ALs Chemiker weiß ich eigentlich ganz gut wie eine NMR (also magnetresonanz) funktioniert! Nur was machen eigentlich die Ärzte damit? Ich schätze mal es wird das weichere gewebe abgebildet weil ja dort viel Wasser (und damit H-ATome) zu finden sind.
ABer was genau sieht man auf einem MRT?
mit dem MRT sind Gewebeveränderungen sichtbar, die mit der Computertomographie oder anderen röntgenologischen Verfahren nicht gesehen werden können. Es lassen sich z.B. Gefäße oder andere Strukturen dreidimensional (!!!) darstellen. So können Tumore aufgespürt, Gefäßveränderungen gefunden, Gewebeveränderungen (z.B. durch Minderdurchblutung) dargestellt, anatomische Besonderheiten sichtbar gemacht werden und vieles mehr. Die Auflösung ist etwa 1mm oder sogar höher. Das ist, was ich davon weiß. Ich bin auch an mehr Information interessiert.
Du hast recht, gerade die Weichteile werden im MRT verglichen mit anderen Schichtverfahren (z.B. CT) deutlich sensibler abgebildet. „Zielgruppen“ sind z.B. Gelenke, Muskeln und Sehnen, auch Bänder, da die MRT der CT hier überlegen ist. Somit wird z.B. insbesondere bei Knieangelegenheiten die MRT gerne zur Diagnostik eingesetzt.
richtig, das MRT liefert ein Verteilungsbild der Wasserstoffatomdichte des dargestellten Körperbereichs. Da die meisten Organe eine verschiedene Atomdichte haben, bilden sie sich verschieden hell ab, nur deswegen kann man auch die veschiedenen Organe auf den Bildern überhaupt erst unterscheiden.
Wenn nun ein Tumor z.B. der Leber eine andere Wasserstoffdichte hat als normales Lebergewebe, so bildet er sich ab. Wenn sie identisch ist, so sieht man nichts. Wasser(-stoff)arme Gewebe wie Knochen geben natürlich von Haus aus kaum ein Signal, genausowenig wie „knöcherne“ Tumoren. Jedoch haben Knochen und Knochentumoren oft eine unterschiedliche Mineralstoffdichte, absorbieren also Röntgenstrahlen unterschiedlich stark, daher sieht man sie in röntgenbasierten Verfahren (Standardröntgen und CT) besser.
Jedoch ist das MR nicht auf die Darstellung von Wasserstoff limitiert, man kann damit auch andere Atome zum „resonieren“ bringen und erhält dann z.B. eine Darstellung der Phosphorverteilung. Ist in der Klinik jedoch nicht sehr gängig, mit Wasserstoff sieht man die Weichteile schon gut genug. Aber mal schauen, was die Zukunft so bringt.
Du hast recht, gerade die Weichteile werden im MRT verglichen
mit anderen Schichtverfahren (z.B. CT) deutlich sensibler
abgebildet. „Zielgruppen“ sind z.B. Gelenke, Muskeln und
Sehnen, auch Bänder, da die MRT der CT hier überlegen ist.
Somit wird z.B. insbesondere bei Knieangelegenheiten die MRT
gerne zur Diagnostik eingesetzt.
dabei aber bitte nicht vergessen, dass
das was man auf dem bild als „fehlerhaft“ bzw. „schadhaft“ diagnostiziert nicht immer auch das problem ist welches die beschwerden verursacht!
dass bild und symptome zusammenpassen müssen
dass verschiedene ärzte verschiedenes im gleichen bild sehen
dass wir physios test haben die nicht ein paar hundert mark kosten und die nachweislich (durck klinische studien) besser zur diagnostik sind als alle bildgebenden verfahren! (nicht immer - aber sehr oft!)
tschuldigung wenn`s vielleicht nicht ganz zur frage passt-aber hatte heute schlechten tag und muss mich jetzt abreagieren!!
einen Link, der dir die meisten Fragen beantwortet (und bei dem du noch etwas „spielen“ kannst) ist http://www.rad.rwth-aachen.de/web_neu/radiolog/lern…
Fürs erste gehst du mal auf „Lernprogramm-Theorie“, dann auf „allgemeiner Teil“ und dort findest du eine Beschreibung der Wirkung und diagnostischen Möglichkeiten der einzelnen Verfahren.
Hat mir im Studium sehr geholfen.
Der Patient wird in ein starkes homogenes Magnetfeld gebracht. Die Kernspins der Wasserstoff-Kerne richten sich darin aus. Aufgrund der unterschiedlichen Energie zwischen parallel und antiparallel zum Magnetfeld ausgerichteten Kernspins überwiegt eine Orientierung.
Dieser Überschuss kann gemessen werden, indem nan die Kernspins durch Einstrahlung von UKW-Strahlung (Radiowellen) anregt. Bei 1.5 Tesla braucht man dafür Strahlung von 63 MHz (die Radiosender tummeln sich so um 90-100 MHz). Genauer werden die Kernspins dabei aus ihrer parallelen Orientierung zum Magnetfeld (z-Achse) in die xy-Ebene gedreht. Dort rotieren sie mit der Winkelgeschwindigkeit omega = -gamma*B. In einer Spule in der xy-Ebene wird daher eine Spannung induziert, deren Amplitude proportional zur Anzahl angeregter, rotierender Kernspins ist.
Zur Bilderzeugung wird ein Gradientenfeld angelegt. Das heißt, man sorgt dafür, dass das Magnetfeld ganz leicht mit dem Ort x variiert. Weiter links ist es etwas kleiner, weiter rechts ist es etwas größer: omega = -gamma*B(x). Das gemessene Signal ist dann eine Überlagerung der verschiedenen Frequenzen. Mittels einer Fourier-Transformation bekommt man jedoch heraus, wie groß der relative Anteil an Kernspins ist, die sich mit den jeweiligen Frequenzen drehen. Diese Anteile kann man als Grauwerte interpretieren und so ein Bild formen. Für eine 2- oder gar 3-dimensionale Messung braucht man Gradienten in x-, y- und z-Richtung. Und man muss alle möglichen Kombinationen dabei durchgehen. Das führt dazu, dass die Gradientenspulen sehr schnell schalten müssen. Dies führt wiederum zu starken Lorentz-Kräften, so dass die Gradientenspulen anfangen zu schwingen. Daher kommen die Klopfgeräusche, die man beim MRT immer hört.
Wenn du die Kernspins nun direkt nach ihrer Anregung misst, bekommst du ein Protonendiche-Bild. Wartest du jedoch eine Zeit, so relaxieren die angeregten Kernspins in ihre Ausrichtung parallel zum Magnetfeld zurück. Je nach Gewebe (hängt von der chemischen Umgebung, Magnetisierung ab) wird das Signal also schneller oder langsamer schwächer. So kann man im MR-Bild interessante Bereich hervorheben oder verdunkeln. Es gibt sehr viele Arten von „Spingymnastik“, die man betreiben kann. Im Gegensatz zum CT hat man also eine erhebliche Zahl an Variationsmöglichkeiten.
Neben Wasserstoff ist Bildgebund auch mit Phosphor P31 und Sauerstoff O17 möglich. Aber auch Bildgebung mit He (Lunge) und Xe (Hirn) wird erforscht …