Herztransplatation und die Folgen

Ich habe gehört bei einer erfolgreichen Herzverpflanzung soll man eigenschaften von dem, dem das Herz vorher gehörte mit übernehmen (Essverhalten,…)
Stimmt das ? Wie soll das denn erklärbar sein?
Markus

So ein Humbug!
Hallo Markus,

geistern diese Schauermärchen tatsächlich immer noch in der Welt herum???

Überleg doch nur: seit Jahren laufen Studien zur Transplantation von z. B. Schweineherzen (das ‚schweinische‘ und das menschliche Herz sind sich ziemlich ähnlich). Aber: ist ein Schweineherz in der Brust ein Freischein, um sich wie ein solches zu benehmen, zu grunzen und sich im erstbesten Tümpel zu suhlen??? Zugegeben, manche Menschen kriegen ein solches Verhalten auch ohne ein Transplantat hin, aber… Na ja, Du siehst ja schon, was ich von solchen Geschichten halte.

Ciao

Tessa

Hallo Markus,

naja, wenn gewisse Verhaltensweisen, wie z.B. das Eßverhalten, durch (noch unbekannte) hormonelle Faktoren aus Herzmuskelzellen gesteert werden würden, so könnte das rein theoretisch zutreffen… Vielleicht nimmt das Herz auch an der Regulation des Grundumsatzes teil, das wäre gar nicht mal so unwahrscheinlich. Daß sich aber quasi die Psyche auf den Spender überträgt, das ist reichlich abstrus, wissenschaftlich gesehen jedenfalls.

Oliver

Schmarrn (OT)

Ich habe gehört bei einer erfolgreichen Herzverpflanzung soll
man eigenschaften von dem, dem das Herz vorher gehörte mit
übernehmen (Essverhalten,…)
Stimmt das ? Wie soll das denn erklärbar sein?
Markus

meist ein verlaengertes Leben…
Hallo Markus,
die immer mal wieder berichteten, Verhaltensaenderungen bei Transplantationen koennen (ausser auf Sensationsjournalismus) darauf zurueckgehen, dass die Patienten ja eine Menge Medikamente nach der Op(einige davon lebenslang) nehmen muessen. Solche Medikamente koennen durchaus die Geschmacksnerven und wohl auch vieles andere beeinflussen. Und dann gibt das tolle Zeitschriftenartikel.
Tschuess, Elke

Ich habe gehört bei einer erfolgreichen Herzverpflanzung soll
man eigenschaften von dem, dem das Herz vorher gehörte mit
übernehmen (Essverhalten,…)
Stimmt das ? Wie soll das denn erklärbar sein?
Markus

Hallo Markus,

das ist völliger Unsinn. Die Umwelt glaubt da mehr als der HTX-Patient selbst erlebt.

Gruss Günter

Hallo Markus,
die immer mal wieder berichteten, Verhaltensaenderungen bei
Transplantationen koennen (ausser auf Sensationsjournalismus)
darauf zurueckgehen,

wer hat diesen Unsinn wissenschaftlich nachgewiesen, doch kein seriöser Wissenschaftler

dass die Patienten ja eine Menge

Medikamente nach der Op(einige davon lebenslang) nehmen
muessen. Solche Medikamente koennen durchaus die
Geschmacksnerven

eben nicht beeinflussen

und wohl auch vieles andere beeinflussen.

Das stimmt, zb.Nieren,Leber, Magen und sämtliche Blutwerte. Ebenso können körpewreiegen Viren aufgeweckt werden, hier insbesondere der CMV (Zytomegalievirus) Herper Closter und und…

Und dann gibt das tolle Zeitschriftenartikel.
Tschuess, Elke

Macht euch doch nicht solche Gedanken, was die Yellowpresse schreibt, teilweise kannst Du unter domeus.de HTX weitere Informationen haben, die Seite ist im Aufbau.

