Zeitsymmetrisch?!

Von: , Frage gestellt am Sa, 31. Mai 2003

Hallo!

Ich habe mal darüber nachgedacht, dass die meisten Naturgesetze angeblich zeitsymmetrisch sein sollen und folglich der Zeitpfeil eines physikalischen Systems genauso gut in die andere Richtung zeigen könnte. Dabei bin ich auf ein Problem gestoßen, das sich aus der Heisenbergschen Unschärferelation ergibt: Im Prinzip kann man die HUR ja so verstehen, dass man im Prinzip nie weiß was im nächsten Moment genau geschehen wird - man kann es nur mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit voraussagen. Es gibt also eine gigantische Anzahl möglicher Zukünfte, wobei man nicht weiß, welche Zukunft Realität sein wird. Aus dieser Tatsache ergibt sich ja im Grunde genommen die komplette Quantenphysik und eine Unzahl von physikalischen Phänomenen, die unser Universum erst zu dem machen was es ist - ein Universum ohne diese Eigenart müßte vollkommen anders aussehen.
Diese "Unschärfe" gilt doch aber nur für die Zukunft! Man weiß nie was im nächsten Moment geschehen wird aber im Rückblick existiert diese Unschärfe nicht mehr, da ich ja weiß, was früher gewesen ist. Mit anderen Worten: Gebe es in einem physikalischen System in dem der Zeitpfeil in die falsche Richtung - also in die Vergangenheit - läuft überhaupt eine Unschärfe?! Ich zweifle daran! Wenn aber die HUR ein so wesentlicher Bestandteil unserer Realität ist, wie kann man dann davon reden, dass die Naturgesetzte zeitsymmetrisch sein sollen. Schließlich ist nun das wohl bedeutenste Naturgesetz einach außer Kraft gesetzt worden. Im "Rückblick" erscheint einem Beobachter das Universum also in einem vollkommen anderen Licht ( mal davon abgesehen das der Beobachter dann rückwärts denk :-) ).

Was meint ihr dazu?

Florian

59 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 48 Minuten 0 hilfreich
    Re: Zeitsymmetrisch?!

    Hallo Florian

    Ich bin nicht ganz Deiner Meinung, die Unschärfe gilt auch rückblickend, nämlich in der Frage, durch welche Konstellationen ein Messergebnis hervorgerufen wird. Diese Frage wird relevant, wenn man in der Vergangenheit gerade nicht den Ausgangszustand festgestellt hat.

    Deine Aussage, in der Vergangenheit wüsste man doch, welcher Zustand Ausgangspunkt war, entspricht nicht der Praxis. Oft weiss man dies gerade nicht.

    Gruss
    Thomas

    • Antwort von nach 5 Stunden 0 hilfreich
      Re^2: Zeitsymmetrisch?!

      Hallo Thomas Ich bin nicht ganz Deiner Meinung, die Unschärfe gilt auch
      rückblickend, nämlich in der Frage, durch welche
      Konstellationen ein Messergebnis hervorgerufen wird.
      Ich verstehe deinen Ansatz: Du meinst, wenn wir uns in irgendeiner Zukunft befinden und uns in die Vergangenheit bewegen können wir nicht vorhersagen, welche Vergangenheit uns erwartet, weil wir nicht wissen, durch welche Konstellation genau unsere Zukunft zustandegekommen ist... . Vielleicht hast du Recht aber ich möchte dazu doch noch einen Gedanken einwerfen: Wenn wir uns aus der Zukunft in die Vergangenheit bewegen wissen wir nur deshalb nicht, welche Vergangenheit uns erwartet, weil wir die Ausgangskonstellation nicht kennen - gut. Das Problem dabei ist: Es steht trotzdem die ganze Zeit schon fest, welche Vergangenheit uns erwartet - wir können nur nicht verifizieren, welche es sein wird. D.h., die INFORMATION darüber, welche Vergangenheit uns erwartet steht fest und ist nur nicht einsehbar - NICHT aber etwa unscharf!!! Das ist ein kleiner aber feiner Unterschied, denn meines Wissens wurden versteckte Variablen als Grund für die HUR bereits ausgeschlossen und hier liegt mit dieser Information eine versteckte Variable vor. Wenn also für einen Lauf von Vergangenheit zur Zukunft versteckte Variablen keine Rolle spielen dürfen, dürften sie es in anderer Richtung auch nicht tun ( also von Zukunft zu Vergangenheit ) - ansonsten wären die Naturgesetze wieder nicht zeitsymmetrisch. Somit ist deine Erklärung keine mögliche Lösung für das Problem... schätze ich :-).

