Feuer
Von: , Frage gestellt am Do, 15. Apr 2004
Hallo!
Einfache Frage: Ist Feuer ein Plasma?
Florian
Hallo!
Einfache Frage: Ist Feuer ein Plasma?
Florian
Hallo!
Einfache Frage: Ist Feuer ein Plasma?
Florian
Hi,
ich würd sagen NEIN. Es handelt sich vielmehr um aufsteigenden verbrennenden Kohlenstoff.
Lg Alex
Hallo Florian,
Einfache Frage: Ist Feuer ein Plasma?
Die allgemeinste Definition fuer ein "physikalisches" Plasma geht in etwa so:
Ein Plasma ist ein makroskopisches Vielteilchensystem mit frei beweglichen Ladungstraegern
So ziemlich jedes Feuer hat wenigstens einige freie Ladungstraeger. Da ein Feuer immer ein makroskopisches Vielteilchensystem ist und eben hinreichend viele freie Ladungstraeger enthaelt, ist so ziemlich wirklich jedes Feuer gleichzeitig ein Plasma. Ich wuesste gerne das Feuer, das so ziemlich gar keine freie Ladungstraeger enthaelt. Normalerweise reicht die Temperatur und eben auch die Art der Verbrennung, dass staendig freie Ladungstraeger vorliegen.
Es gibt auch staubige Plasmen, wo Staub elektrisch geladen ist, im Prinzip ist auch Metall und Salzwasser ein Plasma.
Sagen die Plasmaphysiker!
Und auf Feuer trifft dies eben auch zu, in sicherlich fast jedem Falle.
viele Gruesse, Peter
Hi,
Einfache Frage: Ist Feuer ein Plasma?
Die allgemeinste Definition fuer ein "physikalisches" Plasma
geht in etwa so:
Ein Plasma ist ein makroskopisches Vielteilchensystem mit frei
beweglichen Ladungstraegern
Und was sind dann Gase? Sind das nicht auch makroskopisches Vielteilchensysteme - und ein paar "frei" bewegliche Ladungsträger werden darin wohl auch zu finden sein - zumindest meistens...
Oder wie sehen das die Plasmaphysiker?
Gruß
Sebastian
Hallo Sebastian,
Und was sind dann Gase? Sind das nicht auch makroskopisches
Vielteilchensysteme - und ein paar "frei" bewegliche
Ladungsträger werden darin wohl auch zu finden sein -
zumindest meistens...
Oder wie sehen das die Plasmaphysiker?
Ja, ein paar, aber eben nicht viel genug. Wohingegen bei einem ordentlichen Feuer Temperaturen um 300 Grad Celsius und mehr herrschen und dies im "Schwanz" der Maxwell-Verteilungen eben ausreicht, um viel mehr Atome und Molekuele zu ionisieren. Oder aber beim Prozess der Verbrennung selbst enstehen Ionen, bevor sie neue neutrale Verbindungen eingehen.
Also erstens Temperatur und Maxwellverteilung fuer Ionisisation und zweitens Art des Verbrennungsprozesses. Das haben wir bei einem "Otto-Normal-Gas" bei 20 Grad Celsius eben nicht.
Nehmen wir ein Grossfeuer oder einen Bunsenbrenner, so ist es immer ein Plasma, fuer den Plasmaphysiker wohlgehabt, und nur ein schwach ionisiertes Plasma. Aber es ist eines. Aber auch bei einer Streichholzflamme ist der Grad der Ionisierung viel hoeher, als bei "Normalluft".
viele Gruesse, peter
Hallo Lego,
Ja, ein paar, aber eben nicht viel genug.
Und wo ist da für einen Plasmaphysiker die Grenze? Ist das willkürlich oder ist das irgendwie festgelegt?
Gruß
Oliver
Hallo Oliver,
Ja, ein paar, aber eben nicht viel genug.
Und wo ist da für einen Plasmaphysiker die Grenze? Ist das
willkürlich oder ist das irgendwie festgelegt?
Hmmm, da hoert es bei mir im Kopf auf, d.h. ich habe auf die Schnelle einmal Suchmaschinen versucht und eine Anfrage an einen Freund gestellt.
