Re^5: Gravitationsgeschwindigkeit
Gravitationswellenteleskop zu bauen. Das könnte nicht nur neue
Informationen über derartige Ereignisse liefern, sondern man
wüßte auch, an welchen Punkt des Himmels man die optischen
Teleskope richten müßte um eine Supanova von der ersten
Sekunde an zu beobachten.
Ich bin mir nicht sicher, ob Supernovae wirklich zu
Gravitationswellen fuehren. Denn, alle Massenbewegungen und
-aenderungen, die radial ablaufen, emittieren keine Gravitations-
wellen (die allgemeine Relativitaetstheorie zu Grunde gelegt).
Der Knall muesste also asymmetrisch verlaufen (was durchaus
denkbar ist), um zu einer Gravitationswellenabstrahlung zu
fuehren.
Es werden zwei verschiedene Typen Supernovae gezaehlt.
Noch in Erinnerung sind mir die folgenden beiden Szenarien:
Gravitationskollaps eines alten Sterns, der seinen Energie-
vorrat verbraucht hat und nun aufgrund seiner hohen Masse
nicht zu einem weissen Zwerg kontrahiert, sondern zu einem
Neutronenstern. Hier ist anzunehmen, dass der Kollaps symmetrisch
erfolgt, also keine Gravitationswellen abgibt.
Das zweite Szenario behandelt ein enges Doppelsternsystem,
bestehend aus einem "gewoehnlichen" Stern und einem weissen
Zwergen. Der Zwerg saugt die Materie vom Nachbarn ab, seine Masse
waechst. Erreicht seine Masse eine kritische Grenze (ca. 1.4
Sonnenmassen), kollabiert er ebenfalls zu einem Neutronenstern.
Bedingt durch den Nachbarn ist zu vermuten, dass der Kollaps
asymmetrisch verlaeuft und dann sehr wohl zu Gravitationswellen
fuehrt.
Noch eine Anmerkung: Gravitationswellen sind eine direkte
Konsequenz der allgemeinen Relativitaetstheorie. Eine Vorhersage,
quasi. Gelingt der Nachweis solcher, waere das eine prima
Bestaetigung fuer die Nuetzlichkeit dieser Modellvorstellung
von der Wirklichkeit. Bisher gibt es nur indirekte Hinweise
auf solche Wellen. Sie betreffen Binaerpulsare, also Neutronen-
sternpaare. Wenn solche einander in engen Bahnen umkreisen,
wirken extrem hohe Beschleunigungen auf sehr hohe Massen in
_nichtradialer_ Weise. Das sind die Voraussetzungen fuer
Gravitationswellenabstrahlungen. Die Folge dieser Abstrahlungen
ist eine Aenderung der Massen, diese fuehrt zu einer
Verkleinerung der Umlaufbahnen. Eine solche Verkleinerung der
Umlaufbahnen aendert die Umlaufgeschwindigkeiten. Und, diese
Geschwindigkeiten wurden (mit Hilfe des Doppler-Effektes)
bei Binaerpulsaren gemessen, genau in der Weise, wie man es bei
Abstrahlung von Gravitationswellen erwarten wuerde. Ein
kleiner Trost bis zum ersten Gravitationswellenteleskop...
MEB