      Florian

  2. Antwort von nach 57 Minuten 0 hilfreich
    Re: Zeitsymmetrisch?!

    Hallo!

    Ich habe mal darüber nachgedacht, dass die meisten
    Naturgesetze angeblich zeitsymmetrisch sein sollen und
    folglich der Zeitpfeil eines physikalischen Systems genauso
    gut in die andere Richtung zeigen könnte. Dabei bin ich auf
    ein Problem gestoßen, das sich aus der Heisenbergschen
    Unschärferelation ergibt: Im Prinzip kann man die HUR ja so
    verstehen, dass man im Prinzip nie weiß was im nächsten Moment
    genau geschehen wird - man kann es nur mit einer bestimmten
    Wahrscheinlichkeit voraussagen. Es gibt also eine gigantische
    Anzahl möglicher Zukünfte, wobei man nicht weiß, welche
    Zukunft Realität sein wird. Aus dieser Tatsache ergibt sich ja
    im Grunde genommen die komplette Quantenphysik und eine Unzahl
    von physikalischen Phänomenen, die unser Universum erst zu dem
    machen was es ist - ein Universum ohne diese Eigenart müßte
    vollkommen anders aussehen.
    Diese "Unschärfe" gilt doch aber nur für die Zukunft! Man weiß
    nie was im nächsten Moment geschehen wird aber im Rückblick
    existiert diese Unschärfe nicht mehr, da ich ja weiß, was
    früher gewesen ist. Mit anderen Worten: Gebe es in einem
    physikalischen System in dem der Zeitpfeil in die falsche
    Richtung - also in die Vergangenheit - läuft überhaupt eine
    Unschärfe?! Ich zweifle daran! Wenn aber die HUR ein so
    wesentlicher Bestandteil unserer Realität ist, wie kann man
    dann davon reden, dass die Naturgesetzte zeitsymmetrisch sein
    sollen. Schließlich ist nun das wohl bedeutenste Naturgesetz
    einach außer Kraft gesetzt worden. Im "Rückblick" erscheint
    einem Beobachter das Universum also in einem vollkommen
    anderen Licht ( mal davon abgesehen das der Beobachter dann
    rückwärts denkt :-) ).
    hihi
    Willkommen im Klub! Das werfe ich hier allen Leuten vor. Denk mal hier drüber nach: http://kds-nano.dyndns.biz/relativitaet/zeitbegriff.htm

    Gruß
    Frank

  3. Antwort von nach 7 Stunden 0 hilfreich
    Re: Zeitsymmetrisch?!

    Hallo,

    ich würde sagen, wenn man den Zeitpfeil umkehrt wird eine andere Vergangenheit Realität.

    • Antwort von nach 7 Stunden 0 hilfreich
      Re^2: Zeitsymmetrisch?!

      Hallo,

      ich würde sagen, wenn man den Zeitpfeil umkehrt wird eine
      andere Vergangenheit Realität.
      HÄ?
      Vergangenheit hat es an sich, dass sie vorüber ist. Wie definierst du
      "Zeit"?

      fragt ernsthaft:
      Frank

      • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
        Re^3: Zeitsymmetrisch?!

        Vergangenheit hat es an sich, dass sie vorüber ist.
        Aber nicht mehr, wenn ich den Zeitpfeil umkehre. Dann liegt die Vergangenheit nämlich noch vor mir. Wie
        definierst du
        "Zeit"?
        Als der negativ definite Unterraum im Minkowsky Raum.
        Wie definierst du Zeit?

        Gruß
        Oliver

        • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
          Re^4: Zeitsymmetrisch?!

