das Rätsel mit der Schnecke auf dem Gummiband...

Von: , Frage gestellt am Mo, 13. Nov 2000

Hallo ihr Lieben :-)

wie war das nochmal mit der Schnecke, die auf einem Gummiband so vor sich hinschneckt, das aber von einem Esel oder Mathegeist oder wasauchimmer, immer wieder gedehnt wird?

Also z.B. ist das Gummiband 1m lang und die Schnecke bewegt sich mit 1cm/min, dann ist sie also nach der ersten Minute bei 1cm... dann wird das Band um 1m gedehnt und ist jetzt 2m lang... die Schnecke ist jetzt also bei 2cm und hat noch 198cm vor sich... dann bwewegt sie sich in der nächsten Minute wieder um 1cm und ist jetzt bei 3cm... dann wird das Band wieder gedehnt und ist jetzt 3m lang... die Schnecke ist jetzt also bei 4,5cm und hat noch 295,5cm vor sich...

die Frage, die uns jetzt natürlich alle interessiert ;-)
wird die Schnecke das Ende des Bandes je erreichen??

Wer weiss das, möglichst schön mit mathematischen Formeln und so?

Grüssle und danke schonmal :-)
Saskia

15 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 2 Stunden hilfreich
    ein laaaaaaaaaanger Weg

    Aaaaaalso:
    Nach 1 Minute hat die Schnecke 1cm von 100cm hinter sich, das ist 1/100 der Gesamtstrecke. Auch, nachdem das Band gedehnt wurde, bleibt es bei 1/100, da die Strecke vor und hinter der Schnecke sich gleichermaßen ausdehnt.
    Nach 2 Minuten hat sie 3cm von 200 cm hinter sich, das ist 1/100 + 1/200.
    Nach 3 Minuten sind es 1/100 + 1/200 +1/300.
    Nach n Minuten : 1/100 + 1/200 + ... + 1/(n*100)
    Das ist 1/100 * (1 + 1/2 + 1/3 + ...)
    In der Klammer steht die harmonische Reihe.
    Diese divergiert bestimmt gegen unendlich: wenn Du lange genug addierst, kannst Du jeden beliebigen Wert überschreiten.
    Für jede denkbare zurückgelegte Strecke, egal welcher Länge, auch wenn es Millionen von Kilometern sind, gibt es einen Tag, an dem sie die geschafft hat. Und irgendwann auch das Gummiband (nämlich am Tag X, wenn 1 + 1/2 + ... + 1/X >= 100 ist).

    Jetzt noch schnell ein Beweis hingehudelt für die Divergenz der harmonischen Reihe:
    Wenn sie nicht gegen unendlich laufen würde, dann gäbe es, da sie streng monoton wachsend ist, eine Zahl S mit
    S= 1 + 1/2 + 1/3 + 1/4 + 1/5 + 1/6 + 1/7 + 1/8 + ...
    Dann ist auf jeden Fall:
    S < 1/2 + 1/2 + 1/4 + 1/4 + 1/6 + 1/6 + 1/8 + 1/8 + ...
    also
    S < (1/2 + 1/2) + (1/4 + 1/4) + (1/6 + 1/6) + (1/8 + 1/8) + ...
    und damit
    S < 1 + 1/2 + 1/3 + 1/4 + ...
    ergo S < S
    WIDERSPRUCH!!!
    Also: SummeUeberNGleichEinsBisUnendlich(1/n) = PlusUnendlich.

    Waren das genug Formeln?

    • Antwort von nach 10 Stunden hilfreich
      Re: ein laaaaaaaaaanger Weg

      wenn Du lange genug
      addierst, kannst Du jeden beliebigen Wert überschreiten.
      Für jede denkbare zurückgelegte Strecke, egal welcher Länge,
      auch wenn es Millionen von Kilometern sind, gibt es einen Tag,
      an dem sie die geschafft hat.
      Wie lange leben eigentlich Schnecken?
      Und wie alt können Esel werden?

