… wie wird sowas eigentlich differenziert ?
Ist der Begriff „psychische Abhängigkeit“ so
eine Art Auffangbecken für alle Formen von
Abhängigkeiten, die nicht den Anforderungen
der körperlichen Abhängigkeit genügen ?
Gruss
Enno
… wie wird sowas eigentlich differenziert ?
Ist der Begriff „psychische Abhängigkeit“ so
eine Art Auffangbecken für alle Formen von
Abhängigkeiten, die nicht den Anforderungen
der körperlichen Abhängigkeit genügen ?
Gruss
Enno
Hai, Enno,
ich schätze, ich werde bei einigen auf entschiedenen Widerspruch stossen, aber meiner Meinung nach ist „psychische Abhängigkeit“ ein Konstrukt, um bestimmte Drogen (z.B. THC) zu verbieten, weil die Argumente ausgegangen sind. Bei allen Definitionen von psychischer Abhängigkeit, die ich bisher gehört/gelesen habe, ist es darauf hinausgelaufen, daß das „Opfer“ mit Unruhe, Nervösität und/oder Unwillen auf das Fehlen eines „Suchtmittels“ reagieren würde. Nach dieser Definition bestehen bei mir psyschiche Abhängigkeiten nach meinem Freund, meiner Katze, „Geld in der Tasche haben“, Schokolade, Musik, Nachrichten-sehen/hören, Büchern…
Kurz: „psychische Abhängigkeit“ halte ich für Schwachsinn…
*auf-Ärger-gefasst*
freundlichst
Sibylle
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
Hallo Enno,
… wie wird sowas eigentlich differenziert ?
Ist der Begriff „psychische Abhängigkeit“ so
eine Art Auffangbecken für alle Formen von
Abhängigkeiten, die nicht den Anforderungen
der körperlichen Abhängigkeit genügen ?
Nein, so einfach ist das nicht.
Psychische Abhängigkeit setzt meistens vor der körperlichen ein.
‚Meistens‘, weil es wenige Stoffe gibt, die sofort auch körperlich abhängig machen.
Andersherum bleibt sie bestehen, obwohl der Körper längst entgiftet ist und somit nicht mehr abhängig.
Ein Beispiel - Heroinabhängigkeit :
Es gibt durchaus Menschen - auch wenn es wenige sind - die über einen sehr langen Zeitraum in größeren Abständen Heroin konsumieren (rauchen).
Die psychische Abhängigkeit setzt ein, sobald dieser Stoff von der Psyche gefordert wird, weil er diese „Scheiß-egal-Stimmung“ verschafft, weil er beruhigt, weil er vergessen lässt etc pp.
In diesem Moment ist der Körper noch nicht so weit, dass er den Stoff braucht, sprich, du reagierst nicht mit körperlichen Beschwerden - also bist du körperlich noch nicht abhängig.
Aber deine Psyche fordert - sie will diesen Zustand nach Konsumierung des Stoffes immer wieder erleben.
Fütterst du die Psyche nicht, so entsteht eine Leere und du fällst in ein mehr oder weniger tiefes Loch.
Daraus resultiert dann in den allermeisten Fällen die körperliche Abhängigkeit, denn die Abstände zwischen den einzelnen Einnahmen werden immer geringer, weil die Psyche fordert schließlich ein.
Nun ensteht neben der psychischen Abhängigkeit auch die körperliche.
Sobald der Konsument sich zu einem Entzug entschließt, aus welchem Grund auch immer, kann er seinen Körper innerhalb einiger Tage entgiften.
Die Psyche kann man nicht entgiften, die kann man nur therapieren und das ist harte Arbeit an sich selbst.
Also besteht die psychische Abhängigkeit weiterhin - meistens ein Leben lang…auch noch nach ‚erlogreicher Therapie‘.
Nun ist das beim Alkohol sicher ähnlich, auch bei Medikamenten (Sedativa & Schmerzmittel).
Anders sieht es bei THC aus, da schließe ich mich der Meinung meiner Vorrednerin teilweise an und nehme direkt bezogen auf ihr Posting dazu Stellung.
Viele Grüße,
Vanessa
Hallo Sibylle,
ich schätze, ich werde bei einigen auf entschiedenen
Widerspruch stossen, aber meiner Meinung nach ist „psychische
Abhängigkeit“ ein Konstrukt, um bestimmte Drogen (z.B. THC) zu
verbieten, weil die Argumente ausgegangen sind.
Das allein ist es nicht.
Sicher wird der Ausdruck ‚psych. Abhängigkeit‘ gerade bezogen auf THC viel zu schnell und zu häufig verwendet, aber es steckt mehr dahinter als nur ein Konstrukt, um etwas zu verteufeln.
Bei allen
Definitionen von psychischer Abhängigkeit, die ich bisher
gehört/gelesen habe, ist es darauf hinausgelaufen, daß das
„Opfer“ mit Unruhe, Nervösität und/oder Unwillen auf das
Fehlen eines „Suchtmittels“ reagieren würde.
Und ist das nicht so ?