          Hallo Olli, Vergangenheit hat es an sich, dass sie vorüber ist.
          Aber nicht mehr, wenn ich den Zeitpfeil umkehre. Dann liegt
          die Vergangenheit nämlich noch vor mir.
          Nein, nicht DEN ZEITPFEIL. Du kannst sämtlicher Prozesse prinzipiell auch rückwärts ablaufen lassen. Als Teil eines geschlossenen Systems könntest du aber selbst nicht feststellen, wierum sie verlaufen. Wie
          definierst du
          "Zeit"?
          Als der negativ definite Unterraum im Minkowsky Raum.
          Wie definierst du Zeit?
          Historisch. Der Minkowskiraum ist keine korrekt-reale Darstellung der Abläufe im Universum, sonst gäbe es noch nicht mal ne ART. Siehe das Original: http://kds-nano.dyndns.biz/moderne%20oekonomie/relat...
          Was ist nun Gleichzeitigkeit? So, wie es in der RT definiert ist, funzt es auch nicht. Wenn du heute jegliche Bewegung im Universum anhalten könntest und kurz Gott spielst, dann könntest du rumfliegfahren und dir anschauen, was derzeit alles gleichzeitig passiert. Nach ART so nicht möglich, obwohl die Mathematik darin dennoch richtig ist. Zur Zeit meine Gedanken: http://kds-nano.dyndns.biz/relativitaet/Zeitbegriff.htm
          Zeit ergibt sich aus dem Ablauf von Prozessen. ermittelt werden kann sie aber nur für einen vorzüglichen Punkt (dem Ort der Uhr z.B.). Mein historischer Zeitbegriff umfasst die gesamte Entwicklungsgeschichte - ein riesiger Unterschied. Obwohl das in näherer Umgebung recht gut passt (erdnaher Raum), ist es eigentlich unsinnig, Zeit so mit der Uhr zu messen. Interessant sind doch nur die Abläufe, welche stattfanden und die daraus gewinnbaren Erkenntnisse, welche stattfinden werden.

          Gruß
          Frank

          • Antwort von nach einem Tag 1 hilfreich
            Re^5: Zeitsymmetrisch?!

            Als Teil eines
            geschlossenen Systems könntest du aber selbst nicht
            feststellen, wierum sie verlaufen.
            Doch. Ich berechne einfach die Entropie von zwei Zeitpunkten. Dort wo die Entropie größer ist, ist die spätere Zeitpunkt. Was ist nun Gleichzeitigkeit? So, wie es in der RT definiert
            ist, funzt es auch nicht.
            Warum nicht??

            Wenn du heute jegliche Bewegung im Universum anhalten könntest und kurz Gott spielst, dann
            könntest du rumfliegfahren und dir anschauen, was derzeit
            alles gleichzeitig passiert. Nach ART so nicht möglich, obwohl
            die Mathematik darin dennoch richtig ist.
            Natürlich geht, in der ART ist doch sauber definiert, was gleichzeitigkeit bedeutet.

            Gruß und Schluss mit der Diskussion von mir aus. (Sorry, aber bei deinen Gesprächen kommt nie was raus, weil du immer nur rumlaberst und nie konkret wirst.)


            Oliver

            • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
              Re^6: Zeitsymmetrisch?!

              Doch. Ich berechne einfach die Entropie von zwei Zeitpunkten.
              Dort wo die Entropie größer ist, ist die spätere Zeitpunkt.
              Lol, wie vergleichst du diese? Der Prozess, der schneller abläuft, ist dann also prinzipiell im späteren Zeitpunkt? Was ist nun Gleichzeitigkeit? So, wie es in der RT definiert
              ist, funzt es auch nicht.
              Warum nicht??
              Weil eine Wirkung als Ursache definiert wurde. Kein Prozess --> keine Zeitmessung möglich. Mit der dx/dp als Ausgang könnte ich beruhigt schlafen. Wenn du heute jegliche Bewegung im Universum anhalten könntest und kurz Gott spielst, dann
              könntest du rumfliegfahren und dir anschauen, was derzeit
              alles gleichzeitig passiert. Nach ART so nicht möglich, obwohl
              die Mathematik darin dennoch richtig ist.
              Natürlich geht, in der ART ist doch sauber definiert, was
              gleichzeitigkeit bedeutet.
              Du hast es hoffentlich mal gelesen: "Um diese mit der Gleichwertigkeit der Inertialsysteme (spezielles Relativitätsprinzip) in Einklang zu bringen, muß der absolute Charakter der Gleichzeitigkeit aufgegeben werden"
              Nach dieser Aussage wäre das Universum verschwunden, wenn ich es anhalten würde, besser, es existiert nur, wenn ich mich darin bewege. Da sind wir wieder bei dem Problem, dass die ART soooo allgemein ist, dass sie immernoch einen vorzüglichen Punkt, einen Massepunkt, hat, von welchem aus die Welt betrachtet wird. Das ist nicht allgemein sondern Unfug. Das Ergebnis ist dann so, dass sie logischerweise nie vollständig erfasst werden kann.
              Gruß und Schluss mit der Diskussion von mir aus. (Sorry, aber
              bei deinen Gesprächen kommt nie was raus, weil du immer nur
              rumlaberst und nie konkret wirst.)
              Klar, du müßtest ja nachdenken dabei und nicht nur nachplappern. Was war daran unkonkret?

              Gruß und Schluß
              Frank



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