

Na, das ist jetzt ein wenig populistisch. Ein Molelül ist ein
Molekül, egal wie teuer oder billig es hergestellt wurde.
Stelle einen Behälter mit billiger und teurer Salicylsäure
nebeneinander: Man wird mit einer Analyse keinen Unterschied
feststellen können. Als Ausgangsstoff für Aspirin sind also
beide gleich gut geeignet.

Stimmt nicht ganz. Die Rohstoffe kommen unterschiedlich gut gereinigt auf den Markt. Das kann man mithilfe der IR-Spektroskopie gut nachweisen. Ich kann dir Daten vom Doxycyclin geben. Mit zusaetzlicher Verunreinigung kommt es leichter zu allergischen Reaktionen.

Manche Firmen suchen sich mit ihrem Spektrum nur die
Schnelldreher raus. Die Mittel, die sicher auch wichtig aber
nicht so lukrativ sind, fallen aus der Palette raus. Dafuer
sind dann andere Hersteller wieder gut, die eben im Sinne der
Bevoelkerungsgesundheit ihre Palette ein wenig breiter
gestalten.

So quasi aus Nächstenliebe? Wenn eine Nachfrage da ist, so
wird es auch immer einen Hersteller geben, so einfach sehe ich
das.

Nicht, wenn Nachfrage da ist, gibt es einen Hersteller, sondern wenn Gewinn zu erwarten ist. Es gibt aber Krankheiten, die selten auftreten und trotzdem behandelt werden muessen.

Wie soll die Vorratshaltung denn aussehen, wenn heute Fa. X
liefern kann und natuerlich verordnet wird und morgen die Firma
y? Eine gewisse Kontinuitaet ist doch erforderlich.

Dann mußt Du Dich eben nach einer Firma y umsehen. Das mußt Du
aber ohnehin jeden Tag aufs neue, denn selbst wenn Firma x den
Wirkstoff noch hat, könnte Firma y noch billiger sein.

Taeglicher Wechsel ist nicht moeglich. Sagen wir mal, heute haben alle Kunden Durchfall. Dann brauche ich z.B. 50 Paeckchen Durchfallmittel. Das kann ich doch nicht erst bestellen, wenn die Kunden da sind. Natuerlich kann man, wenn ein Arzt sein Verschreibungsverhalten aendert, die Firma umstellen. Aber was mach ich dann mit den uebrig gebliebenen Paeckchen, die von der alten Firma an Lager sind?

Der Punkt:

Ich denke die Aufgaben der Apotheken ändern sich: Ging es
früher nur darum, daß die Apotheke die Bevölkerung frei von
wirtschaftlichen Zwängen die Bevökerung mit Arzneimitteln
versorgen mußte, so wird heute die Forderung gestellt, dies
möglichst kostengünstig zu tun. Dies halte ich aber für
durchaus legitim bzw. sogar unbedingt notwendig, zumal damit
ja keine Qualitätsverschlechterung verbunden ist. Daß dies den
Arbeitsalltag in den Apotheken verändern wird und auch
Einkommenseinbußen bedeuten kann, ist mir natürlich klar.

Das hoert sich gut an. Aber bei uns verschreiben immer noch die Aerzte die Medikamente!
Ich weiss nicht was Du fuer Vorstellungen von Verdiensten der Leute im Gesundheitswesen hast. Aber die sind nicht mehr so rosig, und das bei Arbeitszeiten, die kein Angestellter in anderen Bereichen mitmacht. Ich beschwere mich nicht, ich arbeite gerne; aber Du hast offensichtlich keine internen Kenntnise.

Viele Gruesse
Sabine

PS
Hallo Oliver,
ich habe gerade in Deiner Vita gelesen, dass Du Arzt wirst. Ich denke schon als Assistenzarzt wird Dir das Missverhaeltnis zwischen Bezahlung und Arbeitszeit auffallen ;.)
Ich hoffe, Du wirst dann spaeter trotz aller Unannehmlichkeiten, Deinen Beruf genauso gerne ausueben wie ich meinen.
Sabine

Hallo Sabine,

Der Patient muss warten, bis feststeht, dass das Praeparat
nicht erhaeltlich ist. Dann muss der Arzt angerufen werden und
gefragt werden, von welchem Importeur er das Medikament gerne
haette.

Der Gesetzentwurf, über den wir hier letztlich diskutieren, sieht genau wegen dieses Problemes vor, daß der Apotheker entscheidet, welches Präparat zum Einsatz kommt. Damit entfallen eben die besagten Rücksprachen.

Stimmt nicht ganz. Die Rohstoffe kommen unterschiedlich gut
gereinigt auf den Markt.

Da müßte dann, wie ich das von der chemischen Industrie so kenne, der Reinheitsgrad auf dem Aufkleber vermerkt sein. Und es gibt das Arzneimittelgesetz, das eine bestimmte Mindestreinheit vorschreiben kann.

Nicht, wenn Nachfrage da ist, gibt es einen Hersteller,
sondern wenn Gewinn zu erwarten ist. Es gibt aber Krankheiten,
die selten auftreten und trotzdem behandelt werden muessen.

