Grünerzeugung in Lithiumniobat-Kristallen

Von: , Frage gestellt am Mi, 16. Feb 2005

Hallo allerseits.

Folgendes Problem:
Ich arbeitete gerade mit gepolten Lithiumniobat-Kristallen, welche mit infraroten ns-Laserpulsen (1064nm bei 1-2 W) gepumpt werden. Das Problem ist nun, dass es dabei im Kristall zur Entstehung von grünem Licht (532nm) kommt, welche die Absorption des infraroten Pumplasers induziert, sodass mir dadurch ständig der Kristall durchbrennt.
Es fängt schon damit an, dass ich mir gar nicht richtig erklären kann, wie es zu dieser Grünerzeugung kommt. Ich dachte zuerst an Frequenzverdopplung, andererseits ist der Kristall für diese Wellenlänge überhaupt nicht phasenangepasst und diese Grünerzeugung findet man darüber hinaus auch unabhänig von der Polungsperiode des Kristalls.
Außerdem zeigt die Grünerzeugung bei manchen Polungsperioden und für bestimmten Temperaturen extreme Maxima. Rätsel....


Also wenn jemand eine Idee hat, wie man entweder:

a) direkt die Erzeugung des Grüns
oder wenigstens
b) die grün-induzierte Infrarot-Absorption

unterdrücken kann, wäre ich sehr dankbar.

Gruß
Oliver

4 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 2 Stunden 2 hilfreich
    Re: Grünerzeugung in Lithiumniobat-Kristallen

    Hallo! Es fängt schon damit an, dass ich mir gar nicht richtig
    erklären kann, wie es zu dieser Grünerzeugung kommt. Ich
    dachte zuerst an Frequenzverdopplung
    Der erste Gedanke ist manchmal der richtige:-) und diese Grünerzeugung findet man darüber hinaus auch
    unabhänig von der Polungsperiode des Kristalls.
    Außerdem zeigt die Grünerzeugung bei manchen Polungsperioden
    und für bestimmten Temperaturen extreme Maxima.
    Warum die Grünerzeugung unabhängig von der Polung ist, erschließt sich mir auch nicht. Allerdings ist bekannt, dass die Emission temperaturabhängig ist. Also wenn jemand eine Idee hat, wie man entweder:
    a) direkt die Erzeugung des Grüns
    Das wirst du wohl nicht verhindern können, denn meines Wissens ist dieses Verhalten dem Lithiumniobat-Kristall immanent. oder wenigstens
    b) die grün-induzierte Infrarot-Absorption
    unterdrücken kann
    In folgender Dissertation hat man das Problem wohl durch Beruhigung des Kristalls gelöst bzw. reduziert (Abschnitt 3.3. des pdf-Dokuments):
    http://www.stanford.edu/group/fejer/fejerpubs/Disser...

    Als weitere Möglichkeit wäre mir noch die Dotierung mit Magnesiumoxid bekannt, eine Referenz kann ich dir hier aber leider nicht anbieten.

    mfG Dirk

    • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
      Re^2: Grünerzeugung in Lithiumniobat-Kristallen

      Hallo!

      Erstmal Danke für die hilfreiche Antwort!! Es fängt schon damit an, dass ich mir gar nicht richtig
      erklären kann, wie es zu dieser Grünerzeugung kommt. Ich
      dachte zuerst an Frequenzverdopplung
      Der erste Gedanke ist manchmal der richtige:-)
      Ohne Phasenanpassung? Allerdings ist bekannt, dass
      die Emission temperaturabhängig ist.
      Aha. Und weißt du vielleicht wie diese Temperaturabhängigkeit aussieht? Woher kommt der Peak? Als weitere Möglichkeit wäre mir noch die Dotierung mit
      Magnesiumoxid bekannt, eine Referenz kann ich dir hier aber
      leider nicht anbieten.
      Ja, danke. Ich hab jetzt inzwischen auch ein Paper darüber gefunden. Angeblich kann man damit tatsächlich die grün-induzierte-Infrarot-Absorption eliminieren. Nur woher nehmen, wenn nicht stehlen?
      Außerdem bezweifele ich, dass man dotiertes LN noch gut polen kann...

      Aber danke nochmal für die Anregungen!

      Beste Grüße
      Oliver

      • Antwort von nach 2 Tagen 0 hilfreich
        Re^3: Grünerzeugung in Lithiumniobat-Kristallen

        Hallo! Frequenzverdopplung
        Ohne Phasenanpassung?
        Die Frequenzverdopplung ist ja erstmal - ein anisotropes Material vorausgesetzt - unabhängig von der Phasenanpassung, d.h. sie findet auch ohne sie statt. Allerdings kommt es aufgrund der Phasendifferenz zu destruktiver Interferenz zwischen Primär- und Sekundärwelle und damit zur Abschwächung der Sekundärwelle. Das Emissionsmaximum erreicht man nur durch Phasenanpassung. Die Polung stellt übrigens eine Art Phasenanpassung dar, die sogen. Quasiphasenanpassung. Aha. Und weißt du vielleicht wie diese Temperaturabhängigkeit
        aussieht? Woher kommt der Peak?
        Wenn ich mich nicht irre, hängt das damit zusammen, dass die Brechungsindizes nichtlinear von der Temperatur abhängig sind. Bei einer bestimmten Temperatur wird die Phasenanpassungsbedingung erfüllt und damit erreicht die Emission der Sekundärwelle ihr Maximum. Das sieht dann ungefähr so aus:
        http://www.imagehop.com/show.php?id=6e0afcab19e23 Außerdem bezweifele ich, dass man dotiertes LN noch gut polen
        kann...
        Hhm, da hast du womöglich Recht.
        Darf man fragen, in welchem Zusammenhang du dich mit dieser Thematik beschäftigst?

        mfG Dirk

        • Antwort von nach 4 Tagen 1 hilfreich
          Re^4: Grünerzeugung in Lithiumniobat-Kristallen

          Hallo, Die Frequenzverdopplung ist ja erstmal - ein anisotropes
          Material vorausgesetzt - unabhängig von der Phasenanpassung,
          d.h. sie findet auch ohne sie statt.
          Ja schon, aber soweit ich weiß, ist die Emission als Funktion der Phasenanpassung proportional zur sinc²-Funktion, d.h. seblst wenn die Phase minimal fehlangepasst ist, kommt hinten nichts mehr raus. Andererseits ist die Pumpleistung mit 1-2W ja ziemlich enorm und das d_eff von LN ist auch nicht von schlechten Eltern....
          Hmmm... müsste man mal näher untersuchen. Darf man fragen, in welchem Zusammenhang du dich mit dieser
          Thematik beschäftigst?
          Als Fernziel streben wir an, mittels Frequenzkonversion in LN eine abstimmbare, Laserstrahlung im mittleren Infrarot (4,5µm) zu erhalten.

          Gruß
          Oliver

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