Zerstörung von Luftblasen

Von: , Frage gestellt am Do, 17. Feb 2005

Hallo Experten,

durch unsachgemäßes pipettieren von Blutplasma entstehen im Probengefäß (Kunststoffzylinder 8mm Durchmesser) oft große Luftblasen (>200ul).
Wie müsste die Form einer Nadel sein, um diese Luftblasen am effektivsten zu zerstören?
Phase von z.B. 45°, oder einfach zylindrisch?
Gefühlsmäßig würde ich angespitzt sagen, bin mir aber nicht sicher.

Danke und Gruß, Joe

11 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 3 Stunden 0 hilfreich
    Re: Zerstörung von Luftblasen

    Hallo Jörg!

    Wie sich die Luftblasen am einfachsten zerstechen lassen, weiß ich nicht. Ebenso weiß ich nicht, weshalb die Luftblasen zerstochen werden sollen. Immerhin muß dafür ein Gegenstand ins Plasma eingeführt werden (Infektions- und Verunreinigungsgefahr) und die Sache ist von menschlicher Aufmerksamkeit abhängig, damit fehleranfällig. Ich würde die Probe deshalb lieber in einem Exsikkator (in jedem Labor vorhanden) evakuieren. Das geht in Sekundenschnelle ohne "Prokelei".

    Gruß
    Wolfgang

    • Antwort von nach 16 Stunden 0 hilfreich
      Re^2: Zerstörung von Luftblasen

      Hallo Wolfgang,
      Wie sich die Luftblasen am einfachsten zerstechen lassen, weiß
      ich nicht.
      Schade. Ebenso weiß ich nicht, weshalb die Luftblasen
      zerstochen werden sollen.
      Es handelt sich um eine Nadel mit kapazitiver Füllstandsdetektion. Es sollen Fehlentnahmen verhindert werden. Immerhin muß dafür ein Gegenstand
      ins Plasma eingeführt werden (Infektions- und
      Verunreinigungsgefahr) und die Sache ist von menschlicher
      Aufmerksamkeit abhängig, damit fehleranfällig. Ich würde die
      Probe deshalb lieber in einem Exsikkator (in jedem Labor
      vorhanden) evakuieren. Das geht in Sekundenschnelle ohne
      "Prokelei".
      Ich fragen wegen einem diagnostischen Vollautomaten, bei dem die Primärproben manuell vorgelegt werden. Eine Garantie für richtiges pipettieren durch den Kunden gibt es leider nicht.
      Infektionsgefahr, Verunreinigung und Verschleppung sind bei diesem System ausgeschlossen.

      Trotzdem danke und Gruß, Joe

      PS Vielleicht werde ich es experimentell mit Seifenblasen o.ä. ermitteln, wenn es keine eindeutige physikalische Aussage zu meiner Frage gibt.

  2. Antwort von nach 20 Stunden 0 hilfreich
    Re: Zerstörung von Luftblasen

    Hallo,

    ich nehme an, Du meinst, daß beim Hereinpipettieren der Proben in das Probegefäß Luftblasen an der Gefäßwand entstehen, welche die nachfolgende Bestimmung stören. Falls das zutrifft, könnte man mit einen kurzen Ultraschallimpuls die Luftblasen "verscheuchen". Andere Möglichkeiten sind

    Änderung des Gefäßmaterials
    Änderung des Abstands des Pipettenauslaufs zum Gefäßboden
    Änderung der Gefäßgeometrie

    und last not least der Griff zum Telefon & mit dem Kundendienst des Herstellers der Maschine sprechen.

    Übrigens: was meinst Du mit "Phase"? Etwa den Winkel des Nadelschliffs zur Längsachse der Nadel

    Gruß

    Ewald [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

    • Antwort von nach 20 Stunden 0 hilfreich
      Re^2: Zerstörung von Luftblasen

      Hallo Ewald, ich nehme an, Du meinst, daß beim Hereinpipettieren der Proben
      in das Probegefäß Luftblasen an der Gefäßwand entstehen,
      welche die nachfolgende Bestimmung stören. Falls das zutrifft,
      könnte man mit einen kurzen Ultraschallimpuls die Luftblasen
      "verscheuchen". Andere Möglichkeiten sind
      Exakt so entstehen die Luftblasen.
      Das System existiert schon. Eine so gravierende Änderung (Ultraschall) wäre schön, aber nicht durchsetzbar. Änderung des Gefäßmaterials
      Leider nicht möglich. Änderung des Abstands des Pipettenauslaufs zum Gefäßboden
      Die Pipettierungsgewohnheiten der Kunden kann ich leider nicht ändern ;-) Es geht um die ERSTE manuelle Probenvorlage. Wenn unser Gerät dann dispensiert um die Reaktion zu beginnen, ist natürlich alles in Ordnung. Änderung der Gefäßgeometrie
      Leider ist auch das nicht möglich. und last not least der Griff zum Telefon & mit dem
      Kundendienst des Herstellers der Maschine sprechen.
      Ich bin einer der Entwickler. Ich werde gerufen, wenn der Kundendienst nicht weiter weiß. Übrigens: was meinst Du mit "Phase"? Etwa den Winkel des
      Nadelschliffs zur Längsachse der Nadel
      Genau das meine ich.
      Jetzt bleibt nur noch die Frage der Gradzahl offen.

