Potenzprobleme

Von: , Frage gestellt am Do, 24. Feb 2005

Liebe Mathe-Experten, da mir in der Stromfrage so lieb geholfen worden isz, traue ich mich auch mal zu ner Mathefrage.
W
Wir beschäftigen uns gerade mit Potenzen und Logarithmen. Und meine Freundin Gundel und ich sind ein bißchen am herumspielen.
Gundel meint, der Logarithmus von e^1^e ist gleich 1; aber das stimmt doch nicht, oder? Was meint ihr, hab ich nicht Recht, daß der Logarithmus von e^1^e gleich e mal dem Logarithmus von e^1=e ist, also e*ln(e) = e*1 = e, also daß da e herauskommt. Nach der Regel, daß ln(a^b) = b*ln(a) ist, also ln(a^b^c) = c*ln(a^b). Bitte steht mir bei!
Und wo ich gerade dabei bin, was ich mich schon länger frage:
Die Logarithmusfunktion ist ja für negative x nicht definiert. Warum eigentlich genau?
Und vor allem: unser Lehrer sagt, auch f(x) = (ln(x))^2 sei deshalb für negative x auch "nicht definiert". Aber mein PC-Programm spuckt für (ln(-1)) das Ergebnis -9.8696 aus! Ich glaube, mein Mathelehrer, der mag nur einfach keine negativen Zahlen! Was meint ihr dazu?
Kann uns jemand bittebitte helfen?
Danke!

Ps: Hat mein "Potenzproblem" von oben vielleicht etwas mit "PunktvorStrichRechnung" zu tun? Ich mein, weil 3*4+2 = 12+2 ist, man also erstmal (vorne) multiplizieren muß, muß man doch wohl in 3^4^5 erstmal "unten" potenzieren, also 81^5 rechnen, oder?

13 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 12 Minuten 0 hilfreich
    Re: Potenzprobleme

    Hallo.

    Anschaulich gesprochen ist die Funktion des Logarithmus die an der Geraden y=x gespiegelte Exponentialfunktion. *Bitte selbst ein Zeichenprogramm verwenden*
    Quizfrage: WO hat die e-Funktion keine Werte ? Richtig: für y<=0
    Nun zum rechnerischen Teil:
    e^1 = e e^e = ("keine Ahnung, aber < 6")
    Jetzt gilt aber log (a^x) == x log (a) --> log (e^e) = e*log e = e*1 = e. Wurde ja auch richtig erkannt :-)
    Von daher hast Du recht.

    q.e.d. -> Qual Elend Demütigung :-D ("SCNR")
    mfg M.L.

  2. Antwort von nach 33 Minuten 0 hilfreich
    Re: Potenzprobleme

    Hallo Wir beschäftigen uns gerade mit Potenzen und Logarithmen. Und
    meine Freundin Gundel und ich sind ein bißchen am
    herumspielen.
    Gundel meint, der Logarithmus von e^1^e ist gleich 1; aber
    das stimmt doch nicht, oder? Was meint ihr, hab ich nicht
    Recht, daß der Logarithmus von e^1^e gleich e mal dem
    Logarithmus von e^1=e ist, also e*ln(e) = e*1 = e, also daß da
    e herauskommt. Nach der Regel, daß ln(a^b) = b*ln(a) ist, also
    ln(a^b^c) = c*ln(a^b). Bitte steht mir bei!
    Das Resultat hängt davon ab, wie Du e^1^e verstehst:
    a) (e^1)^e: dann ist die Lösung e richtig
    b) e^(1^e): dann ist die Lösung 1 richtig
    Gewöhnlich wertet man die Ausdrücke von links nach rechts aus, wenn es immer wieder der gleiche Operator ist (Gegensatz dazu: Punkt vor Strich Regel). Unter dieser Voraussetzung ist Variante a) richtig. Und wo ich gerade dabei bin, was ich mich schon länger frage:
    Die Logarithmusfunktion ist ja für negative x nicht definiert.
    Warum eigentlich genau?
    Und vor allem: unser Lehrer sagt, auch f(x) = (ln(x))^2 sei
    deshalb für negative x auch "nicht definiert". Aber mein
    PC-Programm spuckt für (ln(-1)) das Ergebnis -9.8696 aus! Ich
    glaube, mein Mathelehrer, der mag nur einfach keine negativen
    Zahlen! Was meint ihr dazu?
    Der natürliche Logarithmus ist als die Umkehrfunktion der Exponentialfunktion exp definiert und hat dadurch nur die positiven Zahlen als Definitionsbereich. Es gibt aber Möglichkeiten, den Logarithmus zu erweitern, aber um das sinnvoll zu tun, muss man mit komplexen Zahlen arbeiten und es ist Vorsicht geboten, damit man keinen Unsinn treibt.
    In diesem Sinne macht zum Beispiel die Aussage ln(-1)=i*Pi Sinn (i:imaginäre Einheit: sie erfüllt zum Beispiel i^2=-1). Arbeitet man damit weiter, so erhalten wir (ln(-1))^2=Pi^2 (und das war wohl gemeint), und das ist ungefähr -9.8696.
    Es ist wohl kaum richtig, dass Eurer Mathelehrer die negativen Zahlen nicht mag, sondern eher, dass einfach die Zeit nicht reicht, die doch kompliziertere Theorie einzuführen. Und es gibt wohl wichtigeres in der Schule zu lernen.
    Im Mathematikstudium dagegen wird das meistens im ersten Jahr behandelt.

