All-Expansion und potentielle Energie

Von: , Frage gestellt am Mi, 17. Jul 2002

Hallo.

Die meisten Physiker halten ja die Urknall-Theorie für diejenige, welche die Entstehung des Universums in Übereinstimmung mit den Beobachtungen am besten beschreibt. Dabei soll sich das Universum ja ausdehnen, zunächst inflationär, dann langsamer und evtl - sofern die Masse ausreicht - wieder schrumpfen. Die Ausdehnung verstehe ich als Zunahme der Abstände zwischen Körpern im All. Damit nimmt aber doch auch die potentielle Energie des Systems zu. Oder ? Und wenn dem so ist, wo kommt die denn her (Das Universum ist doch per definitionem ein geschlossenes System). Ich könnte mir denken, dass die kinetische Energie des Urknalls selbst halt umgewandelt wird zu potentieller Energie. Das passt aber nicht zur inflationären Phase. Was soll da gewirkt haben ? Sicher haben Physiker da eine einleutende Erklärung, die mir noch nicht klar ist. Kann mir jemand auf die Sprünge helfen ?

Gruß
Jochen

13 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 20 Minuten 0 hilfreich
    Re: Hintergrundsttrahlung

    Hi Jochen,

    die Energie verschwindet nicht und wird auch nicht mehr, sie wird 'dünner'

    Analogon:
    Wenn Du ein Gas adiabatische expandierst, kühlt es sich ab.
    Genauso wird das Universum immer 'kälter'

    Gandalf

  2. Antwort von nach 23 Minuten 0 hilfreich
    Abkühlung

    Hallo,

    du hast vergessen, dass sich das Universum beim Ausdehnen
    abkühlt. Und daher kommt dann die Energie.
    (Stichwort: adiabatische Expansion)

    Gruß
    Oliver

  3. Antwort von nach einer Stunde 0 hilfreich
    Re: All-Expansion und potentielle Energie

    hallo,

    naja, die energie fuer die ausdehnung kommt schlicht aus der kinetischenn energie der ausdehnung.

    die inflationaere phase kann die gesichert, also als mehrheitsmeinung mit beweis, bis dato niemand beweisen. dieser symmetrie-bruch in der physik mit geschwindigkeiten ueber c ist noch nicht voellig geklaert.

    weiter ist noch nicht klar, ob das universum offen geschlossen oder flach ist, stichwort dunkle materie. evtl wirkt eine "fuenfte" kraft der gravitation sowieso entgegen, stichwort vakuumenergie. also auch da, wo nichts ist, ist etwas aufgrund quantenmechanischer nullpunktsschwankungen oder siehe heisenbergsche unschaerfe.

    beste gruesse, lego

  4. Antwort von nach 12 Stunden 0 hilfreich
    Re: All-Expansion und potentielle Energie

    Die Ausdehnung verstehe ich als
    Zunahme der Abstände zwischen Körpern im All. Damit nimmt aber
    doch auch die potentielle Energie des Systems zu. Oder ?
    Richtig. Und
    wenn dem so ist, wo kommt die denn her (Das Universum ist doch
    per definitionem ein geschlossenes System).
    Weil das niemand weiß, wird diese Energiequelle von den Kosmologen als "Dumkle Energie" bezeichnet. Ich könnte mir
    denken, dass die kinetische Energie des Urknalls selbst halt
    umgewandelt wird zu potentieller Energie.
    Davon abgesehen, daß das nicht reicht (mit der Beschleunigung der Expansion steigt nämlich auch die "kinetische Energie") kann man den Energieerhaltungssatz in solchen Dimensionen und vor allem in einem expandierenden Raum nicht meh anwenden. Die skalare Energie, die wir kennen gibt es nur in der Newtonschen Mechanik, aber in der Kosmologie ist ohne Relativitätstheorie nichts mehr zu wollen und da wird die Energie zu einer vektoriellen Größe für die andere Gesetze gelten. Vereinfacht ausgedrückt verschmelzen in der RT Energie und Impuls, was zu einem neuen Erhaltungssatz führt, nach dem Energie und Impuls nicht notwendigerweise konstant bleiben müssen.

    • Antwort von nach 21 Stunden 0 hilfreich
      Re^2: All-Expansion und potentielle Energie

      hallo, Davon abgesehen, daß das nicht reicht (mit der Beschleunigung
      der Expansion steigt nämlich auch die "kinetische Energie")
      kann man den Energieerhaltungssatz in solchen Dimensionen und
      vor allem in einem expandierenden Raum nicht meh anwenden. Die
      skalare Energie, die wir kennen gibt es nur in der Newtonschen
      Mechanik, aber in der Kosmologie ist ohne Relativitätstheorie
      nichts mehr zu wollen und da wird die Energie zu einer
      vektoriellen Größe für die andere Gesetze gelten. Vereinfacht
      ausgedrückt verschmelzen in der RT Energie und Impuls, was zu
      einem neuen Erhaltungssatz führt, nach dem Energie und Impuls
      nicht notwendigerweise konstant bleiben müssen.
      hmmm das kann ich nicht ganz nachvollziehen, warum soll aus dem skalar energie auf kosmologischen raumzeitskalen aufgrund der allgemeinen relativitaetstheorie ploetzlich ein vektor werden, nebst verschmelzung von energie und impuls und brechung des energieerhaltungssatz? ich kann dem a priori nicht folgen.
      ich bitte dich um begruendung.

