Gibt es einen mathematischen Beweis dafür, dass ein Kosinus
(im Zeitbereich) modulliert im Frequenzbereich zwei Diracs
ergibt???
Ja gibt es. Dazu muss man aber ein bisschen auf die Distributionen-Theorie eingehen.
Im folgenden bedeuten:
F(f): Fouriertransformierte von f
w: Testfunktion
[f(.)]: reguläre Distribution, erzeugt durch f, also
[f(.)]w=int[-oo,oo]dx f(x)*w(x), für eine Testfuntion w
delta(.-h): die um h verschobene Deltadistribution
Nun, zum Beiweis. Dazu berechnet man die Fouriertransformierte der e-Funktion (im Sinne von Distributionen) aus:
(F[exp(ih(.)])w
=[exp(ih(.))](F(w))
=int(-oo,oo) dx exp(ihx)*(F(w))(x)
=2pi*w(h)
=2pi*delta(.-h)w
Dabei wurde Folgendes verwendet:
1. Gleichheitszeichen: Definition der Fouriertransformierten einer Distribution
2. Gleichheitszeichen: Definition der Klammer [..]
3. Gleichheitszeichen: Definition der Rücktransformation für Funktionen
4. Gleichheitszeichen: Definition der Delta-Distribution
=> F[exp(ih(.)] = 2pi*delta(.-h)
Also: Die Fouriertransformierte der e-Funtion (im Sinne einer Distribution) ergibt eine Delta-Distribtuion.
Das und die Tatsache, dass ein Kosinus durch die Summe zweier e-Funktionen dargestellt werden kann, ergibt die Behauptung.
Gruß
Oliver