Gruss Günter

Das Essverhalten wird nicht über das Herz gesteuert. Ausserdem wäre dies bei einem Transplantationspatienten nicht möglich, denn das Herz wird nicht bei einer Transplantation mit dem Gesamtnervensystem geschlossen. Wenn sich HTX-Patienten psychisch belasten, hängt dies überwiegend mit Problemen einer HTX zusammen, die einem Aussenstehenden völlig entzogen sind und bei denen Aussenstehende wirklich nicht mitreden können. Und natürlich haben zumindest in den ersten Monaten nach einer HTX auch Medikamente wie Cortison Auswirkungen.

Gruss Günter

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Hallo Markus,

geistern diese Schauermärchen tatsächlich immer noch in der
Welt herum???

Hallo Tessa,

nun reg Dich doch nicht auf, wenn Markus anfrägt, denn er ist nicht allein. Und wer eine HTX vor sich hatte, dem sind die Einwendungen der Umwelt bekannt. Wer sie hinter sich hat, hat das Unverständnis, die Angst anderer durchaus zu erleben. Es geht soweit, dass beste Freunde den Kontakt beenden, weil sie mit dem Problem nicht umgehen können. Und die Umwelt versteht es noch weniger. Insbesondere - ich habe meine Herztransplantation in Freiburg am 15.12.2000 gehabt, bin am 11.01.2001 entlassen worden und war dann in der REHA und kam am 16.03.2001 zurück. Seit dem habe ich meine berufliche Arbeit als Hauptberuf aufgegeben aber bin weiterhin in der Mieterberatung tätig.

Ein Hinweis. Das Modell mit den Schweineherzen funktioniert bislang nicht. Bekannt ist, dass ausser der Herztransplantation eiens Spenders - wie ich es hatte - die vorübergehende OP zu einem Kunstherzen bis ein Herz zur Verfügung steht und nunmehr in wenigen Fällen auch künstliche Herzen implantiert worden sind. Diese OP ist aber nur für einen ganz bestimmten Personenkreis bisher möglich. Der Großteil hat auch weiterhin zwei Möglichkeiten - entweder es wird rechtzeitig ein Herz gefunden - o der - das Leben ist zu Ende.

Mir geht es fabelhaft - auch wenn kein EIS,keine Sahne, keine Torte, kein Salat der nicht biochemisch gereinigt ist, kein Obst, das nicht geschält wurde, kein O-Saft, kein Grapefruit-Saft u.v.a.m. erlaubt ist.

Also, meine Träume sind die alten, aus meinem Leben mit den bis zur Transplantation eigenen Herzen entstandenen Situationen, was letztlich die Tatsacxhe beweisst, dass unser Gehirn - und nicht unser Hewrz - Informationen speichert. Aber solche Fragen wie bei Markus führen dann zu Fragen wie z.B. dieser : Wenn Du ein neues Herz hast, und der Spender war ein trinker, wirst Du jetzt zum Säufer ? " Ich hatte das Glück, kurz nach der BSE Krise wieder daheim zu sein, unterwegs mit Mundmaske und Handschuhe. Frage - nicht nur einmal -" Haben Sie sich an BSE angesteckt ? Ich: Nein, sie sollten doch wissen, dass Ochsen kein BSE bekommen sondern nur Kühe ? Somit sind Fragen Erwachsener schnell beendet. Fragen von Kinder habe ich, wenn die Eltern die Kinder nicht schnell wegrissen, soweit beantwortet, bis wie es bei Kleinkindern üblich ist, sie was anderes wissen wollten.

Gruss Günter

Hallo Günter,

nun reg Dich doch nicht auf, wenn Markus anfrägt, denn er ist
nicht allein.

