Neue Antriebstechnologie 'Magnetfelder'

Mich beschäftigt zur Zeit eine Frage zum Thema Magnetismus. Ich möchte Meinungen einholen, ob folgende theoretische Technologie realistisch ist, denn ich bin kein Spezialist auf dem Gebiet:
Es geht darum, ein unglaublich starkes Magnetfeld aufzubauen und es so zu polarisieren, daß es sich vom Erdmagnetfeld abstößt. Ein „Luftfahrzeug“, das dieses Feld erzeugt müßte dann, so denke ich, ab einer gewissen Magnetstärke, die Gravitation überwinden. Diese Technologie wäre sehr viel besser als die konventionelle Flugtechnik. Richtungsänderungen wären z.B. blitzschnell durch eine einfache Polarisationsänderung zu erreichen.

Also, was denken Sie zu dieser nur kurz in den Grundzügen angerissenen Idee?

Ein „Luftfahrzeug“, das dieses Feld erzeugt müßte dann, so
denke ich, ab einer gewissen Magnetstärke, die Gravitation überwinden.

Dieses Magnetfeld müßte in der Tat unglaublich sein, da das Erdmagnetfeld vergleichsweise schwach ist. Genau da liegt aber das Problem. Das Fluggerät würde in allen leitfähigen Medien an denen es vorbeifliegt riesige Ströme induzieren und auf diese Weise eine Schneise der Verwüstung hinterlassen. Selbst wenn das egal wäre müßte die Energie für das Kochen von Passanten und das Schmelzen von Überlandleitungen vom Antrieb des Schiffes aufgebracht werden, was die Sache nicht gerade energiesparend gestaltet.

Richtungsänderungen wären z.B. blitzschnell durch eine einfache
Polarisationsänderung zu erreichen.

Schön wärs. Ein Magnetfeld dieser Stärke kann man nicht so einfach umpolen. Man kann es ja nicht einmal ohne weiteres Abschalten.

Zu allem Überfluß dürfte das Manövrieren problematisch werden, wenn man den magnetischen Polen zu nahe kommt, da die Magnetfeldlienien dort ziemlich chaotisch sind.

Dieses Magnetfeld müßte in der Tat unglaublich sein, da das
Erdmagnetfeld vergleichsweise schwach ist. Genau da liegt aber
das Problem. Das Fluggerät würde in allen leitfähigen Medien
an denen es vorbeifliegt riesige Ströme induzieren und auf
diese Weise eine Schneise der Verwüstung hinterlassen. Selbst
wenn das egal wäre müßte die Energie für das Kochen von
Passanten und das Schmelzen von Überlandleitungen vom Antrieb
des Schiffes aufgebracht werden, was die Sache nicht gerade
energiesparend gestaltet.

Es fragt sich, ob das Feld denn wirklich so stark sein muß, daß es schon Passanten grillt oder Überlandleitungen schmilzt.

Wie steht es z.B. mit magnetischen Eindämmungsfeldern, die in der Kernfusion eingesetzt werden. Diese Felder sind so stark - sicherlich stärker als ein Magnetfeld für einen solchen Antrieb -und die Technik funktioniert trotzdem noch. Sicherlich wird das Eindämmungsfeld nach außen abgeschirmt, aber wäre das bei einem solchen Antrieb nicht auch möglich. Gemeint ist: Mit den Magnetfeldlinien des Erdmagnetfeldes die Abstoßung durchführen, während das starke, vom Schiff produzierte Magnetfeld nach außen abgeschirmt wird.

Richtungsänderungen wären z.B. blitzschnell durch eine einfache
Polarisationsänderung zu erreichen.

Schön wärs. Ein Magnetfeld dieser Stärke kann man nicht so
einfach umpolen. Man kann es ja nicht einmal ohne weiteres
Abschalten.

Ich denke, um die Polarisation zu ändern, müßte nur + u. - Pol vertauscht, der Strom also andersherum geleitet werden, um z.B. die Flugrichtung von oben nach unten zu ändern.

Da ich ein Laie bin, frage ich nach: Wie verhält es sich bei Magnetfeldern? Produziert ein Stromfluß mit größerem U, oder ein Stromfluß mit größerem I ein stärkeres Magnetfeld, oder ist die Bedeutung der beiden Werte bei einer Magnetfeldbildung gleichberechtigt.
Wäre z.B. die Elektronenanzahl im Vergleich zu dessen Energie bei der Magnetfeldbildung unbedeutent, wäre ja schließlich ein starkes Feld produzierbar, ohne das wirklich eine große Leistung zustandekommt. So könnte das Energieproblem möglicherweise reduziert werden.

