Energie

Von: , Frage gestellt am So, 8. Okt 2000

Hallo an alle!
Ich habe demnächst Physikprüfung (Diplom-Nebenfach).
In der Fragenliste fand ich ein paar Fragen, die ich mit meinen Büchern nicht ausreichend beantworten konnte. Vielleicht kann mir jemand helfen:
- Warum ist die Sonne gelb?
- Aufbau der Sonne (schwammige Frage, war aber alles)

Danke,
Cassandra

15 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 21 Stunden hilfreich
    Re: Energie

    - Warum ist die Sonne gelb?
    Schluesselwort: Plancksches Strahlungsgesetz
    Oder Fragen, die auf dfas selbe hinauslaufen: Warum glueht
    z.B. Eisen rot, wenn man es erhitzt, und wieso glueht es
    weiss, wenn man es noch mehr erhitzt?
    Die Antwort ist, jeder undurchsichtige Koerper mit einer
    bestimmten Temperatur strahlt elektromagnetische Wellen
    ab. Von der Temperatur haengt es ab, welche Laenge diese
    Wellen haben. Betraegt die Temperatur ca. 5800K, wie auf der
    Sonne, so sind die Wellenlaengen so bemessen, dass die
    Sonne ihr typisches gelbes Antlitz zeigt.
    (zur Erinnerung: Licht sind elektromagnetische Wellen) - Aufbau der Sonne (schwammige Frage, war aber alles)
    Hauptbestandteile: Wasserstoff und Helium

    Aufbau von innen nach aussen:
    - Kerngebiet: Kernreaktion Wasserstoff -> Helium liefert
    Energie der Sonnenstrahlung
    - Gebiet, in welchen die Energie von innen nach aussen durch
    Strahlung transportiert wird
    - Konvektionszone: Gebiet, in welchem die Energie durch
    Konvenktion (Gasturbulenz) transportiert wird

    Sonnenatmosphaere in Anschluss daran...
    - Photoshpaere (kann man als Oberflaeche bezeichnen, ist das,
    was man sieht; Temperatur ca. 5800K)
    - Chromosphaere (duennes Gas; Temp. ueber 10000K)
    - Korona (noch duenneres Gas, mit blossem Auge nur bei totaler
    Sonnenfinsternis zu sehen; Temp. ueber 1 Mio. K)

    MEB

    • Antwort von nach einem Tag hilfreich
      Re^2: Energie

      - Warum ist die Sonne gelb?
      Schluesselwort: Plancksches Strahlungsgesetz
      ??? Ich hab immer gelernt die Sonne ist weiss. Abends wird sie gelb/rot, weil der Blauanteil auf dem (nun laengeren) Weg durch die Atmosphaere rausgestreut (oder durch Staub absorbiert) wird. Waere die Sonne richtig gelb, waer hier tagsueber auch alles gelb. Hat sie tatsaechlich ein wahrnehmbares Emissionsmaximum bei xxxnm (gelb)?

      Gruss

      Thorsten

      • Antwort von nach einem Tag hilfreich
        Re^3: Energie

        ??? Ich hab immer gelernt die Sonne ist weiss. Abends wird sie
        gelb/rot, weil der Blauanteil auf dem (nun laengeren) Weg
        durch die Atmosphaere rausgestreut (oder durch Staub
        absorbiert) wird. Waere die Sonne richtig gelb, waer hier
        tagsueber auch alles gelb. Hat sie tatsaechlich ein
        wahrnehmbares Emissionsmaximum bei xxxnm (gelb)?

        Ist gelb.
        Sterne vom Spektraltyp A nennt man weiss,
        deren Oberflaechentemp. liegt bei rund 10000K

        MEB

        • Antwort von nach 2 Tagen hilfreich
          Re^4: Energie

          Hi, Ist gelb.
          Sterne vom Spektraltyp A nennt man weiss,
          deren Oberflaechentemp. liegt bei rund 10000K
          Also mir ist schon klar, dass unsere Sonne gemeinhin als gelb bezeichnet wird ... aber wenn man sich das Emissionsspektrum ansieht (oder die Sonne durch ein geeignetes Glas), stellt man dann nicht fest, dass sie weitgehend weiss - vielleicht mit einem leichten Gelbstich - ist? Wie gesagt, wenn sie wirklich gelb waere, waere Sonnenlicht auch gelb, Sonnenlicht ist aber doch nun wirklich (ziemlich) weiss (wobei sich unsere Farbwahrnehmung natuerlich in Abhaengigkeit vom Emissionsspektrum der Sonne entwickelt hat). Hier nun zu sagen zu sagen sie sei gelb, nur weil man sie gemeinhin als gelb bezeichnet, um sie von anderen Sterntypen abzugrenzen, scheint mir ein verzerrtes Bild zu vermitteln.

          Gruss

          Thorsten

          • Antwort von nach 2 Tagen hilfreich
            Re^5: Energie

            Ich denke, die Farbgebung der Sonne, wie man sie als
            Normalsterblicher sieht, ist wesentlich auch durch die
            Erdatmosphaere beeitraechtigt (Stichwort: Rayleigh-Streuung).
            Die korrekte Farbe muesste man im Weltall feststellen.
            Ich wuerde auch nicht das verschiedene Farbempfinden
            verschiedener Menschen sowie ein veraendertes Empfinden
            bei allzu intensiver Strahlung unterschaetzen.

            MEB

            • Antwort von nach 9 Tagen hilfreich
              Re^6: Energie

              Gedanken-experiment:

              1. Man nehme ein WEISSES BLATT PAPIER
              2. Man betrachtet es unter Sonnenlicht (... es ist WEISS)
              3. Man betrachtet es unter einer Lampe (einer richtig gelben oder andersfarbigen)

              RESULTAT: Sonnen-Licht ist weiß

              Das weiße Blatt Papier reflektiert alle Wellenbereiche. Bei der Lampe ist aber nur gelb vorhanden.

