Doppelspaltversuch mit Elektronen

Von: , Frage gestellt am Sa, 12. Aug 2000

Schießt man Elektronen aud einen Doppelspalt hat man prinzipiell zwei Möglichkeiten für das Bild hinter dem Schirm.
1. Man weiß durch welchen Spalt das Elektron gekommen ist --> keine Interferenz (Teilchencharakter)
2. Man weiß nicht welchen Weg das Elektron genommen hat --> Interferenz (Wellencharakter)

Feynman (Feynman Lectures III, Kap 1.6) beschreibt folgendes Gedankenexperiment um den Weg des Elektrons zu bestimmen:
Hinter dem Doppelspalt liegt eine Lichtquelle. Die Elektronen wechselwirken mit den Photonen, man sieht einen Lichtblitz und kann so den Weg des Elektrons rekonstruieren --> KEINE INTERFERENZ.

Frage: Das ganze Experiment findet jetzt in einem undursichtigen Kasten statt. Ich kann also die Lage der Lichtblitze nicht mehr feststellen (gehe aber davon aus, daß die Elektronen weiterhin mit den Photonen Wechselwirken). Welches Bild messe ich hinter dem Spalt, mit oder ohne Interferenz? Da ich den Weg der Elektronen nicht kenne ist Interfernz zu erwarten, auf Grund der Wechselwirkungen mit den Photonen aber keine Interfernz, sonst würde ein einfacher Sichtschirm ein Experiment ändern (oder die wahrgenommene Realität???)

2 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach einem Tag hilfreich
    Re: Doppelspaltversuch mit Elektronen

    Schießt man Elektronen aud einen Doppelspalt hat man
    prinzipiell zwei Möglichkeiten für das Bild hinter dem Schirm.
    1. Man weiß durch welchen Spalt das Elektron gekommen ist
    --> keine Interferenz (Teilchencharakter)
    2. Man weiß nicht welchen Weg das Elektron genommen hat -->
    Interferenz (Wellencharakter)

    Wissen erlangt man nur durch Messung
    und die Messung veraendert das System.
    Mit anderen Worten, man kann nur sagen, dass Elektronen durch
    ein bestimmtes Loch sind, wenn man es genau an dieser Stelle
    versucht zu messen. Wenn man das tut, greift man in das System
    ein und das Endergebnis ist anders.



    Feynman (Feynman Lectures III, Kap 1.6) beschreibt folgendes
    Gedankenexperiment um den Weg des Elektrons zu bestimmen:
    Hinter dem Doppelspalt liegt eine Lichtquelle. Die Elektronen
    wechselwirken mit den Photonen, man sieht einen Lichtblitz und
    kann so den Weg des Elektrons rekonstruieren --> KEINE
    INTERFERENZ.

    Feynman ersinnt hier eine theoretische Moeglichkeit, Elektronen
    am Spalt nachzuweisen. Die Art und Weise, wie das geschieht, ist
    fuer das Verstaendnis des Wesens der Quantenphysik, um das es
    hier geht, unwichtig. Elektronen werden also durch Lichtblitze
    an bestimmten Orten gezaehlt, damit wird in das System
    eingegriffen und somit die Interferenz "vernichtet". Frage: Das ganze Experiment findet jetzt in einem
    undursichtigen Kasten statt. Ich kann also die Lage der
    Lichtblitze nicht mehr feststellen (gehe aber davon aus, daß
    die Elektronen weiterhin mit den Photonen Wechselwirken).
    Welches Bild messe ich hinter dem Spalt, mit oder ohne
    Interferenz? Da ich den Weg der Elektronen nicht kenne ist
    Interfernz zu erwarten, auf Grund der Wechselwirkungen mit den
    Photonen aber keine Interfernz, sonst würde ein einfacher
    Sichtschirm ein Experiment ändern (oder die wahrgenommene
    Realität???)
    Den Kasten um die Messanlage herumzubauen ist dasselbe wie
    wegsehen. Es ist sicherlich eine philosophische Frage, was
    dann passiert, ob der Nachweisapparat noch real ist (schliesslich
    kann man ihn nicht mehr sehen = nachweisen). Lediglich der
    gesunde Menschenverstand sagt uns, dass er noch da ist. Und...
    die Quantenphysik befasst sich nur mit Messungen, nicht mit
    Dingen, die eventuell vorhanden sind.
    Aber selbst, wenn wir unserem gesunden Menschenverstand
    vertrauen, geht die Quantenphysik nicht in die Brueche: Der
    Messapparat sei da und nur mit einem Kasten abgedeckt. Das
    gleicht dem Entschluss eines Wissenschaftlers, der ein Experiment
    aufgebaut hat und dann keine Daten aufnimmt. Die Wechelwirkung,
    die Elektronen nachweisen soll, ist vorhanden, folglich ist die
    Interferenz weiterhin verschwunden.

    MEB

  2. Antwort von nach 5 Tagen hilfreich
    Re: Doppelspaltversuch mit Elektronen

    Hallo Joerg,

    schau 'mal in den gängigen Lehrbüchern
    über Quantenmechanik unter dem Stichwort
    ,,Schrödingers Katze'' nach.

    Grüße
    Michael

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