Antwort von
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Re: Sonne vs. Zeit
Hallo,
wie wir ja wissen, ist ein wesentlicher Teil der
Relativitätstheorie der, daß der Zeitfluß abhängig von der
Geschwindigkeit des betreffenden Systems ist. D.h. bei hoher
Geschwindigkeit kommt es zu einer Zeitdehnung, sie verläuft
also langsamer, als in einen "ruhenden" System.
Das ist relativ, bzw. eine Frage des Standpunktes. Auch der Reisende beobachtet, daß in dem "ruhenden System, das für ihn ja das bewegte ist, die Uhren langsamer gehen.
Nun folgendes Gedankenexperiment:
Ich setze mich in einen Zug, welcher sich annähernd mit c
bewegt. Nehmen wir an ich fahre darin 1 Stunde. Aufgrund der
Zeitdehnung ist aber für den Beobachter außerhalb des Zuges
ein Jahr vergangen. Das bedeutet für diesen Beobachter ist die
Sonne 365 mal auf- und nieder gegangen. Für mich im Zug, wenn
ich durch das Fenster blicke, dürfte sie aber nur einmal auf
und unter gegangen sein!?
Wo liegt also mein Fehler??
MfG Roberto
Die Versuchsanordnung ist für dieses Experiment ungeeignet, auch wenn es nur ein Gedankenexperiment ist. Wenn sich ein Zug 1 Jahr mit fast c geradeaus bewegt, ist er fast 1 Lichtjahr von der Erde entfernt. Könnte der Reisende die Erde beobachten, würde er nach einer Stunde feststellen, daß auf der Erde nicht einmal eine Minute vergangen ist, obwohl auf der Erde das Jahr bereits um ist. Das liegt aber an der großen Entfernung, die einen einfachen Zeitvergleich beider Systeme verhindert. Durch den Doppler-Effekt werden Zeitmessungen in den Systemen zusätzlich verfälscht.
Fährt der Zug im Kreis, sind diese speziell-relativistischen Zusammenhänge sowieso nicht mehr anwendbar, weil der Reisende dann einer extrem starken Beschleunigung ausgesetzt wäre. Die beiden Bezugssysteme sind demnach auch nicht mehr gleichberechtigt.
Jörg