Antibiotikum

Hallo,

wie „ungesund“ bzgl der bakteriellen Resistenz von Antibiotika ist die Behandlung damit wirklich?

Ich habe einmal ein Experiment gemacht in welchem Speichel auf einen Antibiotikumnährboden gegeben wurde und (schlimmstenfalls) Bakterienkolonien beim Wachsen beobachtet werden konnten. Ist es dann schon zu spät sich darüber gedanken zu machen?

Wie oft sollte man eine Behandlung mit Penecillin etc über sich ergehen lassen?

Gibt es Alternativen?

Danke schonmal an die Götter in weiß :smile:
Kai!

Hallöchen,
Antibiotikum sollte nur dann verschrieben werden, wenn eine eindeutige Notwendigkeit dafür besteht.

Antibiotikum ist ausschließlich gegen Bakterien wirksam. Bei grippeähnlichen Erscheinungen (Husten, Schnupfen, Fieber), die auf eine Virusinfektion zurückzuführen ist, bringt das Antibiotikum genau gar nichts. Außer, daß Bakterien dagegen resistent werden.

Die Sache mit der Resistenz kannste Dir so vorstellen: Für einen Bakterienstamm stellt das Antibiotikum ein echt übles Gift dar. Wenn der gesamte Stamm bei der Behandlung ausgerottet wird ist die Sache relativ unkritisch. Wenn jedoch nur ein kleiner Teil überlebt, weil das Antibiotikum z.B. nicht nach Vorschrift bis zum Schluß regelmäßig genommen wurde, haben die Bakterien genug Zeit sich was gegen dieses Gift zu überlegen.

In der Praxis bedeutet das, daß wenn Du nach einer Mandelentzündung, die mit Antibiotikum behandelt wurde und Du die Pillen nicht nach Anweisung genommen hast, es möglich ist, daß das Antibiotikum das nächste Mal nicht mehr wirkt.
Die Biester sind gegen dieses Gift resistent geworden.

Demnach sollte man nicht jeden kleinen Husten oder das Kratzen im Hals mit Antibiotikum bekämpfen. Wenn man dann irgendwann eine echt üble Seuche hat (z.B. Lungenentzündung), sind die Bakterien durch die vorangegangenen Antibiotika gut genug in Sachen Gifte ausgebildet, so daß die sich nen Ast lachen und einfach damit weitermachen, was sie sonst so machen.

Da der Mensch auch nicht so ganz dumm darsteht im Kampf gegen die Bakterien, gibt es bei Antibiotika auch unterschiedliche „Stämme“. Es gibt die Penicilline (keine Ahnung, wie man das schreibt), Tetracycline (siehe letzte Klammer) usw. Bei diesen Stämmen, die sich deutlich in ihren Anwendungsgebieten unterscheiden, gibts auch noch kleinere Unterstämme. Also es ist nicht so, daß man, wenn man einmal Antibiotikum genommen hat und man dann wieder von der gleichen Seuche heimgesucht wird sofort stirbt.

Fazit: Es ist einfach net gut die Bakterien unnötig auf Resitenz zu trimmen, denn die nächste Seuche kommt bestimmt.

Sina

Gut,

und wie ist das mit dem „unbedingt bis zur letzten Tablette zu Ende nehmen“? Genau wegen dem letzten Rest der Bakterien?

Kai!

So ungefähr…
Das Rudel Bakterien wird mit Antibiotikum beschoßen.
Nach 5 Tabletten sind alle tot, bis auf die, die noch schlafen. Würdest Du nun keine weitere Tablette mehr nehmen, sehen die nun nicht mehr schlafenden Bakterien ihre toten Kameraden und sind sich einig darüber, daß der Tod net so das Beste im Moment ist. Sie werden also Maßnahmen treffen, daß sie an dem Gift nicht sterben, sie werden resistent.
Aus diesem Grund sollte man das Antibiotikum bis zum Schluß bzw. was eben der Onkel Doktor verschreibt weiternehmen auch wenn die Beschwerden schon längst abgeklungen sind (es könnten ja noch ein paar Biester schlafen).

Gruß

Sina

und wie ist das mit dem „unbedingt bis zur letzten Tablette zu
Ende nehmen“? Genau wegen dem letzten Rest der Bakterien?

Hallo Kai,
Wenn du denn schon unbedingt ein Antibiotikum nehmen musst, dann solltest du es auch einnehmen, bis die Packung leer ist, denn sonst förderst du die Resisitenzbildung.

Crotalus

Hallo,

Und was ist, wenn ich vergesse mal ein oder zwei Tabletten einzunehmen? Trotzdem die ganze Packung aufessen?

Kai!

Und was ist, wenn ich vergesse mal ein oder zwei Tabletten
einzunehmen? Trotzdem die ganze Packung aufessen?

Ja!
Crotalus