Schlaganfallsymptome

Eine Bekannte (60 Jahre) ist vor einigen Tagen ins Krankenhaus eingeliefert worden, weil ihre rechte Körperhälfte völlig gefühllos war und keinerlei Refelxe mehr zeigte. Allerdings handelte es sich dabei um keine Lähmung. Alle Muskeln konnten noch bewegt werden - die Körperhälfte war nur taub.

Auf den ersten Blick dachten auch die Ärzte sofort an einen Schlaganfall, was auch zur sofortigen Einweisung ins Krankenhaus führte. Das Problem besteht nun darin, daß alle Untersuchungen einen für einen Schlaganfall negativen Befund brachten. Nur die Ultraschalluntersuchung förderte eine Gefäßverengung zutage, die aber nach Aussage der Ärzte nicht als Ursache der Symptome in Frage kommt. Mittlerweile sind die Symptome ohne Behandlung bis auf eine leichte Gefühllosigkeit der Hand wieder verschunden. Allerdings tappen die Ärzte bezüglich der Ursachen völlig im Dunkeln.

Daraus ergibt sich nun meine Frage, welche Ursachen für die beschrieben Symptome verantwortlich sein können die vor einem Jahr schon einmal auftraten (wenn auch schwächer ausgeprägt) wobei auch damals alle Untersuchungen ohne Befund blieben.

Hallo,

je nach dem genauen Ort, an dem der Prozess stattgefunden hat, kann es schon sein, dann nur der sensorische Anteil betroffen ist, während die Motorik weitgehend unbeeinflusst bleibt. Leider hast Du nicht gesagt, über welchen Zeitraum sich die Symptomatik hingezogen hat. Ich nehme an, dass auch Computertomogramme gemacht worden sind, das diagnostische Mittel der Wahl.

Bei der TIA (=transitorische ischämische Attacke) bilden sich die neurologischen Defizite innerhalb von 24 Stunden wieder zurück ohne dass Folgen zurückbleiben oder in den CT-Schnitten Gewebeschädigungen sichtbar sind. Ursache kann eine durch Gefäßspasmus oder durch ein sich recht schnell wieder auflösendes oder abgehendes, kleines Gerinnsel verursachte Minderdurchblutung bestimmter Hirnareale sein.

Als PRIND oder RIND (=prolongiertes reversibles ischämisches neurologisches Defizit) bezeichnet man durch Durchblutungsstörung hervorgerufene neurologische Ausfallserscheinungen, die nach mehr als 24 Stunden wieder abklingen. Die Übergänge sind fließend und auch hier kann es vorkommen, dass keine hirnorganischen Schäden zurückbleiben, was die Unsichtbarkeit in CT-Bildern erklären könnte.

Es kann auch gut möglich sein, dass selbst bei dauerhaften, evtl. schwachen Symptomen, der Herd so klein ist, dass er noch zwischen 2 CT-Schnittbildern Platz hat, so dass er dann in keinem der Schnitte sichtbar erscheint. Gut möglich, dass in solchen Fällen im MRT (=Magnetresonanz-Tomogramm) Normabweichungen sichtbar sind, da die Auflösung hier wesentlich größer und das Verfahren sensibler ist.

Gruß
Hansi

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Vielen Dank für die Antwort. Jetzt weiß ich erst einmal, in welche Richtung ich weitersuchen muß.

Leider hast Du nicht gesagt, über welchen Zeitraum sich die
Symptomatik hingezogen hat.

Die Symptome des akuten Anfalls waren nach rund zwei tagen verschwunden. Insgesamt zieht sich das Ganze nun aber schon etwas mehr als ein Jahr hin.

Leider weiß außer der Patientin selbst niemand, wie häufig die Symptome auftreten, weil sie nur dann mit der Sprache rausrückt, wenn es zu schlimm wird. Bis jetzt ist sie damit zweimal im Krankenhaus gelandet und ansonsten hatte sie alle fünf bis sechs Wochen kleinere Attacken, bei denen sie kurzzeitig (für einige Minuten oder Stunden) und teilweise die Kontrolle über einen Arm oder ein Bein verlor (anscheinend ist manchmal also auch die Motorik betroffen). Man muß aber davon ausgehen, daß kleinere Attacken noch häufiger auftreten.

Die Symptome des akuten Anfalls waren nach rund zwei tagen
verschwunden. Insgesamt zieht sich das Ganze nun aber schon
etwas mehr als ein Jahr hin.

Leider weiß außer der Patientin selbst niemand, wie häufig die
Symptome auftreten, weil sie nur dann mit der Sprache
rausrückt, wenn es zu schlimm wird.

klingt selbstbestimmt. du hast offensichtlich eine starke freundin mit eigenen strategien. vielleicht bittet sie dich sogar schon direkt um hilfe, wenn sie erwartet, dass du sie entlastest.

Bis jetzt ist sie damit
zweimal im Krankenhaus gelandet

jeder setzt seine grenzen anders, auch die für selbstkontrolle

und ansonsten hatte sie alle
fünf bis sechs Wochen kleinere Attacken, bei denen sie
kurzzeitig (für einige Minuten oder Stunden) und teilweise die
Kontrolle über einen Arm oder ein Bein verlor (anscheinend ist
manchmal also auch die Motorik betroffen).

sie vertraut dir, wenn sie dir signalisiert, dass sie den boden unter den füßen verliert. schwebt sie auch bei anderen, oder bist du ihr einziger?

Man muß aber davon
ausgehen, daß kleinere Attacken noch häufiger auftreten.

was genau erlebst du als attacke? atmet es sie heiß?