Re^4: Wohin geht Energie bei Rotverschiebung verlo
Hallo René,
es liegt an der abnahme der raumkrümmung und dem daraus
folgenden schnelleren vergehen der zeit, dass ein photon
scheinbar energieärmer wird, wenn es sich von einer großen
masse wegbewegt. wenn ich es richtig verstehe, müsste man
daran auch sehen, dass das licht konstant schnell ist. nur, da
wir und der raum zeitabhängig sind, schwingt das photon
scheinbar langsamer(weil eben die zeit schneller vergeht).
du willst darauf hinaus, dass sich u.a. weniger galaxien nahe
der lichtgeschwindigkeit bewegen als man glaubt - es vielmehr
die gravitative rotverschiebung ist, die uns diese
geschwindigkeit vorgaukelt?
Ich würde es deutlicher ausdrücken: Die Energie des Photons bleibt von der Emission bis zur Absorption, sofern es keine Wechselwirkung mit anderen Teilchen erleiden mußte, konstant. Nur unser Zeitmaßstab ändert sich in Abhängigkeit vom Gravitationspotenzial an unserem Aufenthaltsort. Der Energiemaßstab ist proportional zum Zeitmaßstab und ändert sich ebenso.
Wenn nun das Licht weit entfernter Galaxien röter ist, als es gemäß dem Dopplereffekt sein dürfte, kann man z.B. vermuten, dass das Gravitationspotenzial am Entstehungsort des Photons niedriger war als jetzt bei uns. Das könnte daran liegen, dass diese Galaxien massereicher sind als unsere. Dann wären aber alle weit entfernten Galaxien umso massereicher, je weiter sie entfernt sind, was recht unwahrscheinlich ist. Wenn man allerdings bedenkt, dass diese Photonen zu einer Zeit entstanden sind, als die Masse des Universums noch viel dichter war als heute, wäre auch erklärbar, warum das mittlere Gravitationspotenzial im Universum "damals" viel niedriger war als heute und die Energie dieser weitgereisten Photonen deshalb heute viel niedriger gemessen wird als damals, obwohl sie tatsächlich immer noch genau ihre ursprüngliche Energie haben.
Jörg