    Gruss Urs

  3. Antwort von nach 41 Minuten 0 hilfreich
    Re: Potenzprobleme

    hi, Gundel meint, der Logarithmus von e^1^e ist gleich 1; aber
    das stimmt doch nicht, oder?
    ent- oder weder:

    e^1^e = (entweder) = e^(1^e) = e^1 = e ... also ln(e^(1^e)) = 1
    gundel hat recht

    e^1^e = (oder) = (e^1)^e) = e^e ... also ln((e^1)^e)) = e
    kuddel hat recht

    allgemein: ausdrücke der form a^b^c sind nicht eindeutig. ihr müsst da klammern setzen. jedenfalls ist i.a. a^(b^c) ungleich (a^b)^c



    Und wo ich gerade dabei bin, was ich mich schon länger frage:
    Die Logarithmusfunktion ist ja für negative x nicht definiert.
    Warum eigentlich genau?
    weil ln die umkehrfunktion von e^x ist und e^x > 0 für alle x ist. also gibts für 0 und noch kleinere zahlen kein entsprechendes x. Und vor allem: unser Lehrer sagt, auch f(x) = (ln(x))^2 sei
    deshalb für negative x auch "nicht definiert". Aber mein
    PC-Programm spuckt für (ln(-1)) das Ergebnis -9.8696 aus!
    der lehrer hat recht.
    wenn dein pc-programm das ausspuckt, spuck zurück und vergiss es. es irrt.
    Ps: Hat mein "Potenzproblem" von oben vielleicht etwas mit
    "PunktvorStrichRechnung" zu tun? Ich mein, weil 3*4+2 = 12+2
    ist, man also erstmal (vorne) multiplizieren muß, muß man doch
    wohl in 3^4^5 erstmal "unten" potenzieren, also 81^5 rechnen,
    oder?
    jein. es is was ähnliches, aber nicht das gleiche.

    hth
    m.

    • Antwort von nach einer Stunde 0 hilfreich
      Re^2: Potenzprobleme

      Hallo Und vor allem: unser Lehrer sagt, auch f(x) = (ln(x))^2 sei
      deshalb für negative x auch "nicht definiert". Aber mein
      PC-Programm spuckt für (ln(-1)) das Ergebnis -9.8696 aus!
      der lehrer hat recht.
      wenn dein pc-programm das ausspuckt, spuck zurück und vergiss
      es. es irrt.

      Das Programm irrt nicht wirklich, nur kann das Programm mehr, als das was in der Schule gemacht wurde. Das Programm verwendet einfach eine Erweiterung der ln-Funktion auf die komplexe Ebene (konkret wird ein Zweig des Logarithmus verwendet, für Details schaue in gewissen Büchern über Analysis oder Funktionentheorie nach). Wobei ich hier davon ausgehe, dass da (ln(-1))^2=-9.8696 stehen sollte (was übrigens ungefähr Pi^2 ist). Unter diesen Voraussetzungen ist dieses Resultat nachvollziehbar und auch Maple spuckt das aus (und das möchte ich keinesfalls wegwerfen).