      Danke und Gruß, Joe

      • Antwort von nach einem Tag 1 hilfreich
        Re^3: Zerstörung von Luftblasen

        Die Pipettierungsgewohnheiten der Kunden kann ich leider nicht
        ändern ;-) Es geht um die ERSTE manuelle Probenvorlage. Wenn
        unser Gerät dann dispensiert um die Reaktion zu beginnen, ist
        natürlich alles in Ordnung.
        Für jeden Labor-Mitarbeiter gibt es Gerätehandbücher (die schreibt der Hersteller)und Standardarbeitsanweisungen (die schreibt das Labor). Dort steht, wie im Einklang mit den technischen Gegebenheiten zu verfahren ist um die Qualität des Messungen zu gewährleisten. In Regel werden es die "User" verstehen, wenn sie auf dieses Luftblasen-Problem hingewiesen werden und einfach eine visuelle Kontrolle nach dem Befüllen der Gefäße vornehemen um dann ggf. durch leichtes Gegenklopfen vorhandene Luftblasen zu entfernen.

        Das würde sich unter Umständen sogar mechanisieren lassen, ich kenne eine Menge Analysengeräte in denen raffinierte "Shaker und Klopfer" eingebaut sind.

        Gruß

        Ewald

  3. Antwort von nach 21 Stunden 0 hilfreich
    Re: Zerstörung von Luftblasen

    Hallo Joe.
    Ich kenne keine Patentlösung, kann aber aus langjähriger Erfahrung mit solchen 'Alltagsproblemen' einige logische Überlegungen beisteuern.
    Ich gehe davon aus, im Röhrchen ist eine Luftblase die dieses ganz ausfüllt und darunter und darüber ist Flüssigkeit.
    1.) Die Proben unter die Vakuumglocke zu geben erledigt das Problem wirklich in Sekundenschnelle: Der ganze Inhalt verläßt das Gefäß (8 mm Dm !) als Schaum!
    2.) Mit einer Spitze (Fase << 45°) überwindest Du die Oberflächenspannung am besten.
    3.) Das wird Dir aber nicht viel helfen, denn wohin soll die Luft entweichen. Die Spitze wird in die Blase eindringen und beim Herausziehen wieder verlassen, ohne dass was passiert. Du musst mit einer Kanüle stechen, z.B. mit einer Spritzennadel, mit genügend großer Bohrung, damit der Oberflächenspannungsdruck der Blase die Luft durch die Kanüle herausdrücken kann. Deshalb sind auch Versuche mit Seifenblasen in der freien Umgebung nicht repräsentativ. Hier kann die Haut zerplatzen.
    4.) Hast Du schon mal an Zentrifugieren gedacht. Hierbei wird der Auftrieb der Blasen derart verstärkt, dass sie die Reibung an der Gefäßwand leicht überwinden.
    Mehr fällt mir dazu nicht ein, stehe aber für evtl. Detaildiskussionen gerne zur Verfügung.
    Mit freundlichen Grüßen
    Alexander Berresheim

    • Antwort von nach 22 Stunden 0 hilfreich
      zu Punkt 2

      Hallo Alexander, 2.) Mit einer Spitze (Fase << 45°) überwindest Du die
      Oberflächenspannung am besten.
      Nur darum geht es. Alles andere führt zu weit.

      Istzustand: Gefäß mit 500 ul Probe und EINER 200 ul Luftblase durch unsachgemäßes pipettieren der MTA.

      Der Stepmotor fährt mit der Nadel schnell nach unten, muss die "Blase" zerstechen und und 500 ul erkennen.

      Du meinst also < 45°. Ich hatte die Befürchtung, dass die angefaste Nadel eher durchtaucht, OHNE die Blase zu zerstören. Stumpf hätte die größere Fläche. Naja, ich glaub, ich komme an eigenen Versuchen nicht vorbei.

      Danke und Gruß, Joe

      • Antwort von nach 22 Stunden 0 hilfreich
        Re: zu Punkt 2

        Istzustand: Gefäß mit 500 ul Probe und EINER 200 ul Luftblase
        durch unsachgemäßes pipettieren der MTA.

        Der Stepmotor fährt mit der Nadel schnell nach unten, muss die
        "Blase" zerstechen und und 500 ul erkennen.

        Hallo Joe.
        Das ist was anderes, ich dachte Du wolltest die Blase beseitigen!
        Die Nadel, ob stumpf oder spitz fährt in jedem Fall durch die Blase, denn die hat ja keine 'Haut', sondern es besteht nur eine Grenzfläche.
        Ob der Sensor 500 µl (0,5 ml) erkennt, hängt vom Messprinzip ab, denn Du hast ja in diesem Fall eine andere absolute Füllstandshöhe, wobei die Summe aus beiden Partialhöhen, bis auf die Menisken gleich ist mit der ohne Luftblase. Das Gewicht wäre auch das gleiche, nicht jedoch das Volumen.
        Kurz gesagt die Messung soll ergeben ob 500 µl vorhanden sind, mit und ohne Luftblase.
        Gruß Aleander

  4. Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
    Re: Zerstörung von Luftblasen

    Hallo
    Mein Vorschlag wäre, eine Pipette zu wählen, welche auf einem harten(Glas)Boden aufgesetzt werden kann, damit das Gefäß von unten beginnend aufgefüllt werden kann. Die Oberflächenspannung vom Blut zum Gefäß kann vielleicht eine Rolle spielen.
    Die Pipette, enthält sie auch schon Luftblasen?
    Wenn ja, dann würde ich dort ansetzen.
    Wie stark schäumt eigentlich normales Blut??
    MfG [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]



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