Farben

Von: , Frage gestellt am Mi, 6. Okt 1999

Halo,
wer kann mir erklären ,was es mit der Farbwirkung auf sich hat.
Wieso erscheinen Farben aufgrund bestimmter Absorptionen?Und wodurch entsteht die Farbwirkung?
Vielen Dank im Voraus
Mia

5 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 12 Stunden hilfreich
    Re: Farben

    wer kann mir erklären ,was es mit der
    Farbwirkung auf sich hat.
    Wieso erscheinen Farben aufgrund
    bestimmter Absorptionen?Und wodurch
    entsteht die Farbwirkung?
    Hast Du mal viele Farben in einen Topf
    geworfen und dann kraeftig geruehrt?
    Nicht anders kannst Du Dir das Licht der
    Sonne vorstellen: Es besteht aus vielen
    Farbanteilen, die "zusammengeruehrt"
    weiss ergeben.

    Nun kommen die Materialien/Stoffe ins
    Spiel. Alle Stoffe werfen Licht entweder
    zurueck (Reflexion) oder die schlucken
    es (Absorption). Verschiedene Stoffe
    reflektieren oder absorbieren immer nur
    Anteile des Lichtes, d.h. bestimmte Farben.
    Ein Beispiel: Ein Stoff schluckt alles
    Licht, nichts kommt zurueck, der Stoff er-
    scheint Dir schwarz. Oder, ein anderer
    Stoff schluckt den roten Anteil des Lichtes,
    dann wird der blaue reflektiert und Du
    siehst den Stoff blau.

    Das ganze kann man sich also vorstellen,
    indem man sich in das Atelier eines Malers
    begibt und beginnt, Farben zu mischen...

    MEB

    • Antwort von nach 16 Stunden hilfreich
      Re^2: Farben

      Hallo MEB,

      darf ich das Problem noch etwas ausweiten?
      Ich hab mir letztens die Frage gestellt, wie sich Absorption auf mikroskopischer Ebene erkl"aren l"asst?!
      Anregung der Elektronen in h"ohere Schalen und anschliessnde Re-Emission (in 4Pi) scheidet doch wohl aus, da wir dann Flourezenz h"atten.
      Schon mal vielen Dank f"ur Deine Hilfe.

      Ciao
      Gernot

      • Antwort von nach 16 Stunden hilfreich
        Re^3: Farben

        darf ich das Problem noch etwas
        ausweiten?
        Aber sicher doch... Ich hab mir letztens die Frage gestellt,
        wie sich Absorption auf mikroskopischer
        Ebene erkl"aren l"asst?!
        Anregung der Elektronen in h"ohere
        Schalen
        Das ist schon richtig. und anschliessnde Re-Emission (in
        4Pi) scheidet doch wohl aus, da wir dann
        Flourezenz h"atten.
        Das ist eine Variante.
        Es gibt auch die Moeglichkeit, durch
        elektromagnetische Strahlung Schwingungen
        der Bestandteile der Stoffe (Atome)
        anzuregen. Diese sogenannten
        Gitterschwingungen auessern sich dann in
        einer hoeheren Temperatur des Stoffes.
        Das absorbierte Licht wird also in Waerme-
        energie umgewandelt.

        Eine andere Moeglichkeit, die in Solarzellen
        Anwendung findet, ist die Umwandlung von
        Sonnenlicht in Strom. In diesem Fall werden
        wirklich Elektronen durch Photonenabsoption
        in einen hoeheren Energiezustand versetzt,
        der ihnen dann freie Beweglichkeit im
        Kristallgitter (Stoff) ermoeglicht. Die
        Elektronen koennen also wandern.

