Ableitung des Meters

Von: , Frage gestellt am Mo, 28. Feb 2005

Hallo Loite.

in meiner Familie habe ich vor kurzem die Diskussion angezettelt, welche Maße wie abzuleiten sind, ob das System englische Seemeile oder deutscher Meter sinnvoll ist usw. Mein Kenntnisstand ist der folgende:
die englische Seemeile ist ein Bruchteil des Erdumfangs, und zwar erdumfang geteilt durch 360 Grad, geteilt durch 60 Minuten, geteilt durch 60 Sekunden. Und eine Sekunde ist (glaube ich) eine Seemeile.
Soweit so gut. Ist ja auch irgendwie logisch und nachvollziehbar.
Wie leitete sich aber der Meter ab?
Folgende Dfinition habe ich gefunden: Das Meter ist die Länge der Strecke, die Licht im Vakuum während der Dauer von (1/299 792 458) Sekunden durchläuft.
Aha.
Da ist also ein schlauer Mensch auf die Idee gekommen eine Kerze anzuzünden, auf der Stopuhr die Dauer 1/299 792 458 Sekunden einzustellen und mit dem Lineal die Strecke abzumessen. Macht ja auch Sinn. War ja auch im 19. Jhd. schon unproblematisch in der Messung...Oder gibt es eine NOCH sinnvollere Erklärung (für Physik-Laien)?
Wie kommts?
Danke im Voraus!

Zaphod Lichtmess

25 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 7 Minuten 1 hilfreich
    Re: Ableitung des Meters

    Hallo. Wie leitete sich aber der Meter ab?
    Vor Einführung des SI- Systems, das u.a. so etwas ähnliches wie Deine untige Definition enthält, war das Meter die Länge des Urmeters. Bumm, aus. Dann musste man irgendwann einmal was atomares dazu erfinden. Folgende Dfinition habe ich gefunden: Das Meter ist die Länge
    der Strecke, die Licht im Vakuum während der Dauer von (1/299
    792 458) Sekunden durchläuft.
    Nicht irgendein Licht, sondern das Licht, das von einem bestimmten Kryptonisotop beim Übergang von einem zu einem anderen Energieniveau ausgestrahlt wird ;-)

    Merke : Das Bazong ist das 4711,0815 fache der Länge von hochkomprimiertem Maulwurfsdung im Rotspektrum von reinem Weizenkeim abgestrahlten Schockwelle ...

    Gruß kw

    • Antwort von nach 25 Minuten 0 hilfreich
      Anschlussfrage: Warum englische Landmeile?

      Vor Einführung des SI- Systems, das u.a. so etwas ähnliches
      wie Deine untige Definition enthält, war das Meter die Länge
      des Urmeters. Bumm, aus. Dann musste man irgendwann einmal was
      atomares dazu erfinden.
      Urmeter hatte eben doch eine Herkunft. Ein winzigstel des ErdDIngsbumsmeridians. also anscheinend sehr synchron zur Seemeile abgeleitet. So kann man sich täuschen.
      Anschlussfrage (ich werd´noch Wahnsinnig: jede Antwort wirft neue Fragen auf) : woher kommt die englische Landmeile? Und warum hat sie sich so lange durchgesetzt gegen die hunderte anderer Meilen, die es überall mal gab...Warum überhaupt Unterscheidung Land/Seemeile?
      Menschmenschmensch.
      Respekt vor Euch Physikern. Und das sind ja nur die Basics.
      Kein Wunder das da der Mars Climate Orbiter abstürzt...

      Gruss

      Zaphod Metermaß

      • Antwort von nach 18 Stunden 1 hilfreich
        Re: Anschlussfrage: Warum englische Landmeile?

        Vor Einführung des SI- Systems, das u.a. so etwas ähnliches
        wie Deine untige Definition enthält, war das Meter die Länge
        des Urmeters. Bumm, aus. Dann musste man irgendwann einmal was
        atomares dazu erfinden.
        Urmeter hatte eben doch eine Herkunft. Ein winzigstel des
        ErdDIngsbumsmeridians. also anscheinend sehr synchron zur
        Seemeile abgeleitet. So kann man sich täuschen.
        Anschlussfrage (ich werd´noch Wahnsinnig: jede Antwort wirft
        neue Fragen auf) : woher kommt die englische Landmeile? Und
        Hi,

        die engliche Landmneile ist ein vielfaches des englischen Zolls.
        Und damit das ganze nicht zu einfach wird, haben die ENgländer folgendes erfunden:
        1 Zoll = 2,54cm
        12 Zoll = 1 Fuss
        3 Fuss = 1Yard
        1760 Yard = 1 Meile.

        Woher kommt nun aber das Zoll? Da het einfach Heinrich der dingendste seinen daumen genommen, über denselben dicken gepeilt und festgelegt daß seine Daumenbreite 1 Zoll ist.

        Liebe Grüße,

        Max

        • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
          Ganz am Ende der Vermesser ;-)

          Aber Hallo,

          jetzt hätte ich es fast verpasst, auf eine suuuper Website hinweisen zu können:

          http://www.keilbach.onlinehome.de/mathe/mallg/meterd...