Ein Problem, das Ärzten schmerzlich bekannt ist. Solange es den Patentschutz noch gibt, wird dieses Problem durch Generikaverordnugn aber nicht verschärft.

Taeglicher Wechsel ist nicht moeglich. Sagen wir mal, heute
haben alle Kunden Durchfall. Dann brauche ich z.B. 50
Paeckchen Durchfallmittel. Das kann ich doch nicht erst
bestellen, wenn die Kunden da sind. Natuerlich kann man, wenn
ein Arzt sein Verschreibungsverhalten aendert, die Firma
umstellen. Aber was mach ich dann mit den uebrig gebliebenen
Paeckchen, die von der alten Firma an Lager sind?

Jetzt frage ich mich aber ernsthaft, ob Du den Gesetzesentwurf nicht kennst oder ob ich denselbigen völlig falsch verstanden habe.

Das hoert sich gut an. Aber bei uns verschreiben immer noch
die Aerzte die Medikamente!

Nein, bald eben nur noch den Wirkstoff, über das Präparat soll ja der Apotheker entscheiden.

aber Du hast offensichtlich keine internen Kenntnise.

(…)

Ich weiss nicht was Du fuer Vorstellungen von Verdiensten der
Leute im Gesundheitswesen hast. Aber die sind nicht mehr so
rosig, und das bei Arbeitszeiten, die kein Angestellter in
anderen Bereichen mitmacht. Ich beschwere mich nicht, ich
arbeite gerne

Was hat das jetzt mit dem Thema zu tun? Es geht ja hier schlißlich nicht darum, wer in der Krankenversorgung länger und härter arbeitet. Allerhöchstens geht es darum, daß nun auch endlich Apotheken in die Sparzwänge miteinbezigen werden, so wie das alle anderen im Bereich der Krankenversorgung tätigen schon seit Jahren tun.

Oliver

Liebe Sabine,

wie Du Dir sicher denken kannst, bin ich einigermaßen orientert darüber, wo in der Klinik wann wieviel Geld verdient wird. Jetzt würde mich aber doch mal interessieren, wie sich dies im Verhältnis mit den Apotheken dasrstellt. Meine Informatinen soweit: Mittelgroße Apotheke, Seitenstraße einer Fußgängerzone in einer Kleinstadt, drei Arztpraxen in der Nähe: Jahresgewinn weit im sechsstelligen.

Oliver

Hallo Christian,
ich glaube, die Studiengaenge sind heute wie auch frueher gerade im Bereich der Medizin und Pharmazie so ausgerichtet, dass man sich mit frischem Abschluss oder auch schon vorher richtig
„toll“ fuehlt. Die Aussagen der Professoren werden fuer Bibelworte gehalten. Es gibt nur Wissenschaft und nichts nebenher. Dieses „Nebenher“ ist in den letzten Jahren immer weiter anerkannt. Z. B. galt zu meiner Studienzeit die Homoeopathie als Quatsch, der nicht wirken kann. Inzwischen wird sie auch von Schulmedizinern angewandt, und es gibt Fachaerzte fuer Naturheilkunde, die sich wirklich ausgiebig damit beschaeftigen und bei ihren Patienten Erfolge verzeichnen koennen.
Nach 17 Jahren selbststaendiger Taetigkeit in eigener Apotheke mit Liebe sowohl zur Arbeit als auch zu meinen Mitmenschen, nehme ich inzwischen alles, was die Patienten mir erzaehlen ernst. Die positiven Berichte von verschiedenen alternativen Behandlungsmethoden tue ich jedenfalls nicht mehr leichtfertig ab! Selbstverstaendlich gibt es viel Humbug oder sogar Scharlatanerie, aber nicht grundsaetzlich sind neue Wege falsch. Manchmal tut sich erst viele Jahre nach dem ersten Einsatz einer neuen Methode der Wirkmechanismus auf. (Beispiel: Die beruhigende Wirkung von Baldrian ist seit Jahrhunderten bekannt, die Valepotriate (=fuer die Wirkung verantwortliche Inhaltsstoffgruppe) konnte man erst in den 70er oder 80er Jahren isolieren und nachweisen.
Ich denke, dass vor allem Erfahrung im persoenlichen Umgang mit Patienten einen bedenklicher werden laesst.
Schoene Gruesse
Sabine

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auch ich kann Allergien heilen. Und zwar allein mit der Kraft
meiner Gedanken und einem Wässerchen, in dem kein Wirkstoff
drin ist.

Du glaubst mir nicht? Wohl, weil mein Ansatz allem Bekannten
widerspricht? Also wirst Du Beweise von mir fordern, und zwar
zurecht. Schließlich würde ja auch Dein Geld für meine
Heilkünste ausgegeben.

Hallo Oliver,
Ich bin doch etwas enttäuscht von dir.
Fällt dir außer platter Polemik nichts mehr ein?

Wenn du gern Beweise hättest, dann schick mir doch 100 Allergiker vorbei, die als therapieresitent gelten.
Ich behandle nun mal seit Jahren Allergiker und weiss, wovon ich spreche.
Gruß
Crotalus