      Gruß
      Stefan
      *dermitrealenphysikalischennebenbedingungendiereinemathematikverwässert*

      • Antwort von nach 10 Stunden hilfreich
        Re^2: ein laaaaaaaaaanger Weg

        Wie lange leben eigentlich Schnecken?
        Und wie alt können Esel werden?

        Gruß
        Stefan
        *dermitrealenphysikalischennebenbedingungendiereinemathematikverwässert*
        Reality, who needs it.
        ;-)
        Barbara
        *diekeineproblemehatschneckenundeseldurchpunktezuapproximieren*

        • Antwort von nach 14 Stunden hilfreich
          Re^3: ein laaaaaaaaaanger Weg

          *diekeineproblemehatschneckenundeseldurchpunktezuapproximieren*
          Wie kann man in so einem Fall denn noch Schnecken und Esel von Raben und Bären unterscheiden?

          Gruß
          Stefan

          • Antwort von nach 16 Stunden hilfreich
            ein harter Flug

            Wie kann man in so einem Fall denn noch Schnecken und Esel von
            Raben und Bären unterscheiden?
            Die Frage muß lauten wann und wo reißt das Gummiband. Reißt es hinter der Schnecke stellt sich die Frage wie schnell fliegt Sie am Esel vorbei. Reißt es vor der Schnecke stellt sich die Frage wieviel Meter muß die Schnecke mehr zurücklegen. Reißt es unter der Schnecke ... ?
            Gruß Uwe
            *dersichumdieschneckesorgt*

            • Antwort von nach 16 Stunden hilfreich
              Re: ein harter Flug

              stellt sich die Frage wie schnell fliegt
              Sie am Esel vorbei.
              Ursprünglich war doch die Frage, ob sie überhaupt am Esel vorbeikommt, genauer, an der Stelle, an der das Ende des Gummibandes am Esel befestigt ist.

              Falls das Gummiband hinter der Schnecke reißt, wird außerdem noch der Haft- bzw. Gleitreibungskoeffizient für Schneckenfuß und Gummiband interessant sein. Die Masse der Schnecke und des Gummibandes ist auch nicht ganz unwichtig. Außerdem geht noch in die Rechnung mit ein, wie weit hinter der Schnecke das Gummiband reißt.

              Schneckenerregende Grüße
              Stefan

            • Antwort von nach 19 Stunden hilfreich
              Ein harter Brocken

              Falls das Gummiband hinter der Schnecke reißt, wird außerdem
              noch der Haft- bzw. Gleitreibungskoeffizient für Schneckenfuß
              und Gummiband interessant sein. Die Masse der Schnecke und des
              Gummibandes ist auch nicht ganz unwichtig. Außerdem geht noch
              in die Rechnung mit ein, wie weit hinter der Schnecke das
              Gummiband reißt.

              Schneckenerregende Grüße
              Stefan
              Könntest Du mir dafür bitte eine Formel liefern? Mit Herleitung.
              Unter spezieller Berücksichtigung der Drehrichtung des Schneckenhauses und des Breitengrads des Austragungsortes.

              Etwas verschneckt angesichts der Komplexität der Problemstellung
              Barbara




            • Antwort von nach einem Tag 1 hilfreich
              Leider ohne Corioliskraft

              Könntest Du mir dafür bitte eine Formel liefern? Mit
              Herleitung.
              Aufstieg und Fall der Schnecke Makkaroni

              oder

              Die Schnecke und der Esel, die hatten einen Streit

              oder

              Schecke, Esel, Band, eine Erfolglos Schlitternde Beschleunigung



              Die Personen und ihre Darsteller:



              l Gummibandlänge im ungedehnten Zustand

              e(t) Position des Esels zum Zeitpunkt t

              s(t) Position der Schnecke zum Zeitpunkt t

              sdotdot(t) ihre zweite zeitliche Ableitung

              F(t) statische Kraft im Gummiband

              D Federkonstante des Gummibandes

              r Stelle auf der x-Achse, an der das Gummiband reißt.