Wir müssen nach wie vor unterscheiden, ob jemand einmal im Monat einen kleinen Joint raucht oder aber ob er jeden Abend seinen Bong durchzieht.
Letzteres hinterlässt eine Leere, wenn er diesen Bong nicht mehr hat.
Bei THC dauert es sicher relativ lange, bis die psychische Abhängigkeit einsetzt - vor allem aber hängt sie von der Regelmäßigkeit des Konsums ab.
Nach dieser
Definition bestehen bei mir psyschiche Abhängigkeiten nach
meinem Freund, meiner Katze, „Geld in der Tasche haben“,
Schokolade, Musik, Nachrichten-sehen/hören, Büchern…
Dieser Vergleich hinkt IMHO gewaltig.
Stoffe wie THC, Heroin, Alkohol usw. legen sich um die Rezeptoren im Gehirn - dein Freund passt da nicht rein 
Vor allem aber besteht bei deiner Abhängigkeit nach deiner Katze, deinem Freund etc nicht die Gefahr der körperlichen Abhängigkeit.
Selbst wenn du psychisch abhängig wärest, könntest du niemals körperlich abhängig werden - geht nicht.
Bei Drogen sieht das aber völlig anders aus.
Du bist von einem Stoff erst psychisch abhängig, dann kommt die körperliche Abhängigkeit, die du durch Entgiftung besiegen kannst - die psychische Abhängigkeit bleibt bestehen.
Klar, die körperliche Abhängigkeit von THC ist nicht vergleichbar mit der Heroin- oder Alkoholabhängigkeit, aber sie ist nicht von der Hand zu weisen.
Das jedenfalls sind die Erfahrungen, die in der Drogenarbeit seit Jahrzehnten gemacht werden.
Ich persönlich verteufele THC ganz und gar nicht und bin für die Freigabe, weil ich es lächerlich finde, dass ein Stoff, der nachgewiesener Maßen definitiv weniger Schäden anrichtet als z.B. Alkohol und viele Medikamente, immer noch verboten ist.
Nichts desto Trotz ist die Gefahr der Abhängigkeit da - immer !
Kurz: „psychische Abhängigkeit“ halte ich für Schwachsinn…
Wie würdest du denn diesen Zustand nennen, wenn die Psyche einen gewissen Stoff oder zustand überdeutlich einfordert ?
Viele Grüße,
Vanessa
Hallo Sibylle,
Morjen, Vanessa
Dieser Vergleich hinkt IMHO gewaltig.
Stoffe wie THC, Heroin, Alkohol usw. legen sich um die
Rezeptoren im Gehirn - dein Freund passt da nicht rein
Auch mein Freund erzeugt in mir rauschhafte Gefühle, die meine Hirnchemie verändern und die von meiner Psyche dauerhaft eingefordert werden 
Klar, die körperliche Abhängigkeit von THC ist nicht
vergleichbar mit der Heroin- oder Alkoholabhängigkeit, aber
sie ist nicht von der Hand zu weisen.
Nicht vergleichbar ist gut - ich kenne niemanden, der körperlich von THC abhängig wäre (anders sieht es mit dem, meist dazugemischten, Nikotin aus)
Ich persönlich verteufele THC ganz und gar nicht und bin für
die Freigabe, weil ich es lächerlich finde, dass ein Stoff,
der nachgewiesener Maßen definitiv weniger Schäden anrichtet
als z.B. Alkohol und viele Medikamente, immer noch verboten
ist.
*zustimmend nick*
Wie würdest du denn diesen Zustand nennen, wenn die Psyche
einen gewissen Stoff oder zustand überdeutlich einfordert ?
Ich bin der Meinung, daß man die psychische Disposition von Suchtpersönlichkeiten (also Leute, die aus irgendwelchen Gründen dazu neigen, nach allem, was irgendeinen Kick erzeugt, Abhängigkeit zu entwickeln) von dem jeweiligen „Suchtmittel“ trennen muß. Nicht Spielen macht süchtig, sondern einige Leute sollten die Finger davon lassen und nicht nur davon.
Viele Grüße,
Vanessa
backgreetings
Sibylle
Die psychische Abhängigkeit setzt ein, sobald dieser Stoff von
der Psyche gefordert wird, weil er diese
„Scheiß-egal-Stimmung“ verschafft, weil er beruhigt, weil er
vergessen lässt etc pp.In diesem Moment ist der Körper noch nicht so weit, dass er
den Stoff braucht, sprich, du reagierst nicht mit körperlichen
Beschwerden - also bist du körperlich noch nicht abhängig.
Das ist m.M. genau der Punkt - das Ausbleiben der
„Scheiß-egal-Stimmung“ und das damit verbundene Unwohlsein,
ist doch prinzipiell auch auf biochemische Vorgänge
innerhalb des Körpers zurückzuführen. Was unterscheidet
die (von Symptomen) körperlicher Abhängigkeit ?
Aus meiner Sicht werden hier alle abnormen Reaktionen des
Körpers, die sich momentan noch nicht genau fassen lassen,
der Psyche zugeschrieben. Das kann sich durchaus in den
nächsten Jahren ändern, wenn neue med. Erkenntnisse vorliegen.
Gruss
Enno