          Hatte ich für Vermesser in Word geschrieben (daher einige unverständliche Akronyme im Textteil). Gerhard Keilbach hat sie ohne viel Aufhebens in seine Homepage integriert.
          Vielleicht kann der eine oder andere was damit anfangen.

          Grüße Roland

    • Antwort von nach 58 Minuten 0 hilfreich
      Re^2: Ableitung des Meters

      Hallo! Folgende Dfinition habe ich gefunden: Das Meter ist die Länge
      der Strecke, die Licht im Vakuum während der Dauer von (1/299
      792 458) Sekunden durchläuft.
      Nicht irgendein Licht, sondern das Licht, das von einem
      bestimmten Kryptonisotop beim Übergang von einem zu einem
      anderen Energieniveau ausgestrahlt wird ;-)
      Ähm, bringst du da nicht zwei Definitionen durcheinander? Die Definition des Meters mithilfe der Vakuumlichtgeschwindigkeit erreicht man indirekt über die Zeit. Die von dir genannte, ältere Definition führt den Meter auf eine (Wellen)Länge zurück. Die beiden Ansätze haben also nichts miteinander zu tun.

      mfG Dirk

      • Antwort von nach 12 Stunden 0 hilfreich
        Re^3: Ableitung des Meters

        Hallo,

        Er hat das meines Erachtens schon durchaus richtig dargestellt.
        Zuerst war da diese Einheit, die man irgendwie festhalt musste.
        Dazu hat man diesen Urmeter genommen, der wohl irgendwo in Frankreich liegt, glaube ich.
        Jedenfalls ist der immernoch nicht so genau und außerdem ist unpraktisch immer nach Frankreich zu fahren, wenn man einen neuen Zollstock herstellen will. (blödes Beispiel, aber es geht um's Prinzip)
        Na und dann hat man irgendwann in jüngerer Zeit gesagt:
        "Tja, mit der Lichtgeschwindigkeit, da könnte man doch was relativ genaues machen..."
        Natürlich ist das ein komplett anderer Ansatz. Aber diese krumme Zahl (es ist ja nicht die Strecke, die das Licht in genau 10^-6 Sekunden zurücklegt oder so) und die überraschende Ähnlichkeit zur Länge des Urmeters deuten doch darauf hin, dass sich an der beschriebenen Länge nicht mehr als eben die Genauigkeit geändert hat.

        Das ist ja mit der Sekunde ganz ähnlich. Unter einer Sekunde versteht man heutzutage ja auch nicht mehr den x-ten Teil einer vollständigen Umrundung der Sonne von der Erde. Heutzutage sind das so und so viele Schwingungen dieses komischen Caesiumisotops. Und doch ist es immernoch dieselbe Sekunde. Und wenn man wartet, bis 24*60*60*diese komische Anzahl an Schwingungen vorüber ist, schwub dann ist ein ganzer Tag vorbei. Kein Zufall.

        Merke also:
        Zwei Ansätze, aber dieselbe Länge.

        Für unsere tollen Holzzollstöcke hat sich durch diese SI Umstellung natürlich gar nichts geändert. Die sind mal 1m lang, mal 1m und 1mm, je nach Wetter und Temperatur. Wen kümmert's.

        Grüße,
        Zwergenbrot

        • Antwort von nach 20 Stunden 0 hilfreich
          Re^4: Ableitung des Meters

          Hallo! Merke also:
          Zwei Ansätze, aber dieselbe Länge.
          Das ist mir doch klar, es ging jedoch um folgendes:
          1960 definierte man den Meter als das 1.650.763,73-fache der Vakuumwellenlänge der orangenen Fluoreszenzlinie des Isotops Kr-86. Die Genauigkeit betrug mit diesem Verfahren ~10-8m, also um den Faktor 100 höher als es der Pt-Ir-Stab konnte.
          Seit 1983 ist der Meter jedoch als die Strecke festgelegt, welche das Licht im Vakuum innerhalb einer Zeit von 1/299.792.458 s durchläuft (Genauigkeit >10-9m). Hier ist es jedoch egal, welche Wellenlänge das Licht bei der Messung hat. Und das war für mich der Stein des Anstoßes, statt einer Wellenlänge benutzt man die Lichtgeschwindigkeit als Längennormal, nicht beides in Kombination.

          So, nun höre ich auf mit dem Klugscheißen:-)

          mfG Dirk

          • Antwort von nach 21 Stunden 0 hilfreich
            Jetzt hab ich's kapiert. (owT)

            Danke,
            Zwergenbrot

  2. Antwort von nach 15 Minuten 0 hilfreich
    selbst beantwortet...

    wer lesen kann ist klar im Vorteil.
    aha: Das neue Längenmaß, das Meter, war definiert als der zehnmillionste Teil des Erdmeridianquadranten.
    erst später hat man das ganze als Naturkonstante "umgerechnet". MAcht ja auch irgendwo Sinn.
    Bleibt eine Frage: was ist ein Erdmeridianquadrant?
    ...who knows...



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