Ich rege mich überhaupt nicht auf, denn dafür sehe ich nicht den geringsten Grund. Wenn ich mich aufrege, sieht es a) ganz anders aus und b) geht es dann richtig rund…

Daß Du eine Transplantation hinter Dir hast, habe ich schon vor einiger Zeit in Deiner ViKa gesehen. Wie Du vielleicht ebenfalls gesehen hast, bin ich eigentlich ausgebildete Krankenschwester, deswegen liegt es mir mehr als fern, Ängste ins Lächerliche zu ziehen. Ich habe lange auf der Intensivstation gearbeitet; meine Mom hat ewig z. B. bei Prof. Hetzer (ja, genau, der vom Deutschen Herzzentrum in Berlin) gearbeitet; davor hat sie mindestens 10.000 Lebertransplantationen mitgemacht. Ich kenne also die Geschichten. Gut, Du hast ein ‚neues‘ bzw. wie ich es lieber ausdrücke ein ‚anderes‘ Herz. Na und? Soll ich Dich deswegen wie ein rohes Ei behandeln? Wie gesagt: die Ängste sind klar. Es kann durch den Einsatz von Immun-Suppresiva Infektionen geben, man ist nicht immer so fit, wie man gerne möchte, etc. Trotzdem…

Wenn Du mich fragst, besteht bei den meisten das wesentliche Problem darin, daß sie einfach nicht wissen, wie sie mit einem frisch Transplantieren umgehen sollen; getreu dem Motto ‚darf ich den überhaupt ansprechen?‘. In dieser Hinsicht ist es dann auch nicht Unverständnis; sondern eher Unwissenheit bzw. Unsicherheit. Daß sich sogenannte Freunde abwenden… Nun ja: bedenklich… Da drängt sich aber die Frage auf, wer denn nun bitte schön das Problem hat. Wohl eher die Freunde, gell?

Ich finde es auf jeden Fall klasse, daß Du so kurz nach der OP wieder arbeitest.

Ein Hinweis. Das Modell mit den Schweineherzen funktioniert
bislang nicht.

Ich weiß (soviel ich weiß, überlebte ein Mensch 32 oder 38 mit einem Schweineherzen)! Dieses Beispiel habe ich aber bewußt gewählt, weil in diesem Zusammenhang doch auch die Frage ‚wenn ich die Hand eine toten Mörders bekomme, werde ich dann auch zum Mörder?‘ durchaus legitim ist.

entweder es
wird rechtzeitig ein Herz gefunden - o der - das Leben ist zu
Ende.

Mein Organspende-Ausweis ist immer dabei…

Mir geht es fabelhaft

Das ist schön.

Beste Grüße

Tessa

Hallo Günter,

nun reg Dich doch nicht auf, wenn Markus anfrägt, denn er ist
nicht allein.

Ich rege mich überhaupt nicht auf, denn dafür sehe ich nicht
den geringsten Grund. Wenn ich mich aufrege, sieht es a) ganz
anders aus und b) geht es dann richtig rund…

Daß Du eine Transplantation hinter Dir hast, habe ich schon
vor einiger Zeit in Deiner ViKa gesehen. Wie Du vielleicht
ebenfalls gesehen hast, bin ich eigentlich ausgebildete
Krankenschwester, deswegen liegt es mir mehr als fern, Ängste
ins Lächerliche zu ziehen.

Ich habe es so auch nicht verstanden.

Ich habe lange auf der

Intensivstation gearbeitet; meine Mom hat ewig z. B. bei Prof.
Hetzer (ja, genau, der vom Deutschen Herzzentrum in Berlin)
gearbeitet; davor hat sie mindestens 10.000
Lebertransplantationen mitgemacht. Ich kenne also die
Geschichten. Gut, Du hast ein ‚neues‘ bzw. wie ich es lieber
ausdrücke ein ‚anderes‘ Herz. Na und? Soll ich Dich deswegen
wie ein rohes Ei behandeln? Wie gesagt: die Ängste sind klar.