      Gruss Urs

      • Antwort von nach 2 Stunden 0 hilfreich
        Re^3: Potenzprobleme

        hi, wenn dein pc-programm das ausspuckt, spuck zurück und vergiss
        es. es irrt.

        Das Programm irrt nicht wirklich, nur kann das Programm mehr,
        als das was in der Schule gemacht wurde. Das Programm
        verwendet einfach eine Erweiterung der ln-Funktion auf die
        komplexe Ebene (konkret wird ein Zweig des Logarithmus
        verwendet, für Details schaue in gewissen Büchern über
        Analysis oder Funktionentheorie nach). Wobei ich hier davon
        ausgehe, dass da (ln(-1))^2=-9.8696 stehen sollte (was
        übrigens ungefähr Pi^2 ist). Unter diesen Voraussetzungen ist
        dieses Resultat nachvollziehbar und auch Maple spuckt das aus
        (und das möchte ich keinesfalls wegwerfen).

        is schon klar, dass man ln so erweitern kann; aber zunächst und primär und ohne weiteren zusatz ist ln(-1) nicht definiert.
        m.

  4. Antwort von nach 4 Stunden 0 hilfreich
    Dank an alle!

    Hallo, Michael, Urs und Markus, toll, diese Hilfe!
    Allerdings, lieber Markus: ("Mist, der spuckt NICHT!")
    "primär und ohne weiteren Zusatz ist ln(-1) nicht definiert."
    Huch, ich babe aber doch gar nicht DANACH gefragt, sondern nach einer möglichen Definierbarkeit von (ln(-1))^2 !
    WER LEGT EIGENTLICH SOLCHE DEFINITIONEN FEST?
    Wäre es nicht für die amtliche Mathematik vorteilhafter, zum Beispiel bei der "realen Nichtdefiniertheit" von (-1)^(1/2) eine Ausnahme zu machen für [(-1)^(1/2)], definitionsmäßig wenigstens, meine ich?
    Was meine andere Frage betrifft, ich war früher über die Frage gestolpert, als ich mal nur so zum Spa0 in mein Programm "MathCadVII für Studenten" die Aufgabe 2^3^4 eingab und es nicht fassen konnte, was für eine hohe Zahl da herauskommt. "Ist doch gleich 2^[3*4], dachte ich.
    Naja, aber hinteran wurde mir ziemlich klar, daß das ja irgendwie unlogisch wäre, denn warum sollte man 2^3^4 und 2^[3*4] schreiben für dieselbe Sache? Nur unlogisch denkende bekorkste Mathelehrer tun das, scheint mir jetzt.
    Mir ist schon klar, daß wir immer sehr auf korrekte Klammersetzung wertlegen sollten, aber andererseits: Wenn man schon Klammern weglassen darf, isses nicht sinnvoller/übersichtlicher, das auch zu tun?
    Oder bin ich immer noch zu naïv mit meiner "mädchenhaften Mathematik"?
    Ich glaube auch, daß wir nur durch unsere Bedienungsweise von Taschenrechnern dazu verleitet werden, "falsch" zu rechnen, denn bei 2^3^4 gibt man ja "normal" die 2, dann "hoch", dann die 3, dann nochmal "hoch" und dann die 4 ein und dann auf gleich, und jedesmal, wenn der TR ein "hoch" kricht, rechnet er das (Zwischen)Ergebnis aus. Wenn ich aber, wie im PC-Programm, erst die ganze Aufgabe hinschreibe und dann auf "=" drücke, dann "rechnet dieser richtig", und manchen Experten bleibt vor Schreck die Spuke weg.
    Ne schöne Demo ist glaube ich 0^0^0, wenn man für 0^0 alleine 1 annimmt. Gesamtergebis "entweder eins oder keins"!

