Three Mile Island

Von: , Frage gestellt am Sa, 8. Jan 2000

Hallo Physiker!

Kann mir mal jemand erklären was dort bezüglich Kernreaktorn, radioaktivität passiert ist?????

Danke schon mal!

Phil

2 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 4 Stunden hilfreich
    Re: Three Mile Island

    Hallo Physiker!
    Nja da fühl ich mich jetzt eigentlich nicht aufgerufen

    Aber so aus dem Gedächtnis
    war das Problem im wesentlichen folgendes:

    Durch ein wieauchimmer geartetes Kühlungsproblem kam es teilweise zur Physikalischen wasserzersetzung
    sprich Knallgas
    das sich dann im oberen bereich des reaktorbehälters sammelte und somit das
    Kühlwasser verdrängte
    Was dem "durchgehen" des Reaktors nicht gerade hinderlich war
    Da dieser fall nicht vorgesahen war gab es zunächst auch keine möglichkeit diese
    Gasblase zu entfernen.

    Aber wie gesagt ist ja auch schon lange her


    Phagsae

    • Antwort von nach einem Tag hilfreich
      Re^2: Three Mile Island

      Was dem "durchgehen" des Reaktors nicht
      gerade hinderlich war
      Der Reaktor auf TMI war ein wassermoderierter Reaktor. Dh. das Kuehlwasser dient gleichzeitig zum Abbremsen der entstehenden schnellen Neutronen. Nur dadurch kann eine kontinuierliche Kernspaltung aufrechterhalten werden. Verdampft das Wasser in einem Bereich, so kommt in diesem Bereich die Reaktion zum erliegen (negativer Dampfblasenkoeffizient). Ein "Durchgehen" des Reaktors im Sinne einer unkontrollierten Kettenreaktion ist damit nicht moeglich. Da die Brennelemente aber auf Grund des radioaktiven Zefalls der Spaltprodukte eine Menge Nachwaerme produzieren, kommt es zum Schmelzen der Brennelemente. Der Reaktor in Tschernobyl war graphitmoderiert (die Neutronen werden durch Graphit abgebremst). Beim Verlust des Kuehlwassers ist ein Ansteigen der Leistung zu verzeichnen: er "geht durch" (positiver Dampfblasenkoeffizient).

      Durch die Bauart des Reaktors in TMI sammelte sich die Wasserstoffblase an unguenstiger Stelle im oberen Bereich des Kuehlsystems und verhinderte dort den Naturumlauf, dh das nur durch die Waermeentwicklung bedingte Zirkulieren des Kuehlwassers. Es existierte zwar ein Abblaseventil, dieses wurde aber als nicht sicherheitsrelevant eingestuft. In der Anzeige erschien der Stellbefehl des Ventils, nicht die Stellung. So ging man davon aus, dass das Ventil offen war, was nicht der Fall war.

      Das gesamte Sicherheitskonzept in TMI war auf den kompletten Abriss der Hauptkuehlleitung und grosse Wasserverluste ausgelegt. Mit der schleichenden Gefahr hatte niemand gerechnet.

      Niels

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