Nein, Angst ist der schlimmste Ratgeber, den es geben kann. Ich lebe und als Krankenschwester weisst Du, was es bedeutet, wenn man noch eine Leistung von 20-25 Watt hat, wenige Tage vor der HTX. Ich habe keine Angst, hatte noch nie welche, obwohl ich das „Glück“ hatte, gleich zweimal hintereinander CMV zu haben und zwar so hoch, dass mit Foscavir geschossen wwerden musste. Für mich gilt der Grundsatz, so gut wie möglich dieses neue, geschenkte Leben zu bewahren, keine Angst zu haben und wenn ein Problem auftritt, dieses anzugehen. Und in der Zwischenzeit habe ich dann immer wieder die Möglichkeit mit künftigen Patienten oder solchen, die ein Kunstherz haben und warten, etwas Mut zu geben oder Rat, im Umgang mit vielen Fragen, die vor und nachher auftauchen.

Es kann durch den Einsatz von Immun-Suppresiva Infektionen
geben, man ist nicht immer so fit, wie man gerne möchte, etc.
Trotzdem…

Wenn Du mich fragst, besteht bei den meisten das wesentliche
Problem darin, daß sie einfach nicht wissen, wie sie mit einem
frisch Transplantieren umgehen sollen; getreu dem Motto ‚darf
ich den überhaupt ansprechen?‘.

Richtig, aber ich mache eine erstaunliche Feststellung. In meinem privaten Umfeld gibt es relativ viele Ängste, viele berechtigte und viele unnötige und noch mehr dumme Fragen. Ich bin bewusst zur Arbeit, wenn auch EU, könnte also jederzeit nach Hause, aber mein Umgang mit Publikum, die Freude von vielen zu sehen, dsie sich freuen, dass ich da bin, hilft mir anderes Grauen, wie ich es oft nenne zu übergehen. Ich habe früher ebenso in einem Krankenhaus gearbeitet, als Organisationsleiter und Einkaufsleiter und hatte gute, persönliche Bindungen zum Pflegepersonal, was ja nicht immer üblich ist, wenn man in der Verwaltung arbeitet. Habe also gelernt, mit Krankheit umzugehen und gelernt, mich entsprechend zu verhalten.

In dieser Hinsicht ist es dann

auch nicht Unverständnis; sondern eher Unwissenheit bzw.
Unsicherheit. Daß sich sogenannte Freunde abwenden… Nun ja:
bedenklich… Da drängt sich aber die Frage auf, wer denn nun
bitte schön das Problem hat. Wohl eher die Freunde, gell?

Richtig, da gibt es welche, die sagen offen, wir wollen Dich nicht sterben sehen. Ich sage dann oft, mancher von euch ist mehr krank als ich.

Ich finde es auf jeden Fall klasse, daß Du so kurz nach der OP
wieder arbeitest.

Ein Hinweis. Das Modell mit den Schweineherzen funktioniert
bislang nicht.

Ich weiß (soviel ich weiß, überlebte ein Mensch 32 oder 38 mit
einem Schweineherzen)! Dieses Beispiel habe ich aber bewußt
gewählt, weil in diesem Zusammenhang doch auch die Frage ‚wenn
ich die Hand eine toten Mörders bekomme, werde ich dann auch
zum Mörder?‘ durchaus legitim ist.

Habe ich schon verstanden.

entweder es
wird rechtzeitig ein Herz gefunden - o der - das Leben ist zu
Ende.

Mein Organspende-Ausweis ist immer dabei…

Mir geht es fabelhaft

Das ist schön.

Beste Grüße

Tessa

Danke nochmals für Deine Antwort, Du weisst aus anderer Postings, dass ich durchaus engagiert handle. Ich habe jetzt über domeus.de eine HTX - Seite erhalten und baue diese langsam auf. Ebenso versuche ich, zusammen mit einem Professor, den die Vorgänge vor der HTX und dann bis heute als „einmalige Vorgänge und Umstände“ erscheinen, die Kenntnisse für andere Patienten zu Papier zu bringen.

Grüsse Günter