    Mein Freund hat uns übrigens noch ne "schöne Methode" zur Berechnung von 1+2 gezeigt, die ich aber noch nicht verstehe:

    1+2 = arctan{(tan[1]+tan[2])/(1-tan[1]*tan[2])}.
    Das klappt bei mir mit beiden, dem TR und MathCad!
    "Auf der Mathe" wird für mich immer spannender! Ich freue mich, bald studieren zu können! Bisher hatte ich fast nur Augen und Ohren für Französisch und Italienisch, aber vielleicht kann man das sogar irgendwie verbinden? Gabs da nicht in Italien mal so nen Fibonacci?
    Und auch nen Viëta? Und in Frankreich ja auch ne ganze Menge. Am schönsten finde ich die Sachen von dem Poncelet.

    Herzlichen Dank auf jeden Fall für aller Bereitschaft, mir zu helfen, und ich hoffe, mich auch weiterhin mit einzelnen Frage an die lieben Experten hier im Forum wenden zu können!

    P.S.: wenn ich mich recht erinnere, hatte ich mich mehrmals vertippt und z.B. 3^4 = 71 hingeschrieben gehabt. Ich möchte mich bedanken mögen, daß das kommentarlos korrigiert worden ist, und keine "blöden" Bemerkungen von niemand! "Möchten/mögen"? Da hab ich doch gleich ne weitere Frage. Aber später, im Deutschbrett wohl, und erstmal selbst drüber nachdenken!

    Herzliche Grüße, Kuddel.

    • Antwort von nach 8 Stunden 0 hilfreich
      Re: Dank an alle!

      Hallo

      Da Du anscheinend Interesse an der Mathematik hast, versuche ich kurz auf Deine Aussagen/Fragen einzugehen. Auch wir Mathematiker brauchen Nachwuchs. "primär und ohne weiteren Zusatz ist ln(-1) nicht definiert."
      Huch, ich babe aber doch gar nicht DANACH gefragt, sondern
      nach einer möglichen Definierbarkeit von (ln(-1))^2 !
      WER LEGT EIGENTLICH SOLCHE DEFINITIONEN FEST?
      Die Sache ist nicht ganz so einfach. Viele dieser Definitionen (wo sie denn existieren) haben sich im Laufe der Zeit entwickelt. Irgendjemand hat mal etwas festgelegt, und das hat sich als sinnvoll oder mindestens brauchbar herausgestellt. Und so hat sich eine Definition nach und nach durchgesetzt und wird heute als "Allgemeinwissen" betrachtet.
      Nimmt man zum Beispiel den ln. Für positive Zahlen ist so ziemlich klar, wie er auszusehen hat, nämlich die Umkehrfunktion der Exponentialfunktion. Nun ist die Expontentialfunktion auf ganz C (Körper der komplexen Zahlen) erweiterbar. Und man würde gerne analog einen Logarithmus definieren. Leider ist aber exp auf C nicht invertierbar, sondern erst, wenn man sie einschränkt. Und jede dieser Einschränkungen gibt einen sogenannten Zweig des Logarithmus. Und da sich diese Vorgehensweis als brauchbar herausgestellt hat, arbeitet man damit. Und unter den Zweigen gibt es einen den man den Hauptzweig nennt und dieser ist wohl in den meisten Mathe-Programmen eingebaut. Wäre es nicht für die amtliche Mathematik vorteilhafter, zum
      Beispiel bei der "realen Nichtdefiniertheit" von (-1)^(1/2)
      eine Ausnahme zu machen für [(-1)^(1/2)], definitionsmäßig
      wenigstens, meine ich?
      Die amtliche Mathematik gibt es nicht. Aber was man kann, ist, wenn man eine Mathe-Arbeit schreibt, am anfang eine Konvention festlegen, was man darunter versteht (zum Beispiel, deklarieren, welchen Zweig des Logarithmus man verwendet). Und es ist oft auch nicht klar, was das Beste ist. Zum Beispiel muss z=(-1)^(1/2) die Gleichung z^2=-1 erfüllen, wenn es die Wurzeln von positiven Zahlen verallgemeinern soll. In C hat diese Gleichung zwei Lösungen (i,-i). Welche ist die "Richtige"? Was meine andere Frage betrifft, ich war früher über die
      Frage gestolpert, als ich mal nur so zum Spa0 in mein Programm
      "MathCadVII für Studenten" die Aufgabe 2^3^4 eingab und es
      nicht fassen konnte, was für eine hohe Zahl da herauskommt.
      "Ist doch gleich 2^[3*4], dachte ich.
      Naja, aber hinteran wurde mir ziemlich klar, daß das ja
      irgendwie unlogisch wäre, denn warum sollte man 2^3^4 und
      2^[3*4] schreiben für dieselbe Sache? Nur unlogisch denkende
      bekorkste Mathelehrer tun das, scheint mir jetzt.
      Mir ist schon klar, daß wir immer sehr auf korrekte
      Klammersetzung wertlegen sollten, aber andererseits: Wenn man
      schon Klammern weglassen darf, isses nicht
      sinnvoller/übersichtlicher, das auch zu tun?
      Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass man lieber mal eine Klammer zuviel setzen soll, als eine zuwenig. Das erleichtert dem Leser das Verständnis, und vermeidet viele unnötigen Missverständnisse. Und es gibt wohl wenige Fälle, wo zuviele Klammern den Blick aufs Wesentliche verdecken. Oder bin ich immer noch zu naïv mit meiner "mädchenhaften
      Mathematik"?
      Was ist mädchenhafte Mathematik? Mein Freund hat uns übrigens noch ne "schöne Methode" zur
      Berechnung von 1+2 gezeigt, die ich aber noch nicht verstehe:

      1+2 = arctan{(tan[1]+tan[2])/(1-tan[1]*tan[2])}.
      Das klappt bei mir mit beiden, dem TR und MathCad!
      Das ist eine einfache Anwendung von Rechenreglen für den tan. Es gilt allgemein:
      tan(x+y) = (tan(x)+tan(y))(1-tan(x)tan(y))

      Gruss Urs

      • Antwort von nach 23 Stunden 0 hilfreich
        'Weibliches Rechnen'?

        Hallo, lieber Urs, danke für deine Erläuterungen!
        Nun habe ich endlich das Gefühl, mich mal mathematisch "ausquatschen" zu können!
        Ob ich nun wohl jeeemals zu "wir Mathematiker" gehören werde? Es gibt nicht viele MathematIkerinnen, hörte ich. Bekannt geworden scheint mir nur eine Frau Nöther (mit ihrem "Ring", also ja doch in der Algebra, oder?)
        Als erstes möchte ich mich für einen entscheidenden Fehler in meinem letzten Beitrag entschuldigen, der aber wahrscheinlich gar keinem aufgefallen ist: Wäre es nicht für die amtliche Mathematik vorteilhafter, zum
        Beispiel bei der "realen Nichtdefiniertheit" von (-1)^(1/2)
        eine Ausnahme zu machen für [(-1)^(1/2)], definitionsmäßig
        wenigstens, meine ich?
        Natürlich mein(t)e ich
        "eine Ausnahme zu machen für [(-1)^(1/2)]^2. Klar, wenn man das als "i^2" schreibt, denn braucht man "eine besondere Umgangslizenz mit der Zahl i", aber OHNE das sieht doch jeder, daß da nur -1 übrigbleibt beim Potenzieren! Das habe ich doch richtig gemacht, dies:
        [(-1)^(1/2)]^2 = (-1)^([1/2]*2) = (-1)^1 = -1.

        Wir können/dürfen ja auch sogar die Frage stellen, "ob ein Barbier, der alle die barbiert, die sich nicht selber barbieren, sich selbst barbiert oder nicht?" Obwohl es doch so einen Barbier gar nicht gibt! Aber REDEN kann man über ALLES, oder nicht? Und wenn es nun Pluspunkte für die TruppenSTÄRKE gibt, kann man doch mit Vorteil ne Menge solcher Barbiere angeben, obwohl es sie gar nicht gibt! (Manchen Vorgesetzten kann man ALLES aufschwatzen!). Und man kann stundenlang über NICHTS reden! Aber gibt es NICHTS??? Voilá!!!
        Naja, wenn aber das alles hauptsächlich geschichtlich zu verstehen ist und von daher seine Berechtigung hat....
        Irgendwie scheinen alle Angst bei dieser WurzelausMinusEins zu haben, auch der Euler, obwohl gerade er damit soviel anfangen konnte.
        Viellciht sollten wir "einen von diesen beiden Euler" endlich nach Athen zurücktragen? Oder bin ich immer noch zu naïv mit meiner "mädchenhaften
        Mathematik"?
        Was ist mädchenhafte Mathematik?