            • Antwort von nach 9 Tagen hilfreich
              Re^7: Energie

              1. Man nehme ein WEISSES BLATT PAPIER
              2. Man betrachtet es unter Sonnenlicht (... es ist WEISS)
              3. Man betrachtet es unter einer Lampe (einer richtig gelben
              oder andersfarbigen)

              RESULTAT: Sonnen-Licht ist weiß

              Das weiße Blatt Papier reflektiert alle Wellenbereiche. Bei
              der Lampe ist aber nur gelb vorhanden.
              Es war nie die Rede davon, dass die Sonne wie eine einfarbige
              Lampe nur eine, gelbe Wellenlaenge aussendet. Es geht darum, bei
              welcher Wellenlaenge das Strahlungsmax. der Sonne liegt. Dieses
              wird bestimmt durch das Wiensche Verschiebungsgesetz, welches die
              Temperatur zur Grundlage hat. Mit einer Temperatur. Bei einer
              Temperatur von 5780 K (Effektivtemperatur der Sonne) ist das
              Maximum bei 502 nm, d. h. im gruenen, sichtbaren
              Spektralbereich. Um das Farbempfinden eines Menschen zu
              erklaeren, muss man die gesamte Energieverteilung kennen
              (Plancksches Strahlungsgesetz) und auch die Empfindlichkeit
              des Auges bei Licht mit verschiedenen Wellenlaengen kennen.
              Meines Erachtens liegt die Max. Augenempfidlichkeit im
              Gelbgruenen Bereich.

              MEB

    • Antwort von nach einem Tag hilfreich
      Faust, wie hältst du es mit dem TDE?

      Hallo,
      aber eine sache sollte man ganz laut sagen: - Warum ist die Sonne gelb?
      Schluesselwort: Plancksches Strahlungsgesetz
      Vorsicht:
      1) Die Sonne ist nicht im thermodynamischen gleichgewicht (thermodynamical equilibrum TDE).
      => 2) Das Plancksche Strahlungsgestz kann nicht angewendet werden.
      => 3) Die sonne ist kein schwarzer strahler.

      Du siehst, die antwort auf die scheinbar einfache frage ist ziemlich schwer, in einer nebenfachprüfung eigentlich nicht zuzumuten. Unter uns, die hälfte aller dipl.-phys. wird diese frage falsch beantworten.
      Sollte die frage nach der gelben sonne kommen, antworte am besten (Wenn dein hauptfach weit weg von der physik ist): Oder Fragen, die auf dfas selbe hinauslaufen: Warum glueht
      z.B. Eisen rot, wenn man es erhitzt, und wieso glueht es
      weiss, wenn man es noch mehr erhitzt?
      Die Antwort ist, jeder undurchsichtige Koerper mit einer
      bestimmten Temperatur strahlt elektromagnetische Wellen
      ab. Von der Temperatur haengt es ab, welche Laenge diese
      Wellen haben. Betraegt die Temperatur ca. 5800K, wie auf der
      Sonne, so sind die Wellenlaengen so bemessen, dass die
      Sonne ihr typisches gelbes Antlitz zeigt.
      (zur Erinnerung: Licht sind elektromagnetische Wellen)
      + Das gilt aber nicht (bzw.) nur in 0. Näherung für die sonne.
      Damit bist du der frage elegant ausgewichen.

      (Der falsche satz: "die sonne ist ein schwarzer körper" sollte nicht über deine lippen kommen. U.u. darfst du sonst in 4 wochen wiederkommen und einen vortrag über plasmaphysik halten.)

      Sollte allerdings plasmaphysik für dich mit zum prüfungskanon gehören, kommst du um eine argumentation mit modellatmosphären nicht herum. Auch kommst du dann die korrekte definition der farben und effektivtemperaturen nicht herum. Die frage ist dann nämlich ein einstieg in den harten teil der prüfung. Das geht dann um eine schnell getippte antwort hinaus. Hier kann dir eigentlich nur ein astronomie-lehrbuch helfe (Z.b. der neue kosmos)

      Grüße Rossi

      *der vor 10 jahren fast wegen der schwarzen sonne im praktikum durchgefallen wäre*

      • Antwort von nach einem Tag hilfreich
        Re: Faust, wie hältst du es mit dem TDE?

        Sehe ich nicht so eng!
        Ich habe schon eine Modellsternatmosphaere gerechnet,
        Hauptansatzpunkt ist das Plancksche Strahlungsgesetz!
        Sicher sind jede Menge Absorptionslinien im Spiel, die
        die Energieverteilung vom Schwarz-Koerper-Spektrum
        abweichen lassen, doch die Abweichungen werden erst
        bei sehr spaeten Spektraltypen (wie M) so krass, dass
        man von einer echten Abweichung sprechen kann (Stichwort
        Molekuel-Absorptionsbanden).
        Ausserdem, zur Berechnung der Leuchtkraft eines Sterns
        wird i.a. das Stefan-Boltzmann-Gesetz (basiert auf Planck)
        verwendet. Nicht ohne Grund, denn die spektrale Energie-
        verteilung eines Stern/Sonne laesst sich (abgesehen von
        lokalen Linien) recht gut durch Planck beschreiben).
        Und daher kommt auch die Farbe der Sonne.
        Stichwort thermisches Gleichgewicht:
        Strahlungstransportrechnungen werden linear (Gleichgewicht)
        und nichtlinear (Nichtgleichgewicht) geführt. Welcher Code
        angewendet wird, haegt davon ab, was man beschreiben will.
        Das ganze ist also eine Frage der Eignung zur Erfassung von
        spektralen Eigenschaften.

        MEB



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