Und zu guter letzt: Supraleiter. Beim Einsatz von Supraleitern muß nicht sehr viel Energie aufgebracht werden, um ein starkes Magnetfeld zu produzieren. Auch hier kann potentiell ein starkes Feld ohne übermäßigen Energieverbrauch hergestellt werden.

Wie steht es z.B. mit magnetischen Eindämmungsfeldern, die in
der Kernfusion eingesetzt werden.

Die sind gut nach außen abgeschirmt und vor allem bewegen sie sich nicht.

Diese Felder sind so stark - sicherlich stärker als
ein Magnetfeld für einen solchen Antrieb.

Ich fürchte das Magnetfeld Deines Antriebs müßte noch viel stärker sein, aber das müßte jemand ausrechnen, der sich damit auskennt.

Gemeint ist: Mit den Magnetfeldlinien des Erdmagnetfeldes die
Abstoßung durchführen, während das starke, vom Schiff
produzierte Magnetfeld nach außen abgeschirmt wird.

Entweder man schirmt ein magnetfeld ab oder nicht. Wenn man das starke innere Magnetfeld abschirmt, dann kommt vom schwachen äußeren garantiert nichts durch.

Ich denke, um die Polarisation zu ändern, müßte nur + u. - Pol
vertauscht, der Strom also andersherum geleitet werden, um
z.B. die Flugrichtung von oben nach unten zu ändern.

Im Prinzip schon, aber da gibt es noch die Selbstinduktion, die der Abschaltung des Stromes oder gar der Umpolung entgegenwirkt. Anstatt also nach dem Umschalten einfach in eine andere Richtung zu fließen, wird die Stromstärke nur allmählich geringer um dann in entgegengesetzter Richtung langsam wieder anzuschwellen.

Produziert ein Stromfluß mit größerem U, oder
ein Stromfluß mit größerem I ein stärkeres Magnetfeld, oder
ist die Bedeutung der beiden Werte bei einer Magnetfeldbildung
gleichberechtigt.

Entscheidend ist der fließende Strom. Ein Kryomagnet hat keinen ohmenschen Spulenwiederstand und damit auch keine Spannung und dennoch ein starkes Magnetfeld, weil ein hoher Strom fließt.

Und zu guter letzt: Supraleiter. Beim Einsatz von Supraleitern
muß nicht sehr viel Energie aufgebracht werden, um ein starkes
Magnetfeld zu produzieren. Auch hier kann potentiell ein
starkes Feld ohne übermäßigen Energieverbrauch hergestellt
werden.

Solange das Magnetfeld sich nicht ändert, besteht tatsächlich kein Energiebedarf. Die Leistung, eines solchen Kryomagneten ist Null, da die Spannung Null ist. Sobald aber Energie (z.B. durch Rösten von Passanten) verloren geht, muß dem System wider Energie zugeführt werden. Genauso verhält es sich, wenn das Magnetfeld aufgebaut wird. Da ein Feld Träger von Energie ist, erfordert der Energieerhaltungssatz, daß zu seinem Aufbau Energie aufgewendet werden muß. Umgekehrt erklärt sich damit auch, warum man es nicht einfach abschalten kann. Um das Feld abzubauen muß die hineingesteckte Energie wieder herausgehlot werden. Praktisch äußert sich das in einer elektrischen Leistungsaufnahme und -abgabe infolge der Impedanz der Magnetspule.

Nun - mit einiger Sicherheit müsste das eingesetzte Magnetfeld grösser sein als ein solches, wie es in Teilchenbeschleunigern benutzt wird. Denn sonst würde auch ein Teilchenbeschleuniger sich am Erdmagnetfeld abstossen und fliegen, oder ?
Was die „blitzschnellen“ Bewegungsänderungen angeht : 1. ( wie schon gesagt ) muss zunächst die Energie, die bereits in das Magnetfeld hineingesteckt wurde durch die Umpolung aufgezehrt werden und 2. muss die kinetische (bewegungs-)energie, die ein sich bewegendes Objekt von grosser Masse nun einmals hat ebenfalls erst durch entsprechende Beschleunigungsarbeit aufgehoben werden.
Und richtig : wenn man das starke innere Magnetfeld des Generators abschirmt, dann schirmt man auch das schwache äussere Magnetfeld der Erde ab. Und Magnetfelder, dioe sich niemals einander begegnen, die können auch nicht wechselwirken und irgendetwas beschleunigen.