        Naja, ich jedenfalls brauche immer ein sehr großes Maß an Anschaulichkeit. Zum Beispiel sind für mich Addition und Multiplikation immer noch in erster Linie Zusammenzählen und Multiplizieren und unter "Operationen an sich" kann ich mir wenig vorstellen! Ich kann gerade noch in etwa folgen, wenn mein Freund (der studiert schon länger) mich nach Elementen fragt, "deren multiplikatives gleich ihrem additiven Inversen ist". Also, ich ahne, wovon er spricht. Du weißt da bestimmt sofort die Antwort, oder?
        Ich nenne es "mädchenhaft", wenn ich mir die WurzelausMinusEins als "Wegwendung, die selbst noch keine Abwendung ist" vorstelle, so eine Art "Naserümpfen" oder besser "einfach wegdrehen/links stehenlassen der schnöden realen Welt". So wie in dem Witz (pardon, aber für mich macht der das anschaulich!):
        Kommt ein Typ zum Psychologen in den Warteraum. Kommt der Doktor rein: "Der nächste bitte!" - Der Typ steht auf. Der Doktor: "Was ist Ihr Problem?" - der Typ: "Herr Doktor, die ignorieren mich alle" - der Doktor: "Der nächste bitte!"
        Das ist ja immerhin noch kein Rausschmiß, nicht wahr?
        Und außerdem sind ja all diese Ignorierten Patienten immerhin versicherte Praxisgebührenbeiträger!
        Die "Abwendung" steht dabei in meiner Vorstellung natürlich für "-1".
        Die "Wegwendung" für ein Drehen zur Seite und f. die komische "Zahl i".
        Und wenn man sich noch einmal (in gleichem Maße) wegwendet, dann erst zeigt man den Rücken. DAS kann man sich vorstellen. Da fällt mir ein anderer Franzose zu ein, der Moivre (gespr.: `Muaaawre´), der hat wohl gesagt, daß Multiplikation EIGENTLICH Weiterdrehung bedeutet. Verstanden habe ich das nicht, vielleicht kannst du mir das anschaulich erklären? Ist nicht aber eine wiederholte Drehung eine Summe von Drehungen?
        Also, lieber Urs, ich denke nun zwar nicht, daß es sowas wie eine "weibliche Mathematik" gibt, jedenfalls nicht im Sinne einer "tieferen Mathematik", tieferes "Rechnen" sowieso nicht, :-). Aber ich bin doch neugierig, wie du hier mit der Anschaulichkeit zurechtkommst. Ich bitte um Entschuldigung, wenn ich mich manchmal total unmathematisch ausdrücke!
        Herzliche Grüße, Kuddel.

        Ps.: falls der liebe Kubi und/oder sogar der liebe Fritz Ruppricht dies lesen sollte, möchte ich ihn schon mal bitten über das "mögen/möchten" nachzudenken:
        "wir möGen Fische schon, wir möCHTen aber grade nicht, danke!"
        Da frage ich mich, ob es denn tatsächlich ein eigenes Verb "möchten" gibt. Oder liegt hier ein ähnlicher Fall vor wie in dem Wortpaar "Magd" <-> "Mädchen" ? Sagte man vielleicht ganzganz früher "wir mögten gerne"? (man sagt ja auch manchmal "wir wollten ganz gerne" im Sinne von "wir hätten gerne". Ich weiß nicht, aber wäre das nicht ein interessantes Thema im Sprachen-Brett?

        • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
          Re: 'Weibliches Rechnen'? Glaub' ich nicht...