              D2 Fedekonstante nach der Metamorphose

              Fg Gleitreibungskraft der rutschenden Schnecke

              Fh maximale Kraft, die auf eine nicht rutschende Schnecke übertragen werden kann.

              g Erdbeschleunigung

              m Masse der Schnecke

              gg Gleitreibungskoeffizient für das System Schnecke-Gummiband

              gh Haftreibungskoeffizient für das System Schnecke-Gummiband



              Zunächst einmal will ich die Ausgangssituation beschreiben:



              .S.............E

              ----------------------------------->x-Achse

              -l.............0





              Exxxposition



              Das ganze Drama spielt auf der x-Achse. Der Esel steht am Beginn des ersten Aktes im Ursprung. Das Gummiband ist noch nicht gespannt und hat die Normallänge l. Das Gummiband hängt hinter dem Esel, also in Richtung der negativen x-Achse. Die Schnecke am anderen Ende des Gummibandes befindet sich also am Anfang bei x=-l hier sei auch das Gummiband befestigt.



              Exxxtension



              Irgendwann später zum Zeitpunkt t ist der Esel weitergelaufen bis nach x=e(t) (e(t)>0). Die Schnecke ist teils aus eigener Kraft, teils aufgrund der Banddehnung bis zum Punkt x=s(t) (-l<s(t)<e(t)) vorangekommen. Das Gummiband spannt sich also von x=-l, wo es immer noch befestigt ist, bis zum Esel bei e(t). Die Kraft im Gummiband berechnet sich proportional zu der verlängerung des Gummibandes, die durch diese Kraft zustande kommt. Also F(t)=D*e(t). (Deswegen musste der Esel also bei Null anfangen, damit diese Formel einfacher wird. Es gibt aber schlimmere Gründe, warum manch anderer Esel wieder bei Null anfangen muss.)



              Exxxkurs



              Während so nach und nach die Spannung steigt, ist es dennoch notwendig, bevor die heraufsteigende Kathastrophe eintritt, einige Details zu erwähnen, die im weiteren Verlauf für die Handlung wichtig sind.

              Für die Bühnenfassung soll die Masse des Gummibandes vernachlässigbar sein, da sonst der abendfüllende Zeitrahmen gesprengt würde. Für das Buch zum Film kommt aber durch ein massebelegtes Gummiband mehr Dynamik in die Geschichte. Weiter seien als Kostüme für Esel und Schnecke recht enge Kleidung zu verwenden, so dass die beiden Darsteller wie Massenpunkte agieren. Solche Größen wie der Luftwiderstand der Schnecke, werden also auf unserem Theater wegrationalisiert. Auch der Heckspoiler der Schnecke kommt allenfalls in der Hollywood-Version vor und hat bei uns keinen Einfluss auf die Handlung. Sowohl die Geschwindigkeit der Schnecke als auch die des Esels seien so gering, dass sie einem Stillstand gleichkommen, wenn man mit dem Vergleicht, was gleich passieren wird.



              Exxxplosion



              Die Aufmerksamkeit richtet sich auf einen Punkt r zwischen -l und s(t) (-l<r<s(t)), also hinter der Schnecke. Denn urplötzlich, zu einem völlig unerwarteten Zeitpunkt, den wir aus vereinfachenden Gründen t=0 nennen wollen, tritt das Ereignis ein, das der Zuschauer schon längst auf Grund der gestiegenen Spannung, die das Gummiband genauso stretcht wie die Nerven, erwartet und aus einem unerfindlichen Grund, den der Autor dieses Dramas den Lesern verschweigt, gibt eben dieses Gummiband an der Stelle r nach und (Kunstpause) zerreißt.

