OP nach Schlaganfall mit 80 ?

Sehr geehrte Experten

Meine Großmutter ist 80 und hat vor 1 Woche wohl einen leichten Schlaganfall gehabt. Es wurde eine Engstelle in der Halsschlagader diagnostiziert.

Prof. X von der Knappschaftsklinik Püttlingen im Saarland rät ihr zu einer Operation.

  1. Kann eine Achtzigjährige eine solche Operation noch verkraften ?

Bei der Suche im Internet habe ich über die „Schlüsselloch-Chirurgie“ gelesen. was wird dabei genau gemacht und wie siehts mit der Anästhesie aus ?

  1. Kann heute schon sicher eine Ablösung der Ablagerungen verhindert werden ?

Wir befürchten zwar eine Apoplexie während der Operation. Bei einer Op mit Lokalanästhesie jedoch würde meine Großmutter das Risiko wohl eingehen.

  1. Wer kennt Kliniken im Raum Südwestdeutschland, die diese Technik anwenden ?

mit bestem Dank (auch im Namen meiner Oma)

Holger

nur ein Beispiel…
Hi,

mein Opa (90) hatte im Sommer einen Schlaganfall und ist auch kurze Zeit später operiert worden. Mittlerweile ist er (entgegen allen Ratschlägen…) wieder am Rasenmähen, im Urlaub fahren und macht alles wie vorher.
Sicher kommt es immer auf die jeweilige Person an (mein Opa war und ist wahrscheinlich besser in Form als ich *g*) aber grundsätzlich ist das Möglich. Ich würde dem Rat der Ärzte vertrauen. Wenn sie eine solche OP für richtig erachten wird es wohl auch so sein.

Gruß und viel Erfolg!

Steffen

Hallo Holger,

Engstellen in der Halsschlagader (Carotisstenosen) durch Beläge führen nicht selten zu leichten Schlaganfällen, die häufig auch innerhalb kurzer Zeit komplett reversibel sind. Das Risiko, einen dadurch verursachten „Schlaganfall“ wieder (evtl. in schwererer Form) zu erleiden, ist sehr hoch und kann durch die von Dir beschriebene Operation (= Carotis-Thrombendarteriektomie [TEA]) deutlich reduziert werden. Viele Leute in diesem Alter unterziehen sich der Operation, die i.d.R. gut verläuft und von der sich die meisten Patienten - auch ältere Leute - sehr schnell wieder erholen. In unserer Klinik werden meist die Patienten nach einem solchen Eingriff schon am nächsten Tag wieder mobilisiert (aufstehen, im Stuhl sitzen etc.). Leider kann dieser Eingriff nicht mit der so genannten „Schlüssellochchirurgie“ durchgeführt werden und schon gar nicht in reiner Lokalanästhesie. Es ist ein normaler Schnitt zu machen um das Gefäß sauber darzustellen. Die Hauptrisiken dieser Operation sind die Nachblutung, die Verletzung von Nerven und anderen Gefäßen, die Wundinfektion und dass evtl. Fragmente der zu entfernenden Beläge in der Arterie weiter kopfwärts transportiert werden. Dort können dann Gefäße verstopft werden. Das geschieht jedoch sehr selten. Eine Zeit lang (schon während der OP) muss auch die Gerinnungsfähigkeit des Blutes medikamentös herabgesetzt werden. Was die Narkose angeht, so kann ich nur sagen, dass es heutzutage auch für alte Menschen sehr gut geeignete Narkotika, Opiate, Relaxantien u.ä. gibt, die kaum oder keine Auswirkungen auf den Kreislauf haben und deren Wirkung sehr gut steuerbar ist. Das größte Risiko einer Narkose besteht darin, in der Ausleitungsphase Erbrochenes zu aspirieren (einzuatmen => führt zu schweren Lungenentzündungen), was jedoch durch Einhaltung der vorher verordneten Nahrungs- und Flüssigkeitskarenz sowie die Erfahrung des Anästhesie-Teams nahezu auf Null reduziert werden kann. Das Narkoserisiko ist als weit geringer einzuschätzen als das der Operation selbst. Da würde ich mir keine Sorgen machen. Ich würde selbst meinen eigenen Großeltern im entsprechenden Fall zu der Operation raten.

Die „Carotis-TEA“ wird im Klinikum Saarbrücken (ehemals: Winterbergkrankenhaus) häufig durchgeführt und die Chirurgen sind darin sehr erfahren (Prof.Dr. Limmer, Dr. Moghadassian, Dr. Schütze, Dr. Spröder etc.)

Gruß :wink:

Hansi *dersichschonaufdienstagfreut*

P.S.: Bring bitte (wenn möglich) die Revelation mit.

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