Gruss,

Jürgen

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Es nützt überhaupt nichts, starke Magnetfelder zu erzeugen. Die maximal erzielbaren Abstoßungskräfte sind dann erreicht, wenn das Erdfeld lokal durch das abstoßende Feld vollständig kompensiert ist. Eine weitere Kraftverstärkung ist praktisch nur durch eine Räumliche Ausdehnung des abstoßenden Feldes möglich. Bei der Feldstärke des Erdfeldes könnte man sich vieleicht ausrechnen, wieviel Quadratkilometer ein Magnet im Querschnitt haben müßte, um ein paar Gramm zu heben (vieleicht isses auch ein bischen mehr). Die Rechnung kann man sich aber sparen, weil es auch theoretisch sowieso nicht funktioniert:
Das Erdmagnetfeld ist ja innerhalb eines begrenzten Bereiches als homogen anzusehen. Es lassen sich aber nur magnetische Dipole erzeugen. Dipole können in einem homogenen Feld zwar Drehmomente, jedoch keine gerichteten Kräfte erfahren. Um eine abstoßende Wirkung zu erzeugen, müßte man einen magnetischen Monopol haben. Der würde dann eine permanente Kraft in Feldlinienrichtung erfahren.
Der Magnetantrieb wäre demnach höchstens dazu geeignet, das „Flugzeug“ auf der Stelle rotieren zu lassen.

Jörg

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Wirkung und Gegenwirkung
Hi Florian,

wenn ein Gegenstand schweben soll, muss ihn eine Kraft stützen, die seinem Gewicht entspricht und nach oben gerichtet ist. Woher soll diese Kraft kommen? Ich kann mir nicht recht vorstellen, wie ein Magnetfeld sich auf einem anderen abstützt, deshalb versuche ich es mit einer Entsprechung aus der Mechanik: Zwischen Last und Lager sitzen eine starke Druckfeder und eine schwache; nach aller Erfahrung wird sich die schwache Feder zusammendrücken. Warum sollte das mit Magnetfeldern anders sein?

Gruß Ralf

Ok, da ihr euch ja anscheinend wirklich auf diesem Gebiet gut auskennt, frag’ ich mal was anderes: Wenn schon nicht mit Magnetfeldern ein Antrieb funktionieren kann, wie steht es dann mit künstlich erzeugten Graviton - Feldern?

In diesem Zusammenhang: Hat jemand schon mal etwas von Elektrogravitation bzw. elektrogravitiven Phänomenen gehört? Meines wissens handelt es sich dabei um die Nutzung des Elektromagnetismus zur künstlichen Erzeugung von Schwerefeldern. Informationen zu diesem Teilthema der Physik sind fast nicht anzufinden. Ich habe lediglich von einem Physiker Thomas Townsend Brown gehört, der damit experimentiert hat und Erfolg hatte.

In diesem Zusammenhang: Hat jemand schon mal etwas von
Elektrogravitation bzw. elektrogravitiven Phänomenen gehört?
Meines wissens handelt es sich dabei um die Nutzung des
Elektromagnetismus zur künstlichen Erzeugung von
Schwerefeldern. Informationen zu diesem Teilthema der Physik
sind fast nicht anzufinden. Ich habe lediglich von einem
Physiker Thomas Townsend Brown gehört, der damit
experimentiert hat und Erfolg hatte.

Daß man davon kaum etwas hört liegt daran, daß diese Experimente, noch mehr deren Ergebnisse und vor allem die Interpretation derselben sehr umstritten sind. Bislang konnten diese Effekte (es soll sich dabei nicht um künstliche Gravitation oder gar Antigravitation, sondern lediglich um eine Abschirmung der Erdgravitation handeln) nicht von unabhängiger Seite bestätigt werden. Das könnte zwar bedeuten, daß die Urheber der Theorie bessere Experimentatoren sind als der Rest der Welt, viel wahrscheinlicher ist aber, daß sie einem Irrtum unterliegen und in Wirklichkeit etwas ganz anderes gemessen haben.

Es gibt da einen russischen Physiker ( dessen Name mir leider nicht mehr einfällt ), der behauptet, bei einem Experiment mit extrem starken Magnetfeldern und darin zum Schweben gebrachten Supraleitern sei es ihm zufällig gelungen, das Schwerefeld der Erde um ein paar ( ich glaube 3 ) Prozent zu vermindern.
Ganz abgesehen davon, dass dabei eine Unmenge Energie eingesetzt wurde für diesen angeblichen und ( kümmerlichen ) Erfolg und die Herstellung des verwendeten Supraleiters ( keramisch ) 2 Jahre benötigt wurden, war es bisher nicht möglich, diesen Effekt unter kontrollierten Bedingungen nachzuvollziehen. Ausserdem könnte man - selbst wenn man ihn nachvollziehen könnte - den Effekt nicht einmal ansatzweise erklären.

Gruss,

Jürgen

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