          Hallo meinerseite nochmal. Nun habe ich endlich das Gefühl, mich mal mathematisch
          "ausquatschen" zu können!
          Na ja, normalerweise reden Mathematiker/innen nicht wie ein Wasserfall :D (damit meinte ich Dein Posting...) Es gibt nicht viele Mathematikerinnen, hörte ich. Bekannt
          geworden scheint mir nur eine Frau Nöther (mit ihrem "Ring",
          also ja doch in der Algebra, oder?)
          Frau Emma Nöther - Artikel im 'Spektrum der Wissenschaft' 01/2005 etwa ?
          Es gab schon Frauen in der Mathematik :-)
          [..] Wir können/dürfen ja auch sogar die Frage stellen, "ob ein
          Barbier, der alle die barbiert, die sich nicht selber
          barbieren, sich selbst barbiert oder nicht?" Obwohl es doch
          so einen Barbier gar nicht gibt! Aber REDEN kann man über
          'der' Barbier ist doch eine Frau, oder ? ALLES, oder nicht? Und wenn es nun Pluspunkte für die
          TruppenSTÄRKE gibt, kann man doch mit Vorteil ne Menge solcher
          Barbiere angeben, obwohl es sie gar nicht gibt! (Manchen
          Vorgesetzten kann man ALLES aufschwatzen!). Und man kann
          stundenlang über NICHTS reden! Aber gibt es NICHTS??? Voilá!!!
          Naja, wenn aber das alles hauptsächlich geschichtlich zu
          verstehen ist und von daher seine Berechtigung hat....
          Irgendwie scheinen alle Angst bei dieser WurzelausMinusEins zu
          haben, auch der Euler, obwohl gerade er damit soviel anfangen
          konnte.
          Fast richtig: damals war die komplexe Analysis noch jungfräulicher Natur. Von daher musste sie erst gefestigt werden... Oder bin ich immer noch zu naïv mit meiner "mädchenhaften
          Mathematik"?
          Was ist mädchenhafte Mathematik?

          Naja, ich jedenfalls brauche immer ein sehr großes Maß an
          Anschaulichkeit. Zum Beispiel sind für mich Addition und
          Na und ? Anschaulichkeit hilft Fehler zu visualisieren. Stichwort: Computergeometrie Multiplikation immer noch in erster Linie Zusammenzählen und
          Multiplizieren und unter "Operationen an sich" kann ich mir
          wenig vorstellen! Ich kann gerade noch in etwa folgen, wenn
          mein Freund (der studiert schon länger) mich nach Elementen
          fragt, "deren multiplikatives gleich ihrem additiven Inversen
          ist". Also, ich ahne, wovon er spricht. Du weißt da bestimmt
          sofort die Antwort, oder?
          Gruppentheorie mit ??? Elementen... a+ (-a) = 0 sowie a* a^(-1) = 1
          [..] 20 Schafe und 45 Schafe macht 65 Schafe. Schaf(f) die mal herbei wenn Du die Mengen addieren willst... ;-) Da macht sich die Rechnung 20+45 = 65 doch einfacher, oder ?
          [..] Die "Abwendung" steht dabei in meiner Vorstellung natürlich
          für "-1".
          Die "Wegwendung" für ein Drehen zur Seite und f. die komische
          "Zahl i".
          No comprendo ?-) Und wenn man sich noch einmal (in gleichem Maße) wegwendet,
          dann erst zeigt man den Rücken. DAS kann man sich vorstellen.
          Da fällt mir ein anderer Franzose zu ein, der Moivre (gespr.:
          `Muaaawre´), der hat wohl gesagt, daß Multiplikation
          EIGENTLICH Weiterdrehung bedeutet. Verstanden habe ich das
          nicht, vielleicht kannst du mir das anschaulich erklären? Ist
          Komplexe Analysis: eine Multiplikation einer kompl. Zahl mit einem Wert ergibt eine Weiterdrehung. Warum ? Weil komplexe Zeiger bisher nur 2-dimensional sind und sich hervorragend in die Gauss'sche Zahlenebene einpassen. Beispiel: Gerade y=x. Im Komplexen wäre das f(x)=0*x + i*y . Die Geschichte mal 2 -> f(x)=2i ("hoffentlich korrekt, zur Not im Taschenbuch nachschauen...") nicht aber eine wiederholte Drehung eine Summe von Drehungen?
          Aber ich bin doch neugierig, wie du hier mit der
          Anschaulichkeit zurechtkommst. Ich bitte um Entschuldigung,
          wenn ich mich manchmal total unmathematisch ausdrücke!
          Einfach gesagt ist Abstraktion das Reduzieren auf das Wesentliche, denk an das Beispiel mit den Schafen :D Und mit weiblichem/weichlichen Rechnen hat das gar nichts zu tun. Immerhin haben auch viele Männer Probleme mit der Vorstellungskraft...

          mfg M.L.



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