Gehirnblutungen

Hi Ich brauche eure Hilfe

Ich habe gestern erfahren, dass meine Freundin wegen einer Gehirnblutung im Krankenhaus liegt. Beim Gewichteben (sie macht Leichtatletik) ist wahrscheinlich ein Gefäß geplatzt. Ich bin total fertig. Ich weiß leider nicht mehr über den Unfall nur das sie vom Training noch normal nach Hause gekommen ist und dann später umkippte. Sie ist nicht ansprechbar (ich weiß nicht vielleicht liegt sie im Koma). Ich fühle mich so hilflos kann ich denn gar nichts tun??? So nun zu meinen Fragen:
Kann sie wieder völlig gesund werden? Was kann alles passieren? ach ich hab noch so viele Fragen, doch ich weiß ja nicht, wie es ihr jetzt geht…

Laura

Hallo Laura,
ich kann mir gut vorstellen,wie es Dir jetzt geht,denn vor einiger Zeit habe ich dasselbe mit einer sehr engen Freundin erlebt.
Es kommt sehr darauf an,wie stark die Blutung ist und welches Gehirnareal betroffen ist.Die möglichen Folgen sind mit denen eines Schlaganfalles zu vergleichen.Sprachstörungen,Lähmungen,Störungen des Gedächtnisses sind die häufigsten.
Wenn Deine Freundin im Koma liegen sollte heisst das überhaupt nicht,daß sie daraus nicht wieder erwachen wird.
Gerade im Gehirn sind Prognosen schwierig und von völliger Erholung über langfristig verschwindende Schäden bis hin zu verschieden starken bleibenden Schäden ist alles möglich.
Rehamassnahmen können sehr sehr viel verbessern und ich habe mit meiner Freundin erkennen müssen,daß auch der psychologische Faktor nicht zu unterschätzen ist.
Wahrscheinlich musst Du Dich auf eine bleibende veränderte Situation mit ihr vorbereiten,auf jeden Fall braucht es meist eine recht Lange Zeit in der das Thema absolut im Mittelpunkt steht und alle Beteiligten stark dran zu knacken haben.
Als meine Freundin damals im Koma lag habe ich sehr um sie getrauert und für sie gebetet oder wie auch immer man das nennen will,was man dann macht.Als es klar war,daß sie überlebt hatte ich schon einen richtigen Trauerprozess hinter mir,der auch hilfreich war,ganz neu mit ihr anzufangen.Das war auch nötig,denn sie war danach wie neugeboren,musste vieles ganz von vorne beginnen und auch ihre Persönlichkeit war bleibend verändert.
Aber das kann bei Deiner Freundin ganz anders sein,es kommt wie gesagt auf die Schwere und die betroffenen Hirnteile an.
Wenn Du,was die psychische Seite bei Dir anbelangt gerne Unterstützung oder Erfahrungsaustausch haben möchtest,kannst Du mir gerne eine mail schicken.Wenn ich kann,will ich Dir helfen.
In solchen Fällen sind alle Angehörigen ganz schön mitbetroffen,das habe ich so erfahren,ich wünsch Dir Kraft dafür.
Viele Grüße,Anja

Nachtrag
Wenn Du kannst,versuch sie kurz zu sehen auf der Intensivstation.
Ihr schadet es nicht,und Dir könnte es sehr helfen Dir im wahrsten Sinne des Wortes ein Bild zu machen,es zu begreifen.
Mir hat das damals ganz viel gebracht.
Du wirst dafür das Einverständnis ihres Mannes oder ihrer Eltern brauchen.Aber die werden sowieso in nächster Zeit Deine Kontaktpersonen sein.
Anja

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Liebe Laura,

ich habe betroffen Deinen Artikel gelesen. Ich hoffe, Du weißt ein wenig mehr und bist bereits bei Deiner Freundin gewesen, so wie Anja das vorgeschlagen hat. Sie hat vollkommen recht in dem, was sie sagte: Sowohl Deiner Freundin, als auch Dir wird es gut tun.

Du hast noch wissen wollen, WIE sowas passieren kann und was da genau passiert ist. Ich möchte Dir von der medizinischen Seite ein wenig erzählen.

Der Grund für die Hirnblutung Deiner Freundin kann z.B. ein sog. Aneurysma sein, das geplatzt ist. Ein Aneurysma ist eine Aussackung in einem Blutgefäß, deren Wand bei steigendem Druck leicht reißen kann. So kommt es zu Gehirnblutungen. Nicht nur der Blutverlust ist problematisch, sondern auch der Druckanstieg, da das Blutvolumen schnell das Hirngewebe verdrängen und quetschen kann. Hierdurch kommt es zu vorübergehenden oder auch bleibenden Schädigungen.
Weitere Gründe für eine Hirnblutung wären Verletzungen, beispielsweise durch einen Unfall (den Deine Freundin ja offenbar nicht hatte) oder durch einen Verschluss eines Gefäßes, oder auch durch seltene Ursachen wie genetisch bedingte Schwächen von Gefäßen.

Wie Anja schon sagte, hängt viel von den Schädigungen ab, die der steigende Hirndruck am Hirngewebe verursacht hat. Man wird auf der Intensivstation versuchen, a) die Blutung unter Kontrolle zu bekommen, b) den Hirndruck nicht ansteigen zu lassen. Ferner wird man frühzeitig mit Rehabilitationsmaßnahmen anfangen, für die man enorme Geduld und Unterstützung braucht.

Wenn Du noch Fragen hast, dann stell sie… :smile:

Gruß und alles Gute,

Claudia