Abbildungen einer endlichen Menge in sich

Von: , Frage gestellt am Sa, 28. Okt 2000

Hallo!

Sitze gerade vor dem Beweis des folgenden Satzes und komme einfach nicht weiter. Vielleicht kann mir jemand von euch helfen.

Ist M eine endliche Menge und f:M->M eine Abbildung, so sind die folgenden Aussagen äquivalent:

(1) f ist injektiv
(2) f ist surjektiv
(3) f ist bijektiv.

Meiner Meinung nach gilt doch (3)=>(1) und (3)=>(2) nach Definition, und wenn man (1)<=>(2) gezeigt hat, gilt doch auch (1)=>(3) und (2)=>(3), oder täusche ich mich da?

In diesem Fall ist mein Problem also nur der Beweis von (1)<=>(2). Habe es schon mal per Induktion über die Mächtigkeit von M probiert, aber komme leider nicht weit.

Vielen Dank schon mal.

Matthias

6 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 28 Minuten 1 hilfreich
    Re: Abbildungen einer endlichen Menge in sich

    Re Hallo! (1) f ist injektiv
    (2) f ist surjektiv
    (3) f ist bijektiv.

    Meiner Meinung nach gilt doch (3)=>(1) und (3)=>(2) nach
    Definition, und wenn man (1)<=>(2) gezeigt hat, gilt
    doch auch (1)=>(3) und (2)=>(3), oder täusche ich mich
    da?
    Daß Du "(1)=>(3)" und "(2)=>(3)" nicht folgern kannst, siehst Du leicht, wenn Du Dir ein passendes und einfach zu durchschauendes Beispiel konstruierst. Ich hätte folgendes anzubieten (n sei eine Zahl):

    (1) n ist durch 5 teilbar
    (2) Die letzte Ziffer von n ist "0" oder "5"
    (3) n ist durch 15 teilbar

    Hier gilt außer (3)=>(1) und (3)=>(2) auch (1)<=>(2), aber die Implikationen "(1)=>(3)" und "(2)=>(3)" sind trotzdem falsch.

    Mit freundlichem Gruß
    Martin

    • Antwort von nach einem Tag hilfreich
      Re^2: Abbildungen einer endlichen Menge in sich

      Aber kann man nicht in diesem speziellen Fall wie folgt schließen, wenn man (1)<=>(2) gezeigt hat?

      (1)=>(3)

      Nach Voraussetzung ist f injektiv und wegen (1)<=>(2) auch surjektiv. Nach Definition ist dann f bijektiv.

      • Antwort von nach einem Tag hilfreich
        Re^3: Abbildungen einer endlichen Menge in sich

        Richtig. Das gilt aber halt nur in solchen Faellen, wo 1 und 2
        =>3 gilt. ((1 und 1=>2) (=>) (1 und 2) (=>) 3.

        Die benoetigten Aequivalenz zeigst Du leichter indirekt, d.h.
        nicht 1 <=> nicht 2. Das ist viel einfacher.

        MFG
        ein anderer Martin [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

      • Antwort von nach 3 Tagen hilfreich
        Re^3: Abbildungen einer endlichen Menge in sich

        Genau so ist es !!

        Denn:

        Betrachtet man folgende Aussagen A1, A2 mit
        A1: f ist injektiv
        A2: f ist surjektiv
        A1 und A2 : f ist bijektiv
        so gilt folgende Wahrheitstafel

        a1 a2 a1<=>a2 a1 und a2
        w w w w
        w f f f
        f w f f
        f f w f

        Hat man a1<=>a2 bereits gezeigt, so kann f nur dann bijektiv
        sein wenn a1 und a2 gilt. q.e.d.

        Es gilt hier insbesondere (1) => (3) und (2) => (3)
        allerdings immer nur für ENDLICHE Mengen.

        Gruß Frank [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

  2. Antwort von nach 6 Tagen hilfreich
    Re: Abbildungen einer endlichen Menge in sich

    Hallo Mathias,
    ich führe Dir den Beweis mit einer Methode vor , wie ich es in der Analysis-Vorlesung gelernt habe:
    i)die Äquivalenz ist bewiesen , wenn der Ringschluß
    (1)=>(2)=>(3)=>(1)bewiesen ist
    ii)
    Sei f injektiv,dann existiert eine Abbildung g mit der Eigenschaft g.f=id(M). Weil M gleichzeitig Urbild und Bildraum
    ist, gilt dann auch f.g=id(M). Also ist f auch surjektiv.
    iii)Sei f surjektiv, dann existiert eine Abbildung g mit der Eigenschaft f.g=id(M). Weil Weil M gleichzeitig Urbild und
    Bildraum ist, gilt dann auch f.g=id(M).Also ist f bijektiv.
    iv)Sei f bijektiv, dann ist f auch injektiv q.e.d.

    Franz Schreiner

    http://www.webfranz.de [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

    • Antwort von nach 8 Tagen hilfreich
      Re^2: Abbildungen einer endlichen Menge in sich

      i)die Äquivalenz ist bewiesen , wenn der Ringschluß
      (1)=>(2)=>(3)=>(1)bewiesen ist
      Stimmt! ii)
      Sei f injektiv,dann existiert eine Abbildung g mit der
      Eigenschaft g.f=id(M). Weil M gleichzeitig Urbild und Bildraum
      ist, gilt dann auch f.g=id(M). Also ist f auch surjektiv.
      Vorsicht, Du hast die Endlichkeit von M nicht gebraucht, d.h. der Beweis müsste strenggenomen für alle Mengen gelten, was nicht sein kann, wie Du weisst. Was Du folgern kann ist f.g=id(f<M>). Das ergibt aber leider keine Surjektivität. iii)Sei f surjektiv, dann existiert eine Abbildung g mit der
      Eigenschaft f.g=id(M). Weil Weil M gleichzeitig Urbild und
      Bildraum ist, gilt dann auch f.g=id(M).Also ist f bijektiv.
      Ähnliches gilt hier. iv)Sei f bijektiv, dann ist f auch injektiv q.e.d.
      Genau! Per Definition.

      Vieleicht hast Du Sätze benutzt, die Ihr in der Vorlesung speziell für endliche Mengen formuliert habt? Das würde den Beweis retten.

      Achim

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