      besten dank, lego

      • Antwort von nach 23 Stunden 0 hilfreich
        Re^3: All-Expansion und potentielle Energie

        warum soll aus
        dem skalar energie auf kosmologischen raumzeitskalen aufgrund
        der allgemeinen relativitaetstheorie ploetzlich ein vektor
        werden, nebst verschmelzung von energie und impuls und
        brechung des energieerhaltungssatz?
        Das ist nicht nur auf kosmische Raumzeitskalen beschränkt, sondern gilt generell. In unserer Erfahrungswelt merken wir davon allerdings nichts, weil die RT in diesen kleinen Dimensionen in die Newtonsche Mechanik übergeht. ich bitte dich um begruendung.
        Eine didaktisch sehr gelungene Einführung in die RT findest Du hier: http://www.itp.uni-bremen.de/~noack/masse-2.ps

        • Antwort von nach 23 Stunden 0 hilfreich
          Vierervektor

          hallo, warum soll aus
          dem skalar energie auf kosmologischen raumzeitskalen aufgrund
          der allgemeinen relativitaetstheorie ploetzlich ein vektor
          werden, nebst verschmelzung von energie und impuls und
          brechung des energieerhaltungssatz?
          Das ist nicht nur auf kosmische Raumzeitskalen beschränkt,
          sondern gilt generell. In unserer Erfahrungswelt merken wir
          davon allerdings nichts, weil die RT in diesen kleinen
          Dimensionen in die Newtonsche Mechanik übergeht.
          in dem artikel wird nur erlaeutert, dass es sich besser rechnet in relativistischen Bereichen mit dem vierertensor. was im artikel geschrieben steht, musste ich selber im studium und arbeit einige dutzend male durchrechnen. der vierer-tensor fasst richtiger weise energie und impuls zusammen, jedoch kann von keiner verschmelzung hier die rede sein. energie bleibt damit weiterhin ein skalar, impuls und viererimpuls sind hingegen richtig vektoren. von einer brechung des energieerhaltungssatzes ist in dem artikel nicht die rede. hier wird weiter nur die spezielle relatitiviaetstheorie zur anwendung gebracht.

          ich finde mich nicht ueberzeugt von meiner meinung, dass energie damit immer noch nur ein skalar bleibt und das der energieerhaltungssatz nur im rahmen von heisenberg gebrochen werden darf, auf pump der zeit entsprechend. vierervektoren hingegen sind eine tolle sache und immer erhalten, nie gebrochen.

          beste gruesse, lego

          • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
            Re: Vierervektor

            energie bleibt
            damit weiterhin ein skalar, impuls und viererimpuls sind
            hingegen richtig vektoren.
            Das ist zwar richtig, aber beim Wechsel des Bezugssystems müssen Energie und Impulos gemeinsam transformiert werden. von einer brechung des
            energieerhaltungssatzes ist in dem artikel nicht die rede.
            Davon war auch nicht die Rede. Innerhalb eines Bezugssystems gelten die Erhaltungssätze weiter, aber in der Kosmologie haben wir es nicht mit einem einzigen Bezugssystem zu tun. Zwei Galaxien, die sich aufgrund der Expansion des Raumes voneinander entfernen, bilden beispielsweise zwei verschiedene Bezugssysteme, was die Anwendung der klassischen Erhaltungssätze verhindert. Man kann in diesem Fall nur noch Erhaltungssätze für Größen formulieren, die gegenüber dem Wechsel des Bezugssystems invariant sind, was für Energie und Impuls nicht zutrifft.

            • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
              Re^2: Vierervektor

              hallo Mr. energie bleibt
              damit weiterhin ein skalar, impuls und viererimpuls sind
              hingegen richtig vektoren.
              Das ist zwar richtig, aber beim Wechsel des Bezugssystems
              müssen Energie und Impulos gemeinsam transformiert werden.
              ja, hier sind wir uns einig, alles andere war nur begriffsdefintion oder ein missverstaendniss zu energy, impuls, und "energy-impuls" alias vierervektor genannt. von einer brechung des
              energieerhaltungssatzes ist in dem artikel nicht die rede.
              Davon war auch nicht die Rede. Innerhalb eines Bezugssystems
              richtig, ich war zu beginn irritiert ueber deine worte, dass energie und impuls nicht konstant bleiben. gelten die Erhaltungssätze weiter, aber in der Kosmologie
              haben wir es nicht mit einem einzigen Bezugssystem zu tun.
              Zwei Galaxien, die sich aufgrund der Expansion des Raumes
              voneinander entfernen, bilden beispielsweise zwei verschiedene
              Bezugssysteme, was die Anwendung der klassischen
              Erhaltungssätze verhindert.
              ja meine meinung, wobei als naheliegendes beispiel eine galileo-transformation zwischen andromeda und der milchstrasse ausreicht, man muesste hier noch nicht zu der auch im relativistischen falle geltenden lorenztransformation greifen. als beispiel fuer die mitleser. Man kann in diesem Fall nur noch
              Erhaltungssätze für Größen formulieren, die gegenüber dem
              Wechsel des Bezugssystems invariant sind, was für Energie und
              Impuls nicht zutrifft.
              genau, invarianz des vierervektors bei wechsel des bezugssystems.

              nachtrag --->

              nun ist uns beiden keine neue erkenntnis zuteil geworden ;-), schade eigentlich, aller dissens aufgeloest, trotzdem nett und war ja nicht nur privat,

              beste gruesse dir, lego



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