        Eine weitere Variante, warum man kaum
        Fluoreszenz beobachtet ist, dass das
        Zurueckspringen der Elektronen in den
        Ausgangszustand stufenweise erfolgt. Auf
        diese Weise werden von dem Elektron bei
        jedem Sprung Photonen emittiert, aber mit
        groesserer Wellenlaenge (also zum roten
        Ende verschoben). I.a. ist die Wellen-
        laenge dann so, dass das abgestrahlte Licht
        im Infraroten liegt und vom Menschen direkt
        nicht gesehen werden kann. Ein schoenes
        Beispiel fuer solch einen Effekt ist der
        Stoff, der die Pflanzen gruen erscheinen
        laesst (Chlorophyll). Legt man das Zeug
        unter eine Ultraviolettlampe, leuchtet es
        blutrot!!! (klappt aber nicht mit einem
        Laubblatt, da braucht man schon Chlorophyll
        in konzentrierterer Form)

        MEB

        • Antwort von nach 19 Stunden hilfreich
          Re^4: Farben

          Huhu !

          Du hast recht, daß Chlorophyll rot fluoresziert, wenn man es mit UV beleuchtet. Deine Begründung ist aber falsch. Man braucht kein UV-Licht. Chlorophyll fluoresziert immer im roten Bereich. Die Fluoreszenz ist nur normalerweise zu schwach, um sie bei Licht zu sehen. Die Fluoreszenz wird dann besonders stark, wenn nicht alle von dem Antennenkomplex absorbierten Lichtquanten auf das Reaktionszentrum übertragen werden können. Die so normalerweise über einen Resonanzenergietransfer weitergeleitete Energie wird als Fluoreszenz abgegeben.

          In den Sehpigmenten wird die Anregungsenergie übrigends in eine Rotationsbewegung eines Teils des Pigments umgesetzt, was dann eine Konformationsänderung des Apoenzyms zur Forge hat (letzlich "Gitterschwingung, aber gerichtet).

          Grüße
          Jochen

  2. Antwort von nach 15 Stunden hilfreich
    Re: Farben

    Huhu !

    Farbe bzw. der Farbeindruck an sich ist ja nichts, was physikalisch existiert. Es ist eine Interpretation sensorischer Information. Die Sensoren sind die Sehzellen im Auge, und interpretiert wird zunächst in der Netzhaut, im Mittelhirn und schließlich in der Sehrinde. Die Gesamtheit dieser informationsverarbeitenden Prozesse führt u.a. auch zu dem, was du als Farbe empfindest.
    Der Auslöser ist das Licht, also elektromagnetische Schwingungen in einem bestimmten Wellenlängenbereich, auf den eben die Sehzellen ansprechen. Die Sehzellen (Farbsinneszellen) enthalten einen Farbstoff, also ein Molekül, welches Licht einer bestimmten Wellenlänge absorbiert (die Lichtenergie wird von den Elektronen aufgenommen, sie sind dann energiereicher). Dadurch wird dieses Molekül in die Lage versetzt, seine Form zu ändern. Diese Änderung der Form hat ganz viele weitere Prozesse in der Sehzelle zur Folge und resultiert schließlich in einem elektrischen Impuls, der über Nervenzellen durch die Netzhaut ins Gehirn weitergeleitet und verarbeitet werden kann.
    Du hast im Auge drei verschiedene Sorten Farbsinneszellen. Sie unterscheiden sich durch leichte Unterschiede in den Farbstoffen, so daß eine Sorte bevorzugt auf rotes, eine andere auf grünes und die dritte auf blaues Licht anspricht (also auf die entsprechenden Wellenlängen). Durch die Kombination der Signale, die von einem Dreierpack solcher Zellen kommen, kann das Gehirn berechnen, welche Wellenlänge (Farbe) das Licht gehabt haben muß, welches die Sinneszellen in einer bestimmten Weise anregt (Beispiel: 58% "rot", 40% "grün" und 2% "blau" würde dann verrechnet zu "leicht rötliches zitronengelb" oder was auch immer, obwohl für exakt diese Farbe keine passende Sinneszelle da ist). Wenn keine Sinneszelle angeregt wird, ist die resultierende Farbinformation, die dein Gehirn berechnet "Schwarz". Wenn alle drei Typen von Farbsinneszellen gleichstark maximal aktiv sind, berechnet das Gehirn daraus den Farbeindruck "weiß". Genau weil das so ist, gilt das, was mein Vorredner schon geschrieben hat.

    Ich hoffe, das war nicht zu detailreich.
    Farbige Grüße
    Jochen

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