              Bei genauerer Betrachtung dieses Zeitpunktes fällt auf, dass das Stück Gummiband zwischen der Befestigungsstelle -l und der Rissstelle r nun durch keine Kraft mehr gedehnt wird und somit seine ursprüngliche Länge wieder einnimmt. Dies geschieht praktisch sofort, da ja die Masse des Gummibandes als so klein angenommen werden kann, dass keine Beschleunigungskräfte berücksichtigt werden müssen. Ähnlich ergeht es dem Gummibandstück zwischen r und s(t=0). Auch hier tritt sofort eine Entspannung ein. Eine Trennung führt also in diesem Fall zur Entspannung der Situation, aber nur in einem Teilbereich. An der Stelle s(t) wird das statische Kräftegleichgewicht zu einem dynamischen, das also um die Beschleunigungskräfte ergänzt werden muss. Hier macht die Federkonstante D eine Metamorphose durch. Wo zum Zeitpunkt t=0 galt F(t<0)=D*e(t) gilt jetzt F(t>0)=D2*(h-s(t)). Dabei ist x=h der Punkt, an dem sich der Teil des Gummibandes befinden, auf dem die Schnecke sitzt, wenn das gerissene Gummiband keine Kräfte aufnimmt. h ist also durch



              (e(t=0)+l)/l=(e(t=0)-s(t=0))/(e(t=0)-h)



              gegeben. Die Federkonstante des verkürzten Gummibandes ergibt sich zu:



              D2=D*(e(t=0)+l)/l



              Klimaxxx



              Da jetzt durch das Gummiband auf die Schnecke eine beschleunigende Kraft wirkt, soll die Schnecke-Gummiband-Interaktion näher untersucht werden. In einem ersten Fall wäre es möglich, dass die Schnecke im ersten Schreck vom Band fällt, das dann, da masselos, sofort unter ihr wegflutscht. Dieser Fall erfordert jedoch mehr als die eine x-Dimension, die die von uns gewählte Bühne bildet. Es kommt als noch der zweite Fall in betracht, dass die Schnecke auf dem Gummiband entlanggleitet, oder vielmehr, dass das Gummiband unter ihr weggleitet. Welche Kraft dabei auf die Schnecke übertragen wird, hängt von dem Gleitreibungskoeffizient zwischen Schnecke und Gummiband und dem Gewicht der Schnecke ab. Fg=g*m*gg. Im weiteren ist es dann fraglich, wann die Schnecke beim Rutschen das Ende des Bandes erreicht hat und somit in die freie Flugphase übertritt. Die speziellen Eigenschaften des Schneckenfußes legen allerdings nahe, dass die Haftreibung Fh=g*m*gh größer ist als die Beschleunigungskraft, so dass die Schnecke also auf Gedeih und Verderb mit dem Gummiband verbunden bleibt.



              Exxx und Hopp



              Die auf die Schnecke wirkende Kraft ist allerdings kleiner als die eben errechnete Haftreibungskraft. Sie wird allein durch das Gummiband bestimmt: F(t>0)=D2*(h-s(t)). Diese Kraft wirkt nach Newton beschleunigend auf die Schnecke: m*sdotdot(t)=D2*(h-s(t)) und damit wird nun die ganze Dynamik klar. Mit den bereits beschriebenen Ausgangsbedingungen ist durch dieses Gesetz des Handelns bereits der weitere Verlauf des Stückes vorgezeichnet. Denn diesen Plot hat der Zuschauer schon in vielen Filmen und Stücken miterlebt: lineare Differenzialgleichung zweiten Grades. Beim ersten Mal ist das ja ganz phantastisch und auch ein Wiederentdecken in vielen Situationen mag mit manchem Thrill mit dieser linearen Differenzialgleichung zweiten Grades die Nerven kitzeln, aber bald erkennt man eben doch, dass es immer wieder auf das selbe happy End hinausläuft. Das hat auch schon der Regisseur und Theaterkritiker Bronstein so gesehen. Mit einem offenen Ende überlasse ich also den weiteren Verlauf der Handlung der Phantasie des geneigten Publikums. Der Rest ist Schweigen.

            • Antwort von nach einem Tag hilfreich
              genial :-))

              Der Rest ist Schweigen.
              Ehrfürchtiges Schweigen.
              Nimmer könnt ich mich erkühnen, dem etwas hinzu- oder gar entgegenzusetzen.



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