Deswasser ist kein Plasma, bei Leitungswasser liesse sich streiten, tun wir wenige Salzkruemel hinein in ein Trinkglas, ist es ein Plasma, fuer den Plasmaphysiker, weil es dann mit Sicherheit ueber alle Eigenschaften eines Plasma verfuegt. Davon ausgenommen sind sicherlich "Blutplasma" (hihi selbstredend) und viele Ansichten von Nichtplasmaphysikern, was sie unter dem Begriff Plasma verstehen.
Ich erinnere mich gut an Grafiken der Plasmaparameter wie Dichte, Temperatur, Ionisierungsgrad und Plasmafrequenz in meinen Vorlesungen von Prof. Gerd Fussmann sowie an unseren Uebungsleiter, Andreas Foerster, da tauchen auch Flammen auf, sprich so, wie ich es in meinem ersten Posting formulierte. Nur liegt all dies in einem Schrank in Berlin, ich sitze in Essen.
Ich schaue spaeter nach in Biblio nach, sehe weiter im weltweiten Gewebe und siehe auch jene Nachfrage, um es auch aus Sicht der Plasmaphysiker zu konkretisieren, sprich: Ionisierungsgrad und Plasmafrequenz
viele gruesse, peter
Was bitte?
Ich gebe in Leitungswasser Salz und habe ein Plasma?
Es hat auch garantiert keine Plasma eigenschaften, weil es einen hohen Ionisierungsgrad aufweisen muß!
Mineralien sind nicht Ionen und selbst wenn sie sich auflösen haben wir noch lange nicht getrennte Elektronen und Atomkerne.
Hi,
Ich gebe in Leitungswasser Salz und habe ein Plasma?
Es hat auch garantiert keine Plasma eigenschaften, weil es
einen hohen Ionisierungsgrad aufweisen muß!
Mineralien sind nicht Ionen und selbst wenn sie sich auflösen
haben wir noch lange nicht getrennte Elektronen und Atomkerne.
Man könnte es zumindest ähnlich betrachten. Die freien Ladungsträger sind hier dann die Kationen und die Anionen in der elektrolytischen Lösung. Der Hauptunterschied liegt allerdings darin, das die unterschiedlichen Ionen in etwa die gleiche Masse haben (im Plasma liegen ja Elektronen und Ionen vor, und die haben stark unterschiedliche Massen und dadurch auch untersch. Geschwindigkeiten). Man kann aber einiges aus der Betrachtung elektlolytischer Lösungen auf das Plasma übertragen und umgekehrt. Insofern könnte man das vielleicht als Teilgebiet der Plasmaphysik betrachten.
Aber als Plasma würde ich das dann auch nicht bezeichnen, bin aber auch kein Plasma Physiker...
Gruß
Sebastian
Hallo Konrad,
Was bitte?
Ja? :-)
Ich gebe in Leitungswasser Salz und habe ein Plasma?
Es hat auch garantiert keine Plasma eigenschaften, weil es
einen hohen Ionisierungsgrad aufweisen muß!
Doch, ein Plasma ist ein makroskopisches Vielteilchensystem mit frei beweglichen Ladungstraegern. Ergo ist Salzwasser, wo genuegend freie Ionen vorliegen, ein Plasma. Ich kann Dir im Nu bei gegebener Ionenkonzentration oder meinethalben im Beispiel mit der Angabe Gramm Natriumchlorid in Milliliter Wasser die Plasmafrequenz ausrechnen.
Mineralien sind nicht Ionen und selbst wenn sie sich auflösen
haben wir noch lange nicht getrennte Elektronen und Atomkerne.
Es war nicht von Granit beispielsweise die Rede, sondern von Metall. Schwupps haben wir alle Plasmaeigenschaften auf einmal vorliegen. Metalle sind nicht das, was man unter einem klassischen Plasma versteht, sie sindt aber ein makroskopisches Vielteilchensystem mit frei beweglichen Ladungstraegern und damit haben wir ein Plasma. Und diese Ansicht ist nicht kleinkariert.
viele gruesse, peter